Der Zoom-Zoom-Effekt
08.04.2011
Pro:
Fahrgefühl (Zoom - Zoom) . Preis . Ausstattung
Kontra:
Verbrauch . Kleinigkeiten
Empfehlenswert:
Ja
 club73tommy
Über sich:
Mitglied seit:21.02.2006
Erfahrungsberichte:10
Vertrauende:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 18 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Nachdem im letzten Herbst mein guter alter Ford Escort leider das zeitliche gesegnet hat, musste ein neues Auto her. Es sollte schnell sein und ein Benziner, da meine normale Fahrleistung grade mal 2x 15km pro Tag beträgt, zudem steht die Familienplanung ins Haus, daher sollte es ein Kombi werden. Über ein Firmenangebot bin ich zu Mazda gekommen, den 6er hatte ich schon lange im Blick, aber das Facelift war mir entgangen. Schon nach der ersten Probefahrt war die Entscheidung gefallen, denn das Auto ist ein Traum. Entschieden habe ich mich für den Mazda 6 MZR Modell Sports-Line mit 2,5L Hubraum, 170PS und 6-Gang Schaltgetriebe. Listenpreis für das Basismodell (dazu später mehr) beträgt 31.590€. Ich schreibe meinen Testbericht aus der Sicht eines Nutzers, habe also keine Zahlen oder Messungen, es ist einfach nur mein objektiver Eindruck. Ich blicke nun auf ca. 3 Monate und 3000km zurück, habe mich also schon ganz gut an das Auto gewöhnt und glaube die meisten Vor- und Nachteile zu kennen.
Tja, worauf gehe ich am besten ein: - Ausstattung - Fahrgefühl/Optik - Pro/Kontra - Fazit #### Zur Ausstattung #### Bei dem Sports-Line-Modell ist das Basis-Modell nicht weit entfernt von der Premium-Ausstattung, im Grunde ist schon alles dabei: Einparkhilfe, Tempomat, Sport-Kit (Sport-Leder-Lenkrad mit Bedienelementen für Radio, Tempomat und Freisprecheinrichtung, Spotsitze und ein knackigeres Fahrwerk), Bose-Soundsystem mit Freisprecheinrichtung, Toter-Winkel-Assistent (RVM), ABS, ESP, (und wie die ganzen Kürzel noch so heißen), Regen-, sowie Lichtsensor, schlüsselfreies Öffnen und Starten, Berganfahrassistent und vieles mehr. Lediglich das DVD-Navi für gut 3000€ und ein Paket für etwa 2000€ das ein Schiebedach, Vollederausstattung und elektrisch verstellbare Sitze enthält kann man noch dazu buchen. Die Innenausstattung wirkt Edel mit viel Chrom und Leder, auch die Plastik-Teile wirken gut verarbeitet. Da ich auf die Zusatzpakete verzichtet habe, habe ich Halbleder-Ausstattung, sprich in der Mitte Stoff und am Rand der Sitze jeweils Leder.
Ein paar wichtige Worte zu den einzelnen Punkten: Die Einparkhilfe ist echt spitze, sowohl vorne als auch hinten warnt ein schneller werdendes Piepen (bei Abstandsalarm vorne kommt der Ton von Vorne, bei Alarm hinten von Hinten). Bei einem Abstand von < 30cm ist der Ton dauerhaft, spätestens da sollte man die andere Richtung einschlagen :-) Die Sensoren reagieren sehr gut, auch Maschendrahtzäune und niedrige oder schmale Gegenstände werden sicher erkannt. Das Sound-System ist richtig gut. Der 6-Fach-CD-Wechsler kann einfach in der Front gefüllt werden, der Sound ist auch bei lauter Musik noch klar und qualitativ hochwertig. Lediglich das lauter/leiser drehen per Kipp-Schalter am Lenkrad kann nervig werden. 1-3 Stufen sind ok, für alles andere nutze ich mittlerweile dann doch das bequemere Rädchen am Radio. Ein netter Zusatz: es gibt wieder einen Pause-Knopf (Pause bei CD, Mute bei Radio) wenn man kurz ruhe braucht. Die integrierte Freisprecheinrichtung konnte ich leider noch nicht testen, da mein Handy nicht kompatibel ist... Noch ein kleines aber feines Gimmick: in der Armlehne ist ein AUX-Anschluss, man kann also seinen IPod (o.Ä.) bequem in der Armlehne verstecken und hat ihn nicht irgendwo herumfliegen.
Das RVM (Toter-Winkel-Assistent) sind 2 kleine Lämpchen in der A-Säule links und rechts. Wenn man von der jeweiligen Seite überholt wird, leuchtet die Lampe auffallend aber nicht nervig auf. Sollte man dennoch bei leuchtender Lampe den Blinker setzen ertönt noch ein Warnton. Der Assistent warnt frühzeitig und zuverlässig, ich werde trotzdem weiterhin beim Schulterblick bleiben - Sicher ist sicher :-) Regen- und Lichtsensor. Der Regensensor ersetzt das Intervall-Wischen und wischt wenn die Scheibe nass ist. Die Empfindlichkeit des Sensors lässt sich einstellen, ich habe ihn aber meistens ganz niedrig eingestellt, weil er ansonsten bei jedem dritten Tropfen wischt. Bei Frost ist es ratsam den Sensor auszuschalten, da die gefrorene Scheibe ein Dauerwischen verursachen kann... Bei dem Lichtsensor bin ich ein wenig unschlüssig. Er ist in meinen Augen ein wenig zu empfindlich. Wenn man an sonnigen Tagen und wirklich viel Licht durch ein schattiges Waldstück fährt geht das Licht gerne mal an obwohl eigentlich nicht nötig. Eigentlich nicht weiter schlimm, doch das Problem ist die Armaturenbeleuchtung. Die Tachozahlen sind aktiv leuchtend und werden bei eingeschaltetem Licht automatisch gedimmt, damit sie nicht blenden. Bei Tageslicht und eingeschaltetem Licht - also gedimmter Armaturenbeleuchtung - kann man die Armaturen kaum noch lesen, grade wenn man auch noch eine Sonnenbrille trägt. Man kann die Beleuchtung zwar wieder heller drehen (kleines Knöpfchen am Rand des Armaturenbrettes) aber hier hätte man sich auch eine bessere Lösung einfallen lassen können.
Eine echt klasse Erfindung ist das Öffnen und Starten ohne Schlüssel. Man braucht den Schlüssel nicht mehr aus der Tasche zu holen - sehr praktisch wenn man die Hände voll hat... Einfach in die Türklinke (Fahrer- und Beifahrertür) fassen und das Schloss geht auf. Zum Schließen wird einfach das kleine Knöpfchen an der Klinke gedrückt. Selbiges gibt es auch für den Kofferraum. Tja und zum Starten und Stoppen per Knopfdruck brauche ich glaube ich nichts zu sagen :-) Der Berganfahrassistent ist Fluch und Segen zugleich. Da ich nie Probleme mit dem Anfahren am Berg hatte (auch ohne Handbremse) ist er eigentlich überflüssig für mich, aber es ist nett, wenn man in aller Ruhe anfahren kann. Allerdings ist es auch ein wenig nervig wenn man sich ein Stück zurückrollen lassen will und erst mal die 3 Sekunden warten muss, bis sich der Assistent ausschaltet. Der Assistent funktioniert übrigens auch Rückwärts.
#### Fahrgefühl/Optik #### Der Punkt, der mich letztendlich zum Kauf gebracht hat ist das Fahrgefühl - das Auto macht einfach Spaß zu fahren! Ich bin schon viele Autos gefahren, jedoch hatte ich noch keins mit einer derart präzisen Lenkung. Man glaubt man fährt einen Kleinwagen und keinen Kombi. Dazu kommt noch die richtig gute Beschleunigung die 200km/h erreicht man in wenigen Sekunden und auch bei Geschwindigkeiten jenseits der 200km/h liegt das Auto noch sicher und stabil auf der Straße. Lediglich einen negativen Punkt habe ich festgestellt: Die Abstimmung zwischen dem ersten und zweiten Gang könnte ein wenig verbessert werden. Bei 20km/h hat man im 1. Gang bereits über 2500 Umdrehungen, im zweiten jedoch erst ca. 1200. Man muss sich im Stau also entscheiden, ob man ober- oder untertourig fahren will. Ein weiterer Nachteil dadurch ist, dass man fast stehen muss um in den ersten Gang zurückzuschalten (ich glaube zumindest, dass das dieselbe Ursache hat). Zu den Bremsen kann ich noch nicht so viel sagen, habe sie zum Glück noch nicht extrem gebraucht. Finde sie aber sehr griffig und präzise. Über die Optik lässt sich ja immer gerne streiten, aber ich finde den Mazda grade nach dem Facelift richtig gelungen. Er wirkt auch dank zweier Auspuffrohre, getönten Scheiben und dünnen Gummis auf dicken Felgen sehr sportlich und verbirgt den enormen Stauraum in eleganten Kurven. Zum Stauraum des Kofferraums ein kleines Beispiel: wir haben uns neulich einen Trockner gekauft und mussten nicht mal die Rückbank umlegen... #### Pro/Kontra #### Hier kommen jetzt die harten Fakten :-) Pro: - In erster Linie die Lenkung zusammen mit der gesamten Fahrdynamik - Das Aussehen (nach meiner Meinung) - Der Preis - Die Ausstattung -
Kontra: - Und hier kommt der große Minuspunkt: Der Verbrauch. Gemäß Bordcomputer und das bestätigen auch meine eigenen Messungen schluckt der Mazda bei meiner Durchschnittsgeschwindigkeit von 44km/h noble 9,7 Liter Super (bevor Fragen aufkommen: E10 ist erlaubt und trübt auch nicht die Motorgarantie). Und ich bilde mir ein einen spritsparenden Fahrstil zu haben - bei Langstrecken ist wahrscheinlich allerdings noch ein wenig Luft nach unten. Ansonsten gibt es nur noch die bereits erwähnten Kleinigkeiten: - Abstimmungsbedarf zwischen 1. und 2. Gang, beim Lichtsensor #### Fazit #### Eine ganz klare Kaufempfehlung. Der Mazda 6 braucht sich in keiner Weise vor den großen (deutschen) Brüdern von Audi, VW, ... verstecken, kann da ganz klar mithalten - vor allem im Preis. Das Auto macht riesig Spaß zu fahren und im Gegensatz zu Audi oder VW ist auch nicht jedes 10. Auto, dass einem entgegen kommt, Baugleich mit dem eigenen. Lediglich der Verbrauch stößt einem ein wenig ungut auf, der hat letztendlich auch den fünften Stern gekostet. Die anderen Nachteile sind minimal und können vernachlässigt werden. Steuer und Versicherung habe ich leider keine direkten Vergleichswerte, fand sie aber jetzt nicht großartig teurer als bei meinem guten alten Escort. Zur Zuverlässigkeit kann ich teu-teu-teu nichts sagen, in den 3 Monaten, in denen ich das Auto bisher fahre hatte ich noch keinerlei Probleme. Daher einfach mal "Gut".
Ich hoffe ich habe nichts vergessen und konnte dem ein oder anderen weiterhelfen.
Preisvergleich
sortiert nach Preis
* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten. Preise, Verfügbarkeit und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein, da eine Echtzeit-Aktualisierung technisch nicht möglich ist. Maßgeblich sind immer die Preise und Angaben auf der Händlerseite. Alle Angaben ohne Gewähr.
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Das könnte Sie interessieren
Verwandte Tags für Mazda 6 Estate 2.5 MZR (ab 2010)
|
|
12.04.2011 15:45
Sehr interessanter Bericht. ciu dilue
08.04.2011 16:42
MAZDA find' ich auch gut. Allerdings sollen die Gerüchte wahr sein, dass es sich hier um einen der Autobauer handelt deren Wagen nur begrenzt E10-tauglich sind? Klasse Bericht und LG Günter :-)
08.04.2011 13:52
@Mogli: Danke für den Tip mit der Rechtschreibprüfung, das war noch nie so meine Stärke :-) Zu den 44km/h: Wie bereits erwähnt fahre ich täglich meine 15km, wovon ca 5km Stau sind. Da kommt man nicht weit...