Mazda MPV als Gebrauchtwagen - Der Zuverlässige?
15.09.2010
Pro:
Familientauglicher 7 - Sitzer, in den ersten Jahren zuverlässig
Kontra:
sehr hohe Ersatzteilpreise
Empfehlenswert:
Ja
 LeTom
Über sich:
Mitglied seit:12.09.2010
Erfahrungsberichte:4
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 31 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Achtung, liebe Leser, wie auch in manchen anderen Berichten über den MPV geht es hier um den 2,0 Benziner mit 122 PS und nicht um den Diesel, da für den Benziner kein eigener Unterpunkt besteht. Auch geht es hier nicht darum, einen neuen Wagen zu beschreiben, sondern um den MPV als Gebrauchtwagen, weil der für viele Familien sehr interessant ist. Vor nunmehr ungefähr fünf Jahren entschieden wir uns als Gebrauchtwagen für einen Mazda MPV, da wir von der großen Zuverlässigkeit der Marke gehört hatten und es uns wichtig war, nicht zu viele Reparaturen zu haben. Im Vergleich zu gleich alten Galaxys, Alhambras und Espace war der sechs Jahre alte MPV, für den wir uns schließlich entschieden, recht teuer, wir bezahlten knapp 10.000 €, was aber im Vergleich normal war. Der Wagen stammte aus 1 Hand, war scheckheftgepflegt, hatte 105.000 km gelaufen und eine Mazda - Garantie von einem Jahr.
Es gefiel uns, dass er serienmäßig ein 7-Sitzer war, allerdings ist es im direkten Vergleich zu einem Espace eine Qual, die schweren und unpraktisch angebrachten Sitze ein- und auszubauen. Der Wagen selbst fährt sich recht leicht, hat aber ein relativ schwammiges Fahrwerk, ist dadurch immerhin recht komfortabel. Für Langstrecken ist er durchaus geeignet, wird aber bei hohen Drehzahlen vom Motor her laut und erzeugt heftige Windgeräusche. Das Fahrwerk verkraftet allerdings auch recht gut Geschwindigkeiten bis an die 180 km/h heran, allerdings sollte man mit den nicht allzu kräftigen Bremsen, die noch dazu fadinganfällig sind, vorsichtig sein. Hinten hat der MPV noch Trommeln. 7 Personen, auch recht große, finden auf den bequemen Einzelsitzen gut Platz, die letzte Sitzreihe ist wie in den meisten Vans eher für Kinder geeignet. Sogar die ab Werk vorhandene Panasonic - Radio - Cdwechsler - Anlage kann mittlere Ansprüche erfüllen.
Über den Verbrauch des Wagens kann ich nicht meckern. Etwas mehr als 8 Liter, soweit man sich an die Richtgeschwindigkeit 130 hält, bis zu 11,5, wenn man mehr Gas gibt, bei reinem Stadtbetrieb ca. 10 Liter Super. Die Versicherungseinstufung ist mit 18 (ohne Gewähr) recht günstig
Soviel zum Auto, denn ich wollte ja eher zur Eignung als Gebrauchtwagen etwas schreiben. Im ersten Jahr, in dem ich ungefähr 40.000 km fuhr, kam es zu keinerlei Problemen, der Wagen rollte wie eine Eins und es gab keinen Grund, die Mazda - Garantie in Anspruch zu nehmen.
Im zweiten Jahr fuhren wir wiederum recht viel, allerdings zum größten Teil Autobahn im Berufsverkehr, was Autos ja bekannter Maßen nicht so sehr fordert. Bei ca. 160.000 km stellte ich erstmalig einen nennenwerten Ölverbrauch fest, den ich bei ca. 1 Liter auf 2 - 3.000 km festmachte. Also noch kein Problem, zumal der Wagen keine Undichtigkeiten aufwies. Im Laufe des Jahres stellte ich dann aber auch fest, dass der Wagen irgenwie unruhiger und schwammiger wurde. Der Schock kam dann beim ersten TÜV bei ca 170.000 km. Die Vorderachse musste komplett überholt werden, die Bremsscheiben mussten gewechselt werden und der Unterboden zeigte so viele Rostansätze, dass es geboten war, ihn entrosten und neu schützen zu lassen. Mit noch ein paar Kleinigkeiten wie Öl- und Kerzenwechsel kostete der Spaß satte 2.500 €, was an den exorbitanten Ersatzteilpreisen lag. Der freien Werkstatt war das so peinlich, dass sie mir unaufgefordert die Einkaufsrechnung der Teile vorlegte. Zu dem Zeitpunkt machte ich mich zum ersten Mal in einem der seltenen Mazdaforen kundig, und siehe da, Probleme mit der Vorderachse sind beim MPV alltäglich, ebenso steigender Ölverbrauch.
Was dann in den nächsten zwei Jahren bis 250.000 km mit steigender Häufigkeit auftrat, brachte mich schließlich dazu, den Wagen im Frühjahr 2010 abzustoßen. Zunächst ist der immer höher werdende Ölverbrauch anzumerken, der schließlich mehr als 1l / 1.000 km betrug. Gott sei Dank kann man billiges nicht synthetisches Öl z.B. von ATU benutzen, da der Motor im Prinzip ein alter aus dem Mazda 6 ist. Auch das Fahrwerk ist wohl von diesem übernommen (Vermutung) und damit einfach nicht stabil genug für den schweren Wagen. Im Laufe der zwei Jahre hatte ich weitere drei Reparaturen daran, die alle recht teuer waren. Ebenso gingen die Lichtmaschine und die Kupplung kaputt, was bei der Laufleistung des Wagens nicht wirklich anzumeckern ist, allerdings geht bei solchen Teilen nicht wirklich etwas unter jeweils 500 €. Der nächste TÜV war dann nicht ganz so teuer, da ja das meiste bereits vorher repariert worden war. 600 € waren noch im Bereich des Erwarteten.
Kurz nach dem TÜV fing dann allerdings der Auspuff (immerhin der erste in 10 Jahren) an lauter zu werden und es zeigte sich, dass trotz aller Bemühungen meiner wirklich guten Werkstatt sich die Spur nicht mehr dauerhaft gut einstellen ließ. Als dann noch die Hydraulikpumpe undicht wurde und ich jeden Morgen einen großen Ölflecken unter dem Wagen fand, entschloss ich mich schweren Herzens, ihn an einen Exporteur zu verkaufen. So viel zur Technik. Die Karrosserie schneidet da deutlich besser ab. Selbst bei zuletzt über 250.00 km neigte der Wagen nicht sonderlich zum Klappern, ganz anders als der Espace, den ich vorher hatte. Nachdem der Wagen von unten entrostet worden war, es waren ja nur Ansätze, kam Dank der Versiegelung nichts mehr Neues hinzu. Die Karrosserie befand sich vom Lack her noch fast im Neuzustand, obwohl ich sie höchstens einmal im Jahr poliert und gewachst habe, selbst einige tiefe Hagelschlagdellen wiesen keine Lackplatzer auf. Einzig auf die Motorhaube sollte man achten. Meine war mal vor meiner Zeit nachlackiert worden und an der Vorderkante sehr rostig. Ansonsten fanden sich nicht einmal an den unteren Türfalzen und denen der Kotflügel Rostansätze.
Die Sitze sind von sehr guter Qualität (wenn auch nicht superbequem). Selbst der Fahrersitz wies nach der hohen Laufleistung keine Risse oder Abwetzungen im Velours auf und war noch straff, und das trotz meines nicht ganz geringen Gewichtes. Fazit:
So bleibt ein etwas zwiespältiges Gefühl zum Wagen zurück: Einerseits hat er die Familie und mich in den ersten zwei Jahren preiswert überall hin getragen, aber besonders ab 200.000 km begann er sehr teuer zu werden. Das liegt auch an den im Vergleich zu europäischen Wagen enorm teuren Ersatzteilpreisen, und die Chance, wie bei unserem mittlerweile 16 Jahre alten Astra Cabrio etwas beim Autoverwerter zu finden, ist sehr gering. Für Leute, die nicht so viel fahren wie ich, ist der MPV auf jeden Fall empfehlenswert, wenn man einen findet, der noch nicht deutlich über 100.000 km gelaufen ist.
Mein Tipp ist, einen möglichst jungen MPV zu suchen und ihn wieder abzustoßen, bevor er 200.000 km erreicht hat. Mir wäre damit viel Geld erspart geblieben, das ich in ein anderes Auto hätte investieren können.
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17.09.2010 09:18
...so überzeugend er anfänglich war, kamen die Leiden ziemlich ruckzuck nahceinander...und bei den Ersatzteilpreisen...wol wahr, sehen das es, bevor es losgeht, nicht zu den Ausgaben kommt ;)))...aber immerhin, wenn man sozusagen den km-Stand als Schallgrenze sieht...bis dahin leistete er ohne zu murren seine Dienste :-)CC