Fahrzeugbewertung des Autors:
| Pro: |
sportlich - individuelles Coupe mit hoher Zuverlässigkeit |
| Kontra: |
eher eingeschränktes Platzangebot |
Schon länger begeisterter ciao-user habe ich mich nun entschlossen, selbst Mitglied bei ciao zu werden und mich im Verfassen von Erfahrungsberichten zu versuchen.
Hier also mein erster Bericht, für den ich mein Auto, einen Mazda MX-3, ausgesucht habe.
Seit Mai 2002 bin ich nun stolzer und froher Besitzer eines türkisfarbenen Mazda MX-3 V6, gebaut 1992. Er war zum Zeitpunkt des Kaufes also schon 10 Jahre alt…
Längere Zeit vor dem Kauf interessierte ich mich für dieses Sportcoupe von Mazda, vor allem die 6-Zylinder-Motorversion faszinierte mich. Diese hat bei einem Hubraum von knapp 1,9 Litern eine Leistung von 98 kW und ist somit die stärkste erhältliche Version der MX-3 Baureihe. Im Rahmen einer Modellpflege in den späteren 90ern wurde u.a. die Leistung ein wenig reduziert, leider habe ich noch keinen dieser „neueren“ MX-3 gefahren, weiß also nicht, wie stark sich das auf die Fahrleistung auswirkt.
Nach einigen Telefongesprächen mit Mazda-Händlern war klar, dass ich ein eher seltenes Auto zu kaufen plante. Der MX-3 wurde meines Wissens nur bis 1998 in Deutschland verkauft und der frühe 6-Zylinder war sowieso ein seltener Vertreter.
Über das Internet habe ich dann Ausschau gehalten und dann, nach monatelanger Suche, „meinen“ MX-3 gefunden.
Aussehen:
Das Design des MX-3 ist meiner Meinung nach sehr gelungen: sportlich-dynamisch, kraftvoll und schnell… Ein eher klassisches Coupe, würde ich sagen. Eine langgezogene Heckklappe mit einem flachen Spoiler und eine ziemlich tiefgezogene Frontschürze unterstreichen die sportliche Ausrichtung. Die in der Frontschürze integrierten Nebelscheinwerfer sind bei meinem MX-3 übrigens gelb (!), erfüllen aber grundsätzlich völlig ausreichend ihre Funktion.
Über die Farbe habe ich schon sehr ambivalente Meinungen gehört: türkisgrün-metallic. Na ja, sicher Geschmackssache aber auf jeden Fall selten und individuell..
Der MX-3 ist sicher ein „Hingucker“, keine Frage. Auch weil er ein eher seltenes Auto in Deutschland ist. Auf der Autobahn wird er sicher zeitweilig auch überschätzt, ich kann andere Berichte bestätigen, das auch viel schnellere Fahrzeuge die linke Spur räumen… Viele schätzen den MX-3 mit viel mehr PS ausgestattet ein, als er wirklich hat.
Also vom Aussehen her ein gut gelungenes Coupe!
Innenausstattung:
Bei türkisfarbener Lackierung ist der Innenraum in dunkelgrau-schwarz gehalten. Der erste Eindruck ist ein Gefühl der Funktionalität, ohne Schnick-Schnack oder überflüssigem Plastik.
Die vorderen Sportsitze bieten guten Seitenhalt und sind auch für grössere Fahrer und Beifahrer gut einstellbar. Der serienmäßige Bezug ist vom Design her ein wenig gewöhnungsbedürftig. Hinten befindet sich eine Art „Sitzbank“ mit ausgeformten „Sitzschalen“ die wirklich nur für kleinere Leute angenehm sein kann. Mein MX-3 verfügt über elektrische Fensterheber, ABS, Servolenkung, eine Klimaanlage (auch nach nunmehr 11 Jahren keine Funktionsschwächen, lediglich eine leichte Geschwindigkeitsabhängigkeit), elektrisches Schiebedach, Zentralverriegelung und elektrisch einstellbare Aussenspiegel: für ein Auto mit Baujahr 1992 also sehr komplett ausgestattet, wie ich finde! Dabei wird die Verarbeitung auch hohen Ansprüchen gerecht, ein Klappern oder ähnliches ist nicht zu hören!
Dem eher schlichten Design sieht man sicher sein an, dass es aus den frühen 90ern stammt, auch das Cockpit ist bestenfalls funktionell zu nennen. Die großen Rundinstrumente, Tachometer neben Drehzahlmesser, sind gut ablesbar, die Abdeckung spiegelt nicht. Neben diesen beiden Instrumenten befindet sich ein weiteres Rundinstrument mit Tankinhalts- und Kühlwassertemperaturanzeige und einer Digitaluhr. Die weiteren Bedienelemente sind bis auf die Schalter für die Nebelscheinwerfer und –schlussleuchten und die Klimaanlage alle an Multifunktionsdrehschaltern links und rechts neben dem Lenkrad angeordnet.
Natürlich ist das Platzangebot coupe-typisch eher eingeschränkt, beengt fühle ich mich jedoch auch mit 1.85 m Körpergröße zu keinem Zeitpunkt.
Der Kofferraum ist ausreichend groß, ein wöchentlicher Großeinkauf einschließlich Getränkekisten findet problemlos Platz! Natürlich ist ein Coupe kein Kombi, aber für meine Bedürfnisse ohne Familie völlig ausreichend. Die hintere Sitzbank lässt sich im Übrigen leicht nach vorne klappen, was den Kofferraum auch für den Transport größerer Gegenstände nutzbar macht, ein Ski-Urlaub im Februar war wirklich kein Problem!
Fahrverhalten:
Tja, was soll ich sagen, der V6-Motor erfüllt wirklich jeden Tag seine Aufgaben in beeindruckender Weise! Ich fahre sowohl im Stadtverkehr als auch regelmäßig längere Autobahnstrecken und wurde noch nie enttäuscht. Im unteren Drehzahlbereich völlig laufruhig und leise klingen die 6 Zylinder bei höheren Drehzahlen angenehm sportlich-aggressiv, für „Soundliebhaber“ also sehr interessant!
Man kann den MX-3 sowohl sportlich fahren als auch „locker“ und untertourig im Verkehr mitschwimmen. Die Elastizität ist beeindruckend, runterschalten, Gas geben, überholen – kein Problem!
Die Spitzengeschwindigkeit ist mit eingetragenen 202 km/h sicher nicht überwältigend, laut Tacho läuft er auch schneller… Aber an neuere Coupes kommt er natürlich in diesem Bereich nicht ran.
Das Fahrwerk ist ziemlich straff, nichts für Komfortsuchende! Allerdings halte ich auch dies für Coupe-typisch und es erleichtert ein sportlicheres Fahren ungemein. In Kurven gibt es kein Gefühl der Unsicherheit oder sogar ein Ausbrechen. Selbstverständlich halte ich von allzu extremen Experimenten in diesen „Grenzbereichen“ auf öffentlichen Strassen auch nicht sehr viel!
Die Übersicht ist schon eher eingeschränkt, bedingt durch den langgezogenen Kofferraum und die relativ lange Motorhaube kann man eigentlich nur ahnen, wo Schluss ist. Aber der MX-3 ist insgesamt ein eher kleineres Auto und man braucht wirklich keine großen Parklücken, was die mangelnde Übersichtlichkeit sicher relativiert.
Kosten/Zuverlässigkeit/Verbrauch:
Ich bin sehr positiv überrascht, was die Zuverlässigkeit angeht! Bei allem muss man bedenken, dass mein Auto ja bereits über 10 Jahre alt ist… Zum Zeitpunkt des Kaufes hatte er ca. 62.000 km gelaufen, war ein wenig genutzter Zweitwagen. Ich habe jetzt in einem Jahr über 20.000 km gefahren und war nur einmal zur Inspektion in der Werkstatt! Bei dieser Gelegenheit wurden keinerlei Defekte festgestellt, lediglich kleinere Verschleißteile wie Ölfilter etc. wurden ausgetauscht. Der Meister in der Mazda-Vertragswerkstatt versicherte mir im Übrigen, dass er regelmäßig MX-3 mit mehr als der doppelten Laufleistung sieht, die ebenfalls noch problemlos und wirtschaftlich fahrbar sind. Ich bin natürlich auf die nächste Zeit gespannt!
Die Kosten würde ich auch als angemessen für ein Coupe bezeichnen: es ist ein sportliches Auto, das sollte man sich vor einem Kauf vergegenwärtigen. Höhere Typenklasse bei der Versicherung und ein im Durchschnitt höherer Benzin-Verbrauch sind dabei einfach hinzunehmen. Der Verbrauch hängt wie meistens von der individuellen Fahrweise ab, ich verbrauche im Durchschnitt so 8 bis 10 Liter bei „ruhiger“ Autobahnfahrt. In der Stadt mit Kurzstrecken allerdings auch mal knapp über 10 Liter! Relativiert wird die Sache übrigens durch den Umstand, dass der MX-3 V6 auch mit Normalbenzin betankt werden kann! Ich halte mich allerdings meistens an Super. Größere Leistungsunterschiede konnte ich dabei jedoch noch nicht feststellen.
Fazit:
Der Mazda MX-3 V6 ist ein sportliches Coupe mit guten Fahreigenschaften, hoher Zuverlässigkeit und einem sicher noch zunehmenden Liebhaberwert. Er ist kein Familienauto, dazu reicht der Platz einfach nicht aus, aber den Anspruch hat er auch gar nicht. Der MX-3 ist ein sehr geeignetes Fahrzeug für sportlich-ambitionierte Fahrer, die ein eher seltenes individuelles, aber bezahlbares Coupe suchen, das man nicht alle Tage sieht.
Ich kann dieses Auto wirklich sehr empfehlen, es wird meinen Ansprüchen jeden Tag gerecht, vor allem die Laufleistung und Elastizität des 6-Zylinder-Motors ist beeindruckend!
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