Dieser Mazda macht einfach Spaß - neue Fassung
11.08.2000 (31.01.2001)
Pro:
Variabel, spritzig, gut !
Kontra:
Etwas zu hoher Spritverbrauch .
Empfehlenswert:
Ja
 StLeicht
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:44
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 16 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hausbau und großer Hund, zwei Gründe, warum im Frühjahr 2000 ein neues Auto her musste. Ein Van sollte es wegen der Variabilität sein, aber auch wieder handlich und kompakt. Also habe ich mich in diesem Marktsegment ein wenig umgesehen, und nach diversen Probefahrten habe ich letztlich nach praktischen Gesichtspunkten zwischen Opel Zafira und Mazda Premacy entschieden. Nun fahre ich meinen Inkagold metallicfarbenen MAZDA Premacy 1.9i Exclusive seit einem knappen dreiviertel Jahr und habe in dieser Zeit knapp 10.000 km mit diesem Fahrzeug zurück gelegt. 39.290,- DM (zzgl. Überführung und Sonderausstattung) laut Liste sind kein Pappenstiel, und so hatte ich gewaltiges Glück, dass ich den Wagen als Tageszulassung mit 0 Kilometern mit einer erheblichen Einspaarung gegenüber dem Listenpreis bekommen konnte. Die Entscheidung zwischen der 100 PS und der 115 PS Variante fiel in diesem Fall nicht schwer, denn der Preisunterschied zwischen beiden Varianten errechnet sich hauptsächlich aus weggelassener Ausstattung beim schwächeren Modell.
Der Premacy basiert nicht, wie es in der Fachpresse meist falsch dargestellt wird, auf dem 323, sondern steht auf der Bodengruppe des ausgewogenen Mazda 626, die Motoren sind eigens für den Premacy entwickelt. => Fahrkomfort / Agilität
Der von mir erworbene Premacy verfügt über einen 1,9 Liter Ottomotor mit einer Leistung von 84 kW/115 PS. Dieser lässt selbst bei unserer hügeligen Landschaft hier in Thüringen genügend Leistungsreserven offen, das Fahrverhalten im Vergleich zum Renault Scenic und zum Opel Zafira ist ausgesprochen spritzig. Beim Fahren mit Anhänger vergisst man häufig, dass da eigentlich noch etwas hinten dran hängt. Auf zu schnell gefahrene Kurven reagiert der Premacy absolut friedfertig, und gerade beim vom ADAC so hochgelobten Zafira hatte ich hier immer das Gefühl, als würde er im nächsten Moment kippen. Tja, solche Eindrücke sind halt wie so oft rein subjektiv und hängen vom jeweiligen Fahrer ab. Deshalb finde ich Vergleichstest besonders sinnvoll, wenn die Fahrzeuge von unterschiedlichen Fahrern gefahren werden und diese ihre Eindrücke dann in einem gemeinsamen Test verarbeiten. Ich jedenfalls mache mir immer lieber ein eigenes Bild. Der Fahrkomfort und die Sitzposition im Premacy sind absolut PKW-Like, man merkt eigentlich nur an der viel größeren Kopffreiheit, dass man in einem Van sitzt.
Bei schnellen Autobahnfahrten sind 200 km/h kein Problem, allerdings wird’s ab 190 km/h sehr laut. Bis dahin läuft der Premacy aber angenehm ruhig, man kann normale Gespräche führen, ohne sich gegenseitig anzuschreien. Die fünf Einzelsitze und die Federung sind angenehm straff, ohne dabei bretthart zu wirken, die Auflagefläche und der Seitenhalt der Sitze könnten allerdings noch etwas besser sein. Dies ist allerdings für mich kein Mangel, da sich die anderen von mir getesteten Kompakt-Vans die selbe Kritik ans Rivers heften können. Nach meiner Urlaubsfahrt von Thüringen an die ostholsteinische Ostsee konnte ich zumindest hinterher ohne Rückenschmerzen aus meinem Wagen aussteigen.
Auch unser Berner Sennenhund hat sich im Wagen gut eingelebt, im von mir vorher gefahrenen Renault Laguna Kombi wurde Ihm (ihr) immer schlecht. Ich habe den Fahrgastraum mit dem optional bei Mazda erhältlichen Hundegitter versehen und ihr den Kofferraum zur Verfügung gestellt. => Ausstattung
Die Ausstattung ist Japantypisch komplett, es bleiben für mich eigentlich kaum noch Wünsche offen. Der Wagen verfügt (immer in dieser Ausstattungsvariante wohlgemerkt) über eine Dachreling, Colorverglasung (Word wollte hier übrigens eine Chlorverglasung draus machen), Rammschutzleisten rundum, Lederlenkrad, Klimaanlage, Lederschaltknauf, Alufelgen, Radio mit Bedienung am Lenkrad und vier Lautsprechern, elektrische Fensterheber vorn/hinten, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, Steckdose im Kofferraum, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel usw. Mir fehlt eigentlich nur noch ein CD-Wechsler, hier muss man aber ein speziell angepasstes Modell von Panasonic nehmen, welches mit fast 800 DM zu Buche schlägt. Trotz der ohnehin schon kompletten Ausstattung gibt es bei Mazda noch ein umfangreiches Zubehörprogramm, mit welchem man (so man will) sein Fahrzeug noch individueller gestalten kann. => Variabilität
Durch das ohnehin schon großzügige Platzangebot und durch die 5 Einzelsitze kennt man mit dem Premacy eigentlich keine Transportprobleme. Die hinteren Sitze kann man bei Bedarf einzeln umklappen und gegebenenfalls entnehmen und zu Hause lassen. Bei mir hat es sich inzwischen eingebürgert, dass ich den Mittelsitz gar nicht mehr mitnehme. Man kann diesen für die Kinder aber auch einfach als Tisch umklappen. Um optisch wieder ein akzeptables Bild zu schaffen, wenn man auf den Mittelsitz verzichtet, verrückt man die beiden äußeren Sitze dann einfach ein wenig in die Mitte. Dies hat sich auch in unserem Urlaub zu viert bewehrt, wo wir den gewonnenen Platz einfach für das Gepäck verwendet haben, der Kofferraum war ja immerhin vom Hund besetzt. Für lange Transportgüter kann man entweder die serienmäßige Dachreling verwenden, oder man klappt einfach die Lehne des Beifahrersitzes (auch als Tisch nutzbar) flach um, wodurch man Güter bis zu einer Länge von 2,60 m transportieren kann. Auf diese Art und Weise habe ich fast alle Transportprobleme während meines Hausbaus ohne Anhänger erledigen können, Dem kommt dann auch wieder die Höhe des Innenraumes entgegen.
=> Sicherheit Auch bei der Sicherheitsausstattung hat Mazda sich nicht aufs kleckern beschränkt. Fahrer- und Beifahrere-Airbag sind eh schon selbstverständlich, extra große Seiten-Airbags, die auch den Kopf schützen sollten es zumindest auch sein. Zusätzlich gibt’s dann aber noch ABS, Flankenschutz in allen Türen, 5! Dreipunktautomatikgurte, 5 Kopfstützen, TCS (Traktionskontrollsystem), Nebelscheinwerfer, dritte Bremsleuchte usw. serienmäßig.
=> Verbrauch/Kosten Der Verbrauch ist stark vom eigenen Fahrstiel abhängig. Ich verbrauche im Moment im Schnitt um die 9 Liter Super, mit Winterreifen eher noch etwas mehr. Das ist meiner Ansicht nach etwas viel. In der Versicherung ist der Premacy mit Haftpflicht/Vollkasko in die Klasse 17, mit der Teilkasko in die 26 eingestuft. Seine Abgasnorm ist Euro III, dass bedeutet 190 DM im Jahr.
=> Fazit Der Mazda Premacy ist für alle Fälle des Lebens gewappnet, Transportprobleme bekommt man mit ihm sicher nicht. Das Design des Vans ist sicher Geschmackssache, mir gefällt er jedenfalls. In der Ausstattung braucht man auf nichts zu verzichten, der Komfort erreicht fast den eines guten Mittelklassewagens. Auch ansonsten habe ich meine Entscheidung für dieses Fahrzeug bis heute nicht bereut, ich würde ihn mir immer wieder kaufen, und nur der neue Mazda Tribute könnte mich noch einmal schwach werden lassen.
Steffen Leicht © Neue Fassung vom 03.01.2001 Ciao: StLeicht Dooyoo: Easy98
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14.02.2002 23:27
Super Bericht und sehr gut geschrieben. Liebe grüße Nessa
14.02.2002 23:27
Super Bericht und sehr gut geschrieben. Liebe grüße Nessa
22.03.2001 21:48
Hi StLeicht! Erstmal vielen Dank für deine Mühen, einen derartig detaillierten und informativen Bericht zu verfassen. Bei mir blieb keine Frage zum Premacy offen und falls ich bis jetzt noch ein wenig unentschlossen gewesen sein sollte, so weiß ich jetzt genau: Den oder keinen! Also nochmals danke und außer der Reihe jeweils einen "Ciao-Oskar" für Umfang, Details, Verständlichkeit und Information! Bis demnächt, Doc.