Mazda RX 8
Manchmal hat es Vorteile, wenn man viele Kunden hat. So gibt es Kunden mit wirklich interessanten Jobs. Besonders wenn sie bei Autokonzernen im Entwicklungsbereich tätig sind und Zugriff auf die neuesten Modelle haben. Modelle, die es teilweise hier noch nicht gibt.
Und wenn man dann noch bei einer Probefahrt dabei sein kann, bzw. auch selbst einmal steuern darf, fängt das Autofahrerherz an höher zu schlagen.
So wie beim neuen Mazda RX8
Einleitung
Im Sommer 2003 ist es soweit. Dann sieht Europa den neuen Mazda RX8. Mazda die seit einiger Zeit unter den Fittichen des Hauptaktionärs Ford stehen, findet zu neuem Selbstbewusstsein. So ist Mazda der einzigste Hersteller, der weiterhin am Wankelprinzip festhällt. Der sogenannte Kreiskolbenmotor gilt als Exot unter den Verbrennungsmotoren und zeichnete sich bisher eher durch hohen Spritverbrauch und leichter Durchzugsschwäche aber seidemweichen Motorlauf aus.
Technisches Prinzip
Bewegen sich bei normalen Verbrennungsmotoren mehrere Kolben auf und ab, dreht sich beim Kreiskolbenmotor ein Kolben im Kreis.
Der Kolben befindet sich in einer ovalen Kammer und ist selbst rechteckig. Dadurch entstehen es im Prinzip 3 Hohlräume.
Luft und Sprit strömen ein. Beim RX8 gibt es 3 (neu) separat gesteuerte Einlassöffnungen, die Überschneidungen mit anderen Phasen minimieren.
Zwei Kerzen (neu) zünden das komprimierte Luft-Gas-Gemisch. Bei Mazda wird neuerdings eine Keramikbeschichtung (neu) für Brennraum und Kolbenkanten eingesetzt.
Der Kolben befördert die Abgase Richtung Katalysator. Der RX8 verwendet dabei jetzt zwei Auslassöffnungen (neu), die ebenfalls separat gesteuert werden.
Mazda will mit den Änderungen die konstruktionsbedingten Nachteile aufheben. Sprich, der Verbrauch soll sinken.
Der Mazda RX8 besitzt 2 Kammern.
Vorteile
Die Vorteile des Kreiskolbenmotors sind eigentlich nicht unerebliche. Aufgrund der Drehbewegung soll der Motor extem vibrationsarm sein. Darüber hinaus ist der Motor sehr kompakt und benötigt viel weniger Einzelteile als der Hubkolbenmotor. Die höheren Entwicklungskosten sollen so mehr als ausgeglichen werden.
Zur Praxis:
Die Karosse des RX8
Flach, breit, aufregend, anders. So kann man in groben Zügen den neuen Mazda beschreiben. Der Clou sind mit Sicherheit die Türen. So gibt es beim RX8 4 mittig öffnende Türen. Auf dem Parkplatz garantiert ein Blickfänger. Bevor man die hinteren Türen öffnen kann, müssen aber erst die vorderen Türen geöffnet werden.
Der Mazda hat eine ausgeprägte Keilform. Die Motorhaube verläuft sehr flach, was bei einem Hubkolbenmotor in dieser Art nicht möglich wäre. Ausser es wäre ein Heckmotor.
Insgesamt finde ich den Mazda recht aufregend, nicht mehr so aalglatt wie frühere Modelle a la RX7 und co.
Theoretisch nennt sich der Mazda 2+2 Sitzer. In Anlehnung an eine Biergartenbestellung würde ich eher sagen: 2 Maß und 2 Halbe.
Die hinteren Sitzplätze sind vorhanden, jedoch eher für Kinder oder eine Golftasche geeignet.
Vorne dagegen hat man keine Probleme. Zumindest bist zu meiner Körpergrösse von 184cm findet man bequem Platz. Wer grösser ist oder besonders fülliger Natur ist, bekommt Probleme. Allerdings ist das wohl bei den meisten Sportwagen so.
Die Sitze selbst sind straff, mit angenehmem Seitenhalt und ausreichend Verstellmöglichkeiten.
Das Instrumentarium wirkt sportlich klassisch. Ein bischen wie bei alten Ferrarimodellen der Frühen 80er. Der Drehzahlmesser ist mittig und innerhalb der Skala befindet sich eine digitale Geschwindigkeitsanzeige.
Die Windgeräusche hielten sich ebenfalls in Grenzen. Kein Ziehen an Türen oder Spiegeln.
Fahrwerk / Bremsen / Getriebe
Das Fahrwerk ist straff wirkt aber nicht wie bei älteren Modellen hart. So ist durchaus ein gewisser Komfort gegeben. Ein wenig erinnert die Abstimmung an das Sportfahrwerk von BMW. Straff aber nicht hart ist die Devise.
Der Geradeauslauf ist dabei absolut nicht beeinträchtig.
Auch die Lenkung vermittelt ein gutes Gefühl. Sie ist nicht zu leicht (was früher bei Mazda sehr ausgeprägt war) und ist recht direkt. Im Stand muss man auch nicht ackern, sondern erhält ausreichende Servounterstützung.
Serienmässig gibt es neben ABS auch ESP.
Das ESP greift, ja greift irgendwann mal. Auf trockener Strasse wollte ich den Mazda garnicht so weit treiben. Mein Kunde war da schon mutiger (Er muss sich ja gegenüber seinem Arbeitgeber rechtfertigen ) Jedenfalls ist der Grenzbereich mit ESP sehr hoch angesiedelt. Hilfreich ist es vorwiegend bei Nässe. Denn dann würde der Hecktriebler sonst wohl auch mal kräftig ausbrechen können.
Bei den Bremsen konnte ich ebenfalls nichts beanstanden. Sie packen kräftig zu und wirken standfest. Ein bischen schwammiger als im M3 ist das Gefühl. Ist aber zunächst eine reine Gefühlssache. Der Test einer Fachzeitschrift wird bestimmt in Zukunft Aufschluss geben.
Die ersten 3 Gänge des 6-Ganggetriebes sind kurz ausgelegt. Die 3 hohen Gänge dagegen recht lang. Schalten lässt sich das Getriebe leicht und zielsicher. Ein störendes Hakeln ist nicht aufgetreten. Allerdings ist es ungewohnt wenn man vom kurzen 3. in den langen 4. schaltet.
Motor / Fahrleistungen
Der RX8 hat einen 2-Kammer-Wankelmotor mit 2x 654ccm. Das entspricht ungefähr einem Hubraum von 2.600ccm bei einem Hubkolbenmotor.
Der Drehzahlbereich begeistert. Bis 9000 Umdrehungen lässt sich der Mazda drehen. Dabei gibt der Wagen einen Sound von sich der nahezu einmalig ist. Man hört quasi wie sich die Kolben drehen. Ohne Vibrationen, wie eine Turbine. Das klingt nach Kraft eines Düsenjets. Nur leiser. Denn laut wird der Motor eigentlich nicht.
Und Kraft hat er. In etwas unter 6 Sekunden soll Tempo 100 erreicht sein. Ein Wert den ich dem Wagen durchaus abnehme. Die 6 Sekunden unterschreitet allerdings die stärkere Version. Ab Sommer wird es 2 Versionen geben. Eine mit 192 PS und eine mit 240 PS (die gefahrene Variante).
Unter 4.000 U/min geht’s zwar zügig, aber nicht überwältigend voran. Über 4.000 U/min. dagegen gibt’s wohl nicht viele Fahrzeuge die dem RX8 Paroli bieten können.
Verbrauch / Preise
Der RX8 ist kein Sparmotor. Bei 130km/h muss man mit 8,5 Litern rechnen. In der Stadt sind aber auch mal 13 Liter fällig. Wer zügig unterwegs ist verbraucht im Mittel aus Stadt, Autobahn und Landstrasse ca. 12 Liter. Sparsamer geht auch, doch kann man das kaum von jemandem Erwarten, der sich bewusst einen Sportwagen kauft.
Die Preise werden für die kleinere Version bei 30.000 € beginnen und neben ABS, ESP, 4 Airbags, Klimaanlage, LM Felgen usw. einige Extras serienmässig enthalten, zu denen ich noch keine Infos habe.
Zur Versicherungseinstufung liegen mir noch keine Daten vor. Allerdings dürfte die Tatsache dass es sich um einen flott bewegten Sportwagen handelt, das Mazda relativ hohe Reparaturkosten hat und aufgrund bisheriger Erfahrungen mit Vorgängermodellen die Einstufung recht hoch sein.
Passive Sicherheit / Verarbeitung
Der Mazda kommt ohne Mittelsäulen aus, die lediglich angedeutet sind. Mazda will trotzdem gute Seitencrashergebnisse durch zusätzliche Stahlträger erzielen. Die Karosse wirkt insgesamt steif und solide verarbeitet. Die gewählten Materialien sind nicht so exclusiv wie in einem M3, wirken aber auch längst nicht mehr so billig wie früher.
Fazit
Mazda ist scheinbar ein tolles Auto gelungen. Über die Langzeiteigenschaften wird man dann in Zukunft mehr erfahren. Jedenfalls macht das Auto einen Heidenspass. Endlich passen Fahrwerk, Lenkung und Getriebe auch zum sportlichen Motor.
Lediglich die 3 oberen Gänge, bzw. der Wechsel vom 3. zum 4. gang sollte etwas anders gelegt werden.
21.08.2006 10:47
bei mir stand auch der crossi in der auswahlliste.. nachdem ich mich doch für was billigeres entschieden habe, steht nun auch der mazda-mx8 (leider serie) zur auswahl! ;) celicia würde auch da stehen, wenn sie noch verkauft werden würde ... lg
27.11.2005 13:31
Ich find das Auto so geil, aber leider liegt es nicht in meiner Preisklasse :( Dein Bericht ist super und es gibt von mir dafür BH
11.10.2004 21:07
Also den leg ich mir auf jeden Fall zu. Zudem meine MX-6 mit 2.0 und 2.5 (leider gab es keinen größeren als den 2,5 sonst hätt ich den auch) jetzt endlich geschont gehören. ----------- Supi Bericht!