Fahrzeugbewertung des Autors:
| Pro: |
Umfangreiche Ausstattung, gutes Platzangebot |
| Kontra: |
Qualitätsmängel, keine Klimaautomatik |
Fahrzeugpreis und Ausstattung:
Im März 2003 kaufte ich meinen neuen Mazda Tribute 2.0 zum Gesamtpreis von 24340,- EUR incl. Metalliclack, Überführung und Zulassungskosten. Meine Entscheidung, gerade den Tribute zu kaufen, beruhte auf mehreren Gründen: Optisch sagte mir der Wagen, so wie er in der Halle stand, spontan zu. Der Mazda-Händler ist nur wenige hundert Meter von unserem Haus entfernt, er hat einen guten Ruf und sein Angebot für meinen Gebrauchtwagen lag um etwa 3000,- EUR über den Angeboten anderer Vertragshändler. Zudem wurde eine günstige Finanzierung mit 0,3 % Zinsen angeboten.
Der Wagen hat die umfangreiche Ausstattungsvariante "Exclusive" und vefügt damit serienmäßig unter anderem über 16-Zoll-Aluräder, automatisch aktivierter und manuell zuschaltbarer Allradantrieb, ABS, Klimaanlage, el. Fensterheber und Außenspiegel, Lederlenkrad, Tempomat, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Front- und Seitenairbags, Dachreling, Radiovorbereitung mit Motorantenne und vier Türlautsprechern und Nebelscheinwerfer. Als Sondermodell-Zusatzausstattung gab es ohne Mehrpreis das Paket "Adventure", das aus einem Satz verchromter Seitenschutzrohre, einem Frontrammschutz mit Unterfahrschutz, verchromten Türschwellern, einem verchromten Ladekantenschutz und einem Sebring-Sportauspuff besteht. Wie es sich für ein Sports Utility Vehicle gehört, wurde es in den USA hergestellt. Die optische und technische Verwandschaft zu einem Ford-SUV-Modell Maverick ist unübersehbar. Der aktuelle Kilometerstand im Juli 2003 beträgt 5300.
Motor, Verbrauch:
Im Fahrzeug arbeitet eine 2-Liter/124-PS-Maschine mit 5-Gang-Schaltgetriebe aus dem amerikanischen Ford-Konzern, zu dem Mazda gehört. Für den Alltagsbetrieb ist die Motorleistung ausreichend. Allerdings darf man bei einem Leergewicht des Wagens von knapp 1,5 Tonnen keine herausragenden Leistungen bei Beschleunigung, Durchzugsvermögen und Endgeschwindigkeit erwarten. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 166 km/h wird leicht erreicht und übertroffen; ab etwa 130 km/h wird das Motorgeräusch jedoch deutlich lauter und rauer. Eine bequeme Reisegeschwindigkeit liegt zwischen Tempo 90 und 120; mit eingeschaltetem Tempomat kann man entspannt und locker vor sich hinrollen, bis der nächste Stau kommt...Der Spritverbrauch ist bei einem SUV natürlich etwas höher als bei einem leichteren und aerodynamischeren PKW. Bei einer 600-km-Autobahnfahrt ohne Staus kam ich mit einer Geschwindigkeit zwischen 100 und 120 km/h auf einen Verbrauch von 8,7 Liter/100 km; im Alltagsbetrieb mit Stadtverkehr und Bundesstraßen-Fahrten muss man mit etwa 9,5-11 Litern Super/100 km rechnen. Der höhere Verbrauch wird durch eine bis Ende 2005 währende KFZ-Steuerbefreiung (Euro 3, D 4) etwas versüßt.
Alltagstauglichkeit:
Wer zum ersten Mal in einen Tribute steigt, wird sich über die erhöhte Sitzposition, die gute Übersichtlichkeit des ganzen Fahrzeuges, den erweiterten Überblick nach vorne und das große Platzangebot im Innenraum freuen. Das Ein- und Aussteigen ist beim Tribute deutlich bequemer als bei einem tiefer liegenden PKW. Die Vordersitze sind bequem und gut verstellbar, bieten aber etwas zu wenig Seitenhalt. Die Rückbank bietet auch größeren Personen einen guten Sitzkomfort mit genügend Beinfreiheit. Alle Instrumente und Bedienungselemente sind übersichtlich angeordnet und einfach zu bedienen. Lediglich der Aschenbecher liegt etwas zu tief vor dem Schalthebel. Die 60/40 geteilte Rückbank lässt sich ohne viel Aufwand umklappen, um die Ladefläche zu vergrößern. Die Heckscheibe kann man separat öffnen, um kleinere Gegenstände einzuladen. Ein serienmäßiges Rollo für den Gepäckraum ist vorhanden. Ablagefächer im Innenraum gibt es mehrere, aber ausgerechnet das Wichtigste -das Handschuhfach- ist viel zu klein dimensioniert.
Fahreigenschaften:
Der Tribute ist mit seinen Außenmaßen von ca. 4,50 m Länge und 1,90 m Breite über alles noch recht wendig, aber er hat für mein Empfinden einen zu großen Wendekreis. Die Übersichtlichkeit des Fahrzeuges und die präzise Servolenkung sind jedoch hilfreich beim Einparken und sonstigem Manövrieren. Im normalen Fahrbetrieb lässt sich der Tribute genauso einfach wie ein Kombi fahren. Nachteilig finde ich den etwas höheren Fahrgeräuschpegel im Innenraum und die hakelige Schaltung. Die manuell einstellbare Klimaanlage ist sehr leistungsfähig. Eine Klimaautomatik wird leider auch gegen Aufpreis nicht angeboten. Die Geländetauglichkeit habe ich bisher nicht getestet. Ein SUV ist eigentlich auch kein reinrassiger Geländewagen. Mit seinem selbstaktivierenden Allradantrieb und der manuell schaltbaren Kraftverteilung 50/50 auf beide Achsantriebe sollte der Tribute jedoch für einen gemäßigten Geländeeinsatz brauchbar sein.
Qualität:
Diesem Punkt widme ich ein Extra-Kapitel, da an meinem Fahrzeug schon gleich nach der Übernahme Mängel aufgetreten bzw. entdeckt worden sind, die bei einem Fahrzeug dieser Preisklasse nicht vorkommen dürften. Ich liste sie hier der Reihe nach auf; alle Mängel wurden umgehend auf Werksgarantie (3 Jahre) beseitigt:
1) Rostansatz an den verchromten Seitenrohren durch Beschichtungsfehler; Austausch durch neue Rohre.
2) Läufer im Lack an den Kanten der Heckklappe durch zu hohen Klarlackeinsatz. Diesen Mangel habe ich auch an anderen Tributes bemerkt. Beseitigung der Läufer durch einen Lackierer des Mazda-Händlers.
3) Kreischendes Geräusch des Verriegelungsmotors in der Heckklappe; Austausch gegen einen neuen Motor.
4) Unbefestigtes Kabelende gelangte beim Bremsen in den Ventilator der Klimaanlage und verursachte laute Geräusche; Umverlegung und Befestigung des Kabels
5) Gelegentlich auftretendes plätscherndes Geräusch während der Fahrt aus Richtung Armaturenbrett-Beifahrerseite; Ursache noch nicht geklärt.
6) Eindringen kleiner Wassermengen (1-2 ccm bei starkem Regen) in den Kofferraum; ein Stopfen wurde in die Heckklappe eingesetzt, um die mögliche Leckstelle einzukreisen.
7) Klappergeräusche im Instrumentenbereich, Quelle noch ungeklärt.
Wir haben in der Familie schon mehrere Mazdas gefahren, die alle sehr gut verarbeitet waren und auch hohen Qualitätsansprüchen gerecht wurden. Der Tribute ist ein Beispiel dafür, dass Kooperationen oder Übernahmen von Unternehmen sich nicht unbedingt vorteilhaft auf die Fahrzeugqualität und damit auf den Ruf eines Unternehmens auswirken müssen. Qualitätsmängel wie die an meinem Wagen aufgetretenen zeigen, dass eine vernünftige Produkt-Endkontrolle sowohl bei den Zulieferern als auch im Mazda-Werk nicht stattgefunden hat. Man scheint offenbar darauf zu bauen, dass der Kunde bestimmte Mängel nicht bemerkt oder beanstandet oder dass ein Austausch defekter minderwertiger Teile auf Garantie billiger ist als gleich vernünftiges Material einzusetzen. Für mich steht schon jetzt fest, dass ich es mir sehr genau überlegen werde, ob ich nochmals einen Mazda kaufe. Eigentlich hätte ich es ahnen müssen, was der Aufkauf der Firma Mazda durch Ford für die Fahrzeugqualität bewirken kann:-(
Fazit: Abgesehen von den kleinen aber ärgerlichen Qualitätsmängeln an meinem Wagen ist der Mazda ein solides Auto mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und ordentlichen Fahrleistungen.
Zusatz vom 16.6.2004:
Das Auto hat jetzt 16.000 km auf dem Tacho und hat vor einem Monat auf Garantie eine neue Frontscheibe bekommen (Lufteinschluss von 3 cm Länge). Das vorher genannte Plätschergeräusch ist noch immer sporadisch vorhanden, aber es beruht nicht auf einem Defekt, soviel konnte geklärt werden. Ansonsten hatte ich keine Probleme mehr mit dem Wagen. Den Service bewerte ich eine Stufe höher, da mein Mazda-Händler sehr engagiert ist.
Zusatz vom 22.12.2004:
Nach einer Fahrleistung von 23.000 km habe ich im Verlauf der letzten und dieser Woche drei Werkstattbesuche unternommen, um ein Geräusch (beim Lenken und beim Überfahren von Bodenwellen) aus dem Bereich der Vorderachse abklären und beheben zu lassen. Nach dem Austausch der Stabilisatoren und einer Spurstange stellte sich ein Teil im Lenkgetriebe als schadhaft heraus. Alle Arbeiten wurden auf Garantie abgewickelt. Mein Vertrauen in die Marke Mazda schwindet. Kollegen fragten mich bereits, ob ich aus Versehen einen Opel gekauft hätte:-) Die Qualitätsnote setze ich jetzt auf mittel bis schlecht herab.
Zusatz vom 15.4.2005:
Gestern hatte ich mit dem Tribute die 30.000- km-Inspektion. Die Kosten beliefen sich auf 136,- EUR, ein akzeptabler Preis. Nächste Woche bekomme ich auf Garantie 4 neue Alufelgen, da an den vorhandenen Felgen Lackierungsabsplitterungen aufgetreten waren.
Zusatz vom 23.3.2006:
Nach einem fast ruhigen Jahr habe ich kurz vor Ende der Garantiezeit noch eine Reparatur an der Vorderachse durchführen lassen müssen, diesmal waren es die Stabilisatoren und eine Spurstange der anderen Fahrzeugseite. Heute habe ich das Auto bei einem Neukauf in Zahlung gegeben. Der Firma Mazda werde ich nach alledem wohl kein Auto mehr abkaufen.
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