Mazda hat sich ein Ei ins Nest gelegt
9. Feb 2004
Pro:
Gute Ausstattung
Kontra:
Mangelhafte Verarbeitung, Hakelige Schaltung, schlechter Wiederverkuaufswert
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Zuverlässigkeit:
Fahreigenschaften:
Bedienung:
Platzangebot:
mehr
 Torubadixs
Über sich:
Mitglied seit:09.02.2004
Erfahrungsberichte:4
Vertrauende:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 29 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Der Mazda Tribute ist im Grunde ein Ford Maverick, nur äußerlich leicht modifiziert. Die guten Erfahrungen mit Mazda PKW waren letztendlich der Ausschlag zum Kauf eines Tributes 2.0 Exclusive. Der Wagen war etwa ein Jahr alt, hatte 5000 Kilometer und war als Vorführwagen auf den Mazda-Händler zugelassen. Das Auto schien mir technisch gut durchdacht zu sein und ließ sich angenehm fahren. Die hakelige Schaltung nervte allerdings. Das laute Abrollgeräusch und der hohe Lärmpegel im Innenraum stellte sich erst später heraus, als ich den Wagen schon gekauft hatte. Die Ausstattung ist gut, der Tempomat Ansichtssache. Auf unseren überfüllten Autobahnen kostet er eher Nerven, weil man laufend darauf bedacht ist, ob man ihn abschalten muss, wenn es nicht zum Ausscheren reicht. Aber das ist nun wirklich Geschmackssache. Wenn man keinen Wert auf Beschleunigungsorgien legt, reicht der relativ sparsame 2 Liter Motor wirklich gut aus. Bei gemäßigter Fahrweise betrug der Durchschnittsverbrauch etwa 10 Liter. Das Platzangebot ist gut bemessen und reicht für eine Familie mit Hund gut aus. Die Inneneinrichtung und ebenfalls Geschmackssache, ich fand sie ok. Erste üble Erfahrungen kamen schon nach wenigen Wochen. Das Gaspedal
wurde immer schwergängiger. Es galt einen Anfangswiderstand zu überwinden, der das Dosieren des Gemisches immer schwieriger machte. Bei KM 8000 gesellte sich ein Quietschen aus den hinteren Reihen dazu, welches uns auf der Heimfahrt vom Bodensee derart nervte, dass meine 10jährige Tochter nach hinten kletterte und den Grund des Übels fand: Die separat zu öffnende Heckscheibe quietschte bei der kleinsten Unebenheit der Fahrbahn. Da die ganze Familie davon genervt war, legte sie sich (verbotener Weise) zum Hund und drückte während der restlichen Strecke ihre Füße gegen die Scheibe. Zu Hause konnte ich nach einigen Versuchen das Quietschen abstellen, indem ich Fett auf das Schloß schmierte. Inzwischen hatten sich aber auch die hinteren Türgummis selbstständig gemacht und hingen wie Lametta vom Türrahmen. Nun war meine Geduld erschöpft und der Wagen kam in die Werkstatt. Neue Gummis wurden eingelegt, die Scheibe nachjustiert und die Drosselklappe ersetzt. Die Gummis hingen schon auf der Heimfahrt wieder nach unten und plötzlich knackte das Kupplungspedal. Also wieder in die Werkstatt. Der Geber des Kupplungspedals wurde ersetzt und der freundliche Monteur klebte die Gummis mit Patex fest. Hoffentlich muß die nie jemand entfernen. Das Klappern der Heckscheibe erinnerte mit schöner Regelmäßigkeit an die Zugabe vom Schmierfett. Bei KM 14000 gesellte sich zum Quietschen des Heckfensters ein Vibrieren der linken Lüftungsöffnung am Armaturenbrett hinzu. Auch das Gaspedal war wieder schwergängig. Also wieder eine Reparatur auf Garantie, der Monteur notierte eifrig neue Teile. Man konnte sich nicht des Eindrucks erwehren, dass auch er eine gewisse Aversion gegen dieses Fahrzeug hatte. Ich sprach ihn darauf an, doch er verweigerte jeglichen Kommentar mit einem Grinsen. Die Dorsselklappe wurde erneut ausgetauscht, das Vibrieren der Lüftungsöffnung stellte sich bei aufgedrehter Heizung schon nach kurzer Zeit wieder ein. Auch das Quietschen des Heckfensters erinnerte schon bald wieder daran, dass es dem Schließmechanismus nach Fett dürstete. Und inzwischen, bei km 18000, war auch die Drosselklappe wieder schwergängig. Ich habe die Werkstatt mit weiteren Aufträgen verschont und das Auto inzwischen verkauft - nach nur einem halben Jahr. Der Wertverlust hat meinen Eindruck von diesem Auto den Rest gegeben. Der Tribute ist mit vielen, kleinen Mängeln behaftet, die eine schlampige Verarbeitung und mangelhafte Endkontrolle belegen. Die Reparaturen gingen alle auf Garantie, der Service der Werkstatt war hervorragend, aber nach Ablauf der Garantie dürfte das Beheben der, bis dahin sicher noch wachsenden, Mängel ein Vermögen kosten. Oder man hat die Ruhe weg und läßt es kleppern und quietschen. Ein hohes Innengeräusch und eine extrem hakelige Schaltung runden den negativen Gesamteindruck nach unten ab. Mazda hat sich keinen guten Dienst erwiesen, dieses Auto in sein Programm zu nehmen. Wie meine Nachforschungen ergeben haben, hatte ich kein Montagsauto erwischt. Es ging auch anderen Besitzern ähnlich wie mir. Bezeichnend ist auch die Anzahl und der Zustand der im Internet angebotenen gebrauchten Tributes. Es drängt sich der Verdacht auf, dass viele Besitzer von Tributes ihren Wagen vor Ablauf der Garantie abschieben wollen, weil leicht zu ahnen ist, was danach auf einen zukommt. Mein Urteil über den Tribute ist insgesamt fast schon vernichtend. Ich hatte den Wagen etwa 6 Wochen im Internet, auch ein Mazdahändler aus NRW meldete sich. Sein Preisangebot war nicht interessant, aber ich konnte mir nicht verkneifen, ihn auf meine Unzufriedenheit anzusprechen. Seinen Kommentar kann ich hier beruhigt wiedergeben: "Na ja, wir sind auch nicht davon begeistert, dass dieses Auto das Mazda Logo am Kühlergrill hat." Noch Fragen?
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01.10.2004 20:49
Hallo Tribute-Fahrer : Das soll mein Einstand bei ciao werden. Meine (negativen) Erfahrungen mit dem Tribute (3,0 Exclusive), und vor allem mit Mazda, erzähle ich euch bei meinem ersten Bericht. Das mit dem "Ei in's Nest gelegt" ist gar nicht so verkehrt. Ein, zur Zeit enttäuschter Tribute-Fahrer
10.02.2004 10:58
Sehr schöner Erstbericht! Weiter so und ich wünsche dir noch viel Spaß bei Ciao! Du kannst ja auch mal bei mir vorbeischauen, wenn du magst (wenn Fragen sind stehe ich gerne zur Verfügung) – freue mich immer. :) Lieben Gruß, Laura
10.02.2004 10:54
leider etwas schwere Kost so ohne Absätze! -- verpaß dem Artikel bitte noch eine Gliederung, dann ist er auch sehr hilfreich. -- ciao Marco