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Ich möchte mich hier mal an einem Bericht versuchen,in dem es um einen Kampf gehen wird,den ich im Moment jeden Tag kämpfe. Um meinen täglichen Weg zur Arbeit,wie ich dazu gekommen bin und was da wirklich so abgeht...in einem Fast Food Tempel in dem die meisten von euch schon gewesen sein werden. ... Bericht lesen





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Die Handynummer kostet auch nen Euro???
Erfahrungsbericht von speedey06 über McDonalds
21.02.2008


Produktbewertung des Autors:   


Pro: man bekommt Geld dafür das man hingeht
Kontra: alles andere,und eigentlich ja auch das Geld,denn das reicht eh nicht zum leben

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Ich möchte mich hier mal an einem Bericht versuchen,in dem es um einen Kampf gehen wird,den ich im Moment jeden Tag kämpfe. Um meinen täglichen Weg zur Arbeit,wie ich dazu gekommen bin und was da wirklich so abgeht...in einem Fast Food Tempel in dem die meisten von euch schon gewesen sein werden. Denn meinen Arbeitgeber Mc Donalds findet man nicht nur deutschlandweit,sondern wirklich überall weltweit.
Diesen Bericht schreibe ich auf besonderen Wunsch eines sehr lieben Ciao-Users,der dieses Thema tatsächlich interessant findet! Also lieber Hammi,diesen Bericht widme ich ganz und gar nur dir :-)


Was allgemeines

Laut Wikipedia ist Mc Donalds ein Unternehmen aus der Kategorie Systemgastronomie,das weltweit etwa 31000 Restaurants in über 100 Ländern betreibt.
Seit der Eröffnung der ersten Mc Donalds Filiale in Deutschland im Dezember 1971 sind hierzulande etwa 1300 Restaurants entstanden die zum Großteil von Franchisepartnern geführt werden. Diese Franchisenehmer sind selbständige Unternehmer,die gegen Zahlung von Lizenzgebühren Restaurants im typischen Stil von Mc Donalds führen dürfen.


Wie ich dazu gekommen bin

Mal ganz ehrlich: Ich bin nicht dumm und ich hab auch nen normalen Beruf gelernt. Ich bin eigentlich Einzelhandelskauffrau und hab meinen Ausbildung mit einem nicht allzu schlechten Notendurchschnitt von 1,2 abgeschlossen und wurde von der IHK ausgezeichnet.
Ich hätte nie erwartet,das ich irgendwann an einen Punkt komme,an dem ich hinterm Mc Donalds Tresen stehe und Big Macs unters Volk bringe. Mc Donalds hat mich nie sonderlich interessiert. So einmal im Monat wenn ich Bock auf nen Mc Chicken oder Erdbeershake hatte hab ich mal schnell dort reingeschaut.
Nun sieht es ja in Deutschland so aus,das der Arbeitsmarkt nicht gerade der Beste ist und man heutzutage froh sein kann einen Job zu haben. Die Spidey ist auch nicht faul oder so,ich will keinem auf der Tasche liegen (schon gar nicht unserem Staat) also schaue ich das ich für meinen Lebensunterhalt selber sorgen kann. Notfalls bei Mc Donalds hab ich zu meiner Mama gesagt,die mir daraufhin grinsend eine Zeitung unter die Nase hielt mit einem Rieseninserat,das Mc Donalds Personal für eine neue Filiale sucht. "Na dann bewirb dich mal" hat sie gesagt!
Ich sag euch ehrlich das ich mir gedacht hab,das ich den Mund besser mal gehalten hätte aber ich konnt da jetzt nichts mehr dran ändern und so wanderten meine Bewerbungsunterlagen in irgendeinem Büro auf dem Schreibtisch eines Personalchefs und da ich über Deutschkenntnisse verfüge und kein Analphabet bin wurde ich selbstverständlich zum Vorstellungsgespräch eingeladen.
Dieses Gespräch war eigentlich relativ locker,ich hätte wahrscheinlich auch in ollen Jeans dort auftauchen können und mit ungewaschenen Haaren,die Chefin hätte mich trotzdem eingestellt. Ich erfuhr auch gleich während des Gesprächs das ich den Job haben kann. Nur eine Vollzeitstelle konnte man mir zu diesem Zeitpunkt nicht mehr anbieten,die waren schon besetzt. Da ich aber damals ja noch einen Partner hatte war das machbar und ich unterschrieb den Vertrag.
Mit einem Stundenlohn von 6,37 Euro war es zwar nicht der Hammer,aber ich wollte mich nicht beschweren,denn wie schon erwähnt kann man ja froh sein einen Job zu haben.

Der erste Tag...

...war eine Katastrophe für mich! Meine zukünftige Chefin kommandierte mich für 3 Tage zum Anlernen in eine andere Filiale ab. Sie bewunderte wohl meine lockere und freundliche Art und meine schnelle Auffassungsgabe,denn ich sollte mal schnell am Mc Drive (der Autoschalter...für die Unwissenden) fit gemacht werden. Ihr gefiel der Gedanke,mir ehrlich gesagt weniger. Ich hatte eine Heidenangst vor diesem ersten Arbeitstag,mir war speiübel als ich das Restaurant betrat.
Zuerst wurden uns (ich und 2 andere neue Mitarbeiter) damals ein Haufen Videos gezeigt und wir unterhielten uns mit einem der Schichtleiter der wirklich sehr nett war. Dann folgte ein kurzer Rundgang durchs Lokal,bei dem man sich im Schnelldurchlauf bitte schonmal alles merken sollte.
Tja,und dann war es soweit: Ein Kopfhörer landete auf meinem Kopf und verunstaltete meine Frisur und ein klobiger Kasten musste am Gürtel der Arbeitskleidung befestigt werden. Schon war man bereit für die Arbeit am Mc Drive Schalter!
Ich hatte eine sehr liebe Kollegin die mich damals angelernt hat und mittlerweile in meiner jetzigen Filiale als Mitglied des Managments tätig ist. Sie erklärte mir alles mit einer Geduld für die ich sehr dankbar war. Als ich meinen ersten Gast selbst aufnehmen sollte,war ich allerdings trotzdem supernervös und war froh das sie wirklich den ganzen Tag neben mir stehen geblieben ist und mir immer wieder geholfen hat. Denn die Kassen bei Mc Donalds sind wirklich nicht zu vergleichen mit normalen Supermarktkassen,an denen ich bisher immer saß.
Als ich nach insgesamt 7 Stunden Arbeitszeit fix und alle in den Personalraum stolperte und mir am liebsten 2 Zigaretten gleichzeitig angezündet hätte meinte sie ich hätte das eigentlich ziemlich gut gemacht. Ich war zwar nicht so überzeugt wie sie,hab mir dann aber als ich zu Hause war gedacht,das sie schon wissen wird wovon sie redet.

Neuer Arbeitsplatz

Nach dieser Einarbeitungszeit,in der ich mich schon richtig an das wirklich liebenswerte Team gewöhnt hatte (ich schaue in dieser Filiale immer noch gern ab und an vorbei um mit den Kassenmädels zu quatschen) begann mein Start in einer neuen Filiale mit fast komplett neuem Personal,die alle mehr oder weniger keine Ahnung hatten. Ich hatte mittlerweile erfahren das dieses tolle Mc Drive Fenster mein zweites Zuhause werden sollte,begeistert war ich davon immer noch nicht,aber was will man machen?!
Der Start war damals ziemlich chaotisch. Die Leute stürmten in Massen ins Lokal,das ein Vorzeigerestaurant sein sollte. Mit wirklich bemerkenswert vielen Sitzmöglichkeiten und von allem nur das Neueste. Auch ein großes Mc Cafe befindet sich im Restaurant. In der ersten Zeit wurden immer wieder Führungskräfte aus München oder sogar aus den USA bei uns gesichtet und es befand sich auch noch relativ viel Personal im Lokal,damit auch alles glänzte und blitzte.
Damals war das Arbeiten relativ erträglich,wenn man mal davon absieht das es Kollegen gibt,die einfach nicht dazu in der Lage sind mal einen Korb voll Pommes in die Friteuse zu schmeißen. Aber dazu später mehr. Es sollte auch jeder Mitarbeiter an jeder Station im Restaurant eingelernt werden,damit man flexibel einsetzbar ist. Das konnte leider bis heute nicht so in die Tat umgesetzt werden,was einfach an bestimmten Mitarbeitern selber liegt...am Unwillen oder am Nichtwissen oder auch einfach am Managment selber,denen es eigentlich relativ egal ist,weil es ja doch einen Teil Mitarbeiter gibt,die flexibel sind und sich in jeder Situation behaupten können.
Da ich irgendwie das Gefühl habe,das an dieser Stelle schon meine persönlichen Erfahrungen in dem Text stecken und das Ganze teilweise einen etwas bitteren Beigeschmack bekommt,will ich euch erst einmal was über die unterschiedlichen Arbeitsstationen,ein paar Abläufe und Vorschriften aufklären. Meine persönliche Meinung hebe ich mir mal ganz brav bis zum Schluss auf.

Wer macht was...und vor allem wo?!

Der Bereich an dem ich zuerst eingearbeitet wurde,war ja der Mc Drive. Das ist vom Prinzip her ähnlich wie die Arbeit an der Kasse im Restaurant,ich fange einfach mal an mit der....

Kasse

Wenn man zu Schichtbeginn für die Arbeit an der Kasse eingeteilt wurde,bekommt man vom Schichtleiter normalerweise eine neue,mit genug Wechselgeld bestückte Kasse...also zumindest sollte es so laufen,denn die Mitarbeiter zahlen eventuelle Kassendifferenzen aus der eigenen Kasse drauf.
Wenn Gäste ins Restaurant kommen beginnt das ganze Spiel mit einer freundlichen Begrüßung,anschließend nimmt man die Bestellung des Gastes auf. Die Kassen sind eigentlich ziemlich einfach zu verstehen,wenn man das ein oder zwei mal gemacht hat kann man es in der Regel auch. Über einen Touch Screen kann man die verschiedenen Produkte eingeben. Wenn ein Gast ein Menü wünscht kommt man über das Hauptmenü in verschiedene Untermenüs,außerdem gibt es auch solche Menüs für zum Beispiel Desserts oder Sonderwünsche (Big Mac ohne Käse oder was weiß ich...besonders beliebt sind übrigens auch die Cheeseburger OHNE Gurke).
Wenn der Gast eher zögerlich ist beim Bestellen wird man angehalten ihm zu helfen und Ergänzungsvorschläge zu machen. Verkaufsförderung ist Pflicht,was bedeutet das man nach der fertigen Bestellung immer noch etwas zusätzlich anbieten soll. Manche von euch haben sich schon oft gefragt,ob die Apfeltaschen in allen Mc Donalds Restaurants grad kurz vorm Verfallsdatum sind,denn die werden gewohnheitsmäßig gerne angeboten. Warum sich das überall so einbürgert kann ich mir auch nicht erklären,man sollte da eigentlich etwas abwechslungsreich sein.
Anschließend wandert dann Bares über den Tresen. Ich glaube in den meisten Fililalen wird keine EC Karte angenommen,bei uns jedenfalls nicht. Der Gast erhält sein Wechselgeld und man beginnt die Bestellung zusammenzustellen. Verschiedene Burger sollten immer vorrätig sein,andere werden frisch hergestellt. Deswegen beginnt man mit den Getränkebechern (die Getränke zapft der Gast nun schon so ziemlich überall selber) und den Soßen sowie den Pommes. Die Burger kommen zum Schluß aufs Tablett...ja,bitte immer aufs Tablett! Man gibt einem Gast nie einen Chickenburger einfach so in die Hand. Das ist eigentlich die hauptsächliche Arbeit einer Kassenkraft.
Dazu kommen noch verschiedene Dinge,wie frische Pommes in die Pommesstation zu zaubern (unglaublich schwere Aufgabe für ein paar Menschen) und den Kassenbereich sauberzuhalten. Auch sollte zwischendurch immer wieder nachgeschaut werden ob alles was man den lieben langen Tag über so braucht auch vorrätig ist. Sollte die süß saure Soße oder die Strohhalme mal knapp werden,so darf die Kassenkraft sich auch ins Lager bewegen um Nachschub zu holen. Grundsätzlich gillt die Ansage,das man seinen Arbeitsplatz so verlassen soll,wie man ihn auch vorfinden möchte,also alles aufgefüllt und sauber. Auch dies stellt für manche Leute ein unlösbares Problem dar!

Der Mc Drive

Im Grunde genommen macht man dort das Gleiche wie auch an der Kasse. Deswegen erzähle ich euch kein zweites Mal wie die Bestellung in die Kasse kommt!
Der Unterschied ist einfach der,das die Gäste nicht vor sich stehen hat,sondern über ein Head Set mit ihnen kommuniziert.
Es gibt zwei Drive Schalter. Am Ersten steht nicht unbedingt immer jemand,denn dort wird nur in der Hauptgeschäftszeit gearbeitet. Falls man sich dort befindet hat man den leichtesten Job im ganzen Laden,denn man nimmt nur die Bestellungen auf und kassiert das Geld ab.
Aschließend wird der Gast zum zweiten Schalter geschickt,wo je nach Situation ein bis zwei Mitarbeiter arbeiten. Der sogenannte Presenter zapft die Getränke und holt Shakes oder auch das Eis,wenn welches bestellt wird. Der Runner packt die Bestellung zusammen,die er auf einem an der Decke befestigten Monitor sehen kann. Wenn am zweiten Driveschalter mit zwei Personen gearbeitet wird,sollte man immer einen sogenannten Doppel Check machen,was bedeutet das der Presenter die Bestellung nochmal kontrolliert bevor er sie an den Gast übergibt. Das ist dann allerdings eher Theorie,denn wenn mal so viel Personal eingesetzt wird,dann ist garantiert die Hölle los und der Presenter hat Besseres zu tun als die supertolle 35 Euro Bestellung nochmal Tüte für Tüte auseinanderzupflücken und alles zu kontrollieren. Fehlt etwas ist man dann allerdings genauso der Depp wie der Runner.
Meist übernimmt eine Person alle diese Aufgaben und arbeitet auch nur am zweiten Schalter. Dort kann man die Bestellung genauso aufnehmen und es ist auch machbar,also für mich jedenfalls. Wenn es nicht gerade 18 Uhr am Samstag abend ist,hab ich damit kein Problem.

Die Küche

Die Arbeit in der Küche unterteilt sich gleich nochmal in zwei Bereiche: Die Arbeit am Grill (dort enstehen zum Beispiel die Cheeseburger) und die Arbeit am Bop (von da kommen die Chicken Nuggets.

Der Grill

ist für mich die schlimmste Station an die mich einer befördern kann. Wenn ihr mal im Bamberger Mc Donalds nen kleinen Teufel mit blonden Haaren seht,der böse guckt und mit dem Fuß auf den Boden stampft,dann ist es wahrscheinlich die kleine Spidey die man zum Herstellen der Burger am Grill verdonnert hat.
Die Arbeit dort sieht so aus,das man in Masse produziert,also immer 8 Cheeseburger auf einmal oder 4 Big Macs. Dabei ist auf jeden Fall Geschwindigkeit gefragt,die ich leider nicht habe,weil ich es zu selten mache. Nach ein paar Tagen klappt es relativ gut und dann macht man es 3 Wochen nicht und kann eigentlich wieder anfangen mit Überlegungen wie: Zuerst die Zwiebeln oder die Gurke auf den Hamburger? Das ist spaßig und wir hatten mal eine Situation in der jemand die Big Macs wie Royal TS belegt hat und die sind auch tatsächlich verkauft worden.
Die fertigen Produkte wandern in die sogenannte "Kontrolle",wo die Kassenkräfte sie auf der anderen Seite wieder entnehmen können. Hinter die Burger kommt immer ein kleines Schild mit einer Zahl,daran kann man erkennen ob die Haltezeit schon abgelaufen ist. Diese Produkte haben alle eine Haltezeit von 7 Minuten,das heißt das sie entsorgt werden müssen wenn die Zeit überschritten wird.

Der Bop

Hier arbeite ich eigentlich ganz gern,wenn ich mal meine Ruhe vor nervigen Gästen haben will. Hier wird auf Bestellung produziert,das heißt wenn auf dem kleinen Bildschirm ein Mc Chicken aufblinkt,dann bereitet man diesen einen Burger zu. Die verschiedenen Fleischarten und auch der Fisch für den Fish Mac werden frittiert und warmgehalten. Auch hier sollte man sich an die vorgeschriebene Haltezeit halten,20 Minuten bei allen Produkten außer dem Fleisch für den Mc Rip (das hat eine Haltezeit von 30 Minuten).
Die fertigen Produkte kommen dann auf eine kleine Metallrutsche,von der sie die Kassenkräfte nehmen können.
Wichtig ist bei dieser Arbeit,ein Gefühl dafür zu bekommen,wieviel Fleisch und Nuggets man vorbereiten muss. Wenn einem was ausgeht schreien die Kassenmädels (der Umgangston bei Mc Donalds ist wirklich ehrlich,direkt und laut) und wenn an die Hälfte wegschmeisst dann bekommt man irgendwann mal ziemlich Ärger mit dem Chef.

Der Lobbybereich

ist der gesamte Raum in dem sich die Gäste aufhalten. In glücklichen Zeiten gibt es einen Mitarbeiter der extra dafür eingeteilt wird die Tabletts im sogenannten Lobbyraum zu spülen und die Tische und den Boden sauberzuhalten. In weniger glücklichen Zeiten sieht man die vollkommen fertige Dame mit dem Drive Head Set aufm Kopf schnell mal rüberflitzen um die Toiletten zu putzen oder die Tische abzuräumen.
Dieser Arbeitsbereich ist eigentlich absolut keine schwere Aufgabe,es ist halt so ne Art Putzfrauenjob. Es gibt Mitarbeiter die hier irgendwann mal die Vorzüge des Lobbybereiches erkennen und sich freudestrahlend mit einen Cappuccino (nein,das darf man eigentlich nicht) in den Lobbyraum verziehen und glücklich die Tür hinter sich schließen.

Das Mc Cafe

gibt es noch nicht in jeder Filiale in Deutschland. Aber wenn es eins gibt dann gehen dort Kaffee und Kuchen über den Tresen. Was die Damen dort genau machen kann ich nicht sagen,weil ich da ja nicht arbeite,aber manchmal stehen sie relativ gelangweilt in der Gegend rum während wir uns den Popa abrennen. Find ich gerecht,ich denke wir haben es einfach nicht besser verdient!


Den lieben langen Tag über....

Auch auf besonderen Wunsch von Herrn Hammi79 werde ich hier einfach mal so ein Tagesgeschehen bei Mc Donalds aufschreiben. Da er sich diesen Bericht gewünscht hat,kann ich seine Wünsche bezüglich des Inhaltes natürlich nicht ignorieren

6 Uhr: Unser Restaurant öffnet seine Türen und wenn die kleine Spidey um die Zeit arbeiten muss,dann geht ganz klar überhaupt nichts weil ich da nämlich arschmüde bin (ich kleiner Nachtschwärmer ich). Am Morgen befindet sich eine Angestellte in der Küche und eine Person ist für die Kasse und den Mc Drive zuständig. Sollte es mal zu einem ungwöhnlichen Ansturm um diese Zeit kommen,sollte man theoretisch den Schichtleiter hinzuziehen,der aber in dieser Zeit meist mit der Zeitung und nem Kaffee im Aufenthaltsraum/draussen zu rauchen/auf dem Klo ist. Ich finde das Klo die beste Wahl,denn dort trauen sich die meisten Mitarbeiter dann erst recht nicht beim Kaffee trinken stören.
Allgemein ist es um diese Uhrzeit ruhig,am Samstagen ist auch mal mehr los,weil dann die ganzen Discobesucher (oder Stammtischbesucher *gg*) noch Hunger haben.

8 - 9 Uhr: Normalerweise kommt dann eine zweiter Mitarbeiter sowohl in den Kassenbereich als auch in die Küche. Der Schichtleiter ist fertig mit Kaffee trinken und kann die völlig fertige Mc Drive Kraft (die bis dahin ja alles allein gemacht hat) für ein Raucherpäuschen ablösen. Nur wegen diesen Pausen rauche ich Leute. Denn dann kommt man wenigstens mal zum verschnaufen (in letzter Zeit auch verstärkt zum Schreiben bedeutungsvoller SMS *fg*).

11 Uhr: Jetzt gehts so langsam los. Das ist die Zeit in der ich die Leute nicht mehr dumm von der Seite angucke,weil sie 10 Cheeseburger und ne große Coke wollen,weil nun geht das schon als Mittagessen durch und ist deswegen auch in Ordnung. Noch mehr Personal rückt an,die Kontrolle wird mit Burgern vollgeknallt und die Kassendamen halten ein Schwätzchen,wobei sie wieder vergessen Pommes in die Friteuse zu hauen. Der Mittagsansturm steht bevor und man sollte auch nochmal alles auffüllen,was man brauchen könnte damit man nicht losrennen muss wenn der Laden voll ist.

12 - 14 Uhr: Da gehts dann meistens ziemlich rund. Der Laden ist voll,die Kids kommen von der Schule und haben Hunger und auch einige erwachsenen und vernünftige Menschen hauen sich Kalorien ohne Ende rein. In dieser Zeit sollte man nicht nach einer Pause fragen,nicht gelangweilt in der Gegend rumstehen und vor allem immer versuchen als Erste die Big Macs aus der Kontrolle zu reißen,wenn man weiß das der Mitarbeiter in der Küche langsam ist. Man arbeitet unter Hochdruck und kommt nicht großartig zum denken. Die Arbeitsabläufe sind klar vorgegeben und man macht halt einfach immer weiter,bis das Restaurant irgendwann leerer wird.

ab 14 Uhr: Verschwinden nicht nur die Gäste,auch die Mitarbeiter werden weniger. Zwar sind es nicht so wenig,wie morgens um 6 Uhr,aber doch wesentlich weniger. Es wird in dieser Zeit auch fleissig geputzt und wieder aufgefüllt. Ab etwa 16.30 Uhr bereitet man sich auf das Abendgeschäft vor.

17 Uhr: Da geht dann wieder was beim Restaurant mit dem goldenen M! Je nach Lage der Filiale kann es im Laufe des Abends heiß her gehen. Das Ganze läuft etwas so ab wie im Mittagsgeschäft,nur das meist noch mehr Betrieb ist und das Ganze länger dauert als Mittags. Im Idealfall wird hier auch wieder mehr Personal eingesetzt.


21 Uhr: Da lässt unter der Woche der Kundenansturm erfahrungsgemäß nach. Am Wochenende ist es anders. Da geht das oft die ganze Nacht durch.
Aber unter der Woche kann man dann wieder etwas durchatmen und das Chaos beseitigen.

Zwischen 21.30 Uhr und 23 Uhr: Rücken die Mitarbeiter für die Nachtschicht an. Ich selber arbeite gerne Nachtschichten. Dort hat man zwar immer sehr gut zu tun,weil man an der Kasse wieder allein da steht,aber da geht mir dann wenigstens keiner auf die Nerven und das was ich selber gemacht hab,ist meistens wenigstens gescheit gemacht. Wenn man nicht von allzu vielen Gästen belästigt wird,kommt man mit den Arbeiten gut voran. Es werden die Getränkestationen (3 Stück) geputzt und außerdem die Kaffee- und die Shakemaschine geputzt. Ich hab mal irgendwann gehört,das diese Gerätschaften vom Schichtleiter gereinigt werden sollte,aber das ist eher graue Theorie. Um diese Zeit ist wieder diese Kaffee/Zigaretten/Zeitung Nummer auf dem Klo angesagt.
Außerdem muss man noch so ziemlich alles was sich im Kassenbereich befindet gezählt werden,das ist dann die sogenannte Tagesinventur. Ob es tatsächlich hier darum geht herrauszufinden ob die Kassenkräfte ab und an mal eine Chillisauce einstecken,hab ich so genau noch nicht bestätigt bekommen. Es ist eine spaßige Aufgabe,vor allem das Zählen von Getränkebechern,die irgendein hilfsbereiter Kollege,der noch nie eine Nachtschicht gearbeitet und das gemacht hat,noch bis zum Erbrechen aufgefüllt hat.

3 Uhr: Um diese Zeit ist es unter der Woche relativ ruhig,der Gast wird als lästige Unterbrechung der Arbeit betrachtet und es wir geputzt und geschrubbt. Nervöse Blicke der Mitarbeiter Richtung Uhr sind an der Tagesordnung und man fiebert dem Feierabend entgegen.

5 Uhr: Hurra,die Bude ist zu. Bei mir fliegt dann als erstes Mal dieses blöde Drive Head Set ins nächste Eck,weil ich das Ding einfach nur störend finde. Dann gehts in der Küche in den Putzendspurt und die Kassenkraft schrubbt den Boden und hilft dem Hausmeister beim Putzen der Lobby. Besonderes Streitthema sind hier immer wieder die Toiletten,die keiner sauber machen will. Vor allem am Wochenende sind die meist nicht allzu appetittlich.

Naja,wenn man mit allem fertig ist,dann ist man an dieser Stelle meist auch fertig. Schlauerweise drückt man sich,wenn es noch nicht 6 Uhr ist irgendwo in der Gegend rum und putzt irgendwas halt nochmal. Wenn man schonmal den sagenhaften Nachtzuschlag von steuerfreien 15 % erhält muss man das schließlich auch bis zur letzten Minute auskosten.


So sehe ich das Ganze

Na endlich,jetzt kommen wir zu der Stelle an der ich euch meine persönliche Meinung mitteilen werde und ich glaub es könnt gut sein das ich mich hier mal so richtig auskotzen werde.
Ich ging mit der Vorstellung zu Mc Donalds das ich hier einfach meinen Job machen und mein Geld verdienen würde. Weiter nichts. Am Anfang war es spaßig,denn die angesüffelten Jungs die in der Nachtschicht bei uns speisen,kramen doch tatsächlich als Anmache immernoch die olle Werbung mit der Handynummer für einen Euro heraus. Das ist aber auch nur die ersten zwei Mal lustig und nervt dann irgendwann einfach.
Nachdem sich der Eröffnungsrummel gelegt hatte,wurde merklich an Personal gespart. Viele hörten schon nach wenigen Tagen oder Wochen wieder auf und verabschiedeten sich in einen anderen Job oder zurück ins Leben als Arbeitslose. Zurück blieb ein bunter Haufen mehr oder weniger fähiger Leute.
Ich zähle mich persönlich zu den fähigen Leuten,denn ich kann eigentlich alle Arbeiten selbstständig ausführen und wurde so in der Weihnachtszeit auch gerne in allen Filialen herumgereicht,die Personal brauchten,weil sie selber eine Weihnachtsfeier veranstalteten. Naja,so bin ich wenigstens mal etwas herumgekommen und habe etwas von der Welt gesehen...von der Mc Donalds Welt zwar....aber immerhin.
Ich war froh aus unserer Filiale mal rauszukommen,denn dort waren Entwicklungen im Gange,die mich echt störten. Die bösartigen Lästereien,die es überall dort gibt wo mehr als 2 Frauen zusammenarbeiten sind das harmlosere Übel. Mich störten mehr die plötzlichen Änderungen im Dienstplan,über die man irgendwie noch nicht mal informiert wird. Da hat man zwei Tage frei und bekommt am dritten Tag nen Anruf,wo man den bleibt denn man müsste längst arbeiten. Tatsächlich wollte man sich erst zwei Stunden später auf den Weg machen,aber da wurde aus Versehen der Plan kurzfristig geändert und man hatte vergessen auch dem Mitarbeiter bescheid zu geben.
Mir ist es zwei Mal passiert,das ich in meinem Urlaub angerufen wurde und für die Nachtschicht antanzen konnte. Deswegen mied ich eine Zeit lang mein Festnetztelefon um nicht in die Verlegenheit zu kommen. Mittlerweile sage ich einfach "Nein" und das Recht nehme ich mir einfach raus. Die Stunden werden zwar bezahlt,aber meine Nerven gibt mir keine wieder,wenn ich mal wieder total ausgepowert in der Ecke liege weil freier Tag irgendwie ein Fremdwort ist.
Das sind nur einige Beispiele,alles aufzuzählen würde sicherlich zu weit führen,denn dann sitze ich morgen immer noch und schreibe.
Die Lage sieht bei uns im Moment so aus: Jeder lästert über jeden,du kannst keinem trauen und jeder macht was er will. Nachdem ein neuer Schichtleiter mit dem Erstellen des Dienstplanes betraut wurde und das nicht so richtig auf die Reihe bekommt,fingen manchen Kollegen an die Dienste untereinander auszutauschen,schmierten sich den aushängenden Plan zurecht wie sie lustig waren und keiner hatte mehr nen Durchblick wer überhaupt wann kommt und wer was geändert hat.
Was mich auch total ankotzt ist das Verlängern von Haltezeiten in der Küche. Ich persönlich versuche das zu vermeiden,denn die Aussage unseres Managments ist das man es nicht darf....aber trotzdem machen soll. Kommt der Big Boss irgendwann reingeschneit und bekommt das mit,dann fliegt man fristlos raus. Wie soll man sich da bitte verhalten? Wie soll man da die Gäste zufrieden stellen? Manchmal ist es mir voll peinlich wenn ich weiß,das ich nen Burger verkaufe,dessen Fleisch schon seit ner Stunde in der Gegend rumfliegt,denn die Leute zahlen für das Zeug und billig ist der Mc Donalds ja nun auch nicht gerade. Also wenn ich mir ein Sparmenü kaufen würde,dann ist das in etwas das Geld für das ich eine Stunde netto arbeite.
Bei uns geht es auch nicht nach Leistung,nein! Weiter kommt wer gut schleimen kann und andere in die Pfanne haut.
Ich mache diesen Job jetzt seit September (nach der Trennung von meinem Ex Freund im Oktober als Vollzeitkraft) und ich bin ausgelaugt. Ich hab oft schon Magenschmerzen wenn ich mich nur dem Laden nähere und könnte kotzen wenn ich mir gebe was dort so alles passiert. Ich bin ausgelaugt und seit ich erfahren habe,das mir bei meinem Wahnsinnsgehalt noch zusätzliche Hartz 4 Leistungen zustehen ist endgültig die Luft raus.
Mein Vertrag läuft im März aus und ich bete das er nicht verlängert wird. Davon haben tu ich nämlich nichts und jeder Arbeitslose lacht mich aus das ich überhaut für das Geld aufstehe. Ich bin ausgepowert. Hab ich mal drei Tage frei brauch ich ungefähr ne halbe Schicht damit ich mich wieder genauso platt fühle wie vor den freien Tagen.
Nicht das mich hier jemand falsch versteht,ich hab kein Problem mit Arbeit,auch nicht mit Körperlicher. Ich putze auch die Klos und lasse mich dumm anquatschen von Gästen,die denken beim Mc arbeiten eh nur dumme Leute. Aber irgendwann ist man an einem Punkt wo man die Schnauze einfach voll hat. Wenn ich das noch ein halbes Jahr machen muss,dann bin ich glaub ich total am Ende. So hab ich mir mein Leben nicht vorgestellt. Als Vollzeitkraft kommst du zu nichts anderem mehr,das bissl Zeit zwischen den Schichten brauch ich um mich zu erholen und an den wenigen freien Tagen putz ich den Dreck zu Hause weg,der die ganze Woche liegengeblieben ist.
Manchmal macht mir meine Arbeit noch ein ganz klein bißchen Spaß,wenn ich mal nen guten Tag habe oder so. Aber meistens schleppe ich mich nur noch so dort hin und zähle praktsich die Minuten bis zum Feierabend.
Heute habe ich erfahren das ich nicht auf der Liste der Leute stehe,denen der Vertrag nicht verlängert wird. Mir graut es davor,denn ich muss nen neuen Vertrag ja unterschreiben,weil ich sonst Ärger mit dem Arbeitsamt bekomme. Ich kann also nur meine Leistung auf ein Maß herunterschrauben die meinen Arbeitgeber dazu bewegt das sie meinen Vertrag nicht mehr verlängern. Denn ganz ehrlich: Ich pack es einfach nicht mehr.


Meine letzten Worte

Ich kann eine Arbeit bei Mc Donalds nur dann empfehlen wenn man sich auf 400 Euro Basis was dazu verdienen will und nur stundenweise dort ist oder wenn man es echt nötig hat. Die Bezahlung ist für den Ar..., das Managment ist oftmals unfähig die Schicht und die Mitarbeiter unter Kontrolle zu bringen und am Ende macht einfach eh jeder was er will.
Es ist ein einfacher Job,man muss nicht viel drauf haben um ihn zu machen und es wird so ziemlich jeder Bewerber eingestellt.
Aber die nervliche und körperliche Belastung sind der Wahnsinn. Die Wenigsten schaffen das dauerhaft. Mc Donalds verheizt das Personal,man ist schließlich austauschbar. Viele gehen nicht,weil sie keinen Bock zum Arbeiten haben,sondern weil einen dieses ewige Hin und Hergezerre einfach nur fertig macht. Ich hoffe auf einen anderen Job und vor allem darauf das mein Vertrag nicht verlängert wird.

Lieber Hammi!

Hier ist es nun,mein fast 5000 Wörter starkes Meisterwerk mit einem kleinen Einblick in die Arbeitswelt bei Mc Donalds. Ich hoffe es gefällt dir,denn eigentlich ist es ja nur für dich. Ich hätte vielleicht noch mehr schreiben können,aber es ist halb 4 Uhr nachts und ich schreibe seit 2,5 Stunden (mit nur 2 Zigarettenpausen) und ich denke das reicht auf jeden Fall. Außerdem werden die meisten User (außer dir natürlich) schon lange fertig sein mit durchscrollen,weil der Bericht eh schon saulang ist. Die Zigarettenschachtel hab ich aufghoben Hammi,ich hab dich also in der Hand. Und ich hoffe das dich dieses Geschreibsel auch tatsächlich ernsthaft interessiert!

Allen anderen Usern,die diesen Bericht gelesen habe,sag ich natürlich auch Danke. Ihr dürft gerne bewerten und mir nen aufmunternden Kommentar um die Ohren hauen,ch hab nichts gegen Mitleid ;-)

spidey06 für Ciao   
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Pro: Gutes Arbeitsklima, Aufstiegschancen
Kontra: Stress und Hektik, schlechtes Image

...Hallo liebe Leser! Ich arbeite seit einiger Zeit bei McDonalds im McCafé und kann nur sagen, dass es mir dort großen Spaß macht! Aber jetzt mal von Anfang an... Bewerbung: Ich habe mich online über die McDonalds Webseite direkt bei meiner Wunschfiliale beworben, erhielt am folgenden Tag eine eMail zurück mit der bitte mich telefonisch zu melden. Das habe ich auch getan und 2 Tage später ein Vorstellungsgespräch gehabt. In der Bewerbung mussten halt die üblichen Lebenslaufdinge stehen und ein einfacher Fragebogen ausgefüllt werden. Vorstellungsgepräch: Als ich in der Filiale ankam musste ich ca. 15 Min. warten bis ich dann vom Restaurant-Manager abgeholt und in den kleinen Büroraum geführt wurde. Das Gespräch dauerte ca. eine viertel Stunde und ist von allen anderen Vorstellungsgesprächen, die ich bis dahin hatte ganz... Bericht lesen

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01.01.1970

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