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Servicewüste und freche Geschäftsführer

1  21.05.2004

Pro:
große Parkplätze und viel Auswahl

Kontra:
mieser Service und schlechte Beratung

Empfehlenswert: Nein 

Cosmo.Cat

Über sich:

Mitglied seit:19.05.2004

Erfahrungsberichte:2

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 41 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ich habe im Februar 2004 ein Nokia Handy Typ 3410 mit O2-Loop (Prepaid) für 77,- EUR beim Mediamarkt in Stuhr/Groß Mackenstedt (bei Bremen) gekauft und möchte hier über meine Erfahrungen mit Mediamarkt berichten. Es soll keine große Beschreibung von Mediamarkt sein, sondern in erster Linie die Schilderung, wie Mediamarkt einen Garantiefall behandelt.

Mediamarkt zählt zu den großen Elekro-Discountern, die mit offensiver Werbung vermeintliche Schnäppchenjäger in die Läden locken. Es wird geworben mit "ich bin doch nicht blöd" oder mit "wir können nur billig" - nicht besonders originell, wie ich finde. Die Oma aus der Werbung von Mediamarkt hat ja auch schon mal privat bei der Konkurrenz gekauft - wie peinlich. Im Laden selber findet sich alles, was mit Elektro, Foto, Hifi, Medien, usw. zu tun hat, also Computer, Waschmaschinen, Kameras, Handys, CDs, DVDs und dergleichen. Wenn man Glück hat, findet man hier und da auch einen Mitarbeiter, dem man eine Frage aufdrücken kann. Mediamarkt gehört zum Metro-Konzern. In den letzten Jahren hat man ein flächendeckendes Netz aufgebaut, so dass jeder seinen Markt in der Nähe finden kann. Jeder Markt arbeitet selbständig und hat einen eigenen Geschäftsführer.

Kurz zu den Preisen: jeder, der sich halbwegs im Internet auskennt, bekommt auf Anhieb zig andere Firmen heraus, die bessere Preise haben.

Von den Mitarbeitern - die meistens gelangweilt auf den Fluren rumstehen und sich miteinander unterhalten - kann man nicht viel erwarten. Meistens sind es ungeschulte Hilfskräfte (Studenten, o.ä.), die auf 400-Euro-Basis dort arbeiten und sich so ein kleines Zubrot verdienen. Eine kleine Einarbeitung reicht und schon werden sie auf die Kunden losgelassen. Meines Erachtens taugt deren Fachwissen auch nur dazu, unbedarften Kunden, die keine Ahnung haben, zu den Regalen zu lotsen oder eine Kaufempfehlung für ein Produkt abzugeben, die mit Fakten gelobhudelt werden, die jeder Vollidiot auch von der Außenhülle der Verpackung ablesen kann.

Also, beim Kauf des Handys begab ich mich zum Stand, wo die ganzen Handys bereitstehen. Nach kurzer Zeit hatte ich das oben genannte Produkt auch schon gefunden. Hinter dem Tresen waren 2 oder 3 Angestellte, einer davon starrte in einen Monitor und einer war in einem Kundengespräch verwickelt. Nach einer Wartezeit von ca. 10 Minuten (keiner kümmerte sich um mich) legte ich den Karton auf dem Tresen und sagte, dass ich dieses Gerät käuflich erwerben möchte.

"Ja, o.k., einen Augenblick" erwiderte der junge Mann in der Dienstkleidung von Mediamarkt, die sich nicht viel von der eines gewöhnlichen Küchenhelfers unterscheidet. Nachdem er meinen Personalausweis erbeten hatte, verschwand er mit dem Karton ohne sein weiteres Vorhaben zu erläutern. "Was passiert denn jetzt?" - fragte ich mich in Gedanken. Ich ging ein paar Schritte hinterher und lugte ihm über seine Schultern, nachdem er sich inzwischen vor einem PC-Monitor plaziert hatte. Er tippte wohl ein paar Daten in ein Online-Formular von O2 ein. "Das muss dann wohl die Registrierung des Handys sein", schloss ich aus früheren Erfahrungen. Na ja, der gute Mann musste wohl mundfaul sein - jeder andere Verkäufer hätte in der Verkäuferschule gelernt, dass man den Kunden über die erforderlichen Schritte informiert - schließlich können die ja sonstwas mit meinen Daten anfangen. Die Prozedur war dann schließlich nach ein paar Abfragen des Verkäufers erledigt. Ich schlich schnell aus dem Laden, der mir aufgrund seiner Atmosphäre etwas Unbehagen bereitet – es ist merkwürdig kalt und steril und man fühlt sich als Kunde nicht sehr gut aufgehoben. Das sollte sich dann ja auch bestätigen.

Nach sehr kurzer Zeit des Handygebrauchs habe ich dann bemerkt, dass der Akku immer schwächer wurde, bis er schließlich ganz den Geist aufgab und nichts mehr ging. Das Gerät ließ sich gar nicht mehr anschalten, auch nicht mit angeschlossenem Netzkabel. Einige Wochen lag es dann bei uns Zuhause rum. Ende April habe ich dann Zeit und Muße gefunden, das Ding bei Mediamarkt zu reklamieren. Also beim Infostand nachgefragt, wie so etwas geht und dort schickte man mich zum Reklamations- und Reparaturannahmeschalter, der in einem eigenen Bereich direkt neben dem Eingang untergebracht ist.

Beim Schalter war der Mann hinterm Tresen bereits im Kundengespräch und wollte einem älteren Kunden ziemlich genervt den Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung erklären – es ist ihm nicht gelungen. Der Grund war wohl, dass der Typ gar nicht erst auf die Argumente des Kunden eingegangen ist und auch keine Lust hatte, eine Diskussion anzufangen.

Als ich an der Reihe war, wurde der Akku dann sofort ausgetauscht. Offensichtlich war das Problem bekannt. Ich freute mich schon über ein funktionierendes Handy. Zuhause angekommen dann die zweite böse Überraschung: das Handy wollte plötzlich nicht mehr klingeln! Es gab keinen Ton mehr von sich.

Zwei Wochen später wieder hin zu Mediamarkt: man vermutete ein Softwareproblem und schickte das Handy zu einer Servicefirma von Nokia. Dort sollte überprüft werden, ob ein Garantieanspruch besteht.

10 Tage später kam das Handy dann mit der Post zurück. Ich freute mich wieder auf ein funktionierendes Handy. Doch welch höhnischen Bemerkungen der Servicefirma musste mein Auge auf der Reparaturrechnung ersehen: „GERÄT GEPRÜFT. EINHEIT HAT EINEN FEUCHTIGKEITSSCHADEN. KEINE GARANTIE. GERÄT UNREPARIERT ZURÜCK.“

Ich traute meinen Augen nicht: die Säcke haben doch tatsächlich das kaputte Handy zurückgeschickt! Feuchtigkeitsschaden – dass ich nicht lache! Angeblicher Beweis: ein paar bläuliche Flecke auf der Platine, kaum mit dem bloßen Auge zu erkennen (Farbkopie lag bei). Wie gesagt: wir haben das Handy höchstens 2 Wochen benutzt und dann lag es in der Wohnung rum. Es ist garantiert nicht mit Flüssigkeiten in Berührung gekommen. Die Nokiaschrottdinger sind wahrscheinlich schon so empfindlich, dass man bereits mit schwitzigen Händen einen Defekt verursacht oder auch nur, wenn man vom Kalten ins Warme kommt – durch die schlechte Konstruktion kann sich schleichend Kondensation im Inneren des Gehäuses bilden, was dann wohl die Platine beschädigt. Aber mal ehrlich: kann man denn nicht von einem Handy mittlerer Art und Güte erwarten, dass es auch solche Situationen schadlos übersteht? Von einem Nokiahandy wohl nicht!

Von Nokia kann man garantiemäßig nichts erwarten. Schaut man genau in die Bedingungen zur „eingeschränkten Garantie“ von Nokia, kommt man zu dem Schluss, dass eigentlich gar nichts mehr garantiert ist – es sei denn, dass Handy verlässt das Werk nur mit einer Gehäusehälfte. Nokia kann sich immer schön rausreden….egal was passiert. Auf so eine Garantie kann ich verzichten!

Na ja, dachte ich, nicht so schlimm, es gibt ja schließlich noch die gesetzlich garantierte Gewährleistung des Händlers in den ersten 6 Monaten. Ich habe bestimmt viermal (im Abstand von 30 Minuten) versucht, die Reparaturabteilung telefonisch zu erreichen, es ging einfach keiner ran! Dann: Mediamarkt lehnt Gewährleistung ab, da angeblich das Handy bei Kauf ohne Mangel war (ein Witz!). Dabei ist Mediamarkt in den ersten 6 Monaten in der Beweispflicht, dass das Handy fehlerfrei war. Ich habe den Dösis von der Reparaturabteilung das erläutert und verlangte nun ein neues Handy, schließlich war ich im Recht. „Da muss ich erst noch Rücksprache mit dem Chef halten“ hieß es und man versprach mir einen Rückruf am nächsten Vormittag.

Den nächsten Vormittag habe ich vergeblich auf den versprochenen Rückruf gewartet. Um 13:00 Uhr hatte ich dann (nach zwei erfolglosen Versuchen) einen Mitarbeiter an der Strippe. Dieser hatte natürlich vom ganzen Vorgang keine Ahnung und musste erst noch den Kollegen finden, der am Tag zuvor mit mir gesprochen hatte. Man versprach wiederum, sich wieder zu melden. 2 Stunden später vermutete ich, dass man mich vergessen hatte und fragte nach dem Stand der Dinge. Die patzige Antwort: man habe schließlich viele Kunden und zur Zeit nur 2 Mitarbeiter im Service. So gegen 17.00 Uhr kam dann der Anruf: man könne da nichts machen, das Handy war schließlich einwandfrei bei Übergabe und man berief sich auf die Erklärung von Nokia, die wohl stimmen würde. Außerdem käme dieses Problem mit den Feuchtigkeitsschäden gerade bei Nokia sehr oft vor. Wieso sie denn dann solche Handys verkaufen, wollte ich wissen, wenn solche Schäden geradezu vorhersehbar sind. „Als Vollsortimenter müssen wir solche Handys anbieten“, hieß es.

Natürlich gab ich mich mit diesem Bockmist nicht zufrieden und bestand auf mein Recht auf Nacherfüllung. Dann hörte ich nur ein kurzes Seufzen, ein „Moment“ und schwups meldete sich ein Herr Adler (wie sich herausstellte, der Geschäftsführer des Sauladens). Er schilderte dann einen ähnlichen Fall, wo ein betroffener Kunde gegen seinen Mediamarkt geklagt hätte und angeblich den Prozess verloren hätte. Wieso ich denn bei einem Preis von 77 Euro so ein Aufwand betreibe. Gegenfrage: sind 77 Euro Aufwand für Mediamarkt? Er wollte nicht wahrhaben, dass er in der Beweispflicht ist (den Beweis, dass das Handy in Ordnung war, konnte er nicht liefern). Blablabla …. hinundher, dann plötzlich sagte er: „ICH BRECHE HIER DAS GESPRÄCH AB - TSCHÜß!“

Eine maßlose Frechheit!!! Muss man sich als Kunde so etwas bieten lassen? Habe gestern bei der Firmenzentrale von Mediamarkt Beschwerde eingereicht und eine letzte Frist zur Nacherfüllung gesetzt. Ich gebe nicht auf und werde um mein Recht kämpfen!

Die Qualitätsprobleme bei Nokia scheinen wohl kein Einzelfall zu sein, wenn man sich mal umschaut - im Internet häufen sich die Klagen. Selbst Nokia sieht sich veranlasst auf der Firmenseite einen Hinweis zu setzen. Es gab auch schon Fernsehsendungen und Zeitungsberichte zu diesem Problem. Nokia macht die Augen zu und weist die Reparaturfirmen an, alles mit dem Argument "Feuchtigkeitsschaden" totzuschlagen. Die wollen einfach nicht die Millionen für Garantieleistungen bezahlen.

Es liegt ein schwerwiegender Konstruktionsfehler vor, Mediamarkt weiß das und lässt seine Kunden ins offene Messer laufen.... das nennt man dann „arglistig verschwiegener Mangel bei Vertragsabschluss“.

Also, Fazit:
kauft keine Handys von Nokia!
haltet euch von Mediamärkten fern!

Euer Cosmo.Cat

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Tiger030

Tiger030

15.05.2006 14:56

Ist das eigentlich die Masche, das Handys, die nicht so teuer oder schon alt sind, einen Feuchtigkeitsschaden zu diagnostizieren. Ist mir jetzt auch passiert, bei einem Sony-Ericsson K 700 i. Lediglich der Joystick spinnt. Denke, das eine Reparatur zu teuer wird, und das deshalb der Kunde der Leidtragende ist. Media-Markt scheint dann also von dem Laufpublikum zu leben.

KobiMaki

KobiMaki

28.10.2005 18:18

Man kann nicht gleich die ganze Ladenkette verantwortlich machen...

25487921644

25487921644

05.05.2005 12:21

Mal ganz ehrlich, wenn ich Deinen „Erfahrungsbericht“ so lese, wundert es mich nicht das man Dich so gegen die Wand laufen ließ. Auch ich habe täglich mit vielen Menschen zutun. Wenn ich Deinen Bericht anschaue, schließe ich darauf , wenn ich von Küchenhelfern, Dösis, Typen usw. lese, mit welcher überheblichen Art die Du dort aufgetreten bist! Wie überall im Leben kommt man mit Freundlichkeit einfach weiter! Ich kenne zufällig genau diesen MediaMarkt! Wenn ich ein Problem gehabt habe, so hat man mir dort immer geholfen. Man muss die Leute nur anständig fragen und es wurde mir immer in meinen Sinne geholfen. Auch wenn ich nicht im Recht war, gab es eine Lösung! Zudem hat man Dich sicherlich nicht mit dem Kauf des Handys ins „offene Messer“ laufen lassen. Zufällig habe auch ich seit fast 2 Jahren ein Nokia-Handy, das ohne Probleme bei mir seinen Dienst tut. Alles in Allem kann man Deinen Erfahrungsbericht als typisches Beispiel dafür nehmen wie einen Reklamation nicht laufen sollte! In diesem Sinne einen schönen Gruss von Falk

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