Erfahrungsbericht über

Mefisto / Richard Montanari

Gesamtbewertung (7): Gesamtbewertung Mefisto / Richard Montanari

 

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Filmfreak - Bücherfrühling 5

3  30.04.2009

Pro:
düstere Spannung, Fortsetzung von Crucifix

Kontra:
einige Längen, unbefriedigende Aufklärung

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Unterhaltungswert

Spannung

Wie ergreifend ist die Story?

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antjemue

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Mitglied seit:05.06.2001

Erfahrungsberichte:396

Vertrauende:107

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 154 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Nachdem ich „Crucifix“ von Richard Montanari gelesen hatte und „Mefisto“ bereits im Regal stehen hatte, blieb es natürlich nicht aus, diesen dann auch gleich hinterher zu lesen. Es ist der zweite Fall, in dem das Ermittlerpaar Kevin Byrne und Jessica Balzano in Philadelphia ermitteln. Der dritte Fall ist mit „Lunatic“ ebenfalls schon in deutscher Übersetzung auf dem Markt. Die beiden ersten Bücher kaufte ich mir nach Lesen der Rezension einer genauso bücherverrückten Vertrauten über den (zurzeit noch nur in Originalsprache erhältlichen) vierten Fall des Ermittlerpaares bei buecher.de.

Richard Montanari wurde 1952 in Cleveland, Ohio, geboren. Nach seiner Studienzeit reiste er einige Zeit durch Europa und ließ sich kurzzeitig auch in London nieder. Dort hielt er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Nach seiner Rückkehr in die USA und den damit verbundenen Einstieg ins Familienunternehmen, erkannte er, dass Schreiben für ihn die wahre Bedeutung hat. So arbeitete er dann auch als freier Journalist, bis er 1995 seinen ersten Kriminalroman veröffentlichte. Heute schreibt er auch Drehbücher und Essays. Wer mehr über den Autor und seine Werke wissen möchte wird auf Wikipedia fündig. Im Netz präsentiert er sich auf seiner englischsprachigen Hompepage richardmontanai.com.

In Philadelphia spielt ein kranker Killer Mordszenen aus berühmten Filmen nach und schneidet sie dann in die jeweilige Szene des Originals. In den Videotheken, in denen die betroffenen Filme gefunden wurden, stoßen die Ermittler auf keine brauchbare Spur. Zum ersten Mord, der nachgespielten Badezimmerszene aus „Psycho“, gibt es zu Ermittlungsbeginn noch nicht mal ein Opfer, da wird schon das nächste Video gefunden.

Doch Jessica und vor allem Kevin gelten nicht umsonst als Top-Ermittler. Schon bald finden sie ein Detail, an dem sie ansetzen können. In der Porno-Szene finden sie dann auch schnell einen Hauptverdächtigen. Als sich die Beweislage gegen diesen zuspitzt und sie den Schlag zur Festnahme planen finden sie ihn, jedoch in 2 Teilen – mit der Kettensäge durchtrennt…

Bei Mefisto führt der Autor den Leser erst einmal durch mehrere verschiedene Handlungsstränge, die anfangs nichts miteinander und schon gar nichts mit dem aktuellen Fall zu tun zu haben scheinen. Sie scheinen eigenständig, sind aber doch so interessant, dass sie in mir das Interesse am Weiterlesen wach hielten. Als diese dann ziemlich clever zusammengeführt werden, schien der Fall gelöst, doch weit gefehlt. Wie schon bei seinem letzten Roman „Crucifix“, gibt es kurz vor dem Ende noch mal eine Überraschung.

Auch in Mefisto schreibt Montanari sehr anschaulich und beleuchtet die grausigen Details der menschlichen Abgründe sehr intensiv. Kevin Byrne ist nach wie vor der in sich zerrissene Detectiv, den die Welt für einen Superhelden hält. Jessica, trotz dem dass sie erheblich jünger ist, der beruhigende Part, die natürlich auch ihre privaten Probleme mit sich trägt, aber auch versucht Ruhe in ihr Privatleben und das ihrer Tochter zu bringen.

Dieser Roman ist zum Großteil in der Erzählperspektive geschrieben. In den wenigen Passagen, die in der Ich-Form geschrieben sind, meldet sich der Mörder zu Wort. Er scheint den Ermittlern immer mehr als einen Schritt voraus zu sein und all seine brutalen Morde ganz überlegt zu planen. Allerdings habe ich bei Mefisto, im Gegensatz zu Crucifix, doch einige Längen festgestellt. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass sich der Aufbau beider Bücher so extrem ähnelt und bei mir das Lesen von Crucifix erst so kurze Zeit her war.

Obwohl das Ende dann doch überraschend war und ich auf den letztendlichen Täter selbst nicht gekommen wäre, schienen mir einige Dinge hier nicht so recht plausibel und ziemlich weit hergeholt. Besonders die Szene mit dem Baby, die zwar an Grausamkeit kaum zu überbieten war und mich am Buch hielt, weil ich unbedingt wissen musste, wie die ausgeht. Eventuell liegt meine Unzufriedenheit daran, dass der Täter, der von Anfang an als Filmfreak dargestellt wird, von seinem Muster abweicht und gerade bei dieser Szene nur ein Video per MMS schickt und nicht, wie bei seinen Taten zuvor, einen bekannten Film verwendet. Für die Schlüsselszene mit der taubstummen Colleen verwendet der Täter dann wieder ein anderes Medium. Auch was es mit der schönen Haut auf sich hat, die in Szenen mit dem Täter immer wiederkehrt, kommt meiner Meinung nach nicht deutlich rüber.

Schon in Crucifix, war ich mit den Erklärungen über die Beweggründe des kranken Täterhirns am Ende nicht ganz zufrieden, bei Mefisto bleiben meiner Ansicht nach noch mehr Fragen ungeklärt. Daher spreche ich zwar eine bedingte Empfehlung für Leseratten aus, da sich das Buch durch Montanaris flüssigen Schreibstil doch im Großen und Ganzen gut lesen lies. Diesmal ziehe ich aber zwei Sternchen ab, da es dem Autor meiner Meinung nach wieder nicht gelungen ist, mir eine ganz schlüssige Aufklärung zu geben und einige vorher als Längen empfundene Beschreibungen dann letztendlich nichts mit der Aufklärung zu tun hatten..

Lunatic, den dritten Teil der Reihe um das Ermittlerduo Balzano/Byrne, habe ich noch auf der Merkliste bei buecher.de stehen. Ich werde das auch drauf lassen und mir irgendwann, wenn ich wieder einige webmiles gesammelt habe, mit bestellen. Allerdings will ich diesmal ein bisschen Abstand haben, weil mich Mefisto eben nicht wirklich vom Hocker gehauen hat.

Bastei Lübbe 2007
Übersetzerin Karin Meddekis
ISBN 978-3-404-15677-1
602 Seiten, 8,95 €


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Vampire-Lady

Vampire-Lady

01.05.2009 19:00

Ich glaub dann fast, Lunatic ist ähnlich gelagert!

jansdarling2002

jansdarling2002

01.05.2009 10:18

Hmh nee muss ich mir nicht antun, hatte schon genug Literarische Fehlgriffe, lG Chrissy

morla59

morla59

30.04.2009 16:28

wünsche dir ein schönes verlängertes wochenende lg. petra

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