Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
gelungener Streifzug |
| Kontra: |
bedingte Eignung für Vollwertküche - Neulinge |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Heute gehe ich gleich in doppelter Hinsicht ein Wagnis ein: Es ist mein erster Buchbericht überhaupt und damit nehme ich auch gleich am Bücherfrühling teil. Wenn das mal gut geht... ;-)
Allgemeines zum Buch
- "Mein Kochbuch" von Barbara Rütting gibt es in verschiedenen Ausgaben: Gebunden, broschiert, als Taschenbuch gleich von 2 Verlagen. Zum ersten Mal erschien das Buch im Jahr 1976, die erste Taschenbuchausgabe 1979. Während man die gebundene und broschierte Ausgabe nur mehr auf dem Gebrauchtmarkt findet, wird das Taschenbuch immer wieder neu aufgelegt. Ich beziehe mich in meinem Bericht auf die Taschenbuchausgabe in der 6. Auflage aus dem Jahr 1984.
- 222 Seiten
- 550 Rezepte
- Goldmann-Taschenbuch Nr. 10838
- ISBN: 3-442-10838-1
- EAN: 9783442108381
- Preis: DM 12,90 / öS 94,-- (aktuelle Taschenbuchausgabe vom 1.10.2004: Eur 8,50)
Fortsetzungen
- Mein neues Kochbuch. Schlemmereien aus der Vollwertküche. – Erstauflage 1984, ebenfalls als Taschenbuch erhältlich
- Essen wir uns gesund! - Gebunden und als Taschenbuch erhältlich.
Autorin
Barbara Rütting wurde am 21.10.1927 als Waltraud Goltz in Wietstock geboren, einem kleinen Dorf in der Nähe von Berlin mit 265 Einwohnern. Seit 1997 ist Wietstock ein Ortsteil der Stadt Ludwigsfelde.
Ihre Eltern waren Lehrer. In der Zwischenkriegszeit und den Wirren des 2. Weltkriegs aufgewachsen, ging sie nach Kriegsende nach Dänemark und arbeitete dort zunächst als Dienstmädchen, danach in einer Bibliothek und schließlich als Auslandskorrespondentin in Kopenhagen.
Bald kehrte sie nach Berlin zurück, debütierte 1952 als
Schauspielerin und erhielt den Bundesfilmpreis als beste Nachwuchsschauspielerin. Zahlreiche Filmrollen folgten, am bekanntesten dürfte ihre Hauptrolle im Film "Die Geierwally" (1956) sein, ebenso ihre Rollen in den Edgar Wallace-Filmen der 1960er-Jahre.
Ab 1970 wurde sie auch als
Schriftstellerin tätig, zuerst mit Romanen, danach mit Vollwertkochbüchern, Kinderbüchern und Ratgebern.
Ihre Schauspielkarriere beendete sie in den 1980er Jahren, danach
engagierte sie
sich zunehmend
politisch (Umwelt, Tier- und Menschenrechte, Aktionen gegen Tierversuche, Friedensbewegungen u.a.m.). Von 2003-09 war sie
grünes Mitglied im Bayerischen Landtag.
Barbara Rütting war zuerst mit Hans Rütting ab 1946 in Scheinehe verheiratet, 1955 heiratete sie Heinrich Graf von Einsiedel. Von 1969 bis 1980 lebte sie mit dem Regisseur und Theaterintentanten Lutz Hochstraate auf einem Bauernhof im nördlichen Salzburg..
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http://www.barbara-ruetting.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Barbara_R%C3%BCtting
Klappentext
Naturgesunde Köstlichkeiten - von der berühmten Vollwertköchin und Kochbuchautorin Barbara Rütting ausgewählt und erprobt.
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"Die Begegnung mit der Natur, den Tieren, den Bauern und alles, was ich von ihnen lernte, haben mein Leben verändert. Da ist vor allem die naturgesunde Lebensform, das neu gewonnene Wissen um den Körper und seinen ganz eigenen Rhythmus und die Heilkraft von Wasser und Pflanze.
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Für mich war das ein ausreichender Grund, meine Ernährung umzustellen. Sie werden in meinem Kochbuch keine Fleisch- und Fischgerichte finden, sondern nur Rezepte von Milchprodukten und pflanzlichen Nahrungsmitteln. Da jedes Kind einen Namen braucht, nennen wir die Ernährungsform laktovegetabil.
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Sie werden es nicht für möglich halten, wie viele delikate Menüs man auch ohne Fleisch und Fisch zusammenstellen kann. Sie können Ihren Gaumen nicht nur mit ländlichen einheimischen Genüssen, sondern auch mit einer Vielzahl internationaler Schlemmereien erfreuen, die ich auf meinen Reisen gekostet und notiert habe.
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Ich lade Sie ein, diese Küche mit ihren Köstlichkeiten kennenzulernen. Sie wird Ihr Wohlbefinden und Ihre Gesundheit fördern und Sie jünger machen."
Inhalt des Buchs
Die ersten drei Kapitel erstrecken sich jeweils nur über wenige Seiten und stellen quasi das Vorwort dar. Zuerst einmal erläutert sie, dass sie, als sie das Buch schrieb, noch manche Zutaten verwendete, die sie zum Zeitpunkt der 6. Auflage nicht mehr verwendet, da sie in der Vollwertküche einfach nichts zu suchen haben, und durch andere Zutaten ersetzt hat (dazu mehr im Abschnitt "Meinung"). Weiter geht's damit, wie sie nach Salzburg und zum Landleben kam. Wurde sie als die erfolgreiche Schauspielerin von vielen beneidet, so erzählt sie auch von dem Preis, den sie dafür zahlen musste - Einschlafen war ihr nur mehr mit starken Schlaftabletten möglich, und um wach zu werden, brauchte sie wiederum starken Kaffee; Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen, Verdauungs- und Gemütsstörungen folgten. Ganz im Kontrast dazu stand das Leben der einfachen Landleute, wozu früher auch eine einfache, aber naturbelassene und fleischarme Ernährung gehörte, in der auch viele Heil- und Wildkräuter vorkamen, die der Autorin gar nicht bekannt waren. Als neugieriger Mensch wollte sie diese "Arme-Leute-Küche" dann eben auch unbedingt mal ausprobieren. Zu ihrer Überraschung entdeckte sie, dass es nicht nur hervorragend schmeckte, sondern auch für Wohlbefinden sorgte. Darauf folgen dann noch allgemeine Erklärungen zur Vollwertküche und wie sich diese durch die von ihr gemachten Erfahrungen und (wieder)entdeckten Rezepte ergänzen lässt.
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Nun geht's an das eigentliche Kochbuch - insgesamt 550 (die Vorschläge für Variationen nicht mitgezählt) vegetarische Koch- und Backrezepte, die zudem noch in die Vollwertküche passen. Vom Frühstück über Salat, Suppen, Vorspeisen (die auch als Zwischengericht oder Imbiß Verwendung finden können), Saucen, Gemüsegerichte, Kartoffelgerichte, Getreide, Reis, Nudeln, Pizzen, Quiches bis hin zu süßen und pikanten Nachspeisen. Dabei stellt sie sowohl regionale Speisen vor, als auch viele internationale Speisen, die sie auf ihren Reisen und von Schauspielerkollegen gesammelt hat. Ausserdem stellt die Autorin an den Anfang jedes Kapitels allgemeine Tipps zu der jeweiligen Speisengruppe und/oder den Hauptzutaten.
Abgerundet wird das Buch durch Menüvorschläge sowie kleinen Glossaren über Küchenkräuter, Heilkräuter, Wildkräuter und Gewürze.
Und damit das Buch nicht so trocken wirkt, erzählt sie zwischen den Rezepten immer wieder mal Anekdoten aus ihrem Leben.
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Wie bei einem Taschenbuch nicht anders zu erwarten, ist die Aufmachung nicht allzu aufregend. Bilder finden sich nur wenige und die sind zudem auch nur in schwarzweiß. Ich schätze mal, das verhält sich in der broschierten und in der gebundenen Ausgabe etwas anders.
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Aber wie bereits angedeutet, ist es nicht unbedingt einfach ein Kochbuch, sondern auch ein Streifzug durch die Rezepte, die die Autorin in vielen Ländern gesammelt, von Schauspielerkollegen bekommen, manche auch selbst kreiert hat. Und durch die zwischengestreuten Anekdoten bekommt das Buch auch eine recht persönliche Note.
So finden wir beim
Frühstück verschiedene Müslis, Porridge, Hirsebrei mit Pflaumenmus, Kruska nach Waerland, sowie diverse Getränke (darunter auch einen Indianischen Liebestrank).
Unter den
Salaten haben wir unter anderem zwei arabische Salate, einen mexikanischen Avocadosalat, Gemüsesalate, Gurkensalate, Maissalat, Paprikasalat, Pilzsalate und Waldorfsalat.
Suppenkasparn kann das Buch u.a. mit Borschtsch, Brennesselsuppe, Indischer Currysuppe mit Mandeln, einer französischen und einer marokkanischen Gemüsesuppe, Kohlsuppe, Minestrone, Pilzsuppen, Salatsuppe, Schwarzwurzelsuppe, Spargelsuppe und einer griechischen Zitronensuppe dienen. Kalte Suppen und Gazpachos dürfen natürlich auch nicht fehlen.
Die
Vorspeisenrezepte beinhalten u.a. Gefüllte Artischockenböden, Avocados mit Curry, mehrere Pilzrezepte, einen Gemüsecocktail, Gefüllte Grapefruits und Gefüllte Weinblätter (Dolmades).
Unter den
Saucen findet sich als erstes die Bechamelsauce und welche weiteren Saucen man daraus herstellen kann. Danach findet man z.B. eine Kräutersauce, Erdnußsauce, Sauce Hollandaise, Knoblauchsauce, Italienische Käsesauce, Mangosauce, Trüffelsauce, diverse Mayonaisen, darunter auch Aioli (jawohl, die berühmt-berüchtigte Knoblauchmayonaise :-) ).
Gemüse ist kein Lückenbüßer lautet das nächste Kapitel. Man findet darin mehrere Artischocken- und Auberginenrezepte, Blumenkohlcurry, Brokkoli, Chicorée und Chinakohl, Fenchel, Gemüseeintöpfe, Gemüsetorte, Gebackenes Gemüse, mehrere Kürbis-, Kraut- und Kohlrezepte, Gefüllte Paprika, Aufläufe, Sauerkraut- und Schwarzwurzelrezepte, Gratins, Bohnengerichte, sowie mehrere Zucchinirezepte.
Unter
Kartoffeln finden sich dann insgesamt 17 Kartoffelrezepte, darunter mehrere Aufläufe.
Das nächste Kapitel ist dem
Getreide gewidmet und gliedert sich quasi in zwei Teile. Im ersten geht's um Brot und Brötchen, auch zwei Verfahren zur Herstellung von Sauerteig sind angeführt. Insgesamt 13 Brotrezepte, darunter israelische Pitta, Fladenbrot, Knäckebrot, Zwiebelbrot und natürlich das von der Autorin entworfene Laibbrot. Im zweiten Teil geht's um Breie, Klöße, Hirsepuffer und anderes mehr.
Um den
Reis geht's im nächsten Kapitel. Zuerst gemischt mit verschiedenen Gemüsen und Risotto, danach folgen mehrere internationale Reisgerichte (u.a. marokkanisch und orientalisch).
Nudeln, Pizza, Quiche & Co. sind im darauffolgenden Kapitel dran. Hier möchte ich vor allem erwähnen, dass neben den "gewöhnlichen" Rezepten zwei Rezepte angeführt sind, wie man selbst Nudeln herstellen kann, sowie mehrere Rezepte für Pizza- und Quicheböden. Und was in der Kapitelüberschrift nicht erwähnt ist: ein paar Rezepte für russische Piroggen.
Im
Nachspeisenkapitel findet man schließlich Bratäpfel, diverse Obstknödel, türkische Baklava, Gebackene Bananen, Bananeneis, Schokoladensauce, Camembert Surprise, Russische Buchweizenbliny, 5 Eierkuchenrezepte, mehrere Palatschinken- und Crèpesrezepte, Kuchen, Kekse, Puddings, Torten, Aufläufe und Obstsaucen.
Meinung
Ich habe mir das Buch vor ein paar Jahren zugelegt, weil ich wiederum ein paar Jahre davor meine Ernährung umgestellt hatte. Nun bin ich bis dahin auch mit allgemeinem Kochwissen sowie eigenen Ideen und Kreationen ganz gut gefahren, wollte dann aber doch auch mal ein paar entsprechende Kochbücher haben.
Das war auch ganz gut so, denn für Vollwert-Einsteiger ist das Buch eher nicht geeignet. Man merkt dem Buch deutlich an, dass die Autorin, als sie es schrieb, selbst die Vollwertküche erst kurz zuvor entdeckt hatte. So verwendet sie in mehreren Rezepten z.B. noch Zucker oder Fruchtzucker, also Dinge, die keinesfalls in Vollwertrezepte gehören. Das räumt sie im Vorwort zur 6. Auflage auch ein und weist darauf hin, dass sie inzwischen zum Süßen nur mehr Honig verwendet oder oft auch z.B. die natürliche Süße von Früchten völlig ausreicht (womit natürlich nicht der Traubenzucker aus einer bestimmten Puddingwerbung gemeint ist). Aber trotz dieser Hinweise ist es besser, sich vor dem Buch bereits in der Vollwertküche auszukennen, da man dann einfach besser weiß, was nicht hineingehört, was man weglassen kann, wodurch man ersetzen kann, und anderes mehr. Dann aber findet man in dem Büchlein eine Fülle, was man in der eigenen Küche mal ausprobieren kann.
Was die Zusammenstellung der Rezepte betrifft, so kann man mit dem Kochbuch in einem gelungenen und geschmackvollen Mix einen Streifzug durch die ländliche österreichische und deutsche Küche sowie durch viele andere Länder unternehmen, wobei auch nicht vergessen darf, dass viele der Rezepte noch einen recht ursprünglichen Charakter haben. Geht auch gar nicht anders, da nun mal in der Vollwertküche "ganze" Lebensmittel (also Vollkornprodukte, Kartoffeln mit Schale, Rohkost usw.) die zentrale Rolle spielen. Das bedeutet aber nicht, dass man für die Zubereitung viel Zeit braucht. Klar sind auch "langwierigere" Speisen dabei, aber ebenso genug, die man in etwa 10 Minuten fertig hat.
Die zwischen den Rezepten eingestreuten Anekdoten sorgen dabei auch immer wieder für den einen oder anderen Schmunzler. Wer nun meint, ohne Fleisch und Fisch, und dann auch noch Vollwert, bliebe nichts mehr übrig, täuscht sich gewaltig. Nämlich gerade dadurch, dass z.B. das volle Korn verwendet wird, hat man viele Geschmacksrichtungen, da ja jede Getreidesorte ihren eigenen, charakteristischen Geschmack hat. Dasselbe gilt natürlich ebenso für Hülsenfrüchte, Gewürze und anderes mehr.
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Für das kleine Büchlein mit den vielen Rezepten gebe ich daher an sich 5 Sterne, ziehe jedoch wegen der bedingten Eignung für Vollwert-Einsteiger 1 Stern ab.
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Ach ja, die lieben Produktdetails...
Kalorien- und Nährwertzählen gibt es in der Vollwertküche nicht (und ist auch in der Tat völlig unnötig)
Ebenso tue ich mir damit schwer, für wen das Buch geeignet ist. Man muss sicher kein versierter Koch sein, um sich zurechtfinden, also wähle ich "Anfänger". Aber auch fortgeschrittene Köche finden darin sicher noch etwas. Andererseits ist es wie erwähnt für Vollwert-Anfänger nur bedingt geeignet und das können wiederum auch fortgeschrittene Köche oder absolute Gourmet-Köche sein. ;-) 0