Heute, nachdem die Verfilmung dieses Werks im TV gesendet wurde, aktualisiere ich diesen Bericht insoweit, dass ich meine Meinung zum Film äußere.
Der Autor
Marcel Reich-Ranicki kommt am 2. Juni 1920 in Wloclawek/Weichsel als drittes Kind seiner Eltern David und Helene Reich zur Welt.
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hergeschoben. Dennoch wurde er von Freunden und Bekannten ermutigt und gedrängt, von Verlegern mit Geld gelockt. Sechs Jahre schrieb er an seinen Erinnerungen. Im Alter von 79 hatte er sie dann vorgelegt. 2003 sind die Erinnerungen des 1920 Geborenen im Taschenbuch erschienen. Das Buch ist in fünf Teile gegliedert, wobei der Schwerpunkt auf der Zeit vor 1958 liegt. Die ersten beiden Abschnitte zeigen die Entwicklung und die Leidenszeit des Schülers und jungen Mannes, die in höchstem Maße von den Ereignissen der Zeitgeschichte geprägt ist. Es sind dies die Kindheit in Polen, die Jugend im nationalsozialistischen Berlin und schließlich die eindringlich und zugleich in einem ruhigen Tonfall geschilderten Zustände im Warschauer Getto. Nach dem Neuanfang im kommunistischen Polen erfolgt dann die Zäsur: Ende der Fünfziger zieht es Reich-Ranicki in die Bundesrepublik. Dieses Datum markiert einen Einschnitt im Leben des Kritikers und zugleich in dessen Erzählen. Hat er bis dahin seine Persönlichkeitsbildung als humanistisch geprägter Schüler und junger Mann in der immer barbarischer werdenden äußeren Welt ausführlich dargestellt, so erzählt er die folgenden Jahrzehnte nur noch in Episoden. Zwar kommt manches -- z. B. seine Zeit bei der F.A.Z. -- etwas zu kurz, gleichwohl können andere Abschnitte dafür entschädigen: Die Begegnungen mit Mitgliedern der Familie Mann, sein Porträt Wolfgang Koeppens oder die jahrelange und letztlich doch gebrochene Freundschaft zu Joachim Fest werden unterhaltsam wie sensibel geschildert. Mein Leben ist ein Buch über das Gezeichnetsein durch die Schrecken des Dritten Reiches und über persönliche Enttäuschungen. Es ist aber auch ein Buch über glückliche Augenblicke, sowie über die Liebe, und zwar die zu seiner Frau und -- natürlich -- zur Literatur. Marcel Reich-Ranicki hat im Grunde alles erreicht, was ein Kritiker erstreben kann: Er wurde zum bedeutendsten und einflussreichsten Kritiker seiner Zeit. Nach wie vor ist er gefürchtet und respektiert -- doch kaum geliebt. Vor allem aber ist er eins geblieben: ein Außenseiter. Und man spürt über die 560 Seiten hinweg, wie sehr ihn das geschmerzt hat. So steht gegen Ende des Buches nicht zufällig ein Zitat des von ihm geschätzten Friedrich Schlegel, das Reich-Ranicki auf sich selbst bezieht: "Man findet mich interessant und geht mir aus dem Wege... Am liebsten besieht man mich aus der Ferne, wie eine gefährliche Rarität." --Alexander Simon
hergeschoben. Dennoch wurde er von Freunden und Bekannten ermutigt und gedrängt, von Verlegern mit Geld gelockt. Sechs Jahre schrieb er an seinen Erinnerungen. Im Alter von 79 hatte er sie dann vorgelegt. 2003 sind die Erinnerungen des 1920 Geborenen im Taschenbuch erschienen. Das Buch ist in fünf Teile gegliedert, wobei der Schwerpunkt auf der Zeit vor 1958 liegt. Die ersten beiden Abschnitte zeigen die Entwicklung und die Leidenszeit des Schülers und jungen Mannes, die in höchstem Maße von den Ereignissen der Zeitgeschichte geprägt ist. Es sind dies die Kindheit in Polen, die Jugend im nationalsozialistischen Berlin und schließlich die eindringlich und zugleich in einem ruhigen Tonfall geschilderten Zustände im Warschauer Getto. Nach dem Neuanfang im kommunistischen Polen erfolgt dann die Zäsur: Ende der Fünfziger zieht es Reich-Ranicki in die Bundesrepublik. Dieses Datum markiert einen Einschnitt im Leben des Kritikers und zugleich in dessen Erzählen. Hat er bis dahin seine Persönlichkeitsbildung als humanistisch geprägter Schüler und junger Mann in der immer barbarischer werdenden äußeren Welt ausführlich dargestellt, so erzählt er die folgenden Jahrzehnte nur noch in Episoden. Zwar kommt manches -- z. B. seine Zeit bei der F.A.Z. -- etwas zu kurz, gleichwohl können andere Abschnitte dafür entschädigen: Die Begegnungen mit Mitgliedern der Familie Mann, sein Porträt Wolfgang Koeppens oder die jahrelange und letztlich doch gebrochene Freundschaft zu Joachim Fest werden unterhaltsam wie sensibel geschildert. Mein Leben ist ein Buch über das Gezeichnetsein durch die Schrecken des Dritten Reiches und über persönliche Enttäuschungen. Es ist aber auch ein Buch über glückliche Augenblicke, sowie über die Liebe, und zwar die zu seiner Frau und -- natürlich -- zur Literatur. Marcel Reich-Ranicki hat im Grunde alles erreicht, was ein Kritiker erstreben kann: Er wurde zum bedeutendsten und einflussreichsten Kritiker seiner Zeit. Nach wie vor ist er gefürchtet und respektiert -- doch kaum geliebt. Vor allem aber ist er eins geblieben: ein Außenseiter. Und man spürt über die 560 Seiten hinweg, wie sehr ihn das geschmerzt hat. So steht gegen Ende des Buches nicht zufällig ein Zitat des von ihm geschätzten Friedrich Schlegel, das Reich-Ranicki auf sich selbst bezieht: "Man findet mich interessant und geht mir aus dem Wege... Am liebsten besieht man mich aus der Ferne, wie eine gefährliche Rarität." --Alexander Simon
hergeschoben. Dennoch wurde er von Freunden und Bekannten ermutigt und gedrängt, von Verlegern mit Geld gelockt. Sechs Jahre schrieb er an seinen Erinnerungen. Im Alter von 79 hatte er sie dann vorgelegt. 2003 sind die Erinnerungen des 1920 Geborenen im Taschenbuch erschienen. Das Buch ist in fünf Teile gegliedert, wobei der Schwerpunkt auf der Zeit vor 1958 liegt. Die ersten beiden Abschnitte zeigen die Entwicklung und die Leidenszeit des Schülers und jungen Mannes, die in höchstem Maße von den Ereignissen der Zeitgeschichte geprägt ist. Es sind dies die Kindheit in Polen, die Jugend im nationalsozialistischen Berlin und schließlich die eindringlich und zugleich in einem ruhigen Tonfall geschilderten Zustände im Warschauer Getto. Nach dem Neuanfang im kommunistischen Polen erfolgt dann die Zäsur: Ende der Fünfziger zieht es Reich-Ranicki in die Bundesrepublik. Dieses Datum markiert einen Einschnitt im Leben des Kritikers und zugleich in dessen Erzählen. Hat er bis dahin seine Persönlichkeitsbildung als humanistisch geprägter Schüler und junger Mann in der immer barbarischer werdenden äußeren Welt ausführlich dargestellt, so erzählt er die folgenden Jahrzehnte nur noch in Episoden. Zwar kommt manches -- z. B. seine Zeit bei der F.A.Z. -- etwas zu kurz, gleichwohl können andere Abschnitte dafür entschädigen: Die Begegnungen mit Mitgliedern der Familie Mann, sein Porträt Wolfgang Koeppens oder die jahrelange und letztlich doch gebrochene Freundschaft zu Joachim Fest werden unterhaltsam wie sensibel geschildert. Mein Leben ist ein Buch über das Gezeichnetsein durch die Schrecken des Dritten Reiches und über persönliche Enttäuschungen. Es ist aber auch ein Buch über glückliche Augenblicke, sowie über die Liebe, und zwar die zu seiner Frau und -- natürlich -- zur Literatur. Marcel Reich-Ranicki hat im Grunde alles erreicht, was ein Kritiker erstreben kann: Er wurde zum bedeutendsten und einflussreichsten Kritiker seiner Zeit. Nach wie vor ist er gefürchtet und respektiert -- doch kaum geliebt. Vor allem aber ist er eins geblieben: ein Außenseiter. Und man spürt über die 560 Seiten hinweg, wie sehr ihn das geschmerzt hat. So steht gegen Ende des Buches nicht zufällig ein Zitat des von ihm geschätzten Friedrich Schlegel, das Reich-Ranicki auf sich selbst bezieht: "Man findet mich interessant und geht mir aus dem Wege... Am liebsten besieht man mich aus der Ferne, wie eine gefährliche Rarität." --Alexander Simon
hergeschoben. Dennoch wurde er von Freunden und Bekannten ermutigt und gedrängt, von Verlegern mit Geld gelockt. Sechs Jahre schrieb er an seinen Erinnerungen. Im Alter von 79 hatte er sie dann vorgelegt. 2003 sind die Erinnerungen des 1920 Geborenen im Taschenbuch erschienen. Das Buch ist in fünf Teile gegliedert, wobei der Schwerpunkt auf der Zeit vor 1958 liegt. Die ersten beiden Abschnitte zeigen die Entwicklung und die Leidenszeit des Schülers und jungen Mannes, die in höchstem Maße von den Ereignissen der Zeitgeschichte geprägt ist. Es sind dies die Kindheit in Polen, die Jugend im nationalsozialistischen Berlin und schließlich die eindringlich und zugleich in einem ruhigen Tonfall geschilderten Zustände im Warschauer Getto. Nach dem Neuanfang im kommunistischen Polen erfolgt dann die Zäsur: Ende der Fünfziger zieht es Reich-Ranicki in die Bundesrepublik. Dieses Datum markiert einen Einschnitt im Leben des Kritikers und zugleich in dessen Erzählen. Hat er bis dahin seine Persönlichkeitsbildung als humanistisch geprägter Schüler und junger Mann in der immer barbarischer werdenden äußeren Welt ausführlich dargestellt, so erzählt er die folgenden Jahrzehnte nur noch in Episoden. Zwar kommt manches -- z. B. seine Zeit bei der F.A.Z. -- etwas zu kurz, gleichwohl können andere Abschnitte dafür entschädigen: Die Begegnungen mit Mitgliedern der Familie Mann, sein Porträt Wolfgang Koeppens oder die jahrelange und letztlich doch gebrochene Freundschaft zu Joachim Fest werden unterhaltsam wie sensibel geschildert. Mein Leben ist ein Buch über das Gezeichnetsein durch die Schrecken des Dritten Reiches und über persönliche Enttäuschungen. Es ist aber auch ein Buch über glückliche Augenblicke, sowie über die Liebe, und zwar die zu seiner Frau und -- natürlich -- zur Literatur. Marcel Reich-Ranicki hat im Grunde alles erreicht, was ein Kritiker erstreben kann: Er wurde zum bedeutendsten und einflussreichsten Kritiker seiner Zeit. Nach wie vor ist er gefürchtet und respektiert -- doch kaum geliebt. Vor allem aber ist er eins geblieben: ein Außenseiter. Und man spürt über die 560 Seiten hinweg, wie sehr ihn das geschmerzt hat. So steht gegen Ende des Buches nicht zufällig ein Zitat des von ihm geschätzten Friedrich Schlegel, das Reich-Ranicki auf sich selbst bezieht: "Man findet mich interessant und geht mir aus dem Wege... Am liebsten besieht man mich aus der Ferne, wie eine gefährliche Rarität." --Alexander Simon
hergeschoben. Dennoch wurde er von Freunden und Bekannten ermutigt und gedrängt, von Verlegern mit Geld gelockt. Sechs Jahre schrieb er an seinen Erinnerungen. Im Alter von 79 hatte er sie dann vorgelegt. 2003 sind die Erinnerungen des 1920 Geborenen im Taschenbuch erschienen. Das Buch ist in fünf Teile gegliedert, wobei der Schwerpunkt auf der Zeit vor 1958 liegt. Die ersten beiden Abschnitte zeigen die Entwicklung und die Leidenszeit des Schülers und jungen Mannes, die in höchstem Maße von den Ereignissen der Zeitgeschichte geprägt ist. Es sind dies die Kindheit in Polen, die Jugend im nationalsozialistischen Berlin und schließlich die eindringlich und zugleich in einem ruhigen Tonfall geschilderten Zustände im Warschauer Getto. Nach dem Neuanfang im kommunistischen Polen erfolgt dann die Zäsur: Ende der Fünfziger zieht es Reich-Ranicki in die Bundesrepublik. Dieses Datum markiert einen Einschnitt im Leben des Kritikers und zugleich in dessen Erzählen. Hat er bis dahin seine Persönlichkeitsbildung als humanistisch geprägter Schüler und junger Mann in der immer barbarischer werdenden äußeren Welt ausführlich dargestellt, so erzählt er die folgenden Jahrzehnte nur noch in Episoden. Zwar kommt manches -- z. B. seine Zeit bei der F.A.Z. -- etwas zu kurz, gleichwohl können andere Abschnitte dafür entschädigen: Die Begegnungen mit Mitgliedern der Familie Mann, sein Porträt Wolfgang Koeppens oder die jahrelange und letztlich doch gebrochene Freundschaft zu Joachim Fest werden unterhaltsam wie sensibel geschildert. Mein Leben ist ein Buch über das Gezeichnetsein durch die Schrecken des Dritten Reiches und über persönliche Enttäuschungen. Es ist aber auch ein Buch über glückliche Augenblicke, sowie über die Liebe, und zwar die zu seiner Frau und -- natürlich -- zur Literatur. Marcel Reich-Ranicki hat im Grunde alles erreicht, was ein Kritiker erstreben kann: Er wurde zum bedeutendsten und einflussreichsten Kritiker seiner Zeit. Nach wie vor ist er gefürchtet und respektiert -- doch kaum geliebt. Vor allem aber ist er eins geblieben: ein Außenseiter. Und man spürt über die 560 Seiten hinweg, wie sehr ihn das geschmerzt hat. So steht gegen Ende des Buches nicht zufällig ein Zitat des von ihm geschätzten Friedrich Schlegel, das Reich-Ranicki auf sich selbst bezieht: "Man findet mich interessant und geht mir aus dem Wege... Am liebsten besieht man mich aus der Ferne, wie eine gefährliche Rarität." --Alexander Simon
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Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben - und jetzt verfilmt!!! -
Erfahrungsbericht von giselamaria über Mein Leben / Reich-Ranicki, Marcel 22. August 2008
Produktbewertung des Autors:
Niveau:
anspruchsvoll
Stil:
ausschmückend
Unterhaltungswert:
sehr hoch
Wie ergreifend ist die Story?
sehr ergreifend
Informationsgehalt:
sehr informativ
Aufmachung:
schön
Pro:
literarisch hervorragend geschriebene Biografie
Kontra:
nichts
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Heute, nachdem die Verfilmung dieses Werks im TV gesendet wurde, aktualisiere ich diesen Bericht insoweit, dass ich meine Meinung zum Film äußere.
Der Autor
Marcel Reich-Ranicki kommt am 2. Juni 1920 in Wloclawek/Weichsel als drittes Kind seiner Eltern David und Helene Reich zur Welt. Der Vater Pole, die Mutter Deutsche; beide sind Juden. Er übersiedelte 1929 mit seinen Eltern nach Berlin, dort wird er 1920 im Gymnasium eingeschult. 1938 verließ er die Schule mit dem Reifezeugnis. (Abitur) Weil er Jude ist darf er nicht studieren und beginnt deshalb eine Kaufmannslehre.
Aber schon kurze Zeit später wird er noch im gleichen Jahr verhaftet und nach Warschau deportiert. Als die Deutschen 1940 mehr als 400.000 Juden im Warschauer Ghetto zusammenpferchten, umgeben von einer drei Meter hohen Mauer, wird M.R.R. vom Judenrat als Übersetzer beschäftigt Dort lernt er seine Frau Teofila (Tosia) Langnas, kennen, sie heirateten 1942.
Meine Zusammenfassung
Der Satz seiner Lehrerin in Polen, als er sich als Neunjähriger von ihr verabschiedet: "du fährst, mein Sohn, in das Land der Kultur!" und seine Erfahrungen und Erlebnisse dann in diesem Land der Kultur, in Berlin, begleiteten ihn sein Lleben lang.(Im Film sagt das seine Mutter; mag sein dass das verändert wurde, kann aber auch sein dass ich das verwechselt habe)
Auf der einen Seite seine uneingeschränkte Bewunderung der deutschen Literatur, aber auch der Musik, und auf der anderen Seite der barbarische Umgang mit ihm, als Jude, ließ ihn immer widersprüchliche Gefühle entwickeln. Wobei die guten Gefühle und Liebe zur Literatur und Kultur im Allgemeinen aber immer im Vordergrund blieben.
Die Nachkriegszeit erlebt er in Polen, wird Kommunist. Er wird Konsul in England - für pol. Geheimdienst tätig - .
(hier gibts im Film sehr vieles Informationen, die ich hier ausgelassen habe)
1958 kehrte er mit seiner Familie nach Deutschland zurück. Zunächst mittellos und in einem möblierten Zimmer hausend, schreibt er bald für große Zeitungen, und er entwickelt sich zum Literaturkritiker.
M.R.R. erzählt in seinem Buch gemäß seiner temperamentvollen Art, humorvoll trotz des eigentlich sehr ernsten und ja teilweise tragischen Inhalts, gespickt mit Anekdoten sein sehr ereignisreiches Leben. Er war einige Zeit bei der "ZEIT", später bei der "Frankfurter Allgemeinen" als Literaturchef.
Er erzählt interessante Begegnungen mit Bertold Brecht und Anna Seghers, Ingeborg Bachmann, Elias Canetti und Thomas Bernhard, Heinrich Böll, Günter Grass, Max Frisch, Wolfgang Koeppen und vielen anderen. M.R.R. erzählt bewundernd und auch kritisch von der deutschen Literatur, aber auch von der Musik deutscher Komponisten. Er ist neben der Literatur auch ein großer Kenner und Liebhaber klassischer Musik.
Aber sein Hauptaugenmerk war immer auf die deutsche Literatur gerichtet. Er las zwar mal englische, französische oder amerikanische Literatur, aber seine Liebe galt einfach der deutschen Literatur. Und er kennt nicht nur eine Unmenge von Autoren, sondern auch unzählige Werke in der Literatur. Er lässt auch keine Amouren aus, die seine Ehe zeitweise belasten, aber auch seine ewige Treue seiner Frau gegenüber, die gegenseitig ist, bestimmt sein ganzes Leben. Mit Treue versteht er nicht die sexuelle Treue. Sie haben einen Sohn. (auch hier das im Film deutlicher)
Meine Meinung
Ich kannte M.R.R. bereits aus der Sendung "Literarisches Quartett", ich habe kaum eine Sendung versäumt. Und hier fiel er mir schon besonders auf; seine ehrliche und oft recht krass geäußerte Kritik über verschiedene Bücher beeindruckte mich. Und viele der von ihm positiv beurteilten Bücher habe ich gelesen. Aber auch von ihm *zerrissene Bücher*.
Seine Biografie "Mein Leben" ist von Anfang an sehr spannend, liest sich wie ein Krimi. Und was mich besonders beeindruckt hat, sind die Schilderungen über Begegnungen mit berühmten Schriftstellern.
Was hervorzuheben ist, ist die eigentlich bescheidene Einschätzung seiner Person. Ja, doch, sie ist bescheiden! Und ganz außergewöhnlich auch seine *trotz allem* überragende Liebe zu den Deutschen und die Begeisterung über deutsche Schriftsteller! Ehrlich schildert er seine Erlebnisse und Gefühle, ob im Getto in Warschau, in Berlin als Schüler, nach dem Krieg in Polen, nach 1958 in Deutschland als Mitarbeiter bedeutender Zeitungen.
Ganz besonders dankbar bin ich über die Empfehlungen von Büchern, die ich bis dahin noch nicht gelesen hatte und die ich mir fast alle mittlerweile gekauft habe; es hat mich keins der von ihm empfohlenen Bücher enttäuscht, sondern ich teile voll und ganz seine Bewunderung für diese Literatur. Das heißt also, man (ich) kann sich (mich) auf sein Urteil über Literatur verlassen; und hier ist auch sehr hilfreich seine Schilderung über die jeweiligen Schriftsteller, was das Lesen eines Buches natürlich positiv beeinflusst, ja direkt motivierend wirkt.
Sein Schreibstil in seiner Biografie ist einfach, sehr gut verständlich, dramaturgisch hervorragend aufgebaut, und er versteht es natürlich meisterhaft, den Spannungsbogen über das ganze Buch bis zum Ende zu erhalten, ja sogar immer wieder noch zu verstärken. Seine Biografie (565 Seiten) gehört für mich zu den besten Biografien, die ich gelesen habe; beleuchtet sie doch über Jahrzehnte hinweg ein Leben vor politischen, literarischen Hintergründen, nicht zuletzt auch die Gegebenheiten und Verfahrensweisen in bedeutender Printmedien.
Im Anhang sind alle Personen aufgelistet, die genannt werden, mit der Seitenzahl versehen, wo sie genannt werden.
Und nach dem "Genuss" der Verfilmung dieses außergewöhnlichen Buchs (zumindest für mich) habe ich diesen Bericht noch mal nach oben geholt.
Wie im Buch beschrieben, werden hier die ganzen Stationen seines Lebens im Film gezeigt. Und zwar sehr hervorragend gelungen, in meinen Augen.
Was mir besonders im Film gefällt, ist die Hervorhebung des Buches der Anna Seghers: Das siebte Kreuz.
Im Buch fiel mir das nicht so ins Auge.
Aber hier fiel mir wieder ein, wieso ich fast alle Bücher dieser Autorin gelesen habe, mittlerweile; ging anfangs genau auf seine Empfehlung hinaus.
Und auch die Begegnung mit Böll hat mir im Film sehr gut gefallen.
weitere Erfahrungsberichte
Sein Leben... Bewertung fürMein Leben / Reich-Ranicki, Marcelvon
suppengirl
Pro: unterhaltsam und flüssig geschrieben, tiefe Einblicke in ein außergewöhnliches Leben Kontra: Literatur steht manchmal zu sehr im Vordergrund
Marcel Reich-Ranicki ist wohl eine der kontroversesten Personen des öffentlichen Lebens in Deutschland. Man liebt ihn oder man hasst ihn. Seit er letztes Jahr Sigrid Löffler aus dem "Literarischen Quartett" regelrecht hinaus geekelt hat, sind diese beiden Standpunkte wohl noch extremer geworden. Als ich die damaligen Geschehnisse verfolgt habe, drohte meine Wertschätzung für Herrn Ranicki ebenfalls zu wanken. Da ich aber eben zu der Zeit sein Buch ... ...waren, denn besonders eines lernt man durch die Lektüre der Autobiographie zu verstehen: Marcel Reich-Ranicki LEBT Literatur, alles andere tritt für ihn in den Hintergrund. Arrogant, rechthaberisch und unendlich von sich selbst überzeugt ist er, wenn es um die Literatur geht. Wenn man sich auf diesem Gebiet mit ihm anlegt, darf man nicht zu zart besaitet sein, denn vermeintlich persönliche Angriffe von ihm, haben im Laufe der Jahre nicht nur Sigrid ...
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Pro: tiefe Einblicke in die Zeithistorie und in den MENSCHEN Reich-Ranicki Kontra: eventuell zu emotionslose Befassung mit der Nazi-Zeit / Die Zeit nach '66 kommt meiner Meinung nach zu kurz.
Menschen, deren Dasein davon lebt sich in der Öffentlichkeit über andere spottend, wie schimpfend herzumachen, sind in der Regel allzu ungeliebte Personen. Eine (Auto-)Biographie bringt so doch Klarheit in das Persönlichkeitsbild und das Charisma des wohl bedeutsamsten Kritikers der Nachkriegszeit.
.:| Vorwort - Zum Author |:.
Das Buch lieh ich mir von meiner Tante aus. Als frisch aus der ... ...auch sein fieses Konterfei auf dem Buchsdeckel konnte mich nicht abschrecken doch eifrig mit dem Lesen zu beginnen. Obwohl ich doch relativ jung und unerfahren scheine habe ich eine durchaus angemessene Vorbildung und durfte mich glücklich schätzen 100% der im Buch benannten Autoren mindestens einmal "angelesen" zu haben und mir sofort nach der Lektüre die darin empfohlenen sowie mir nicht bekannten Werke (z.B. Transit, Anna Seghers) sofort gekauft. ...
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...Ein wahres Meisterwerk, das muss man sagen. Ich kann jedem diese Lektüre nur dringend empfehlen. Jeder kann ein klein wenig über das Leben und seine unergründlichen Wege lernen. Jeder kann für sich etwas mitnehmen und das ist sicher das wichtigste an dieser Geschichte.
Marcel Reich-Ranicki
MEIN LEBEN
Dtv-Verlag ...
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Pro: Deutsche (Literatur-)Geschichte lebding und zum Greifen nah Kontra: Wer dieses Buch schreiben konnte, braucht auf dem Begriff "intellektuel" nicht mehr herumreiten ;o)
Marcel Reich Ranicki ist in meinen Augen ein talentierter Kritiker mit scharfem Verstand und beeindruckender Ausdrucksfähigkeit und ein nicht weniger talentierter Autor.
In seiner Biografie "Mein Leben" packt er den Leser mit in seine Welt, die er bis ins kleinste Detail zum Leben erweckt. Beeindruckend detailliert, sachlich und vorallem beeindruckend fair, gegenüber allen Parteien, steht längst nicht nur seine private Vergangenheit, aus längst ... ...wichtigsten Daten über die deutsche Vergangenheit entnommen, so wird man sich während dem Lesen von "mein Leben" dabei ertappt fühlen, wie wenig man eigentlich weiß. Alle paar Seiten fühlt man sich in seinem Wissen bestätigt, kennt man ja alle Fakten. Umso härter trifft einen immer wieder die Tatsache, dass man zwar die Fakten, aber längst nicht die erschreckende Wahrheit kennt, die man nur kennen kann, wenn man weiß wie es ist in jener Zeit zu Leben.
...
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Pro: sehr interessant, sehr kurzweilig und gut geschrieben Kontra: der Preis für die gebundene Ausgabe (ca. 25€)
„Etwas über 550 Seiten, das alles zu e i n e m Mann?!“ Das mag sich so mancher fragen. Doch handelt es sich hier um einen außergewöhnlichen Mann, ein Mann, der einen beispielhaften Aufstieg, einen beachtlichen Werdegang hinter sich hat. Ein Mann, der trotz der Verbrechen, die man an ihm und seinem „Volk“ verübte, doch die Liebe zum deutschen – zur deutschen Sprache, Literatur und Musik, immer in seinem Herzen trug. Ein Mann, der von sich selbst behauptet, ... ...Mann, der mindestens genauso, wie er umstritten ist, auch bewundert wird, in einem Satz: ein Mann, der mehr als 500 Seiten wert ist.
Ich bin kein besonderer Bewunderer von ihm, Marcel Reich-Ranicki, einem der wohl größten und bedeutendsten Literaturkritiker unserer Zeit. Seine Biographie „Mein Leben“, erschienen in der Deutschen Verlags Anstalt Stuttgart München, war ein Geschenk, dass ich, dankbar erhalten, erst einige Jahre nach seinem Erhalt ...
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Pro: Wenn Ihr das Buch lesen wolltet, hört es Euch doch einfach an...! Kontra: hm?
...mit Mitgliedern der Familie Mann, sein Porträt Koeppens oder die jahrelange und letztlich doch gebrochene Freundschaft zu Joachim Fest werden unterhaltsam geschildert. "MeinLeben" handelt über das Gezeichnetsein durch die Schrecken des Dritten Reiches und über persönliche Enttäuschungen. Es geht aber auch um glückliche Augenblicke, sowie über die Liebe, und zwar die zu seiner Frau und -- zur Literatur.
Reich-Ranicki hat im Grunde alles erreicht, was ein Kritiker erstreben kann: Er wurde zum einflussreichsten Kritiker seiner Zeit. Nach wie vor ist er gefürchtet und respektiert. Vor allem aber ist er ein Außenseiter geblieben. Und man kann spüren, wie sehr ihn das geschmerzt hat. So steht gegen Ende des Buches nicht zufällig ein Zitat von Friedrich Schlegel: "Man findet mich interessant und geht mir aus dem Wege... Am liebsten besieht man mich aus...
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......muß es für das Kind, später den Jugendlichen und Erwachsenen Hans-Jürgen Massaquoi gewesen sein, in Zeiten eines nationalsozialistischen Deutschlands als dunkelhäutiger Nicht-Arier gelebt haben zu müssen. Wer sich „MeinLeben" von MarcelReich-Ranicki einst zu Gemüte führte, bekam - sofern es noch nötig war - u.a. die Verfolgung und Vernichtung der Juden durch die Nazis plastisch vor Augen geführt. „Neger, Neger, Schornsteinfeger" hingegen schildert - stellvertretend - die Sorgen und Überlebensnöte anderer, aufgrund ihrer „unreinen" Rasse Verfolgter, über die unsere Geschichtsbücher wenig hergeben. Und so wurde dieses Buch zu einem fesselnden, auch vorhandene Wissenslücken stopfenden und eigene Vermutungen bestätigenden Werk. Der Schreibstil des Autors ist flüssig und läßt bei weitem keine Langeweile aufkommen. Aber...
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Pro: Auch Worte können eine durchaus wirkungsvolle Medizin sein Kontra: unerwünschte Nebenwirkungen wurden bisher nicht beobachtet
...- dessen Quintessenz ich den Lesern dieses meines Beitrags natürlich nicht vorenthalten möchte.
In seiner Autobiographie ?MeinLeben? beschreibt MarcelReich-Ranicki die Abschrift der Kästnerschen Hausapotheke wie folgt:
Zitat:
Ein Mädchen, das Teofila hieß, aber Tosia genannte wurde ? Tosia also hat Kästners ?Lyrische Hausapotheke? für mich von Hand kopiert. Sie hat die Gedichte auch illustriert und schließlich die Blätter sorgfältig geheftet. Das so entstandene Buch erhielt ich zu meinem einundzwanzigsten Geburtstag, am 2. Juni 1941, im Warschauer Getto. War mir je ein schöneres Geschenk zugedacht worden? Ich bin nicht sicher. Doch nie habe ich eins bekommen, auf das mehr Mühe verwendet wurde --? und mehr Liebe.
+++++++++
Erich Kästner, den Reich-Ranicki einmal in den fünfziger Jahren in München traf und ihm von dieser...
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hilfreich 17.01.2001
(18.04.2003)
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