Mein kurzer Sommerurlaub 2009

5  19.08.2009

Pro:
Es gab viel zu sehen und zu erfahren

Kontra:
Der Hintern tat mir schon etwas weh

Empfehlenswert: Ja 

Cerveth87

Über sich: Hallo zusammen und danke für die tollen Bewertungen!!! PS: Jeder hier verdiente Cent kommt dem Wo...

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Mein kurzer Sommerurlaub 2009
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Ich habe meinen Urlaub dazu genutzt das Südbrookmerland, meine Heimat, zu erradeln und so mit auch etwas über die Geschichte der Gemeinde zu erfahren. Denn warum soll man viele 1000 km weit reisen wenn man ein wunder schönes Fleckchen Erde vor der Haustür hat.
Als habe ich mein Fahrrad genommen und meine Heimat etwas genauer betrachtet.

Die Gemeinde Südbrookmerland
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Die Gemeinde Südbrookmerland setzt sich aus den Ortsteilen Bedekaspel, Forlitz- Blaukirchen, Wiegboldsbur, Theene, Georgsheil, Engerhafe, Victorbur, Moordorf, Münkeboe und Moorhusen zusammen, und existiert in dieser Form seit dem 1.7.1972.
Die größte Ausdehnung des Gemeindegebiets in Nordsüdrichtung beträgt etwa 15 km und in Ostwestrichtung etwa 10 km. Südbrookmerland umfasst eine Fläche von 98 qkm, davon sind etwa 72 qkm landwirtschaftliche Nutzfläche, 8 qkm Wasserflächen, 11 qkm sind bebaut und 7 qkm sind anders genutzte Flächen, wie Verkehrswege, Wasserläufe und ähnliches.
Neben der Landwirtschaft und kleineren Gewerbebetieben, die das allgemeine Wirtschaftsleben in Südbrookmerland bestimmen, hat sich der Fremdenverkehr, vor allem in den Ortsteilen Bedekaspel und Forlitz- Blaukirchen, in den letzten Jahren zu einem wirtschaftlichen Faktor entwickelt.

Mit dem Fahrrad durch Südbrookmerland
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Mein Wohnort befindet sich in Engerhafe, hier starten und enden meine Radtouren durch die Gemeinde.
Engerhafe ist ein beschauliches kleines Dorf mit etwa 600 Einwohnern. In frühen urkundlichen Erwähnungen von 1250 und 1276 wird Engerhafe als „Buta-ee“ (außerhalb, jenseits der Ehe, eines kleinen Flüsschens) und als „Uthengrahove“ erwähnt. Uthengrahove ist demnach wie „Marienhove“ (Marienhafe) ein Platz gewesen an dem Gericht gehalten wurde.

-Die erste Radtour:-
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Meine erste Radtour habe ich erst am Mittag begonnen, da das Wetter am Vormittag noch nicht so schön war.
Mein Weg führte mich durch den Engerhafer- Loog, dem größten Teil von Engerhafe, und weiter in die Meeden hinein.

In den Engehafer- Meeden sind noch heute ansatzweise die Deiche aus frühren Zeiten aufzuspüren. Im Mittelalter reichte die Leybucht noch bis tief ins Landesinnere, und die Deiche dienten dem Schutz vor immer wiederkehrende Hochwasser und Sturmfluten.

Am Ende des Hauptmeedewegs bog ich nach links auf den Punger Weg ab und fuhr nun in Richtung Abelitz.

Abelitz ist der westlichste Teil des Südbrookmerlandes, namensgebend war ein kleines Flüsschen, welches schon im Mittelalter eine wichtige Rolle bei der Entwässerung spielte.

Als nächstes fuhr ich entlang der Emder Straße in Richtung Georgsheil, dem Dreh- und Angelpunkt von Südbrookmerland. Von hier aus lassen sich Emden, Norden und Aurich auf direktem Weg erreichen.
Am Industriegebiet

Bilder von Mein Sommerurlaub 2009
  • Mein Sommerurlaub 2009 In den Meeden
  • Mein Sommerurlaub 2009 Wigboldsbur
  • Mein Sommerurlaub 2009 Das Gaswerk
  • Mein Sommerurlaub 2009 Engerhafe
Mein Sommerurlaub 2009 In den Meeden
In den Meeden findet man an jeder Ecke die "Schwartzbunten".
überquerte ich die Emder Straße und folgte der Schöpfwerkstraße bis zum Großen Meer, in Bedekaspel.
Rund um das Große Meer erstreckt sich ein Erholungsgebiet mit vielen Freizeit- und Sportmöglichkeiten. Hier habe ich auch eine kleine Pause eingelegt und mir im Meerwarthaus Ubben eine Tasse Tee gegönnt.
Nach dieser kleinen Pause habe ich mich auf den Weg Richtung Wiegboldsbur gemacht.

Schon von weitem ist die große Mühle, das Wahrzeichen des Ortes, zu sehen. In dieser Mühle wird vom Mühlenverein eine Teestube betrieben, welche Sonntags für Gäste geöffnet ist. Auch ein Besuch im gegenüberliegenden Woldenhof lohnt sich.

Mein weitere Weg führte mich nun durch Theene, einem beschaulichen Dorf mit vielen Bauernhöfen links und rechts der Forlitzer Straße, welcher ich bis nach Uthwerdum folgte.
Nun hatte ich die viel befahrene Auricher Straße zu überqueren, was dank der neuen Ampelanlage kein Problem mehr darstellt.
Ich fuhr nun weiter entlang der Uthwerdumer Straße bis hin zum Georgsheiler Weg, welchem ich bis zur Brückstraße folgte. Nun war es nicht mehr weit bis nach Hause. Ich musste nur noch der Brückstraße folgen, und links auf dem Kirchwyk weiter bis nach Engerhafe fahren.

- Die zweite Radtour: -
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Bevor ich die zweite Radtour in angriff genommen habe, habe ich mir erst mal einen Tag ruhe gegönnt. Es war mir einfach zu heiß zum Radfahren, so das ich mir ein schattiges Plätzchen im heimischen Garten gesucht habe.

Meine zweite Radtour sollte nicht so sehr lang werden, aus diesem Grund habe ich den Weg über Fehnhusen nach Oldeborg, von dort aus weiter nach West- Victorbur und dann über Uthwerdum zurück nach Engerhafe gewählt.
Mein Weg führte mich erst einmal heraus aus Engerhafe und dann nach links an der Norder Straße entlang bis nach Siegelsum. Dort überquerte ich dann die Norder Straße und fahre über den Diekweg nach Fehnhusen.

Fehnhusen ist ein kleines Dorf mit einigen schönen Bauernhöfen. Wer entlang des Weges aufmerksam die Landschaft betrachtet, der kann unweit des Wilde- Äcker- Wegs auch eine kleine Besonderheit entdecken. Hinter einer niedrigen Hecke, unter zwei großen Bäumen finden sich dort zwei alte Gräber.

Mein Weg führte mich nun weiter auf der Burgstraße in Richtung Oldeborg.

Wie der Name Oldeborg schon verrät stand hier einst eine Burg, welche im 13. Jahrhundert vom Bischof von Münster in Auftrag gegeben wurde. Die Burgstelle findet sich am Ende der Burgstraße, wo eine Schautafel das Historische Oldeborg zeigt.

Mein weiterer Weg führte mich nun ein kleines Stück über die Oldeborger Straße und dann nach Rechts auf den alten Postweg, welcher sich bis nach West- Victorbur schlängelt. Am Ende des alten Postwegs befinden sich auch ein Arzt, eine Apotheke und ein Kleidergeschäft, welchem ich natürlich einen kleinen Besuch abgestattet habe. Auch ein Combi- Verbrauchermarkt und ein Schlecker sind hier ganz in der Nähe zu finden.
Von dort aus folgte ich dann der West- Victoburer Straße in Richtung Uthwerdum. In Uthwerdum bin ich dann auf den Georgsheiler Weg abgebogen und folgte diesem bis zur Norder Straße, welche ich dank der Ampel schnell überqueren konnte. Von Georgsheil aus, der Name bezieht sich übrigens auf König Georg V., welcher hier oft durchreiste, führt mich mein Weg nun zurück nach Engerhafe.
Für diese Radtour benötigt man nicht viel mehr aus eine Stunde, welche sich jedoch schon wegen der zahlreichen optischen Sinneseindrücke lohnt.

- Die dritte Radtour :-
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Für meine dritte Radtour hatte ich mir vorgenommen das Moormuseum in Moordorf zu besuchen.
Ich bin also erst einmal entlang der Norder Straße in Richtung Georgsheil gefahren.

Georgsheil ist seit je her ein wichtiger Punkt in Südbrookmerland. Bereits um 1844 trafen an der „Drehangel“ mehrmals am Tag die königlichen, gelben Postkutschen und die langgestreckten Omnibusse aus Aurich, Emden und Norden zusammen.

Von Georgsheil aus führte mich mein Weg weiter durch Theene, welches auch durch die gepflegten Vorgärten sehr schön anzusauen ist, bis nach Wiegboldsbur. An der Mühle bog ich dann auf die Ekelser Straße ab und folgte ihrem Verlauf durch Neu Wiegboldsbur, dann durch Hinter Theene und schließlich durch Neu Ekels, bis ich Moordorf erreichte.

Die Geschichte von Moordorf begann im Jahre 1767. Damals war Ostfriesland unter der Herrschaft Preußens. Der siebenjährige Krieg (1756- 1763) war beendet. König Friedrich II. hatte 1765 das Urbarmachungsedikt erlassen: Danach vielen die wüsten, unbebauten Heidefelder und Moore an die Krone, wurden von dieser aufgeteilt und zwecks Kultivierung an Siedlungswillige vergeben.
Die ersten Siedler kamen aus den Nachbargebieten. Später waren es Menschen aus dem ganzen ostfriesischen Raum und später auch darüber hinaus, die sich in der Kolonie Moordorf niederließen. Eine Strafkolonie (oder was böse Zungen sonst noch behaupten) war Moordorf nie gewesen.
Nach 100 Jahren waren über 130 Familien in Moordorf ansässig, davon stammten Zweidrittel aus Ostfriesland. Die Entstehung und Entwicklung von Moordorf vollzog sich unter unsagbaren Schwierigkeiten.
Als Ursachen hierfür sind einerseits fehlende Entwässerungsanlagen zu nennen – Die Besiedelung begann 1767, aber erst 100 Jahre später wurde der erste Kanal gebaut! – andererseits waren die staatlichen Stellen bei der Auswahl der Siedler sehr nachlässig. Viele der Siedler hatten nur unzureichende Kenntnisse von der Moorkultivierung.
So verfielen die meisten Moordorfer mit ihrer unergiebigen und unsicheren Moorbrandkultur bald in bitterste Armut, während sich in den Fehndörfern blühendes Leben und wachsender Wohlstand einstellten.
In einer Redensart, die noch heute in Moordorf geläufig ist, wird das Schicksal der ersten Siedlergenerationen drastisch aber zutreffend ausgedrückt: „Dem Ersten der Tot, dem Zweiten die Not, dem Dritten das Brot!“ Armut und Not haben auch noch zu beginn des 20. Jahrhunderts das Leben in Moordorf bestimmt. Erst in den fünfziger Jahren sind die letzten Lehmhütten verschwunden.

Über den Schleusenweg und der Straße Victorburer Moor gelangte ich dann recht schnell zum Moormuseum.
Im Moormuseum bekommt man einen guten Eindruck davon wie es 1767 in Moordorf war, als die ersten Siedler hier ihr Glück suchten.
Nach dem Besuch im Moormuseum machte ich mich wieder auf den Nachhauseweg. Ich fuhr den Weg zurück welchen ich gekommen war und folgte dann dem Fahrradweg entlang der Auricher Straße zurück nach Georgsheil und von dort entlang der Norder Straße zurück nach Engerhafe.

- Die vierte Radtour :-
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An meinem fünften und letzten Urlaubstag beschloss ich noch mal eine größere Tour zu machen. Da ich Moorhusen noch nicht besucht hatte, stand für mich schnell fest das ich dorthin radeln würde.

Ich schnappte mir also ein letztes Mal mein Fahrrad und fuhr in Richtung Oldeborg. Vor der Oldeborger Grundschule, welche ich von 1994- 1998 selbst auch besucht habe, bog ich auf den Oldeborger Moorweg ab. Am Ende dieser Straße folgte ich dann der Moorburger Straße weiter, bis zur Tom- Brook- Straße. Ich bog nun nach rechts ab und folgte der Tom- Brook- Straße bis zum Rüskeweg, welcher ich bis nach Moorhusen hinein folgte.

Bei dieser Gelegenheit besuchte ich meine alte Hauptschule am Hundertdiematsweg, dort wird zur Zeit recht viel gebaut. Ich hätte die schule kaum wiedererkannt wenn ich nicht genau gewusst hätte das ich am richtigen Ort bin.

Nach diesem kurzen Stop folgte ich dem Rüskeweg weiter und bog bei der Fleetjer- Mühle, welche zwischen 1852 und 1854 errichtet worden war, auf die Upender Straße ab.

In der Nähe der Fleetjer- Mühle befindet sich auch das Freilichtmuseum Münkeboe, mit einer sehr interessanten Ausstellung zum alten Handwerk.

Über die Upender Straße fuhr ich nun wieder in Richtung Oldeborg. Über die Oldeborger Straße und schließlich über den Kirchwyk gelangte ich dann wieder nach Engerhafe.

Mein Wort zum Schluss
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Eines habe ich festgestellt, als ich kreuz und quer durch Südbrookmerland geradelt bin, die Gemeinde ist eine wahre Augenweide. Hier gibt es eine sehr vielfältige und wunderschöne Landschaft zu sehen. In Südbrookmerland sind nahezu alle ostfriesischen Landschaftsformen zu finden, Marsch und Geest, Moor- und Heideflächen.
Auch die Menschen die hier leben sind sehr freundlich, überall wird man mit einem fröhlichen „Moin“ gegrüßt.
Während meiner zahlreichen Pausen, welche ich immer an besonders schönen Orten gemacht habe, bin ich recht oft mit älteren Menschen ins Gespräch gekommen. So habe ich so manches über meine Heimat in Erfahrung bringen können. Und auch der Besuch im Moormuseum Moordorf war sehr interessant und aufschlussreich.
Ein anderer positiver Effekt meiner Radtouren war, das ich knapp 3 Kilo, in 5 Tagen abgenommen habe.
Ich kann es jedem nur empfehlen sich im Urlaub, oder auch mal am Wochenende, einfach mal auf den Drahtesel zu schwingen und eine ausgedehnte Radtour zu machen. Für die Gesundheit ist es auf jeden Fall gut.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
bambie34

bambie34

29.10.2011 12:38

BH

esposa1969

esposa1969

17.03.2011 13:07

bh

RuHe2310

RuHe2310

01.09.2009 23:37

sehr viel Liebe zur Heimat höre ich hier heraus - heute kann ich Dir endlich das verdiente BH überreichen und viele liebe Grüße

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