Mein Sommerurlaub 2009

5  27.08.2009

Pro:
Jeder Tag ist ein neuer Tag

Kontra:
Wenn, ja wennn .  .  .  .

Empfehlenswert: Ja 

jr4478

Über sich: Noch 303000 bis Schwarz! Hallo Uli, wir haben unseren Steuerbescheid. Null null null und keine Sorge...

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Mein Sommerurlaub 2009

====Vorwort und gleich weiter:

Ja, noch bin ich im Urlaubs fähigem Alter. Das bedeutet im Klartext, meinen Urlaub muss ich bei meinem Arbeitgeber beantragen. Meine Geli hat es da schon leichter. Sie ist in Altersteilzeit und hat die Freistellungsphase erreicht. Mir stehen 31 Tage plus 5 Tage für Schwerbehinderte zu. Also 36 Tage. Damit das Urlaubsjahr zu bestücken, bis für mich persönlich kein Problem. In unserer Abteilung gibt es dies bezüglich keinerlei Hemmnisse. Und damit kann das Urlaubsjahr beginnen.
Und es beginnt meist mit einer Buchung. Unsere Ferien waren, wie kann es anders sein, für die Insel Fanö geplant.

Bereits im Herbst haben wir uns bei unseren Vermieter des letzten Jahres gemeldet. Aber auch nach der zweiten Mail keine Antwort erhalten. Also wurde der örtliche Ferienhausvermittler zu Rate gezogen. Aber Dank Internet konnten wir schnell feststellen, es waren genau zu dem Zeitpunkt keine Sommerhäuser frei. Der Grund war das alljährliche Drachen Festival Fanö.

Damit gab es nun kaum noch eine Chance. Oder sollte es eine andere „Bleibe“ geben? Nach einigen Telefonaten mit Freunden bekamen wir einen Tipp. Fragt doch mal die Lis an. Wir gesorgten uns die Telefonnummer und das große Glück war bei uns. Uns wurde das Ferienhaus zugesagt.

Wer bereits mit Dänen „Geschäfte“ gemacht hat, weiß, dass die Dänen diesbezüglich sehr zuverlässig sind. Zum Verabredeten Ferienbeginn fuhren wir nach Dänemark auf unsere Insel Fanö.

Das Ferienhaus war gerade mal 2 Jahre alt und sehr gepflegt. Die Besitzerin allerdings war nicht vor Ort. Sie war selbst verreist und sonnte sich in Tunesien. Aber die Karin, ihre Nachbarin, gab uns den Schlüssel. Das Haus konnte bezogen werden.

Es war ein Gedicht. Aus Holz natürlich mit doppelter Außenwand sehr gut isoliert gegen Kälte und Hitze der Sonne. Die Innenwände alle weiß gekalkt. Der Fussboden nur mit weißer Seifenlauge gepflegt. Wunderschönen Teppichen aus allen Ländern. Der verstorbene Ehemann war Kapitän, und die jetzige Besitzerin war früher ebenfalls auf See. Aber auf Kreuzfahrtschiffen. Daher auch die vielen persönlichen Liebhaberstücke.

Es ist schon eine Freude, ein Haus zu bewohnen, dessen Besitzerin uns zwar diesmal nicht selbst begrüßen konnte, aber das nötige Vertrauen zu uns hatte.
Wir waren regelrecht Stolz auf das Haus und konnten uns von der ersten Minute an wohlfüllen.

Über die Fanö habe ich bereits viel geschrieben. Die Insel bietet einfach nichts für den verwöhnten All inklusiv Touristen. Für ihn kann diese Insel nur langweilig sein. Und das ist gut so. Denn 99 % Der Touristen sind Gäste, welche diesen schönen Flecken schon mehrfach besucht haben. Und immer wieder kommen. In 35 Jahren, so lange sind wir Gäste der Insel, haben wir eine neue Generation heranwachsen gesehen. Wir kennen uns und so einige Freundschaften sind entstanden. Nicht das wir jeden Tag Besuch haben, nein, das ist nicht unser Wunsch, aber wir bleiben stehen, reden miteinander, tauschen Gedanken aus. Sind traurig, wenn wir erfahren, dass der alte „General“ nicht mehr lebt oder freuen uns, wenn wir hören, dass der Sohn von Horst das Lokal so und so übernommen hat.

Was bietet die Insel? Ich sagte es schon: Nichts! Oder doch? Ja, genau das ist es. Die Insel bietet einfach alles. Es ist eine Freude, 12 Kilometer mit dem Tandem von Rindby nach Sonderho am Strand zu fahren. Das Meer rauscht, die Möwen sind hin und wieder zu hören, ja und der Wind spielt eine Melodie, die ganz leise aber mit einer Bestimmtheit lauschen lässt. Und viel Sucher sind unterwegs. Einige suchen Bernstein, andere suchen einfach nur. Aber finden kann jeder etwas. Ruhe! Allerdings gibt es einen kleinen Trick auch zu beachten. Nur bei parallel von Norden wehender Wind ist es sinnvoll, die Insel von Norden Richtung Süden am Strand mit dem Tandem oder Fahrrad zu befahren, ansonsten werden die Kräfte benötigt, sich gegen den Wind zu stemmen.

Im Winter gab es mal einen wahnsinnigen Sturm. Ich auf das Mountainbike und wurde vom Wind getrieben, mit Tempo 35 am Strand geschoben. Hei, das war was. Die viele Pfützen allerdings waren nicht immer ohne. Füße hoch und durch. Ja und damit war dann mein Pech besiegelt. Eine Pfütze war ca. 150 Tief. Eine Ausspülung. Ja, mein Glück war, die Füße vom Pedal und ich konnte, zwar triefend Nass, am Pfützen Rand hochspringen und mein gerade versinkendes Mountainbike noch wieder „retten!“.

Nach so einer Strandtour schmeckt dann ein Essen besonders gut. Zwar gibt es auf Fanö nicht an jeder Straße eine Speisemöglichkeit, aber die vorhandenen sind perfekt in Qualität und vor allem Auswahl.

Der kleine Ort Sonderho bietet alles für den Fußgänger. Autofahrer werden zwar akzeptiert, aber das Tempo wird dann von den Fußgängern bestimmt. Da muss ich die Dänen loben. Die Autofahrt durch so manche Straße wird nicht durch Schilder allein beruhig, nein, die Menschen zu Fuß sorgen für eine ruhigerer Gangart. Das gilt auch für Tandem und Radfahrer!
Probleme aber haben wir nie!

Die Rückfahrt von Sonderho ist dann etwas völlig anderes. Auf einen eigens angelegten Fahrradweg, etwas abseits der Hauptstraße, findet die Heimfahrt statt. Aber Achtung. Die Dänen fahren auch mit Motorroller auf diesen Rad Highway. Und noch etwas. Da habe ich die Dänen nicht ganz begriffen. Sie fahren gerne nebeneinander, der Hund läuft mit und als Entgegen kommender weiß ich oft nicht, was mache ich nun? Zu einem Unfall ist es zwar nie gekommen, aber das Selbstbewusstsein in solche einem Ausmaß, kenne ich eigentlich in Dänemark nicht. Als Tandem Radfahrer kommt dann oft von mir:

„Mensch, fahrt doch bitte hintereinander!“

Jetzt aber zum Rad Highway. Dieser Weg führt durch eine herrliche Landschaft. Zuerst dürfen wir den Geruch der saftigen Wiesen einatmen. Dann den Geruch der Schafe und Lämmer auf den Wiesen. Das Fanö Lamm hat nicht umsonst einen sehr guten Ruf. Die saftigen Wiesen mit den vielen Kräutern sorgen natürlich für eine wohlschmeckende Fleischqualität. Etwas weiter dann Kühe. Ja, richtige Kühe die noch Muh sagen können. Aber auch Pferde gibt es hier, die friedlich am Waldrand einen schattigen Platz gefunden haben und nur darauf warten, angesprochen zu werden.

Dann beginnt wieder ein anderes Geruchserlebnis. Die hügelige Heidefläche gefolgt von Kiefernwald. Hei, das ist jetzt ein besonderes Geruchserlebnis. Die Kiefer riechen einfach herrlich. Und wenn dann der Sturm im Frühjahr eine große Kiefer entwurzelt hat, ist auch die Erde zu riechen. Ein Geruchskonzert für die Sinne. Wer das nicht bemerkt, ja, dem kann wohl keiner helfen.

Zwischen durch kommen wir dann am Abzweig zum Pjearleberg. Das ist die höchste Erhebung der Insel. Ich erwähne das nur, weil auf dem Weg dorthin die Umrisse von einem riesigen Flugplatz noch erkennbar sind. Ein Flugplatz auf Fanö? Ja, zur Nazizeit wurde hier ein riesiger Flugplatz gebaut. Ich erwähne das aber nur, falls sich jemand über die Betonrandstreifen wundert. Denn auf denen lässt es sich gut fahren.

In unmittelbarer Nähe befindet sich auch ein riesiger Spielplatz. Nicht mit Designer Stahl und Beton Klettergerüsten und Schaukeln, nein, hier kommt das ins Spiel, dass in unmittelbarer Nähe einst wuchs. Knorriges Holt zu Skulpturen geformt, ergeben Phantasievolle Spielgeräte zum Klettern, und nur mal zum ausruhen, um dann weiter zu spielen. Der weiche Sandboden ergibt nur Sand in der Kleidung, schützt aber vor Verletzungen. Die Gemeinde Fanö hat schon was drauf!
Jetzt aber weiter gen Norden auf dem Fahrrad Highway. Nach der Kiefernwald GeruchsOase kommt wieder die Heidelandschaft und dann tauchen die ersten Ferienhäuser auf. Nach links hin sind die Alpen der Dünen zu erkennen und nach rechts erweitert sich der Blick Richtung Festland am Horizont und den Weiden gleich auf der anderen Seite der Straße.

Nach dem Kunstladen, der Abbiegung nach Rindby kommt links der Angel See. Ja, in der Tat, Fanö hat seinen eigenen Angel See. Zwar können Angler auch in Norbey die Angel auswerfen, aber für Liebhaber von Süßwasserfischen, ist der künstliche Angel See eine Bereicherung.

Jetzt will ich an dieser Stelle meinen Sommerurlaub beenden. Fanö ist für uns eine Leidenschaft. Ich habe schon viel über Fanö berichten können. Auch wenn ich schrieb, die Insel bietet nichts, so kann es nur so gemeint sein: Die Insel bietet nichts - langweiliges. Jeder Tag ist auf dieser Insel ein Tag mit Erlebnissen. Die kann uns keiner nehmen. Wir genießen jeden Tag auf neue, denn hier groß zu planen, würde nur Stress bedeuten. Hier kannst´e machen was Du willst. Kein Zwang, kein Stress.

===Eben einfach nur Sommerurlaub 2009.===

Ich danke herzlich für das Lesen und freue mich, wenn ich hier keine Abenteuer beschreiben, sondern einfach nur……´!

Bilder von Mein Sommerurlaub 2009
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
renol

renol

01.09.2009 07:44

wunderbar, sehr schöne Fotos, glg

tommy197

tommy197

31.08.2009 08:41

bh und lg.

tommy197

tommy197

29.08.2009 20:27

Für diesen eindrucksvoll geschilderten Bericht komme ich gern wieder. lg.

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