Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Eine Welt ohne Rechnungen, Beziehungsknatsch, dafür Geschenke |
| Kontra: |
man ist ein intellektuelles Nichts - vor allem die anderen |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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"Bist Du ein Junge oder ein Mädchen?", "Gehst Du noch in den Kindergarten" und "Oh wie fein, SO groß bist Du schon, daß Du in die Schule gehst", ja, das waren so meine Lieblingsaussprüche, die mir als Kind entgegengeschleudert wurden. Besonders der erste hat mir sehr gut gefallen. Was kann ich dafür, daß zu Beginn der Achtziger nicht nur Unisexfrisuren, sondern auch diese Ganzkopf-Wollmützen en vogue waren?
Aber ich war ja vom Style her nicht immer sooo daneben, neulich habe ich Fotos von mir gesehen und bemerkt, daß ich ja schon mit Drei ne geile Schlaghose hatte, wie ich sie heute noch gerne trage. Gut, man sollte vielleicht hinzufügen, daß man 1983 eigentlich keine Schlaghosen mehr trug. Aber ich habe halt die Sachen meines großen Bruders "aufgetragen", was ich damals aber eigentlich ganz ok fand.
Es gibt Dinge, die bleiben einem auf ewig im Gedächtnis. Es gibt so vieles, das sich in eine Kinderseele auf ewig einbrennt. So auch das unschlagbare warme Gefühl des spuckeangefeuchteten Tempotuchs an den Mundwinkeln. Vielleicht wurde bereits damals der Grundstein zu meiner Kaffee- und Zigarettensucht gelegt, wer weiß.
Vielleicht habe ich daher das Gefühl, niemals ein guter Vater sein zu können. Ich bin nicht tough genug, um meinem Scheißerchen mit einem angelullten Taschentuch die Eisschmocke vom Mund zu putzen. Und die Erfahrung mit dem kleinen Neffen meiner Ex, dem ich zur Unterstützung das Taschentuch an die Nase hielt, ehe der da mit Hochdruck einen Schwall Rotze hineinfeuerte, so daß ich merkte, wie sich dieser warme Klumpen langsam in meiner Handfläche verteilte, ja, die hat mich geradezu überfordert. Da ich dann eh für jeden Mist meiner Frau sagen würde "Schatz, mach Du dat mal", säße ich schon nach zehn Monaten bei Pro Familia und würde mir in Gesprächen meine Blockaden aufdröseln lassen und daher mache ich das, was ich bei Problemen meist tue. Ich lasse es ganz.
Der Kindergarten war eine wirklich schöne Zeit. Manchmal sehe ich noch meine alte Kindergärtnerin, et Ursel, ab und zu beim Einkaufen und die ist zumindest für mich nicht erkennbar gealtert. Mit der kam ich gut aus. Alle anderen Pädagoginnen habe ich gerne mal mit der Drohung erpreßt, daß ich gleich alles zerlege und vollkotze, wenn ich nicht stante pede von meinen Eltern abgeholt werde. Was sie leider wenig beeindruckt hat.
Manchmal frage ich mich, ob ich et Ursel nicht mal ansprechen soll. Ob sie wohl noch weiß, daß ich dieser Staubsaugerfanatiker war, der da 1984-86 beim Putzen geholfen und ständig die "Muntermacher-Platte" mit dem Haindling-Kiffersong "Spinn I" gehört hat, der da jetzt hochgewachsen, sonnengebankt im engen Retroshirt und Schlaghose und Fluppe in der Fresse vor ihr steht? Hm, vielleicht besser nicht, Leuten im Ruhestand sollte man nicht das Gefühl geben, daß alles irgendwie umsonst war.
Im Kindergarten habe ich eine Frau kennengelernt. Jessica E. Wir haben großspurig annonciert, mal im Kölner Dom zu heiraten, was mir auch heute noch auf Familienfesten auf die Backe gedrückt wird. "Ach ja, als Kind ist das ja so, will noch einer Torte oder Kaffee? Oder einen in die Fresse...". Das mit dem Dom geht ja eh nicht. Waren ja beide Evangelen. Ich hab sogar in der letzten Nacht im Kindergarten, wo wir alle spannenderweise übernachten durften, mit Jessica in einem Bett gepennt. Sie in sowas Gemustertem und ich in Biene-Maja-Bettwäsche. Komisch, dabei war Stechen damals noch gar nicht so mein Thema. Langsam verstehe ich Symbole aus der Vergangenheit.
An dem Abend gab es Hähnchenschenkel und dann gab's bestimmt noch ne Geschichte und schon damals machte ich die Erfahrung, morgens die Augen aufzuschlagen und mich zu fragen, wo ich wohl gerade bin. Damals blickte ich in die sonnendurchfluteten Räume des Kindergartens, heutzutage eher in stinkende S-Bahnen, auf Schilder mit der Aufschrift "Düsseldorf-Wehrhahn" oder viel zu kleine Studentenappartements.
Auch wenn mich Jessica samt ihrer nervtötenden Familie dann und wann anödete, so blieben wir doch befreundet bis zur dritten Klasse. Denn dann drängte sich Kirstin H. in mein Leben. Kirstin H. und Jessica E. haben eins gemeinsam: sie sind einfach unglaublich dick geworden und sehen aus wie tuppernde Dorftanten.
Mit Jessica E. verbrachte ich allerdings meinen ersten Schultag. August 1986, heißes Wetter. Gemeinschaftsgrundschule Fröbelstraße. Da waren aber auch viele Fröbels drauf, stimmt schon. Besonders die streitsüchtige A-Klasse mit drei Mortal-Kombat-Türken, die sich 1989 in einem spannenden Fußballfinale auf dem Bolzplatz unseren Künsten geschlagengeben mußte.
Schon vor meiner Einschulung stellte ich klar: Ich will einen Scout-Tornister und keinen Amigo. Amigo ist schwul. Ich weiß nicht mehr, wie ich das damals ausgedrückt habe, aber heute würde ich "schwul" sagen. Im Kaufhaus stellte ich allerdings gemeinsam mit meiner Mutter und meiner Omma fest, daß der Amigo den Scout im Tragekomfort um Längen schlug und mir zudem irgendwie besser gefiel. Aber wenigstens durfte es der blaue Amigo sein und nicht der rosafarbene, der aussah, als hätte Tiffy da draufgewichst, um den dann über Modeketten von Paris Hilton vertickern zu lassen.
Der Amigo hatte zudem den entscheidenden Vorteil, daß man ihn fast bis zur Kernschmelze vollpacken konnte, bis er einer Kugel ähnelte. Also Leute, wo kriegt man denn so eine robuste Qualität heute noch? Die Scouts waren dagegen ruckzuck im Arsch (und da gehören sie ja nicht hin) und splitterten dann. Ein Nachteil der Amigos war, daß sie nicht als Waffe zu gebrauchen waren. Wenn Du einem Vollhonk den Scout entgegengeschleudert hast, hatte der zumindest ein paar Schnittwunden oder eine dicke Beule.
Zu meiner Grundausstattung gehörte natürlich auch die Federmappe. Nein, kein Mäppchen - das kam bei mir erst in der Oberstufe zum Einsatz, einfach alles reinfeuern und alle unterschreiben lassen und irgendwas mit "Ficken" aufmalen. Sauber und ordentlich wurden da alle Stifte einsortiert. Das war so'n richtiger Klumpen, erinnerte an Papas Herrenhandtäschchen. Mit der Zeit merkte man aber, daß man eigentlich nur bestimmte Farben verwendete und so hatte ich dann am Ende des Schuljahres noch apfelgrün, zimtbraun und natürlich rosa im Angebot, schwarz, gelb und rot lagen allerdings traurig und abgelullt in der Mappe herum. Irgendwann schmiß man den ganzen Kram nur noch eilig in die Mappe, guckte, daß der Reißverschluß irgendwie zuging und packte das eilig weg. Öfter mal ragte dann ein Stift aus einer Ritze heraus, verlor durch den Anpreßdruck an den Amigo die Verschlußkappe und so sog sich dann eine Seite des Tornisters oder aber die phänomenale "Fibel" dick mit Tinte voll.
Diese Fibel habe ich übrigens gehaßt. Mich widerte wahrscheinlich schon damals diese ökologisch-ultralinke Political-Correctness-Scheiße an, die einem da auf jeder Seite entgegensprang. "Kemal kauft vier Pfund Kaffee", "Toni und Fine spielen mit dem Ball", "Hasso hat eine grüne Hundehütte", das waren so die Merkwürdigkeiten, die ich schon relativ schnell draufhatte. Deswegen ödete es mich ohne Ende an, wenn - unter anderem Jessica E. - auch nach dem zehnten Anlauf diese Pupsisätze nur herumstammelten, während ich gedanklich schon wieder beim Vorwerk-Vertreter war, den ich auf meinem Schulweg in unserer Siedlung gesehen hatte. Ich konnte schon im Kindergarten lesen, weil meine Mutter das gefördert hat. Sie hatte nämlich keine Lust mehr, mir ständig die Micky-Maus-Hefte vorzulesen. Einige Eltern und Supererzieherinnen fanden das den anderen Kindern gegenüber irgendwie unfair und pädagogisch kontraproduktiv.
Kirstin H. war auch der Brüller, sie war etwas verpeilt. Eines schönen Tages ging es um Wäschezeichen (um der Tatsache, daß es immer mehr sich selbst versorgende Schlüsselkinder gab, angemessen zu begegnen?) und als wir das große "P" durchnahmen, kam et Kirstin dran und verkündete stolz "Hier kann man parken!". Ja, Kirstin, vielen Dank. So nebenbei, Kirstin war unsere Unfallkönigin. Egal ob Wespenstich, HWS-Trauma nach einer gekonnten Varieté-Darbietung mit diesen geilen kippeligen Flötotto-Stühlen (die im Sommer braun auf weiße T-Shirts abfärbten) oder Armbrüche links, dann rechts und Sturz mit der Hand in einen Gullideckel, Kirstin war immer ganz vorne mit dabei.
Natürlich bekam ich auch eine Schultüte. Komischerweise kann ich mich an die Optik nicht mehr erinnern, ich glaube aber, es war halt so'n gelbes phallusartiges Pappteil. Muß mir wohl nochmal das Foto mit Jessica E. angucken, wie ich da mit so einer Unisex-Penisfrisur mit der in den Sommerhimmel grinse. Entsetzlich.
Viel interessanter ist ja auch der Inhalt, nicht wahr. Ich glaube, irgendwas in Richtung Kinderschokolade oder Ü-Ei und nicht so'n pädagogischer Scheiß wie bei anderen. "Wat has Du dann drin? Aah ja, 'n Appel, toll". Das Beste: ich bekam einen Wauzi. Kennt Ihr doch noch, oder? Das Wauzi-Lied haben wir beim Bund immer gesungen, wenn mal wieder einer rumgememmt hat: "Habe keine Mama, habe keinen Papa, niemand hat mich lieb". Ohne Witz, ich hätte damals bei der Werbung heulen können und auch heute berührt mich das irgendwie. Die guckten auch immer so traurig. Ich war damals schon zartbesaitet. Meine Mutter hat es sich neulich nicht nehmen lassen, meiner Nachbarin zu erzählen, daß ich schon als Kind bei Spieluhren geheult hätte, "eben weil dat so schööön war, wissense". Danke Mama. Das kriegst Du zurück, warte nur ab, irgendwann, wennste nicht damit rechnest...
Aber es stimmt. Wenn meine Ex ihrer Nichte so einen kleinen Kuschelbär mit ner Spieluhr angeworfen hat, mußte ich den Raum verlassen. Das ist wirklich eine Macke von mir. Sie hat das nicht verstanden. "Jetzt piss Dich nicht an, wegen so einer doofen Spieluhr", sprach da die Dame, die bei Titanic und Rosamunde-Pilcher-Filmen feuchte Augen kriegt. Genauso wie ich es ganz schwer ertragen kann, wenn Weihnachtslieder gespielt werden. Kann nicht erklären, woran das liegt, aber da werde ich so sentimental, daß ich wirklich flüchten muß. Mich zieht das total runter.
Aber zurück zum Wauzi. Den gab es in verschiedenen Farben und ich habe den schwarzen Wauzi bekommen. Wie alle meine Stofftiere (dürfte so um die 100 haben) habe ich auch diesen noch und das bleibt auch so. Wer Stofftiere wegwerfen kann, ist meiner Meinung nach ein schlechter Mensch. Der Wauzi bekam dann später eine selbstgehäkelte Leine und mein Bruder hat den dann mal an meinem Hochbett erhängen wollen. Arsch.
Ich war ja als Kind sehr für Handarbeiten zu haben. Sticken während der Fußball-EM, das war angesagt. Oder diese Mini-Webrahmen. Mein Bruder war der Meinung, daß man sich um meine sexuelle Orientierung Sorgen machen müsse und hat mich deshalb später mal an die hohe Kunst des Biertrinkens herangeführt. Apropos Handarbeiten, im Häkelkurs in der vierten Klasse hatten wir eine Referendarin namens "Frau Köpper-Heckmann". Obwohl gut erzogen, fragte ich sie, ob sie den Namen nochmal wiederholen könnte und von da ab nannte ich die dann "Kecker-Höppmann", "Kacker-Happmönk" oder "Köppen-Henksdran" oder so und ich bekam einen viereinhalbminütigen Lachflash, was Frau Kickes-Höppföhn etwas angepisst zur Kenntnis nahm.
Wauzi war aber nicht der einzige Hund, den ich da bekam. Meine Omma hatte noch einen beigen Kuschelhund gekauft, und zwar in einem Tabakladen auf unserer Einkaufsmeile. Den habe ich selbstredend auch noch.
Der erste Schultag war relativ unspektakulär. Was sich Eltern aber mal merken sollten ist, daß es nicht schön ist, wenn alle Eltern während der ersten Stunde mit verschränkten Armen und interessiertem Blick am Rand in der Klasse stehen und wie in der Hundeschule die Lage sondieren. Wir spielten dann ein Kennenlern-Game wie in der Psychiatrie. Man warf sich einen Tennisball zu und durfte eine Frage stellen. Die anderen fragten belanglose Scheiße à la "Wie heißt Du?" (das waren eher so die Dummen, dachte ich mir, denn die Namen wird man schon noch früh genug herausbekommen) oder "Was ist Deine Lieblingsfarbe?". Ich ging in die Vollen und fragte meine Lehrerin, von welcher Marke ihr Staubsauger sei. PAFF. Die Antwort "Vorwerk" weckte in mir das Gefühl, daß man auf dieser Basis durchaus zusammenarbeiten könne.
Die Bedingungen, unter denen wir in die Schulwelt eintreten mußten, waren dagegen etwas unangenehm. Wir waren in einen verseuchten Metallcontainer gepfercht worden. Ich habe die sanitären Anlagen sehr gemocht. Ein notdürftig in die Ecke geschraubter Lokus unter einer sich langsam ablösenden braunen Kunststofftapete in Holzfurnierlook. Überall stank es bestialisch nach Bohnerwachs und montagmorgens legte man sich gerne mal auf die Maske, wahrscheinlich auch Kirstin H.
Mir haben auch die Nachtspeicherhöfen gut gefallen. Ich mochte diesen verschnörkelten "Witte"-Schriftzug und erfuhr dann aus einem Heft der Stiftung Warentest, daß diese Geräte kein Asbest enthielten und das beruhigte mich. Die Geräte hatten eine Irrsinnspower. Es war brüllend heiß, IMMER. Deswegen lag es nahe, die gekühlten Paletten mit Kakao und Vanillemilch (40 Pfennige kosteten die, glaube ich) auf diese Nachtspeicherheizungen zu stellen. Hätte den Lieferspassel jedesmal erschlagen können. Die Milch konnte man, wie auch den restlichen Nippes, unter den Tischen in so ein verrotztes Fach stellen. Einige Mitschüler waren allerdings nicht so ordentlich wie unsereins und so begab es sich, daß eine Schülerin mehrere Becher dort lagerte und sich dann vergriff und ein verpilztes Exemplar erwischte. Sie ist dann im Krankenhaus gelandet und wollte Kirstin H. auch durch eine konzertierte Aktion vom Thron der Schwerverletzten stoßen, indem sie sich von einem VW Käfer umheizen ließ. Dessen Fahrer muß sich wohl lautstark beschwert haben, daß sie ihm durch ihren Gang über die grüne Ampel den Geburtstag versaut hätte. Leute gibt's. Das mit der Milch war natürlich eigene Blödheit.
Sehr gefallen hat mir der Sportunterricht. Dieses Turnbeutel-Kreisenlassen haben wir schnell eingestellt, als auf einmal so ein pädagogisch sinnvolles Gerücht in die Welt gesetzt wurde, daß sich vor ein paar Jahren ein Mitschüler damit ein Auge ausgeschossen hätte. Wie auch später im Gymnasium, als herr F. behauptete, es habe sich mal ein Schüler an den in Kopfhöhe gespannten Volleyballnetzseilen skalpiert. Die Turnhalle war in einem phänomenalen Zustand. So perfekt und sauber und mit einem spitzenmäßigen Boden versehen, so daß wir im Ghettogymnasium ein paar Jahre später beinahe alle zu unserer Mami gerannt wären, als wir entdeckten, daß wir uns in grauen unverputzten Räumen umziehen mußten.
Die gängigsten Spiele waren damals Völkerball, Brennball und "Ball über oder unter die Schnur". Sowas wie Shufflepuck, man ballerte einen Ball unter der Schnur durch und wenn dieser die gegenüberliegende Wand berührte, gab's nen fetten Punkt. Obwohl immer als einer der letzten gewählt, gab ich alles und bezeichnete meine verdutzte Lehrerin öfter mal als Schieberin, die in parteiischer Absicht ein Spiel zugunsten der Multi-Sanostol-gestärkten Sportskanonen umdrehen wollte. Einer dieser Sportskanonen war Sven B. Eine lebende Legende. Ein Furzknoten. Mußte alles als erster haben, sei es ein Amiga oder so ein sauteures Spielzeug. Die Eltern hatten wohl auch ein kleines Psycho-Prob mit seiner Größe. So stellte seine Mutter ihn mal auf eine Treppenstufe und meinte dann allen Ernstes zu mir, wir seien ja fast gleichgroß. Meine Mutter hat sich nur einen gegrinst.
Svenni (oder auch Tzwenn) genannt, fing alle Naselang einen neuen Angebersport an (Tennis, Fechten und und und), um ihn dann, wenn man überall damit
rumgeprahlt hatte, sofort wieder dranzugeben. Fuhren sie einen Passat, war VW das beste Auto. Später natürlich das überteuerte SAAB-Cabrio, nach dessen Kauf direkt eine sinnlose Party initiiert wurde, damit man nacheinander alle knobeln lassen konnte, wer in dem Cabrio mitfahren durfte. Seine Eltern haben dann so eine angebaute Turnhalle in ein Schwimmbad umfunktioniert und zur Einweihung zig Kinder zum Kindergeburtstag eingeladen. Wir spielten dann aber nicht, wie üblich, Topfschlagen oder Mädels verkloppen, sondern "durften" im neuen Schwimmbad nach Geld tauchen. Schon als Elfjähriger war mir klar, daß dies hier eine ganz perverse Sache ist. Es ist mir nach wie vor ein Rätsel, wer diese Menschen auf solch eine Idee gebracht hat. oder auch auf die Idee, sich in die Eingangshalle ein Bäumchen pflanzen und Kopfsteinpflaster verlegen zu lassen.
Tollerweise hatte ich mir an dem Tag die Nägel geschnitten und ging daher mit 12 Pfennig vom Platz, während andere mit Fünf Mark Fuffzich abrauschten, danke auch.
Svenniboy hat sich mal im Kunstunterricht mit einem Goldstift eingesaut. Das Teil ist durchgebrochen und die ganze Ladung erlud sich auf seine Klamotten. Und dann passierte ihm das, was mich schockiert hat. Er mußte in die ins Gebäude integrierte Hausmeisterwohnung und da baden!! AAAH! In diese dunkle Bude will doch keiner freiwillig rein. Dicker grün-schwarzer Teppichboden aus den 70ern, Mustertapete und die im Hintergrund lauernde Farfisa-Heimorgel, das gleicht meiner Meinung nach dem Schlund des Höllenhundes. Dabei fällt mir ein, daß mich meine Italienischlehrerin in der 11 als Cerberus bezeichnet hat. Wie sie darauf kam, ist mir schleierhaft.
Mit Sven gab es auch immer diesen Notenterror. In der Grundschule kriegt man die Einsen ja nachgeschmissen, so daß eine Zwei schon eine mittlere Katastrophe darstellt. "ja, der Sven hat ja nur ne Zwei...", sprach seine Mutter einst und das zitieren wir auch heute noch gerne. Aber in der Grundschule ist es ja auch üblich, so einen blöden Leistungswettkampf zu führen, so daß man sich beim Run auf die kontrollierende Lehrerin wegboxt, als wäre man bei der 100000-Mark-Show. Übrigens ist Tzwenn heute ein dicker kleiner Kiffer, der in Holland sein Studium vergeigt, wurde mir jedenfalls zugetragen.
Meine kleine Anekdotensammlung beschließe ich, zeitlich passend, mit dem Halbjahresende. Bis zur 10. Klasse endete ja jedes Halbjahr damit, daß man die ganzen Plörren, zum Beispiel die Sammelmappe in Kunst, mit nach Hause nehmen mußte. Gemeinerweise legten die Stundenplanungsbeamten den Schwimmunterricht oder den Sportkurs auf einen Freitag, so daß man das Zeugs auch noch an der Backe hatte. Es muß ein lustiges Bild gewesen sein, kleine Schüler wie mich mit einem vollkommen überladenen Schulranzen, der Sporttasche und der verknickten Sammelmappe auf dem Gepäckträger, zwei Tüten an den Lenkern und ein vollkommen heruntergekokeltes Weihnachtsgesteck balancierend auf dem Fahrrad nach Hause eiern zu sehen. Aber ich war ja geübt, ich habe ja beim Fahrrad-Sicherheitstest die "Goldene Nadel" für fehlerfreies Fahren bekommen. Anders als Tzwenn und das stimmt ja doch schon wieder versöhnlich.
Ich war zwar gern Kind, aber noch lieber bin Erwachsener. Dennoch: was war das eine lustige Zeit, die Grundschule. Und heutzutage schlägt man sich mit BAföG-Schulden und Arbeitsplatznöten, One Night Stands und Klausuren herum. Hätte ich das gewußt, hätte ich mich von einer parteiischen Sportlehrerin oder einem Weihnachtsgesteck nicht so aus der Fassung bringen lassen.
| weitere Erfahrungsberichte |
Mein erster Schultag 1948 und etwa mehr...
Bewertung für Mein erster Schultag von
straus07
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Unsere Zuckertüten waren fast gleich, aber..
Die bisherigen Berichte regten mich an, über meinen ersten Schultag und etwas mehr nachzudenken und niederzuschreiben.
Das große Ereignis fand vor dem 1. September 1948 in einem abgelegenen Walddorf im A ...
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sehr hilfreich
08.04.2007
(03.09.2009)
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Fremd
Bewertung für Mein erster Schultag von
Maria74
Pro: -
Kontra: -
" Mein erster Schultag"
- Das klingt, als ob ich schon viele Jahre hinter mir hätt, dabei bin ich überhaupt gar nicht so alt.
Ich kann mich, ehrlich gesagt, ganz schwach erinnern, wie es bei meiner Einschulung war.
Im Gegensatz zu heute, verlief alle ...
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sehr hilfreich
11.04.2007
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Die KlEiNe Sarah wird auf einma ganz GrOß...:o)
Bewertung für Mein erster Schultag von
Quaggz
Pro: Eine wunderschöne Zeit
Kontra: leider zu schnell vorbei..
Einen wunderschönen Nachmittag wünsch ich euch allen,
ich hatte heut morgen schon angekündigt, dass ich über eine Aktion nachgrübel und diese ist mir nun Gelungen. Ich hab lang dagesessen und überlegt, sollte ja schliesslich auch was sinnvolles bei rau ...
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11.05.2004
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Mein erster Schultag - sehr turbulent...
Bewertung für Mein erster Schultag von
Julia__88
Pro: man lernt den Ernst des Lebens kennen...
Kontra: Der Beginn meines ersten Schultages...
Dann versuche ich mich mal jetzt an meinen ersten Schultag zu erinnern...
Das ist jetzt in etwa 10,5 Jahre her, wo ich in die erste Klasse eingeschult wurde. Es war im August 1995.
Das klingt jetzt noch nicht sooooo lang her, aber für mich ist es doc ...
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14.10.2005
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Endlich auch mal groß sein...
Bewertung für Mein erster Schultag von
Felissa
Pro: Endlich Schule!
Kontra: Hatte mehr erwartet!!!
......das wollte ich immer. So groß wie mein bester Freund, der vier Jahre älter ist. Schon nach 2 Jahren Kindergarten war mir die Lust am sinnlosen Basteln und Malen vergangen. Ich fühlte mich mit meiner Unterforderung alleingelassen, bis ich dann einen Pl ...
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06.03.2005
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