Viele scheuen ja das Backen von Zimtsternen, obwohl es eine der leckersten Weihnachtskekssorten sind - und im Bioladen meist ein Vermögren kosten! Ich backe daher meine Zimtsterne selber nach einem eigenen Rezept. Denn: Ich musste feststellen, dass die im Internet und anderswo erhältlichen Zimtsterne-Rezepte nie zu einem guten Ergebnis führten, weil entweder zu wenig Würze oder zu klebrige Konsistenz, so dass das Ausstechen zur Qual wurde...
Hier also nun mein "idiotensicheres" Rezept für leckere, würzige Zimtsterne. Und da ich bereits seit vielen Jahren nach diesem Rezept welche backe für meinen Bekanntenkreis, besitze ich auch Fotos meiner Kekse, die ich unten reinstelle:
Erforderliche Gerätschaften:
Grosses Backbrett, Nudelholz/Walze, Handrührgerät mit Quirl und Knethaken, grosse hohe Porzellan- oder Glasschüssel für den Teig, 1 sternförmige, grössere Plätzchenausstechform, 1 Rolle Backpapier, 1 Backblech, evtl. ein Gitterrost, 1 Pürierstab (oder Hammer!*G*) zum weiteren Zerkleinern der grünen gehackten Pistazien!), 1 kleiner Backpinsel
Erforderliche Zutaten:
- 6 BIO(!!!!!!!) Eier (eigentlich braucht man für Zimtsterne nur die 6 Eiweisse! Mit dem dann übrigen 6 EiGELB könntet Ihr z.B. Vanillekipferl dann backen... :-)
- 500g gesiebten Puderzucker
- 4-5 EL "normalen" Zucker
- 1 gestrichener Teelöffel Backpulver
- 2 gehäufte Teelöffel voll Ceylon Zimt (Reformhaus! Im Supermarkt gibts meist nur den in hohen Dosen leberschädigenden CASSIA-Zimt!)
- 8 Tropfen "Bittermandelaroma" (gibts z.B. von Dr. Oetker, oder aus dem Bioladen)
- 700g gemahlene Mandeln (weiss, ohne Schale, wenn möglich)
- 100-200g gemahlene Haselnüsse
- 1-2 TL Bourbonvanillepulver (Bioladen oder Reformhaus, z.B. von Naturata oder Brecht-Gewürze).
- ca. 3 Päckchen rote, grüne und gelbe Geleekirschen zum Belegen (von SCHWARTAU oder - billiger - von RUF im Supermarkt)
- 2-3 Tütchen grasGRÜNE, ungesalzene Pistazienkerne (gibt es wohl nur von SCHWARTAU und SEEHOFER (teurer) im Supermarkt)
- 1 Packung Weizenmehr 405er- oder 550er Mahlgrad...
Zubereitung:
Die 6 Eiweiss in der hohen grossen Schüssel mit den Quirlen des Handrührgerätes steif schlagen, auf höchster Stufe. Dann langsam die 500g Puderzucker und den Teelöffel Bourbonvanillepulver und ein bisschen was von dem Zimt hinzugeben und gut weiter verrühren mit dem Handrüherer.
Nun 4 gehäufte Esslöffel der Masse entnehmen und z.B. in einem grossen Kaffeebecher abgedeckt beiseite stellen.
Nun vorsichtig mi dem Handrührer (NIEDRIGSTE Stufe!) die 4 EL normalen Zucker, das Backpulver, 1 TL Bourbonvanille, 8 Tropfen Bittermandelaroma, die 2 TL Ceylon-Zimt und die gesamten gemahlenen Mandel und Haselnüsse nach und nach hinzugeben. Währenddessen immer weiterrühren auf niedrigster Stufe.
Falls man welchen im Haus hat, kann man jetzt auch noch einen Schuss Amarettolikör mit reinrühren - oder in den beiseite gestellten Eiweissschaum rühren! :-)
Hier muss man nun irgendwann, wenn der Teig zu trocken und fest für die Quirle wird und kurz bevor Euer Handquirlmotor den Geist aufgibt, diese 2 Quirle gegen die 2 "Knethaken" am Handrührer austauschen. Der Teig wird nun aber ziemlich klebrig sein. Hier hilft nun, etwas feines MEHL! Soviel Mehl reinkneten, bis der Teig nur noch mittelmässig klebt und nicht mehr patschnass vom Eischnee ist....Ich hab die Mehlmenge da nie abgewogen, ich mach das einfach nach Gefühl (wenn später die Zimtsterne bretterhart nach WOCHEN noch sind, dann wars zu viel Mehl!*G* Am GESCHMACK ändert es aber nix...)
Nun, SEHR WICHTIG, damit das Teig Ausrollen klappt, diesen fertigen Teig nun - mit Folie abgedeckt samt Schüssel rund 2-3 Stunden im Kühlschrank kaltstellen. Minimum wäre 1 Stunde. Falls LÄNGER, weil ihr noch kurz was erledigen müsst, macht es auch nix....ich hab den Teig da sogar schon mal über Nacht im Kühlschrank gelassen, weil ich abends dann zu faul war noch weiter zu backen...).
Durch das Kaltstellen verliert der Teig ebenfalls ein wenig seine Klebrigkeit.
In der Zwischenzeit nehmt ihr nun entweder einen kleinen Hammer und hämmert auf die nich VERSCHLOSSENE Tüten grüne Pistazien gesamtflächig ein, damit die relativ grossen Pistazienteilchen noch mehr zerkleinert werden. ODER ihr habt einen Pürierstab. Da gebt ihr die gehackten Pistazien aus der Tüte portionenweise in einen grossen weiten Kaffeebecher (oder hohes kleines Mixergefäss), dichtet das Ganze obel mit einem rumgewickelten Geschirrtuch gut ab und haltet das Tuch mit einer Hand fest, sonst spratzen Euch die Pistazienkrümel entgegen - und nun schubweise und nur KURZ die Pistazien zerkleinern...
Als nächstes nehmt Ihr Euch die bunten Geleekirschen vor und drittelt oder halbiert diese mit einem scharfen gezahnten Messer und legt diese dann in einem Schälchen neben das Backbrett.
Nun legt ihr das grosse Backbrett aus Holz, das oben und unten optimalerweise eine "Anschlagrandleiste" haben sollte, damit es nicht immer wegrutscht beim Teigausrollen, auf z.B. einen grossen Küchentisch. Daneben die zerkleinerten Pistazienkrümel in einem Schälchen bereit legen....
Auf das Brett kommt nun REICHLICH Puderzucker und feines Weizenmehl und etwas gemahlene Mandeln gemischt, damit der Teig beim Ausrollen nicht am Brett festklebt.
Nun einen Klops von dem Teig abreissen, paar Mal mit dem Handballen auf dem Brett rundum durchkneten und aussen dick mit Mehl/Puderzucker einstäuben und als "Kugel" aufs Brett hinlegen. Nun mit dem Nudelholz gleichmässig ausrollen.
Der Teig sollte ausgerollt rund 3-4 mm dick sein. Wenn ihr ihn dünn ausrollt, werden die Kekse härter als wie wenn sie dicker ausgerollt werden...
Da das Backen bei Zimtsternen nicht allzu lange dauert pro Blech, bereite ich immer bereits genug Sterne für mehrere Bleche vor, bevor ich den Herd aufheize, damit ich das Ganze dann ohne Zeit- und Stromverlust zügig rausbacken kann...
Nun lege ich ein Blatt Backpapier auf ein Backblech.
Nun entferne ich die Folie von dem vorhin beiseite gestellten geschlagenen Puderzuckereiweis und stelle es samt einem kleinem Backpinsel ebenfalls bereit neben dem Backbreitt.
Ich nehme nun den Sternausstecher zur Hand und tauche diesen in Mehl oder kaltes Wasser, das ich in einem Schälchen ebenfalls neben das Backbrett immer stelle, und steche einen Stern aus.
Nun kommt der Stern nicht gleich aufs Backpapier, sondern ich nehme ihn in dieHand und bestreiche ihn mittels Backpinsel sofort mit der Eiweisszuckermischung
Nun nehme ich aus dem Schälchen mit den geschredderten grasgrünen Pistazien was raus und verstreue es auf dem gesamten Zimtstern. In die MITTE des Zimtsternes setze ich nun ein Geleekirschendrittel oder Gelleekirschenhälfte.
Siehe meien Fotos! Dort seht Ihr, wie es dann ungefähr aussehen sollte...
Sobald auf diese Weise alle rohen Kekse bestrichen und verziert sind, und auf diversen Ablageflächen auf Backpapier zwischengelagert sind, heize ich den Backofen nun auf 140 Grad vor. NICHT höher! Sonst bildet sich gerade bei Gebäck mit viel Zucker und Nüssen sehr viel Arylamid...
In Rezepten wird meist 200 Grad angegeben, das ist VIEL zu hoch!
Nun merkt ihr auch, warum es wichtig ist, dass Eure Zimtsterne alle möglichst GLEICH oder ähnlich dick ausgerollt wurden, denn wenn sie zu unterschiedliche Dicke haben, werden nun beim Bakcen manche viel schneller durchgebacken und verkohlen als wie die anderen...
Die Backzeit hängt extrem und nur von der Dicke der Kekse hauptsächlich ab, aber auch vom individuellen Backherdofen. Ich komme meist so mit 10-15 Minuten hin. Der Zuckerguss oben sollte jedenfalls nach dem Backen noch fast WEISS und nicht etwa gelblich oder gar gelbbraun sein...
Ich backe immer erst mal 1 Blech mit 5 darauf verteilten Keksen zur Probe, um festzustellen, wieviel Backzeit sie diesmal teigtechnisch brauchen und backe dann erst Blech um Blech fertig, wobei ich immer einen Wecker bei mir stehen hab (hatte ich schon erwähnt, dass ich für rund 20 gefrässige Leute backe!??? Da ist s mit 2 oder 3 Blechen voll nicht getan....obiges Rezept nehm ich immer mal 5! *G*
Nachdem die Kekse gebacken sind, das Blech herausziehen und die Kekse samt Backpapier vorsichtig auf entweder den kalten weil gekachelten Küchenboden gleiten lassen zum Abkühlen (sie sind nämlich solange noch HEISS extrem stark ZERBRECHLICH!). Oder, falls ihr PVC-Boden in der Küche habt, die Lage Kekse samt Backpapier auf einen Gitterrost vorsichtig rüberbefördern zum Abkühlen
Erst wenn die Kekse KALT oder maximal noch lauwarm sind, sie abheben vom Backpapier und weiter auf Tellern geschichtet auskühlen und ausdampfen lassen und erst völlig erkaltet in Dosen verpacken!
Bon Appetit - ich hoffe, meine Fotos machen Euch Lust auf s Backen! Ich kann meist nach meiner 10-tägigen Backorgie keinen Keks mehr sehen oder riechen und fange erst nach Weihnachten dann mit dem Auffuttern an.... :-)
24.05.2012 23:02
Wahnsinn ... was du dir für eine Arbeit machst :0)
18.11.2011 09:46
BH und LG
14.11.2011 22:49
Wäre mir viel zu viel Zucker drin ..... Maria -----