Schottland 2007

5  09.03.2008

Pro:
viele schöne Eindrücke und Erinnungen

Kontra:
leider zu kurz

Empfehlenswert: Ja 

hr.biernot

Über sich: der Gelassene nützt seine Chance besser als der Getriebene - Thornton Wilder

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Letzten Sommer hat es mich wieder einmal nach Schottland verschlagen. Aus diesem Grunde reduziert sich meine Bilderauswahl lediglich auf diese Land. Andererseits bietet sich für mich die Möglichkeit, euch diesen wunderschönen Teil der britischen Insel noch ein weniger näher zu bringen. Dieses Mal habe ich mich während des Urlaubs hauptsächlich auf den mittleren Teil ( Central Lowlands) und teilweise den südlicheren Teil (Borders, Dumfries and Galloway) des Landes beschränkt. Mit diesen Bildern möchte ich euch ein wenig teilhaben lassen an meinen Eindrücken - zu dem ein oder anderen Thema könnte später einmal noch ein separater Bericht folgen. Ob und wann dies allerdings geschieht, ist noch völlig offen…

Die Reihenfolge ist wie immer willkürlich gewählt und enthält keinerlei Wertung!

Linlithgow Palace:

Auf halbem Weg zwischen Falkirk und der Hauptstadt Edinburgh gelegen, erweckt das kleine, fast verschlafen wirkende Städtchen Linlithgow auf dem ersten Blick eher einen unscheinbaren Eindruck. Von König James I. im 15. Jahrhundert erbaut, wurde es von seinen Nachfolgern James IV. sowie James V. weiter umgebaut und erweitert. Tatsächlich beinhaltet der Palast ein Stück der tragischen Geschichte von Maria Stuart - Königin von Schottland - die hier am 6.12.1542 das Licht der Welt erblickte. Da ihr Vater nur acht Tage nach ihrer Geburt an den Folgen einer Schlacht starb, verlegte die Königinmutter die Residenz nach Stirling, weil sie glaubte, dass sie dort sicherer sein würden. Der Palast diente fortan nur noch als Ausflugsziel. Nach der Machtübernahme von James VI. und dessen Wechsel nach London verfiel der imposante Bau leider zusehends. Übrig geblieben ist eine Ruine, die bis heute nichts von ihrer Wirkung verloren hat. "Schottland hat Schlösser, Hof und Hall´ und Burgen und Paläste, Linlithgow aber schlägt sie all und ist das Schönste, beste." So schrieb kein geringerer als Sir Walter Scott über den Palast.

Als Schottlandbesucher ist man fast zwangsläufig auch ein Fan alter Bauten - dieser hier gehört für mich zu den beeindrucksten Gebäuden überhaupt. Bis auf das fehlende Dach ist hier noch vieles intakt geblieben. Fast alle Bereiche sind begehbar, darunter auch die Gemächer der Königsfamilie. Einzig das oberste Stockwerk ist nicht mehr vorhanden - die Mauerreste in den Wänden lassen allerdings erahnen, was dies einmal für ein Prachtbau gewesen sein muss. Rund um den quadratischen Innenhof mit seinem tollen Brunnen entstanden vier Flügel, die ideal für Kinder jeden Alters sind. Hier können sie nach Lust und Laune auf Entdeckung gehen - man muss am Ende nur sehen, dass man sie wieder einfängt. Für cirka fünf Pfund (knapp acht Euro) - Kinder die Hälfte, kommt man hier voll auf seine Kosten. Zwei Stunden sollte man für den Besuch auf jeden Fall einplanen, um alles sehen zu können. Am Anfang heißt es erst einmal sich richtig zu orientieren, aber es gibt zahllose Gänge, Keller und Treppen,

Bilder von Meine 7 schönsten Urlaubsfotos 2007
  • Meine 7 schönsten Urlaubsfotos 2007 Linlithgow Palace
  • Meine 7 schönsten Urlaubsfotos 2007 Wasserspiele
  • Meine 7 schönsten Urlaubsfotos 2007 Scott´s view
  • Meine 7 schönsten Urlaubsfotos 2007 Glamis Castle
Meine 7 schönsten Urlaubsfotos 2007 Linlithgow Palace
idealer Spielplatz für Kinder
die es zu erkunden gilt…

Wasserspiele:

New Lanark ist immer ein Besuch wert. Es handelt sich hier bei um eine restaurierte Siedlung die von David Dale und Robert Owen Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts gegründet und aufgebaut wurde. Erstmals gab es eine Reform des Sozialwesens und der Bildung. Kinder durften in die Schule gehen und bis zu einem bestimmten Alter nicht mehr arbeiten. Wenn überhaupt, durften sie mit ihren kleinen Fingern die Maschinen sauber machen. Mehr aber auch nicht. Die Erwachsenen konnten sich in der Abendschule das Lesen oder Rechnen beibringen oder sich in Geographie und Geschichte unterrichten lassen. Alles Dinge, die für uns heute verständlich sind - damals mussten sie sich die Menschen diesen Lebensstandard erst einmal erarbeiten. Zusätzlich gab es ein Art Gesundheitswesen - kein Bewohner musste etwas für den Arztbesuch bezahlen!

Dieses Mal hatte ich mich auf eine Wanderung rund um die komplette Anlage beschränkt. Das Gelände wurde mittlerweile zum Naturschutzgebiet ernannt - die "Falls of Clyde". Es war warm an jenem Tag - für schottische Verhältnisse sogar heiß, weil über 25° Grad warm. Trotz dieses Handicaps machte es viel Spaß, die Landschaft rund um Cora Linn zu erkunden. So heißt nämlich der höchste Wasserfalls Großbritanniens. Er ist zwar nur 28 Meter hoch - durch das braune, sehr torfhaltige Wasser entsteht ein sehr imposanter Anblick. Das Bild habe ich im direkten Ausläufer des Wasserfalls aufgenommen. Teilweise schien die Sonne direkt auf die Stelle, dazu das torfig, braune Wasser - perfekt!

Scott´s View:

Sir Walter Scott ist neben Robert Burns der wohl bekannteste Literat Schottlands. Seine bekanntesten Werke sind "Waverly", "Rob Roy" und natürlich "Ivanhoe". Unweit von Melrose hatte er 1811 ein Grundstück und errichtete mit dem "Abbortsford House" einen eigenen Altersitz. Allein die große Bibliothek (ca. 9000 Bücher) und die immense Waffensammlung sind schon einen Besuch wert. Es lohnt sich allerdings auch, einen Blick auf die Umgebung bzw. runter auf den Tweed zu werfen. Das Highlight ist aber ein Ausflug zu einer Anhöhe in der Nähe von Dryburgh. Wenn Scott einen Ausflug mit seiner Kutsche machte, so hielt er regelmäßig hier an und genoss den Ausblick auf den Tweed. Zu Recht meiner Meinung nach, denn hier lässt sich auch heute noch wunderbar abschalten und eine tolle Aussicht genießen. Man erzählt noch heute, "dass an seinem Begräbnis die Pferde die den Leichenwagen zogen, hier unaufgefordert anhielten und für einen Moment verweilten."

Glamis Castle:

Der gleichnamige Ort Glamis ist klein und eher unscheinbar in der Grafschaft Angus gelegen. Es ist der Wohnsitz des Earls und der Countess of Strathmore. Elizabeth Bowes - Lyon verbrachte hier ihre Kindheit, ihre Tochter Margaret wurde hier geboren. Wen interessiert das? Nun, hier geht es um die Mutter und die Schwester der englischen Königin. Als "Queen Mum" war sie uns wohl besser bekannt und gleichzeitig eines der beliebtesten Mitglieder des englischen Königshaus. Leider hatte es während meinem Besuch und den Abend vorher die ganze Zeit geregnet. So kam die positive Ausstrahlung des Castle und dessen Umfeld nicht recht zum tragen. Am Vortag hatte im Garten eine klassische Open Air Veranstaltung stattgefunden, die aber mehr oder wenig im Morast versunken sein muss. Irgendwo war das schon schade, schließlich verfügt das Schloss über 5.500 Hektar Außenfläche! Allein die Anfahrt gestaltet sich schon imposant. Durch eine weitläufige Allee gelangt man denn zum eigentlichen Grund des Besuches - dem Castle.

Knapp acht Pfund - ca. 13 Euro kostet der Eintritt zurzeit und dies scheint trotzdem kein Hindernis zu sein. In Anbetracht dessen, dass ich mir das Castle an einem Sonntagmorgen gegen 11.00 Uhr angeschaut habe, war der Besucheransturm mehr als heftig. Als ich meinen Rundgang durch die Gemächer von Queen Mum und Duncan´s Hall (das ist der Schauplatz des Königsmordes in Shakespears Schauspiel Macbeth) zurückkam, dauerte es rund fünfzehn Minuten um zum Ausgang zu gelangen. Am Treppenaufgang zu den Gemächern und im Vorraum drängelten sich die Menschen. Trotz des anhaltenden feinen Nieselregens machte ich lieber noch einen Rundgang durch die Gartenanlage. Neben einigen alten, riesengroßen Bäumen, teils schön, teils seltsam geschnittenen Hecken gibt es dort unter anderem ein Memorial für die verstorbene Schwester der Queen - Prinzessin Margaret.

Stirling Castle:

Dieses Castle ist nach Edinburgh Castle das zweitwichtigste in Schottland. Weit über 500 Jahre lang war es einer der Sitze der schottischen Könige. 16 Mal wurde es angegriffen bzw. belagert! Dazu kam es in der näheren Umgebung zu insgesamt vier Schlachten - darunter die Schlacht von Stirling Bridge im Jahre 1297, als William Wallace und seine Männer erstmals die verhassten Engländer schlugen. Siebzehn Jahre später war es dann Robert the Bruce, der diese in der Schlacht von Bannockburn - das Schlachtfeld liegt nur ein paar Meilen von Stirling entfernt - erneut vernichtend schlug. Sauchieburn und Sheriffmuir waren 1488 und 1715 die beiden anderen Schauplätze der schweren Gefechte zwischen Aufständischen und Königstruppen.

Das größte Castle des Landes steht hoch droben auf einem Hügel und hat als Unterlage vulkanische Gesteine. Es ist nur von einer Seite zu erreichen - alle anderen Richtungen sind durch steil abfallende Felsklippen geschützt. Dies machte es den Belagerten früher relativ einfach, dass Castle zu verteidigen. Die beiden wichtigsten Gebäude sind sicherlich der königliche Palast und die Great Hall. Erstere wird zurzeit aufwendig restauriert. Wer einmal die Möglichkeit hat, dem Castle einen Besuch abzustatten, sollte dabei die tolle Aussicht genießen, die man von dort hat. So kann man von dort unter anderem das große und weithin sichtbare Wallace Monument sehen.

Abbeys:

Die Abbeys von Kelso, Melrose, Jedburgh und Dryburgh stammen allesamt aus dem zwölften Jahrhundert. Obwohl sie den unterschiedlichsten Mönchsorden angehörten, haben sie im laufe der Zeit doch viel Gemeinsames erlebt. Von den Engländern zum Teil schwer beschädigt, wurden sie wieder aufgebaut um irgendwann dann komplett zerstört zu werden. Spätestens die Auswirkungen der schottischen Revolution im Jahre 1560 sorgten dafür, dass die Klöster mehr und mehr aufgegeben wurden. Übrig geblieben sind allerdings vier sehr sehenswerte und eindrucksvolle Ruinen bzw. Bauwerke. Sie liegen in einem Umkreis von knapp 90 Kilometern und sind somit recht schnell zu erreichen. In Melrose soll das Herz von Robert the Bruce begraben sein, in Kelso wurde James III. zum König gekrönt, Alexander III heiratete z.B. in Jedburgh. Die für meinen Geschmack schönste Abbey ist allerdings die am wenigsten bekannteste von den vieren - die Ruinen von Dryburgh. Hier liegt unter anderem Sir Walter Scott begraben. Einen Tag sollte man für eine komplette Tour einplanen - bei Sonnenschein macht es sicherlich viel mehr Spaß, als bei mir im strömenden Regen…

Glenturret Distillery:

Es ist eigentlich eine kleine, eher unscheinbare Destille in den Ausläufern der Trossachs, genauer gesagt in Crieff, nördlich von Edinburgh und Glasgow gelegen. Unscheinbar vor allem deswegen, weil die Destille nicht unbedingt zu den bekanntesten in Schottland gehört. Da gibt es weitaus berühmtere Hersteller in der Region wie Macallan, Glenfiddich oder Glenfarclas. Schon vor fast 300 Jahren soll hier Whisky produziert worden. Somit gehört die Destille zu den ältesten des Landes. Letztendlich gegründet wurde sie aber erst im Jahre 1775 - vorher beschränkte man sich eher auf illegale Geschäfte. Nach einigen Hoch und Tiefs mit einer dreißigjährigen Schließung, wurde sie 1990 an die Highland Destillers verkauft.

Heutzutage wird die Destille vor allem dazu genutzt, um den weltweiten Verkauf des mit am bekanntesten schottischen Whiskys voranzutreiben - THE FAMOUS GROUSE. Grouse steht hier für Moorhuhn und ist vor allem in den USA ein sehr beliebter Blend. Hierzulande hat es zwar ein wenig länger gedauert um Fuß zu fassen, aber sie haben es geschafft. Zumal es den Grouse nun in den verschiedensten Jahrgangsstufen zwischen 10 und 30 Jahren als Malt Whisky gibt. Dabei handelt es sich weiterhin um Blends, bei denen entsprechend alte Single Malts, aber keine Grain Whiskys verwendet werden. Die bekanntesten Bestandteile sind dabei HIGHLAND PARK MACALLAN und natürlich GLENTURRET. Wie in vielen anderen Destillen, kann man auch hier eine Führung mitmachen - und das gleich in vierfacher Ausführung. Es gibt eine Distillery, eine Experience, eine Malt Tasting und eine Warehouse No.9 & Distillery Tour. Die Touren kosten zwischen vier und vierzig Pfund, dafür gibt es aber zwischen ein, zwei und fünf Proben, plus einen Besuch im Warehouse, was man normalerweise auf einer Tour niemals zu sehen bekommt

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Frkruemel

Frkruemel

02.04.2013 12:46

BH! Wow tolle Fotos und tolle Worte dazu! Super gemacht da kriegt man wirklich fernweh!

aquarius2

aquarius2

28.01.2012 12:10

Da will ich auch mal hin, aber damit ich das schaffe muß ich noch viele Überstunden machen und fleißig Berichte schreiben...

mozarteum

mozarteum

17.12.2008 23:47

... beeindruckend ... :-) lg detlef

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