Aus Märchenfan wurde Edgar Allan-Poe-Verehrer

3  05.09.2007 (17.09.2007)

Pro:
Kindheit verläuft bei jedem Menschen anders - Gott sei Dank !

Kontra:
es gibt Dinge,die ich besser hätte machen sollen

Empfehlenswert: Ja 

argoni

Über sich: Mal sehen, wie ich es schaffe, hier wieder regelmäßig zu sein! Ab und zu drängt es mich zur Schreibe...

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Meine Kindertage begannen also am 6.10.1964 in Greifswald. Da ich nicht annehme,daß mein Vater mehr als 2 Ehen hatte,bin ich Tochter Nr.3, sein erstes Kind werde ich nicht kennenlernen,die Frau lehnt es ab, meine Schwester und mich kennenzulernen. Ich nehme ihr das nicht übel,denn:meine Mutter vermied es sehr, ihren Mann zu sehr an seine erste Frau zu erinnern,so zahlte er nur für seine Jugendsünde, mehr war nicht,oder? Ach ja:als mein Vater in die Jahre kam,man vermuten dürfte, er wäre bereits gestorben, da tauchte seine erste Tochter auf, mein Vater lebte aber noch,also erst einmal bekam sie kein Erbe.
Meine ersten Jahre verliefen fröhlich,nicht weiter anstrengend in dem DDR-Neubaublock,unweit die Oberschule Hermann-Lindgreen (jetzt schon abgerissen,hat Alterswohnungen Platz geschaffen),2 Schulen standen,sie stehen 2007 nicht mehr..

2000 nahm ich per Videokamera die nun veränderte Wohnung auf,ab Ende 1994 kamen einige Dinge dazu,andere verschwanden. Meine Mutter starb leider viel zu früh Ende 1994,aber wenigstens im Wohnzimmer ihrer Wohnung,nicht im Krankenhaus,nicht im Altenheim.
Mein altes Zimmer hatte.soviel ich noch weiß,ein Klappbett,wo ich von unten was rankritzeln konnte:Daten,wsl.wünschte ich auch,bald 18 zu werden,wie mein Sohn jetzt.
An der einen Seite konnte ich nach Herzenslust Bilder unter Glas aufhängen,Fotos von meinem Idol waren da nur zu sehen,bis...Ein Schreibtisch mit einem nicht ganz so bequemen Stuhl davor,diente nicht nur zur Erledigung der Hausaufgaben,sondern da stand irgendwann die alte Erika-Schreibmaschine,auf der meine Mutter,dann ich was tippte,und ich tippte recht gern.
Schwimmen konnte ich vor dem allgemeinen Schwimmunterricht in der Schule - dann haute unser Schwimmlehrer ab in den damaligen BRD-Teil -,Foto belegt den Ort des "Geschehens":alte Schwimmhalle ohne viel Luxus,wie er heute in den Freibädern und Schwimmhallen zu finden ist. Die alte Schwimmhalle hat auch längst Platz gemacht für das Erlebnisbad in meiner Geburtsstadt.
Obwohl es nie Fach im Sport werden würde,konnte ich das auch mit ca.6 Jahren:Skie-fahren nämlich,in den Bergen der damaligen CSSR möglich und hat in den Anfangsjahren durchaus Spaß gemacht, bis es eben langweilig wurde-gähn...Mir reichte es irgendwann, meine Eltern fuhren ab.. auch alleine in den Wintersport,mein Vater verzichtete gern auf viel Ferien im Sommer,also vertrieb ich mir meine Ferienzeit oft alleine bei den Großeltern,den Eltern meiner Mutter, den Pudeln dazu:Kitty,Katy,Amigo und mein weißes geliebtes "Mäuschen",auch ein Pudel. Meinen Onkel Günther besuchte ich viel später in seiner behinderten gerechten Wohnung,mußte dazu über den Friedhof,das machte mir nichts aus. Günther ließ mich gerne puzzeln - meine Omi weilte oft und gerne im Westen und brachte allerlei Dinge mit,ob nützlich oder überflüssig,sei dahingestellt,die Nachbarn freuten sich auf alle Fälle über den Kaffee - und die Hefte "Neues Leben" waren alle meine,ich schnipselte aus,was mein Sammlerherz begehrte:alles über den Chefindianer Gojko Mitic. Das setzte sich später nur noch bedingt fort, hörte dann auf,als man mich hops nahm, ich war wohl schon 17 Jahre jung und himmelte DEN noch immer an?! Sogenannte Arbeitskollegen konnten echt fies sein..

Meine ersten Schuljahre vergingen wie im Fluge,erst,als man eine 2.Klasse mit unserer zusammenwarf,war meine Fröhlichkeit vorbei, ich mochte wohl keine großen Veränderungen, eckte dann und wann mal an. Ja,ich haute mich auch mal mit einem Jungen, wenn der mir blöde kam.
Der gewaltige Schnitt kam mit 13. Lebensjahr, als ich sozusagen mehr als ein Problem hatte, 42 Tage stehen in meinem Zeugnis und die Begründung gleich mit dazu,wie überflüssig. Seither veränderte sich mein Wesen von heiter,lustig,fröhlich,gar albern auf:nachdenklich,mißtrauisch,eigenbrötlerisch.
Nicht zu vergessen die Probleme,die eine ältere Schwester mit sich bringen können,schlimm,wenn die immer als leuchtendes Vorbild hingestellt wird,das nervte,spornte aber auch an,mein Abi machte ich aber bis zum heutigen Tage nicht.

Meine Kindheit weist gute und schlechte Tage und Erlebnisse auf, aber:ich wuchs eigentlich behütet auf, meine Mutter war Hausfrau,der Vater Doktor der Sportwissenschaft an der Uni,Schwester:Lehrerin,ihr Mann:Doktor der Nordeuropawissenschaften-hat ihm jetzt aber nur den Vorteil eingebracht:er weiß mit der Sprache Schwedisch was anzufangen.
Ich gammelte wohl viele Tage nur so vor mich hin, half aber auch im Garten,da war besonders in der Ernetzeit was zu tun:sämtliche Johannisbeersträucher mußten leergepflückt werden, meine Vorliebe für allerlei Experimente mit Kernen aller Art stammt wohl aus jenen Kindertagen,die so geruhsam verliefen - meistens jedenfalls. Meine Mutter beobachtete ich zwar beim Versorgen fremder Kinder - damit verdiente sie nebenbei etwas Geld - ,aber ich spielte viel lieber mit Teddybären als mit Puppen,die ich an-und ausziehen konnte. Recht zeitig mochte ich es,Geschichten zu schreiben,auch auf einer alten DDR-Schreibmaschine - das verschmierte immer "schön" die Hände von den Farbbändern,meine Oma besorgte mit unter auch welche..
Viel später,viel,viel später las ich die Briefe meiner Oma an meine Mutter und ich fand bedauerlich,daß meine schlimmen nervigen Tage - als ich 13 war und mehr Probleme hatte,als gut für mich sein konnte -(gerade,wenn irgendwer mir diese Hilfe anbieten will:kenne ich alles schon,ist auch nervig..) ausführlich ausgewertet wurden.

DDR-Kinderzeit=schlimme Zeit? Das kann ich nicht behaupten, war bei mir auch nicht so. Zur Ferienzeit gab es die Unternehmungen von der Schule aus,auch die Fahrten ins Ferienlager wurden mitgenommen -ödete mich dann aber auch an.Kleine Freundschaften? Da war nur mal der eine kurze,verschämte Kuß zwischen 2 ganz jungen Leuten in der Küche meiner Eltern:meinem Freund B.L.und mir,er hat heute Zwillinge mit einer anderen Partnerin, schön waren die ersten Schmalzbrötchen auf einem seiner Geburtstage, ich feierte nur einmal einen meiner Geburtstage in großer Runde - mein Vater sah irgendwie ganz toll aus,fast wie ein Filmstar - ...Wir spielten ein Märchen,Thron war der Kachelofen. Ich sollte aber die Liebe zu bestimmten Märchen beibehalten,ganz besonders zu "Arielle"besser:"Die kleine Meerjungfrau" von Hans-Christian-Andersen,ich trauerte irgendwie mit,wenn die Nixe sich in Schaum auflöste.

Und natürlich war dann meine Kindheit vorbei,als es daran ging,einen Beruf zu erlernen:ich wollte zwar nie Eisenbahner werden, wurde es aber doch, zwischendurch gab es dann Tage, da wünscht man sich die Kindheit zurück....
Bilder von Meine Kindheit - gut oder schlecht?
Meine Kindheit - gut oder schlecht? Soll ich`s wagen?
Verschiedentlich wurde gefragt, wie ich aussehe: man wird mich irgendwo finden, aber da war ich 6 Jahre alt ungefähr..
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
LoloMay

LoloMay

21.10.2007 23:40

Ein wirklich interessanter Einblick in Deine Vergangenheit. Später wünscht man sich öfter das "Damals" zurück. Tja...

Wapu2002

Wapu2002

07.09.2007 00:02

ich habe meine Einstellung, dass "Alles" schlechter war in der DDR schon lange über Bord geworfen! Kindheitserinnerungen Heute: Gameboy, PC Spiele, Handy, und kaum Beziehung zu den Eltern, da beide schuften...! LG Walter

Empoyerment

Empoyerment

05.09.2007 19:56

Man mit Arielle habe ich auch gelitten. Ob deine Kindheit gut oder schlecht war kannst nur du beurteilen.

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