"Die Katze mit den blauen Augen" oder "Nichts gegen Katzen..., eine Geschichte, in der auch Menschen vorkommen" so lautete nämlich der Titel des gleichen Buches in einer Ausgabe von 1958 (!!!), im englischen Original: "Cats in the Belfrey" von Doreen Tovey.
Wer sich nun wundert, daß dieser ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von LeaofRafiki über Meine freche Katze Saphra / Doreen Tovey 01.04.2001
Produktbewertung des Autors:
Niveau
durchschnittlich
Unterhaltungswert
sehr hoch
Spannung
durchschnittlich spannend
Wie ergreifend ist die Story?
ergreifend
Pro:
Man erfährt viel über Siamkatzen und das Leben auf einem kleinen enl . Dorf
Kontra:
füllt den Bücherschrank, macht süchtig
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
"Die Katze mit den blauen Augen" oder "Nichts gegen Katzen..., eine Geschichte, in der auch Menschen vorkommen" so lautete nämlich der Titel des gleichen Buches in einer Ausgabe von 1958 (!!!), im englischen Original: "Cats in the Belfrey" von Doreen Tovey.
Wer sich nun wundert, daß dieser Titel hier bei der Katze Saphra auftaucht, mag mir die falsche (?) Rubrik verzeihen - aber sooo falsch ist sie dann doch wieder nicht, handelt es sich hierbei doch um das ERSTE Buch aus einer Reihe von Dreien der Autorin Doreen Tovey.
Eigentlich hatte ich mich tierisch gefreut, als ich bei justbooks.de das o.g. Buch aus der Mitte des letzten Jahrhunderts entdeckte. Habe ich mich doch nach der Lektüre der Katze mit den blauen Augen und des kleinen Katers Samson zu einem Fan von Doreen Tovey entwickelt. Juchu!, dachte ich, noch ein Buch von ihr. Aber als ich es heute in den Händen hielt und aufschlug, wunderte ich mich über den ersten Satz, der da lautet: "Unsere erste Siamkatze hieß Sugieh". Schnell rannte ich zum Bücherschrank, holte die Katze mit den blauen Augen hervor und las: "Unsere erste Siamkatze hieß Sulka". Doch das ist nicht das einzige, worin sich diese beiden Bücher unterscheiden... Die 58er Ausgabe ist mit wunderschönen, fast schon nostalgisch anmutenden Tuschezeichnungen von Gunter Böhmer ausgestattet, die 93er mit Federzeichnungen eines nicht namentlich genannten Künstlers und strahlt im Gegensatz zu den neumodischen Ausgaben durch ihre Papierqualität (!), die Lettern und ihre Aufmachung mit echtem Leineneinband den Charme der 50iger Jahre aus. Der Name der Übersetzerin lautet bei beiden Ausgaben Grete Felten, wobei sie angesichts der feinen sprachlichen Unterschiede beider Ausgaben wohl zweimal Übersetzungsarbeit geleistet haben muß...
Hierzu ein Beispiel, die Beschreibung von Salomons Romanze mit der zugewanderten Susi: 1958 schnurrte Susie "wie eine Nähmaschine und wartete darauf, mit ihm ein wenig zu scharmützieren", 1993 schnurrt sie nur noch "laut" und darf mit ihm "flirten". Junge Siamkatzen mutieren zu Siamkätzchen, oder werden sonstwie verniedlicht, zuweilen fehlen ganze Passagen wie bei der Beschreibung von Salomos Wurfbruder, die im vollständigen Text lautet: "So kam der zweite blaue Bruder zu Freunden, die er wie ein echter siamesischer Despot vom ersten Tage an tyrannisierte. Sie nannten ihn Ming, was in jeder Beziehung ein völliger Mißgriff war. Weder zeigte er selbst auch nur die geringste Spur von Zartheit, noch kannte er irgendwelche Rücksichten zerbrechlichen Dingen gegenüber. Jedesmal wenn wir später von ihm hörten, hatte er gerade wieder irgend was zerschlagen."
Ein Rätsel hat sich nun ebenfalls gelöst, nämlich das der zuweilen recht betulich anmuten Atmosphäre IN der Geschichte von Sulka/Sugieh und ihren Kindern Sheba und Salomon, wenn zum Beispiel Kohleeimer ins Spiel kommen und Autodecken oder von einerImpfung gegen Magen- und Darmkatarrh die Rede ist (heute würde man wohl Katzenseuche sagen): die Geschichte spielt wirklich in der vorigen Hälfte des letzten Jahrhunderts!
Über die Handlung möchte ich hier nichts verraten, diese ist auch nicht sooo wichtig. Viel schöner ist zu lesen, WIE Doreen Tovey das Zusammenleben mit ihren Katzen, das Leben und den Alltag auf einem kleinen englischen Dorf fernab all den Errungenschaften der modernen Zivilisation beschreibt. Ihre Katzen sind, als Rassekatzen (!) echte Dorfkatzen, die über die Felder streifen, auf Bäume klettern, wild, frei und ungestüm, und wohl gerade deswegen aus freier Katzenseele ihren Menschen zugetan.
Wer etwas über den ursprünglichen Charakter von Siamkatzen, bevor sie zur schmalköpfigen Qualzucht verdonnert wurden, erfahren will, sollte dieses Buch lesen! Im Vorwort der alten Ausgabe schreibt der Verleger Michael Joseph, dieses Buch ist äußerst aufschlußreich. Siamkatzen werden von ihrem Piedestal heruntergeholt, was Doreen Tovey großartig gemacht hat: sie hat sich gründlich gerächt für die zahllosen häuslichen Unfälle, für die peinlichen Situationen und die dauernden Unannehmlichkeiten, denen sie und ihr Mann ausgesetzt waren. Sie hat ihre Katzen in aller Liebe an den Pranger gestellt. Salomon mit dem scheckigen Bart ist das häßliche Entlein der Geschichte (der sich im kleinen Kater Salomon zum, pardon, schönen Schwan entwickelt), er steht im vollen Rampenlicht Doch auch Sugieh/Sulka und Sheba werden in aller Pracht und Bosheit gezeigt. Wenn man von ihren Heldentaten liest, kann einem die Familie Tovey leid tun - aber mann könnte sie auch beneiden.
Soviel zum ersten Band.
Der zweite Band ist der schon erwähnte "Kleine Kater Samson". "Die freche Katze Saphra" nun der ditte und letzte Band. Es geht immer noch um zwei freche Siamkatzen, die Nachfolger von den Nachfolgern der Nachfolger... allerdings hat sich die Situation der Autorin doch sehr geändert. Sie ist mittlerweile verwitwet und in die Jahre gekommen. In diesem letzten Buch erfährt man viel, viel mehr über das Leben in diesem kleinen englischen Dorf, die Katzen stehen ein wenig mehr im Hintergrund. Aufgefallen sit mir, daß Doreen Tovey "aus Schaden klug geworden ist" und nun ihre Rabauken nicht mehr über die Felder unddurch's Dorf stromern läßt sondern ihnen ein Freigehege, einen "Katzenknast" gebaut hat. Schade eigentlich, denn gerade der Freilauf der ersten Katzengeneration hatte zu vielen auch lustigen Erlebnissen beigetragen. Aber nachdem sie einen Kater bei einem seiner Freigängerabenteuer verloren hat, kann ich das gut verstehen, ich laß meine ja auch nur in den Freiluftknast...
Zur Zeit sind folgende Ausgaben (bei amazon) erhältlich:
DIE KATZE MIT DEN BLAUEN AUGEN: Fischer Taschenbuch Nr.13451, 1996, DM 12,90 als Sonderausgabe ebenfalls Fischer Taschenbuch, 2001, DM 10,00 antiquarisch (z.B. bei justbooks) gebundene Ausgabe, Scherz Verlag 1996 gebundene Ausgabe, Engelhorn Verlag Stuttgart 1958 gebunden, Scherz Verlag
DER KLEINE KATER SAMSON Fischer Taschenbuch, Nummer weiß ich nicht, da ich noch die gebundene Ausgabe habe
Pro: sehr unterhaltsam und witzig, jeder der katzen mag, wird auch dieses Buch lieben Kontra: das ich es bereits ausgelesen habe
Unter anderem hat diese Autorin auch den Bestseller "Die Katze mit den blauen Augen" verfasst, und jedes ihrer Bücher sollte für Katzenhalter eine Pflichtlektüre sein. Es geht in diesem Buch um das Leben von Doreen (der Autorin selbst) und ihren beide ...
Bericht lesen
Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich