..... abschiedsbrief .....

1  19.07.2004

Pro:
rein überhaupt nichts .  .  .  .  .

Kontra:
alles .  .  .  .  .

Empfehlenswert: Nein 

kopfchaos

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(der autor hat die eigenart sich selbst hin und wieder briefe zu hinterlassen, auch abschiedsbriefe, den nachfolgenden brief hat sich der autor auch selbst hinterlassen mit der datierung vom 18.juli 1999.....)


nun ist es so, bin dabei meine letzten gedanken zu notieren, einmal mehr.....
dies ist nicht der erste abschiedsbrief, den du dir selbst schreibst, aber vielleicht der letzte.....
wenn ich den mut finde, die kraft habe um mich selbst zu überwinden.....

einmal mehr rekapituliere ich, einmal mehr versuche ich mich vor mir selbst zu rechtfertigen, versuche mir selbst zu erklären weshalb ich keinen sinn mehr sehe.....

einmal mehr bin ich mal wieder total auf die schnauze gefallen, hat alles nicht funktionert.....
habe mir selbst ein bein gestellt und mich dabei auch noch selbst überholt.....

einmal mehr hat sich die welt gegen mich verschworen, alles scheint gegen mich zu sein, sogar ich selbst kann mich auch nicht mehr ausstehen.....

einmal mehr habe ich mich vor mir selbst zurückgezogen, mich selbst alleingelassen, ich war noch nie so enttäuscht über mich selbst.....

einmal mehr habe ich mich von der welt zurückgezogen, von allen anderen entfernt, oder hat sich die welt von mir zurückgezogen, von mir entfernt ?

einmal mehr bin ich einsam.....
doch ist diese einsamkeit gut für mich ? oder gar notwendig ?
wobei, einsam hab' ich mich immer gefühlt, auch wenn ich unter leuten war, gerade dann hab' ich mich einsam gefühlt.....

einmal mehr habe ich festgestellt, dass ich keine eigentlichen freunde hab', sicherlich, kumpels und bekannte hab' ich einige, aber alles nur oberflächliches, unverbindliches, nichts näheres, tieferes, lag es an meiner eigenen unfähigkeit irgendwelche bindungen einzugehen ?

einmal mehr versuche ich die gedanken und dies einnehmende gefühl der einsamkeit zu verdrängen, zu vergessen.....

einmal mehr stelle ich fest, dass ich mich vielleicht in der einsamkeit versteckt, verborgen gehalten hab'.....

einmal mehr stelle ich mir die frage, wie ich liebe fühlen kann, wenn ich nicht weiss, was liebe ist.....

einmal mehr sehne ich mich nur mehr nach ruhe, nach distanz, distanz zu erlebnissen, distanz zu personen, denen ich aber eigentlich nah' sein sollte.....

einmal mehr suche ich auch distanz zu gedanken und gefühlen, die ich mir zu nah' hab' kommen lassen.....

einmal mehr mache ich mir vorstellungen, was liebe sein kann, und ob ich je welche hatte, male mir im geiste grausige bilder wie es sein könnte, wenn man jene liebe verlöre.....

einmal mehr versuche ich nun konsequent zu sein.....

..... schwarz .....

so ist es gut.....
nur dieser längst vertraute ton in meinen ohren.....
das bin ich selbst.....
dies ist meine lebensuhr......

doch.....

doch, ich lebe noch.....

hört ihr es nicht ?
dieser ton ist der beweis, dass ich lebe.....

aber ihr könnt' dies nicht hören.....
ihr seid viel zu weit weg.....
ihr seid auf einem anderen stern.....
ihr seid in einem anderen all.....
ihr seid hinter all dem, das es gibt.....

ich bin ganz alleine hier.....
ich bin ganz alleine in mir.....
ich habe keinen raum und keine zeit.....

ich bin die dunkelheit.....
die tiefe dunkelheit.....

ich fühle nichts.....

ich sehe nichts.....

ich bin nichts, als ein surren in einem gehirn, das es schon lange nicht mehr gibt.....

schwarz.....

nur schwarz.....

ist dies das gesicht der ewigkeit ?

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
muscle

muscle

24.08.2004 16:10

Auch mit kleinen Abschieden verabschiedet man immer wieder einen Teil seiner Selbst...

Zwergimama

Zwergimama

23.08.2004 11:32

Einen treffenden Kommentar zu finden, ist fast unmöglich. Deine Worte gehen sehr tief und hinterlassen eine große Nachdenklichkeit, denn einmal mehr wird sich wohl ein jeder beim lesen bewußt wie oft er sich schon solche Gedanken gemacht hat...Ganz liebe Grüße, Tina

macias

macias

18.08.2004 22:33

Fällt mir schwer - hier zu bewerten. Darum werde ich es einfach lassen. Zwar irgendwie poetisch geschrieben und trotzdem lese ich zwischen den Zeilen vieles, das ziemlich negativ eingefärbt ist. Bilde ich mir vielleicht auch nur ein... lieber Gruss aus dem Land der hängenden Mundwinkel, Gaby

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