Türkenporsche,
29.07.2001
Pro:
Wiederverkaufswert, Fahrgefühl, Power, Verarbeitung
Kontra:
Das Lenkkrad und für die, die´s brauchen, kein ASD, ASR, ABS und Airbag . . .
Empfehlenswert:
Ja
 DirtyHardy
Über sich:
Mitglied seit:23.07.2000
Erfahrungsberichte:36
Vertrauende:20
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 123 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Bonzenkutsche, Zuhälterkarre, Daimler, Mercedes, Benz, Silberpfeil, Stern oder sogar nostalgisch Stern des Südens hört man allerortens, gemeint ist immer dasselbe, ein Automobil der Marke Daimler-Benz. Und genau so ein Automobil nenne ich augenblicklich mein eigen, wenn´s auch das kleinste dieser Gattung ist, der DB 190 1,8 E (in manchen Gazetten auch als Typ 201 angeboten), Baujahr 1991, den kennt hier jeder, zumindest vom Sehen. Als ich ihn mir letztes Jahr gönnte, suchte ich als Lehrzeitüberbrückung bereits seit längerem ein zuverlässiges, bequemes Auto, das ich mir zum ersten leisten konnte und zum zweiten sollte es mir natürlich auch gefallen. Und irgendwie ging mir dieses Gefährt in der bronzitbeigemetallic, mit ein paar Extras ausgestatteten Serienausführung beim BMW-Händler in der nächsten Umgebung nicht mehr aus dem Kopf, hat es doch noch eine etwas eckigere, ausgeprägtere Form, ich mag einfach diese runden Goofy-Autos die heutzutage vom Band rollen nicht mehr ...
Wir stehen nun vor einer viertürigen, heckangetriebenen Limousine, ziemlich flach vom allgemeinen Erscheinungsbild her, bis auf die etwas hoch angesetzten Radkästen, aber da lässt sich mit einem Satz härterer Federn ja um´n paar Zentimeter nachhelfen, dann liegt er auch wie ein Brett auf der Straße. Die Einsicht ist großzügig, von vorne, den Seiten und hinten, durch verhältnismäßig große Fenster, die natürlich gleichzeitig auch für einen guten Ausblick sorgen. Von außen fällt natürlich noch die ziemlich lange, dennoch dezente Teleskop-Heckantenne, sowie das Markenzeichen, der Stern am Heck, mittig auf dem Kofferraum plaziert, und an der Front, per Kugelgelenk auf der Motorhaube plaziert, in´s Auge. Solltet ihr bei diesem Modell den Front-Stern nicht finden, handelt es sich um einen umgebastelten Kühler, dann wurde aus optischen Gründen eine SL-Schnauze angeschweißt – bitte Finger davon lassen, sieht zwar sehr gut aus, wird aber seltenst befriedigend hergerichtet und führt somit langfristig zu Mängeln, seien es auch nur kleinere Korrosionsstellen. Zum Rost sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass mein Modell keinen noch so kleinen Makel in dieser Hinsicht aufweist und auch nicht in absehbarer Zeit aufweisen wird, obwohl er wie schon erwähnt zehn Jahre auf´m Buckel hat ... Aber es kommt ja nicht nur auf die äußeren, sondern vor allem auf die inneren Werte an und die möchte ich euch nun etwas näher bringen, also schaut in meinen virtuellen Stern ...
Wir schieben den Schlüssel durch ein mit Metallplättchen geschütztes Schloss, drehen den Schlüssel, die Knöpfe erscheinen aus der Versenkung und das typische Klacken der Zentralverriegelung verdeutlicht uns, dass das Auto zum Einstieg bereit steht. Wir öffnen die schwere Tür, bücken uns, auch wenn wir nur 1,76 m groß sind und schieben den ersten Fuß vor und schon haben wir einen kleinen Macken an diesem Gefährt, das Lenkrad ... Obwohl die Vordersitze verschieb-, höhenverstell- und die Sitzfläche kippbar sind und DirtyHardy´s Sitz wirklich ganz unten sowie weitmöglichst hinten hockt, kämpfe ich beim Einstieg mit dem ca. 35 cm Durchmesser zählenden Lenkrad und schlängele mich irgendwie immer unten durch. Sollte man sich aber nun hinter´s Steuer geklemmt haben, sitzt man sehr bequem in einem großzügigen Innenraum, auch bei längeren Fahrten, und hat Einblick auf ein solide verarbeitetes Interieur, sollte auch das Design Geschmackssache sein, da etwas altmodisch und eben der Nutz-Effekt bei der Verarbeitung im Vordergrund stand. Wir haben nun den Blick frei auf das Cockpit, wir sehen hinter dem Lenkrad links drei Anzeigen, den Öldrück, die Tank- und die Temperaturanzeige, mittig den Tachometer mit integriertem Tages- und Gesamtkilometerzähler, sowie rechts eine riesige Uhr, den Drehzahlmesser vermissen wir also. Aber nun gut, mich stört dies weniger, fahre nach Gehör, kann ihn also problemlos missen, wie auch einen eventuellen Bordcomputer, der bei BMW zu diesen Zeiten schon Standard war. Ablagemöglichkeiten sind etwas knapp gehalten, wie wir auch bald feststellen müssen, außer den gewohnten Seitentürablagen verfügen wir noch über ein sehr kleines Handschuhfach, denn hier passte leider kein CD-Wechsler, oder der Verstärker rein, aber na, ja, es gibt ja noch den, leider auch etwas kleinen, Kofferraum. Stellt euch zwei mal zwei Sprudelkästen quer vor, dann habt ihr in etwa das Volumen, in der Breite sowie der Höhe, schon etwas wenig, vor allem wenn der Verstärker noch montiert sein will. Für die Anlagenfans noch eine kleine Anmerkung, der Einbau für die Boxen gestaltet sich durch eine Stahl-Heckablage etwas schwieriger, die Platzierung von Wechsler, Verstärker und Röhre bereitet durch den schon bereits erwähnten knappen Raum auch etwas Kopfzerbrechen, dies alles wird aber durch den vorbildlichen Unterbau des Innenraums wieder ausgewogen. Hier stellt man sehr schnell fest, dass jeglicher Kabelsalat durch mit Klappen versehene Kunststoffbuchsen geführt wird und die Polsterungen mit zwei, drei Standardwerkzeugen problemlos entfernt werden können. Kommen wir doch nun aber zum Herzstück jedes Automobils, dem Motor. Wir stecken den Schlüssel in´s Zündschloss, drehen ihn und der Motor springt bei jeglicher Witterung problemlos an und schnurrt wie ein Kätzchen. Drücken wir auf´s Gaspedal, wie alle Pedale großzügig gestaltet und auch noch für Schuhgröße 46 geeignet, dreht der Motor mit sattem, turbinenartigen Sound hoch, außer im untertourigen Bereich kein Brummeln aber auch im hochtourigen Bereich kein Pfeifen. Na denne, starten wir mal eine kleine Runde, wir legen den ersten Gang eines präzisen, nicht hakenden, mechanischen 4-Gang-Getriebes ein und schießen sprichwörtlich los ... Nach Herstellerangaben lässt sich der erste Gang bis ca. 54, der zweite bis 97, der dritte bis 152 und der vierte bis 185 km/h drehen, aber naja, das halte ich für ein Gerücht, denn auch wenn ich diese Werte noch nicht erreicht habe, wird mir der Motor etwas zu laut und man will ja sparsam fahren ... So halte ich es im Normalfall mit der Abstufung 45, 85, 130 und Ende, das mit Anlauf und Berg ab auf dem Tachometer knapp hinter der 190 km/h-Marke abzulesen ist. Durch diesen Fahrstil, der sicher zum Teil auch im hochtourigen Berich liegt, liegt mein Verbrauchsmittel bei ca. 8,5 Liter Super bleifrei auf 100 Kilometer, ergibt eine Reichweite beim 55l-Tank von ca. 650 km, sowie ca. 0,5 Liter Leichtlauf-Motoröl 10W40 auf 1000 km, gemäß Herstellerangaben bis zu einem Liter, ich denke für ein Fahrzeug dieser Art mehr als annehmbar. Der Stern liegt unterstützt durch die Servolenkung auch auf kurvenreichen Strecken gut auf der Straße, straff gefedert aber nicht zu hart, kleinere Bodenwellen werden ohne großes Holpern genommen. Er wirkt durch sein Gewicht vielleicht etwas gutmütig, neigt aber nicht zum Ausbrechen, da er durch gezieltes Spiel mit dem Gas und das sofort reagierende Heck sofort in die Spur zieht, auch auf glatten Oberflächen im Winter ist er somit schön zu fahren, sollte man den Heckantrieb gewohnt sein. Die Bremsen reagieren auf trockenem sowie nassem Asphalt ansprechend und holen den Boliden schnell wieder von seiner Power runter, ein kleiner Nachteil ist nur bei glatter Oberfläche gegeben, denn dieses Gewicht sollte man nicht ruckartig runterbremsen, also Vorsicht. Etwas störende Fahrgeräusche erreichen wir um die 160,170 km/h, da wird der Motor etwas laut, aber ansonsten verläuft die Fahrt zimelich ruhig und wann bewegen wir uns denn heutzutage schon mal in diesen Bereichen. Mehr gibt´s zum Fahrgefühl eigentlich nicht zu sagen, das kann man wirklich nur erleben!
Was viele Leute bei dieser Marke als großes Manko anfügen, die Service- sowie Teilepreise, kann ich natürlich zum Teil ebenso bestätigen, aber eben nur zum Teil. Die Stundensätze liegen doch wirklich, bis auf Sonderaktionen, bei jeder Vertragswerkstatt gleich hoch, muss ich wohl wissen, beim nun achten Auto und jeweils anderer Marke ... Aber bitte, bei einem Wagen dieses Alters ist es doch beispielsweise nicht mehr nötig die Vertragswerkstatt zum Bremsenwechsel anzufahren, da reicht doch ein ATU, oder wie sie auch immer heißen mögen zum um 40 Prozent ermäßigten Stundensatz und zum geringeren Teilepreis. Klar ist der Teilepreis etwas höher als bei einem Kleinwagen, aber im Verhältnis zu einem BMW, Alfa Romeo, VW oder zu einem Opel, ja Opel, gesehen stehen diese doch in einem normalen Verhältnis zueinander, mal der eine teurer mal der andere?! Und wenn ich, DirtyHardy, dann noch sehe, dass auch in den Daimler-Vertragswerkstätten Aktionsangebote zur Wahl stehen und ich beispielsweise für die komplette Jahresdurchsicht 329 DM bezahle, inclusive Zündkerzen-, Öl- und Ölfilter-, sowie Luftfilterwechsel, naja, bei VW kostet ein vergleichbares Angebot über einen Hunderter mehr ... Ebenso noch erwähnenswert ist die Kulanz der Werkstätten in kurzen Überprüfungen und dem kurzen Nachschauen ... Abschließend möchte ich eigentlich nur sagen, solltet ihr vor der Wahl stehen euch entweder einen etwas neueren Kleinwagen oder solch ein älteres, größeres Modell in der gleichen Preisklasse anzuschaffen, habt keine Angst vor der Kilometerleistung und/oder dem Alter und testet, bzw. lasst testen, mal beide auf Herz und Nieren, allein schon das Probefahren wird euch die Wahl gewaltig erleichtern, denn der gute Stern auf allen Straßen ist ein Phänomen für sich ...
Technische Daten gem. Hersteller: **************************** Abmessung: 4,45 x 1,69 x 1,38 m Leistung: 80 KW/109 PS 0 auf 100 km/h: 12,7 sec. Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h Hubraum: 1797 ccm Leergewicht: 1160 kg, max. Zuladung auf 1660 kg Bereifung: 185/65 R15 auf Felge 6Jx15H2 und 205/55 R15 auf Felge 7Jx15H2 Neupreis : ca. 37000 DM Aktueller Marktwert: ca. 9000 DM (Quelle: ADAC online-Gebrauchtwagenbewertung, Laufleistung 95000 Kilometer) Daten für die Versicherung: *********************** Herstellerschlüssel: 0708 Typschlüssel: 406 Typklasse: 17
Daten für die Kfz-Steuer: ********************* Schadstoffschlüssel: 01 (mit geregeltem 3-Wege-Kat.) Dementsprechend ergibt sich bei einem augenblicklichen Satz von DM 21,20 je angefangene 100 ccm eine jährliche Steuerabgabe von 381,60 DM. Ich hoffe, dass ich euch mit meinem verspäteteten Jumiläumsbericht zum Einjährigen etwas die eventuelle Ignoranz und den Respekt vor der Oberklasse genommen habe, ist eben auch nur ein Auto, eventuelle Kommentare oder ergänzende Fragen sind natürlich wie immer erwünscht ...
Preisvergleich
sortiert nach Preis
* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten. Preise, Verfügbarkeit und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein, da eine Echtzeit-Aktualisierung technisch nicht möglich ist. Maßgeblich sind immer die Preise und Angaben auf der Händlerseite. Alle Angaben ohne Gewähr.
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
Das könnte Sie interessieren
Verwandte Tags für Mercedes-Benz 190 E 1.8
|
|
28.10.2006 01:19
Ausgezeichnet! Ich werde die Leute nie verstehen, die ihr Geld für Neuwagen rausschmeissen - ich steh´ mehr auf zuverlässige Autos...
18.10.2003 14:42
kennst du die Aktion von Liebesstern17I ich finde diese idee wirklich toll und fänd es klasse wenn du s dir mal anschaust ´worum es genau geht findest du unter folgendem link: http://www.ciao.de/Alles_mit_A__Test_2723236 lg laborratte ps: ich hoffe du nimmst mir meine schleichwerbung nicht krum ist für n guten zweck :o)
21.06.2003 21:25
Der Bericht hat mich sehr überzeugt ich habe ihn in ruhe gelesen, mag den 2.6 Liter Motor aber lieber.