Abschied von meinem Traum
14.01.2001
Pro:
Lange Lebensdauer des Motors, super Werkstattservice .
Kontra:
-
Empfehlenswert:
Ja
 kaffeetrinkerin
Über sich:
Habe zwei Kinder, bin glücklich verheiratet und führe mit meinem Mann zusammen eine Filiale des Club...
Mitglied seit:03.01.2001
Erfahrungsberichte:56
Vertrauende:8
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 18 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Ja, ich hatt IHN. Meinen Traum, meinen schneeweissen 190er. DAS Auto. Tiefergelegt (Sportfahrwerk), Sportschalldämpfer und S-Klasse-Grill (fürs Aussehen), 195er Breitreifen, el. Schiebedach, Colorglas usw. Selbst die Scheinwerferblenden fehlten nicht. Alles meine harte Arbeit. Ich sag ja, mein Traum. Der Haken: mein Kleiner wurde schon 1986 geboren. Deshalb hatte ich schon hier und da mal Schwierigkeiten. Hielt sich aber alles in Grenzen. Wenn man bedenkt, dass er mich trotz seines reifen Alters ohne Pannen oder sonstiges quer durch Italien gekarrt hat und danach beinahe wöchentlich 700 km hin und zurück zwischen Studien- und Wohnort, dann kann man durchaus staunen, das hat er sich verdient. Überhaupt musste ich, mal abgesehen von den Schönheitsoperationen, fast nichts investieren. Deshalb hatte ich ja auch so gezittert beim TÜV. Ich dachte, diesmal schafft ers nicht mehr, irgendwas ist sicher dran. Und dann das Ergebnis: ohne Mängel! Und das, obwohl ich nun wirklich keinen einzigen wirklich nützlichen Handschlag getan hatte. (Hier bereute ich das zum ersten Mal.) Das schönste war schon sein Auftritt. Alles dran, was ein Anfang-Zwanzig-Herz begehrt. Und dann steigt ausgerechnet eine Frau aus! Die Gesichter lohnten meine Mühe.
Leider kam es, wies kommen mußte. Da war er mir solang treu, und dann passte ausgerechnet der Kinderwagen nicht in den Kofferraum. Dafür war er ja auch nicht vorgesehen. Ausserdem dachte ich früher immer, ich sterbe ohne Airbag, wie ein Mann. Mutter sein macht doch was aus, meinen Kindern wollte ich das nicht zumuten. Also hörte ich auf meinen Mann, wir schafften uns ein solides Familienfahrzeug an. Vernünftig, aber sehr traurig. Mein Stern hatte immer gute Dienste geleistet! Ach ja, sehr praktisch war auch der Werkstattservice von Mercedes. Die setzten schon voraus, dass ich keine Ahnnung hätte, und haben mir selbst kleine Handgriffe zum Nulltarif erledigt, zu denen ich bloss zu faul war, während ich meinen (kostenlosen) Kaffee geniessen konnte. Die Preise waren dagegen wider Erwarten nicht höher als in anderen Werkstätten, was sich jedoch nur auf MEINE Erfahrungen bezieht.
Ich verkuppelte ihn nach längerer Suche an einen 20jährigen, der megastolz war und sofort die Alus tauschen wollte und und und... Weil das mein kleiner verdient hat, hab ich ihn auch verschenkt, nicht verkauft. Blöde? Nein, ich wußte, dass das Geld sofort meinem Baby zugute kommen würde, und so war es auch. Neue Alus blitzen in der Sonne, ein Sportlenkrad hat er auch. Das wäre meine übernächste Investition gewesen. Jetzt denke ich zwar immer noch voller Wehmut an ihn, aber ich sehe, dass es ihm gutgeht.
Ich weiss, sowas kann nur eine Frau von sich geben, aber er hat es sich verdient.
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21.06.2003 21:17
Schöner persönlicher Bericht, schade das du ihn nicht mehr hast,hoffentlich geht es ihm heute gut.
09.07.2001 00:39
Ich wußte garnicht das auch Frauen so fühlen könne *heul* sehr ergreifend , ich hoffe ich muß mich nie von meinem Baby trennen !