Mercedes-Benz E 270 CDI

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Mercedes-Benz E 270 CDI

E-Klasse - Limousine - obere Mittelklasse - Diesel

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Erfahrungsbericht über "Mercedes-Benz E 270 CDI"

veröffentlicht 17.11.2000 | Ka_We
Mitglied seit : 30.11.-0001
Erfahrungsberichte : 23
Vertrauende : 0
Über sich :
Ausgezeichnet
Pro sparsam, gute Serienausstattung, laufruhiger Motor
Kontra etliche Kinderkrankheiten, kleiner Kofferraum, stramme Servolenkung
sehr hilfreich
Zuverlässigkeit
Fahreigenschaften:
Empfundene Qualität:
Bedienung
Platzangebot:

"Sparwunder mit Kinderkrankheiten"

Durch die ständig steigenden Treibstoffpreise denken immer mehr Autofahrer bei einer Neuanschaffung über einen Diesel nach. Taxi, Bauern- und Vertreterauto, laut nagelnd und rußend mit schlechter Beschleunigung - diese Vorurteile gegenüber dem Diesel gehören dank der neuesten Generation der CDI-Motoren von Mercedes endgültig auf den Müll. Ob sich ein Diesel letztendlich rechnet, hängt stark von der jährlichen Fahrleistung ab. Ein Diesel kostet wesentlich mehr Steuer und meistens auch mehr Versicherung als ein vergleichbarer Benziner. Dem gegenüber stehen ein günstigerer Treibstoffpreis und ein geringerer Verbrauch sowie meist ein besserer Wiederverkaufswert. Hier lohnt es sich also, ganz genau nachzurechnen. Wer den E 270 CDI das erste mal fährt, fragt sich verwundert, ob Mercedes nicht doch aus Versehen einen 6-Zylinder eingebaut hat. Der Motor hat eine Leistung von 125 kW/170 PS und liefert schon ab einer Drehzahl von 1600 U/min ein Drehmoment von 370 Nm. Zum Vergleich: der 4,3-Liter-8-Zylinder-Benzinmotor hat gerade mal 30 Nm mehr. Der Motor beschleunigt das gut 1,6 Tonnen schwere Fahrzeug in 9,3 Sekunden von 0 auf 100. Da der Turbolader eine variable Geometrie besitzt, merkt man fast nichts von einem Turboloch. Am Anfang neigt man leicht dazu, etwas zuviel Gas zu geben, so daß das Fahrzeug mit quietschenden Reifen und wild blinkender ASR-Leuchte einen Satz nach vorne macht. Man hat aber den Dreh schnell heraus, wie man dem Turbolader etwas Zeit läßt, seine Kraft kontrolliert zu entfalten. Den angegebenen Verbrauch von 5,7 l/100 km überland schaffe ich beim besten Willen nicht. Unter 6,3 l/100 km komme ich nie und da muß man schon sehr verhalten und vorausschauend fahren. Auf der Autobahn unter Volllast klettert der Verbrauch schnell auf über 10 Liter. Das ist aber auch noch ein akzeptabler Wert, wenn man bedenkt, daß sich die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h leicht überschreiten läßt. Ob man mit diesem Fahrzeug sparsam unterwegs ist, hängt also in erster Linie vom Fahrer ab. Der Motor hat einen kernigen, aber nicht unagenehmen Sound. Ein leichtes Diesel-Nageln ist höchstens im Leerlauf zu hören. Während der Fahrt bleibt man im Innenraum vor unangenehmen Motorengeräuschen weitgehend verschont. Mercedes hat es wirklich verstanden, den Diesel zu kultivieren. Sparsam ist das Fahrzeug auch, was den Kundendienst angeht. Die Wartungsintervallanzeige "Assyst" hat erst nach knapp 30.000 Kilometern einen Kundendienst verlangt. Noch vor ein paar Jahren hätte ein Mercedes mit dieser Fahrleistung drei Werkstattaufenthalte benötigt. Die Serienausstattung der E-Klasse beeinhaltet eigentlich alles, was man zum (über-)leben braucht: Airbag und Sidebag für Fahrer und Beifahrer, Windowbags, ABS, ASR, ESP, BAS, Fensterheber, Gurtstraffer, Klimaanlage, Kopfstützen 5-fach, Radio, wärmedämmendes Glas, Wegfahrsperre mit Infrarot-Funk-Fernbedienung und noch viel anderer Kleinkram. Natürlich gibt es noch eine lange Liste mit mehr oder weniger sinnvollen Extras, mit der sich der Basispreis von rund 68.000,- DM in schwindelerregende Höhen steigern läßt. Einige Extras möchte ich kurz ansprechen. Designlinien "Elegance" und "Avantgarde": wer auf Chrom steht, kommt um eine der beiden Designlinien nicht herum. "Avantgarde" ist zwar ziemlich teuer, beinhaltet aber auch Sportfahrwerk und Xenon-Licht und verpaßt der E-Klasse die beste Optik. Außenspiegel elektrisch heranklappbar: wer öfter in engen Parhäusern parkt, sollte über dieses Extra ernsthaft nachdenken. Alarmanlage: eigentlich überflüssig, Diebstahl ist durch die Teilkaskoversicherung abgedeckt und man muß sich nicht mit Fehlalarm herumärgern. Automatikgetriebe: ein Muß für einen Mercedes mit dieser Leistung. Klimatisierungsautomatik: die Klimaanlage ist Serie, die Automatik macht das ganze noch viel komfortabler und hat einen Aktivkohlefilter. Kraftstoffbehälter mit größerem Inhalt und Skisack: diese Extras verkleinern das Kofferraumvolumen. Wer Wert auf einen großen Kofferraum legt, solle von diesen Extras die Finger lassen. Im Vergleich zur alten E-Klasse (Baureihe 124) ist der Kofferraum sowieso unverschämt klein. Parameterlenkung: hier handelt es sich um eine geschwindigkeitsabhängige Servolenkung. Bei niedriger Geschwindigkeit geht die Lenkung butterweich und wird mit zunehmender Geschwindigkeit härter. Ein sinnvolles Extra, weil die serienmäßige Servolenkung viel zu stramm geht. Parktronic-System: Ultraschallsensoren in den Stoßfängern warnen beim Einparken vor Hindernissen. Sinvoll, weil die Sensoren auch niedrige Hindernisse erfassen, die man nicht sehen kann. Vorrüstung für Handy: wer eine Freisprecheinrichtung einbauen lassen will, sollte dieses Extra ordern. Das erspart aufwändige Verkabelungen und das Blech muß nicht nachträglich angebohrt werden, um die Antenne zu montieren. Scheibenwischer mit Regensensor: ein praktisches Spielzeug. Schiebedach: mit Klimaanlage eigentlich überflüssig. Sidebag im Fond: wer öfter Passagiere im Fond dabei hat, sollte denen auch Seitenairbags gönnen. Sitzheizung: sehr angenehm, für Ledersitze Pflicht. Standheizung: praktisch für den, der im Winter öffter draußen parkt. Nachteile sind, daß die Standheizung nicht in Garagen betrieben werden kann und daß die Heizung allerhand Viehzeug anlockt, das sich auf dem Auto aufwärmt. Xenonscheinwerfer: teuer aber gut.
Wo viel Licht ist, ist aber auch Schatten. Den kleinen Kofferraum und die stramme Servolenkung habe ich schon erwähnt - ein echter Rückschritt im Vergleich zur alten E-Klasse. Mein E 270 CDI ist jetzt 15 Monate alt und hat 41.000 km. Folgende Defekte sind bisher aufgetreten: ein Hauptschlüssel war defekt und hat die Wegfahrsperre nicht mehr deaktiviert. Wochenlang war kein Ersatz zu bekommen, weil "das Auto noch so neu ist". Dreimal hat sich ein Schlauch vom Ladeluftkühler gelöst. Der Motor ist in diesem Zustand nahezu leistungslos. Der Ladeluftkühler sammt Schläuchen wurde zweimal getauscht, jetzt soll es halten. Vorläufig letzter Akt: ein Steuerventil war defekt. Auch dieser Fehler führt zu einem starken Leistungsverlust. Ein weiterer Kritikpunkt ist, daß der E 270 CDI nicht in einer Biodieselversion zu haben ist. Im Biodieselbetrieb haben die Motoren zwar weniger Lesitung und einen höheren Verbrauch, so daß sich der etwas geringere Treibstoffpreis wieder aufhebt. Aber praktisch wäre es schon, wenn der Motor Biodiesel-fest wäre. Audi z. B. ist in dieser Beziehung weiter - alle Diesel können serienmäßig mit PME (Pflanzenölmethylester) betrieben werden.
Der E 270 CDI ist wirklich ein ganz hervorragendes Fahrzeug, das auch für bisherige Diesel-Skeptiker interessant ist. Die Kinderkrankheiten sollten mittlerweile in der Serienproduktion beseitigt sein.

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Produktdaten : Mercedes-Benz E 270 CDI

Produktbeschreibung des Herstellers

E-Klasse - Limousine - obere Mittelklasse - Diesel

Haupteigenschaften

Serie: E-Klasse

Leistung (kW): 130

Leistung (PS): 177

Hubraum (ccm): 2685

Türen: 4

Kraftstoff: Diesel

Aufbau: Limousine

Klasse: obere Mittelklasse

Hersteller: Mercedes-Benz

Ciao

Auf Ciao gelistet seit: 17/06/2002