Erfahrungsbericht über

Mercedes-Benz E 280

Gesamtbewertung (22): Gesamtbewertung Mercedes-Benz E 280

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Gemütliches Trödelmonster mit 204PS

3  15.07.2001

Pro:
Platzangebot, solide Karosserie, Motor sparsam .  .  .

Kontra:
.  .  . aber lethargisch, Unhandlichkeit, Aufpreisgestaltung

Empfehlenswert: Nein 

Womibla

Über sich: ---> Wer hat Fragen zu meinen Testkriterien? Wer möchte wissen, wer die "Consumer's Union&qu...

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Meine Erfahrungen mit dem Mercedes E280

Als der Daimler-Benz-Konzern im Jahre 1995 die neue E-Klasse mit dem revolutionärem 4-Augen-Gesicht vorstellte, war die Aufregung groß: die einen kriegten sich vor Lob kaum noch ein, und bezeichneten den fortschrittlichen Luxus-Cruiser als „den besten BMW, den Mercedes je baute“, die anderen hingegen fanden die neue „Machart“ schlicht potthässlich.
Über Geschmack lässt sich bekanntlich schlecht streiten.
Ich fand das E-Klasse Design damals klasse, und empfahl meinem Vater den Wechsel zum neuen Modell.
Nach zwei Jahren, im Mai 1997, stand der langersehnte E280 vor der Tür: viel größer als der alte W124, designerisch uptodate, und um einiges besser ausgestattet. Das Navigationssystem war ein Novum in der Familie. An das langweilige Uni-Dunkelblau würden wir uns schon gewöhnen, dachten wir, man kann ja nicht alles haben.

Wie sich das Auto innerhalb der letzten 4 Jahre und 100.000km Fahrleistung bewährt hat, schildere ich Euch in meinem Erfahrungsbericht:

_________________________________________
Innenraum:
Endlich mal bietet das Mercedes Bestseller-Modell einen standesgemäßen Innenraum – bei der Karosserielänge aber eigentlich auch kein Wunder.
Luxuriöse Platzverhältnisse auf allen Sitzen, mehr kann man zu dem Thema nicht sagen. Auch der Umfang der Sitze ist großzügig, die straffe Polsterung und der gute Seitenhalt sind in Ordnung, das relativ schnelle Durchsitzen jedoch nicht. Ärgerlich für ein Auto der Oberklasse: 1997 zahlte man selbst im E280 „Elegance“ noch 3500 Mark für elektrische Sitzverstellung, und 900 Mark für Lordosenstützen auf beiden Vordersitzen. So nicht, Mercedes!
Immerhin, im neuen Facelift-Modell gibt es teilweise elektrisch verstellbare Sitze.
Insgesamt wirkt das Innenraumdesign weniger fortschrittlich als das äußere Erscheinungsbild. Konservativ-unfreundliche Aufmachung, rutschige und meist billige Plastikoberflächen und die schlechten Armauflagemöglichkeiten (vor allem im Fond) machen keine Freude. Die Edelholzeinlagen wirken an manchen Stellen wie Plastik und stimmen alles in allem wenig versöhnlich. Einzig und allein das formschöne Armaturenbrett kann überzeugen, da es für gutes Raumgefühl sorgt und mit tadelloser Schalterplatzierung glänzt.
Mercedes bietet aber auch Auswege aus der greuslichen Plastiklandschaft an. Wie kommt man also auch bei Mercedes an einen Innenraum, der sich hinter einem BMW 5er nicht zu verstecken verbraucht?
Mit folgenden Ausattungspaketen:
- Avantgarde-Paket. plus 5.800DM
- Ledersitze „Nappa“: plus 4.900DM
- Armaturenbrett „Designo“: plus 4.000 Mark
Da staunt ihr nicht schlecht, was?
Insgesamt hat BMW das Thema der optischen und haptischen Verarbeitung viel besser im Griff – da zahlt man für ein rundum ansprechendes Ambiente auch nur 3.700 Mark extra. Damit meine ich die in dieser Fahrzeugklasse obligatorische Ledersitzaustattung in angenehmer Qualität, die Mercedes mit dem „Basis-Leder“ einfach nicht bietet.
Besonders ärgerlich ist jedoch, dass das Niveau bei Mercedes von Modell zu Modell sinkt, und BMW, Audi und selbst VW viel mehr Ahnung von Innenraumdesign haben.

___________________________________________
Sicherheit:
Dieses Thema ist Tradition bei Mercedes-Benz. Zumindest in unserem Fahrzeug ist die Sicherheitsaustattung vorbildlich: Doppelairbags plus Sidebags, ABS, ASR, 4 sehr gute Kopfstützen, Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer vorne, spitzenmäßige Bremsen.
Nicht so gut: Das Crashverhalten wird im Euro-NCAP-Crahstest mit 3,5 Sternen bewertet.
Grundsätzlich muß man beim Punkt „aktive Sicherheit“ Abstriche machen, da sich vor allem Fahranfänger mit dem unhandlichen und unpräzisen Lenkungsverhalten überfordert fühlen.
Ein ESP gab es bei unserem Modell noch nicht, ich halte es aber bei solch einem Hecktrieblerfahrzeug für sehr sinnvoll.

_________________________________________
Fahrdynamik:
Ich hatte nie erwartet, dass das Thema „Fahrspaß“ bei diesem Auto kaum existiert. Die schwergängige und gefühllose Servolenkung macht das Auto in der Stadt so unhandlich wie einen Bungalow, und auf der Landstraße schwimmt der dicke Dampfer unentschlossen von einer Straßenseite zur anderen.
Interessant: treibt man die Kiste in den Grenzbereich, wird das Auto plötzlich relativ handlich und präzise. Es meistert jede Autobahnkurve und jeden Kreisverkehr mit enormen Geschwindigkeiten, die Reifen beißen sich im Asphalt fest, und das Auto schaukelt sich kaum auf.
In einem Mercedes CL 500 habe ich jedoch sehr positive Erfahrungen mit der Parameterlenkung gemacht, die ihre Hilfestellung je nach Geschwindigkeitsbereich von butterweich bis fest anpasst. Sie gilt wohl unter Mercedes-Insidern immer noch als Geheimtipp – ich werde nie wieder einen ohne kaufen.

___________________________________________
Komfort:
Beim Thema Komfort müßte die E-Klasse anfangen, ihre Trümpfe auszuspielen. Sehr viel Platz, die serienmäßige Klimaanlage, und das seidige Abrollverhalten der Federung spielen hierbei die größte Rolle. Die serienmäßige Komfortaustattung ist zwar schon wesentlich besser als früher, aber jedes weitere standesgemäße Komfortdetail will deftig extra bezahlt werden. Beispielsweise die Parameterlenkung, eine automatische Klimaanlage, Automatikgetriebe, Ledersitze usw., was japanische und amerikanische Luxuswagen generell an Bord haben, ohne dass jemand danach fragt.
Das aus heutiger Sicht etwas urwüchsige Navigationssystem funktioniert tadellos, wir kaufen bestimmt wieder eins. Klanglich ist die Lautsprecheranlage nur Durchschnitt.
Die Abkoppelung von der Außenwelt gelingt beim Thema Fahrspaß hervorragend – man hat, wie schon erwähnt, relativ wenig Kontrolle über diesen Dampfer. Die Geräuschdämmung ist keineswegs schlecht, lässt aber deutliche Abstriche im Vergleich zur Konkurrenz erkennen
Das ganze Thema „Komfort“ lässt sich – freilich ziemlich überspitzt - so ausdrücken: viel Lärm um nichts (...an Fahrspaß).

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Antrieb:
Könnte es vielleicht sein, dass das schönste am E280 in seinem Herzen, also dem Motor, verborgen liegt?
Wollen wir mal gucken: Man drehe den Infrarotschlüssel sachte in seinem High-Tech-Zündschloß um, und schon – Hey Hey! – springt der Sechszylinder wie selbstverständlich an, und gibt dazu einen satten Auspuffton von sich. Gar nicht mal übel!
Um das Auto in Bewegung zu setzen, führt man schnell noch den leichtgängigen Automatikhebel in die Stellung „D“, und schon kann’s losgehen. Beim sanften Ablegen des Fußes vom Bremspedal setzt sich der schwere Wagen wahnsinnig sanft und wie von selbst in Bewegung. Ein kurzer Druck auf das Gaspedal, und mit einem ebenso sanften Drehzahlanstieg und leichtem Säuseln wird das Auto von dannen gezogen. Hier entsteht ein Oberklassefahrgefühl par excellence.
Und wie geht es weiter? Im Stadtgebiet lässt es sich sehr souverän vorankommen, und die schnell und sanft reagierende 5-Gang-Automatik hält den Motor bei fast jedem Leistungsanspruch unterhalb von 3000 Touren. Den Eindruck von einem Drehmomentstemmer hat man jedoch schon hier nicht.
Der Motor entwickelt zwar einen anständigen Drehmomentwert von 270Nm, bei ebenso ansehnlichen 3000 Umdrehungen, aber bis die erreicht sind, vergeht eine längere Zeit.
Wer dem E280 die Sporen gibt, kann jedoch auch ganz fix innerhalb von 9 Sekunden auf 100km/h beschleunigt werden
Sobald man mit dem 1600-Kilo-Gefährt auf die Landstraße kommt, verwischt der souveräne Eindruck, der sich bisher aufgebaut hat. Jedes kleine bisschen an geforderter Leistungsabgabe zwingt die Automatik zum nervösen herunterschalten und lässt den Motor genervt vor sich hinnudeln.
Das dabei entstehende Geräuschbild wirkt aber ab 4000 Touren wimmerig und angestrengt. Drehmomentorientiertes, sportives Landstraßen-Cruising mit dezent-souveränem Geräuschniveau bietet selbst der mittlere von den 3 angebotenen Sechszylinder-Benzinern nicht.
Aus der vergleichsweise hohen PS-Ausbeute des E280 ergibt sich eine Höchstgeschwindigkeit von 245km/h, aber die braucht kein Mensch. Der wahre Luxus, den ein Auto in dieser Klasse braucht, liegt in einer stemmigen Leistungsentfaltung, die bei einem so hohen Fahrzeuggewicht nur von einem modernen Dieselmotor oder V8-Benziner erreicht werden kann.
Auch der „Welt beste Fahrzeughersteller“ kann die Gesetze der Physik nun mal nicht außer Kraft setzen.
Versöhnlich stimmt hingegen der Benzinverbrauch, der bei sportlicher Fahrweise gerade mal bei um die 10 Litern liegt – in Anbetracht von Fahrzeuggewicht und Antriebskonzept ein toller Wert.

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Qualität / Zuverlässigkeit /Service:
Nach 45TKM mit dem Passat und 100TKM mit dem Mercedes wird aber eins deutlich: Die Karosserie scheint steif wie ein Atombunker, Klappergeräusche gibt es kaum. Hier zeigen sich die Vorteile eines ausgereiften Technik-Dinosauriers.
Die zunehmende Technisierung und Elektronisierung der Autos bringt jedoch eine Menge Probleme mit sich. Der neue E280 hat – in abgeschwächter Form – die selben Zuverlässigkeitsprobleme wie unser ´93er 280E: Hin und wieder fallen Birnen im Cockpit aus, das Schiebedach ist ständig defekt, und die Batterie war nach einem Wochenende Stillstand auch mal leer.
Der Motor wird noch ewig laufen, die Automatik zeigt im heißgefahrenen Zustand zuletzt ein paar Rucke, die da nicht sein sollten.
Die Lackqualität des Uni-Lacks ist eine Schande. Eine intensive Politur vor ein paar Wochen hat einiges an Wirkung gebracht, nach ein paar Fahrten in die Waschanlage ist die Freude fast schon wieder dahin.
Mein Tipp: man sollte wegen der extrem Empfindlichkeit nur Silber-Metallic nehmen, und das Auto nach Möglichkeit nur in Textilwaschanlagen waschen.
Bei unserem Mercedes-Händler haben wir uns in der Regel sehr wohlgefühlt, und er ging vertrauensvoll auf unsere Wünsche und Anliegen ein.
Leider war die Werkstatt nicht immer in der Lage, die ewigen Elektrikprobleme mit unseren Autos aus dem Weg zu schaffen.

_________________________________________
Fazit:
Die E-Klasse ist im Jahr 2001 eine gemütliche und solide Limousine mit barockem Design – fast schon so legendär wie die Titanic.
Mit dem Unterschied, dass es der teutonische Dampfer doch immer wieder schafft, um die „Eisberge“ im Alltagsverkehr herumzumanövrieren.
Obwohl das Auto einen Neupreis von etwa 90.000 Mark hat, hat man nicht das Gefühl, in einem Traumauto zu sitzen.

Das nächste mal kommt ein E320CDI mit Parameterlenkung und Sportfahrwerk. Das Prädikat „Trödelmonster“ gilt dann wohl nicht mehr!


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
PatrickGTH

PatrickGTH

02.08.2003 18:46

Hallo Womibla, ich weiß es nicht genau. Aber kann es sein, dass Du ein anderes Auto gefahren bist? Ich besitze selbst einen E280 ! Sowas kenne ich gar nicht! Ich habe in 3 Monaten damit schon fast 20.000 Km zurückgelegt, wobei mein Vorbesitzer auch schon 100.000 Km auf die Uhr gefahren hat. Er fährt sich Sportlich, ohne zu Wanken oder gar zu Schwimmen. Die Kurvenlage bei Tempo 100 oder gar jenseits der 220 ist Vorbildlich. Das Fahrzeug ist immer bestens unter Kontrolle - auch ohne ESP. Billigreifen sind oft ein Grund für schlechteres Fahrverhalten. Und wenn sich das Auto nach wechseln der Reifen immer noch so schlecht fährt, würde ich mal ins Wartungsheft schauen, ob das Auto regelmäßig gewartet wurde - das ist oft ein Grund. Auch Teure/Gute Autos müssen gewartet werden. PS: Wenn man den Kick-Down drückt, dann zieht er aber erst recht ab !!! Und den Spritverbrauch gibst Du mit 10 Litern an. Dann fährst Du einen E 200, denn ein E280 nimmt bei Sportlichem Fahren ohne weiteres 15 Liter ! Was belegt, dass Du eventuell das Auto nur für ein Wochenende gefahren bist ? CIAO Patrick

Gelber_Trabi

Gelber_Trabi

20.07.2003 23:46

Wie immer ein toller Auto-Bericht von dir... MFG GT

Brotweitwerfer

Brotweitwerfer

10.05.2003 17:48

hm E 320 hier - also, um ehrlich zu sein, die Elektrik macht keine Probleme nach ca. 80 000 km, das einzige was wirklcih spinnt, ist der CD Wechsler ( liegt wohl kaum am Auto ) der ausgetauscht wird. Die Batterie war auch schon mal leer - das war alles *hm* Automatik Getriebe ist Butterweich ... hm, generell stimme ich auch nicht ganz was den Innenraum betrifft überein. Es gibt momentan 1 Auto ( ausser Mercedes ) was innen überzeugt - den 7er BMW, den sich allerdings wohl nur Millionäre leisten können ( 100 000 Euro ) ... Habe Innenausstattung Baige - sieht reht gut aus, das Leder richt nach Leder, das Wurzelholz stimmt ( echt ) und sonst ist der Kompfort auch super Modell Elegance übrigens der Brotweitwerfer

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