Erfahrungsbericht über

Mercedes-Benz C 180 (bis 2000)

Gesamtbewertung (100): Gesamtbewertung Mercedes-Benz C 180 (bis 2000)

 

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Schöne Packung, fauler Inhalt

3  06.01.2002

Pro:
sehr agil, geiles Handling

Kontra:
im Detail mieser Qualitätseindruck, miese Akkustik, schlechte Lüftung [Ohne Klima]

Empfehlenswert: Nein 

billigautos.de

Über sich: Mensch - war ich lange weg....

Mitglied seit:22.03.2001

Erfahrungsberichte:212

Vertrauende:39

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 62 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ich bin ja eigentlich immer gerne Mercedes gefahren - in meiner zeit im Aussendienst hatte ich speziell den Vorgänger der jetzigen C-Klasse und die E-Klasse sehr häufig und sehr gerne als Begleiter für längere Fahrten, ebenso die E-Klasse, ein uneingeschränkt hervorragendes Auto, auch noch 7 Jahre nach dem Erscheinen im Jahre 1995.

Die aktuelle C-Klasse, soviel vorweg, war der erste Mercedes, der mich wirklich einmal so richtig enttäuscht hat.
Die Schaltgetriebe von Mercedes sind bvereits seit den Siebziger Jahren fragwürdig, wurden von der Autopresse immer wieder [zurecht] angefeindet und werden auch von den Mercedes-Kunden kaum wahrgenommen - ein Mercedes sollte eine Automatik haben. Der aktuelle 180er mit seinen 129 PS legt aufgrund seines schwachen Drehmomentes schon eher die grauenhafte Schaltung nahe - die kann man im aktuellen Modell wirklich nicht mehr anders beschreiben. Jeder einzelne der mittlerweile unsinniger weise SECHS Gänge schaltet sich hakelig und hinterlässt kein wirklich gute Gefühl beim Schaltenden.
Besser geworden ist hier eigentlich nur die Position des Schalthebels, der nun ähnlich dem 3er BMW oder auch den neueren Jaguar-Modellen in sehr angenehmer Griffweite auf dem sehr hoch bauenden Nmitteltunel, der sehr Dicht an den Ellenbogen des Fahrers samt Mittelarmlehne aufgerückt ist.
Diese Bauweise, die sich sinnvoller Weise in der Mittelklasse durchsetzt, stößt im neuen Mercedes C an unangenehme Grenzen, führt nämlich dazu, dass der Wagen sehr mollig und anheimelnd wirkt, sich bei der Suche nach der rechten Sitzposition jedoch als ENG erweist.
In Paarung mit dem mercedes-typisch weit nach unten bauenden Schiebedach stößt man ab 1,80 eigentlich überall irgendwie an - oder man setzt sich so tief, dass man beim Schalten irgendwan einen Krampft im Arm bekommt und beim Rangieren keine Ahnung mehr hat, wo der Wagen eigentlich endet.
Tribut an die Aerodynamik? Andere Hersteller bekommen es ja auch hin. Der aktuelle Mondeo etwa oder der A4 sind hier wesentlich ergonomischer, obwohl dies ja eigentlich DIE Domäne Mercedes' war.

Die andere Domäne war sicherlich die Komfort- und Qualitätsanmutung der keinesfalls billigen Fahrzeuge.
Auch hier emfinde ich die neue C-Klasse als echte Enttäuschung. Gerade Dinge, die für die haptische Wahrnehmung sehr wichtig zeichnen, wie beispielsweise drehknöpfe und Schiebregler haben gegenüber dem solide wirkenden Vorgänger-Modell extrem an qualitätsanmutung verloren.
Dies gilt spezielle für die Drehknöpfe der Heizung und Lüftungsbetätigung, die den Charme von Lautstärkereglern von Autoradios der 70er haben. Eine echte Enttäuschung.
Wie sich beim Blick in Mietwagen zeigt, fehlt der linke der beiden Knöpfe tatsächlich häufig, was mich nicht eben wundert.
Ohnehin: Heizung und Lüftung...
Mercedes-Typisch ist nach wie vor die sensationelle Art, die Seitenscheiben des Wagens sauber zu halten - komisch, dass das kein Mitbewerber kopiert. Bei meiner letzten Fahrt mit dem 180er waren draussen minus 11 Grad, eine Temparatur also, bei dem die Klima-Anlage nicht mehr läuft, was bei modernen Autos wohl scheinbar in Vergessenheit gerät. Während es mit der entfeuchtenden Klimatisierung noch ein Leichtes ist, die Scheiben des Wagens frei zu bekommen und auch frei zu halten, ist es mit der Lüftungsanlage allein ein Ding der Unmöglichkeit. Hinzu kommt: Das Aggregat erzeugt unfassbare Lautstärken - das kann die Konkurrenz um Längen besser - und auch im eigenen Haus ist hier selbst die A-Klasse mit Ihren proportional sehr großen Fensterflächen um Längen besser.
Da fühlte ich mich ganz verdächtig an meinen 71er B-Kadett erinnert... Ein wirklich mieses Qualitätszeugnis, denn freie Scheiben sollten bei einer Limousine mit einem nicht gerade ausufernden Innenraum in 2002 nun wirklich keine Herausforderung sein - geht ja sogar bei der V-Klasse und beim Sharan.
Ebenfalls laut: das Vierzylinderaggregat, dass allerdings hervorragend auf das schlecht zu schaltende Getriebe abgestimmt ist und nicht so schwachbrüstig wirkt, wie der alte 180er mit seinen 122 PS - auch auf der Autobahn kann man hier sogar im 6. Gang anständig mitschwimmen, was leider nur so lange versöhnlich wirkt, bis man die nächste Tankstelle anfährt - auch hier sind A4 ebenso wie der ohnehin sehr gute Mondeo überlegen - jedoch: auch hier gilt wieder - der 200er oder 240er Mercedes sind mit rund einem halben Liter weniger zu bewegen als der 180er, der mit seinem blechern klingenden Motor eben gerne auf Touren gehalten werden will.

Was die Strassenlage angeht, die Agilität und Beweglichkeit dieses Wagens, ist ein echter Quantensprung gegenüber de C-Klasse von 93 festzustellen - die lag zwar gut auf der Strasse, man war jedoch aufgrund ihrer Gesamtträgheit nie so recht daran interessiert, das auszuprobieren und auch nie so sehr geneigt, es zu glauben. Speziell auf kurvigen Landstrassen macht die C-Klasse jetzt richtig gehend SPASS, wirkt wie ein [allerdings gut gefedertes] GoCart und lädt zum Daimler-untypischen Rasen ein. Wirklich eine reife Leistung das Fahrwerk - hier kommt nie der Verdacht auf in einem fast 1,5 Tionen schweren Auto zu sitzen.

Fazit: Wenn Daimler, dann nicht die aktuelle C-Klasse, lieber eine gebrauchte E-Klasse fürs gleiche Geld - die kann alles besser, hat mehr Platz und ist in manchen Motorisierungen sogar billiger zu versichern.
Wenn es nun aber wirklich eine C-Klasse sein soll, dann sollte es eine größere Motorisierung sein. Wie die Tests der zeitschriften zeigen, verbrauchen die im Alltag eher weniger und machen auch einfach mehr Spass.

Einziger Trost unterm Strich: Optisch ist der C wirklich ausgezeichnet gelungen - fragt sich nur, was mir das bringt, solange ich drin sitze und die wenig standesgemäße Geräuschkulisse ertragen muss...

Einzige Entschädigung: Der Linke Hebel hinter dem Lenkrad, der einfach alles kann

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
sindimindi

sindimindi

16.08.2006 23:12

Mercedes hat hoffentlich dazugelernt...;-) - die Basis-Motorisierung ist bei so einem schweren Wagen lächerlich schwach... - Tipp: CDI-Diesel! LG, Roland

Ria1

Ria1

02.12.2003 01:25

Habe das ältere Model, deshalb fehlt mir einiges an Deinem Bericht.

Zorgi

Zorgi

14.08.2002 15:20

oder bringen wir es doch mal auf den Punkt: der dreier ist einfach geiler

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"sehr hilfreich" von (98%):
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