Lord, Won't You Buy Me A Mercedes-Benz
22.12.2005
Pro:
spritziger Motor mit hoher Laufruhe, ansprechender Fahrkomfort, sehr variabler Laderaum, hoher Sicherheitsstandard, umfangreiche Serienausstattung, exzellente Verarbeitungsqualität, keine Pannen oder Defekte
Kontra:
hoher Anschaffungspreis, Heckantrieb, teure Sonderausstattungen
Empfehlenswert:
Ja
 Milsch
Über sich:
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Quadratisch, praktisch, gut. Der Werbespruch einer beliebten Schokoladensorte passt auch heute noch zum Image des Kombis. Geräumig und zuverlässig immerhin, aber in erster Linie behäbig, langweilig, gar spiessig - so wird er üblicherweise einsortiert. Während zunächst der Geländewagen zum Lifestyle-Produkt mutierte und anschliessend auch der Van sein Schattendasein als schnöde Familienklitsche abschütteln konnte (man denke nur an die geniale Sharan-Werbung "Kinder brauchen Platz"), ist dem Kombi ein solcher Siegeszug trotz ähnlicher Marketing-Bemühungen nie wirklich gelungen. Und viele lachen noch immer herzlich über den Sketch, in dem ein schluchzender junger Mann beim Autohändler vor einem Kombi steht. Als der Verkäufer ihn fragt, wann "es denn soweit" sei, bricht der Mann in Tränen aus, aber der Verkäufer legt ihm väterlich die Hand auf die Schulter und beruhigt: "Kopf hoch - wir bauen Ihnen auch ein schönes Sportlenkrad ein."
Über sowas kann ich allenfalls noch müde lächeln. Mein Kombi hat nicht nur ein schönes Sportlenkrad, sondern auch ein schnittiges Design und einen knackigen Motor. Mit hässlichen, eckigen Dieselkisten, wahlweise mit Christenfisch oder "Baby an Bord"-Kleber, hat das Fahrzeug jedenfalls nichts gemein. Die typischen Vorzüge eines Kombi, nämlich jede Menge Platz und einen höchst variablen Innenraum, gehören selbstverständlich dennoch zu seinen vornehmen Eigenschaften. Seit Jahren schon fahre ich C-Klasse T-Modell, die kleinere Kombivariante (unterhalb der E-Klasse) von Mercedes-Benz. Nachdem ich mittlerweile unterschiedliche Motorisierungen ausgetestet habe, habe ich den 200 Kompressor als für mich optimale Maschine ausgewählt. Und dieses Fahrzeug werde ich nachfolgend sezieren für all jene, die ebenfalls einen Kombi suchen, der alles ist, nur nicht langweilig - auch wenn dieser Spruch ursprünglich für eine andere Marke gedacht war - und die vor einem Anschaffungspreis von derzeit 32.016 Euro (inkl. 16% MWSt.) nicht zurückschrecken.
Legen wir also los mit dem Herzstück eines jeden Autos: dem Motor.
▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬ MOTOR ───────────────────────────────────────── ● Silent running ● ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬ "Can you hear me running?", sang Mike Rutherford einst inbrünstig, und die Frage kann man sich hier in der Tat auch stellen. Bei aller Durchzugsstärke - immerhin schafft es der 1,8-Liter-Motor in knapp unter 10 Sekunden von 0 auf 100 km/h - ist die Maschine bei geschlossenen Fenstern im Innenraum nur als sonores Schnurren wahrzunehmen. Die 120kW sorgen dafür, dass auch im beladenen Zustand nicht bloss ein verzweifeltes Aufheulen des Motors kommt, wenn man im 5. Gang bei 130km/h aufs Gas tritt - wenn man auch zugeben muss, dass es vermessen wäre, hier noch von sportlicher Spritzigkeit zu reden. Aber der Motor spricht auch da noch an und zieht.
"Silent running" steht aber in diesem Fall nicht nur für geräuscharm, sondern auch für eine relativ hohe Laufruhe. Relativ deshalb, weil wir über einen Vierzylinder reden. Puristen, die sich mit Fahrzeugen unter 6 Zylindern gar nicht erst abgeben, versichern mir gern, dass der Kompressor aber doch vergleichsweise unruhig liefe. Gut: mein Maßstab sind andere Vierzylinder von Mercedes, Volkswagen und Opel, und da schneidet der 200 Kompressor mit Abstand am besten ab. Den Kraftstoffverbrauch gibt Mercedes (nach EU-Richtlinie gemessen) mit 8,7-9,1l an, wobei die Spannbreite zwischen außerorts und innerorts von 6,7l bis 12,7l reicht. Besonders sparsam ist das natürlich nicht, es gilt allerdings zu bedenken, dass hier auch Einiges an Volumen und Gewicht zu bewegen ist. Meine eigene via Bordcomputer durchgeführte Langzeit-Verbrauchsmessung liegt bei knapp unter 8l auf 100km, allerdings mit einem sehr hohen Anteil an Autobahn und Landstraße und damit tendenziell eher nahe am außerorts gemessenen Wert.
▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬ FAHRVERHALTEN ───────────────────────────────────────── ● Take the world in a love embrace ● ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬
Neben dem knackigen Motor sorgt ein optimal übersetztes 6-Gang-Schaltgetriebe für den entsprechenden Fahrspaß. Die Mercedes häufig nachgesagte "Schwammigkeit" der Schaltung kann man dem Fahrzeug zwar nicht ganz absprechen, das ist aber lediglich ein kleines Manko. Im Vergleich zu Coupés und auch den meisten Limousinen verfügen Kombis natürlich über einen relativ langen Radstand, was gerade auf schlechteren Strecken vorteilhaft ist, da Bodenunebenheiten besser ausgeglichen werden. Das Auto liegt vergleichsweise "wie ein Brett" auf der Strasse. Die schon serienmäßig recht breiten Reifen (205/55 R 16) tragen ebenfalls ihren Teil zum hohen Fahrkomfort bei. Gewöhnungsbedürftig
Bilder von Mercedes-Benz C 200 T Kompressor
vor allem im Winter ist freilich der Heckantrieb. Wer ein frontgetriebenes Gefährt gewohnt ist, muss sich schon umstellen, um gerade bei Glätte das Ausbrechen des Hecks zu vermeiden. Hier unterstützen allerdings diverse Sicherheitsfeatures, auf die nachfolgend eingegangen wird.
▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬ SICHERHEIT ───────────────────────────────────────── ● Gimme shelter ● ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬
Ein hoher Sicherheitsstandard ist selbstverständlich: Airbags, Windowbags und Gurtstraffer für alle Insassen sowie Kindersicherung für Fenster und Türen sind klar. ABS hält das Fahrzeug bei Bremsungen lenkbar, ASR sorgt für rutschfreies Anfahren auf glattem Untergrund und ESP verhindert durch fallweise Eingriffe in Bremsverhalten und Motorleistung das Ausbrechen des Wagens. Man nimmt diese Features beim Fahren kaum wahr, aber wie heisst es so schön? You don't know what you got until it's gone. Wer schon einmal bei einem Fahrtraining Extremsituationen mit abgeschaltetem ESP durchfahren oder ABS der älteren Generation antesten durfte, der weiss den Nutzen dieser Sicherheitseinrichtungen erst richtig zu schätzen. Gewöhnungsbedürftig finde ich den Bremsassistenten BAS, der anhand der Geschwindigkeit, mit der auf das Bremspedal getreten wird, die beabsichtigte Vollbremsung erkennt und diese optimal durchführt - auch, wenn der Fahrer wieder vom Pedal steigt. Sinn der Sache ist es nämlich, genau dieses Fehlverhalten (Öffnen des Bremspedals aus Panik) zu ignorieren. Das ist im Gefahrenfall unbedingt vorteilhaft, der Nachteil ist leider, dass auch unbeabsichtigt schroffe Bremsungen - wie es mir einmal beim plötzlichen Anblick eines Blitzgerätes passierte - zu Ende geführt und nicht mehr unmittelbar korrigiert werden können. Und das, was der BAS da veranstaltet, hat den Namen Vollbremsung wirklich verdient.
Indirekt dem Thema Sicherheit zuzuordnen sind Nebelscheinwerfer, Nebelschlussleuchte sowie der Fahrlichtassistent, der bei Dunkelheit automatisch das Abblendlicht aktiviert (u.a. sehr praktisch bei Tunneldurchfahrten, das automatische Aus- und Einschalten funktioniert dort reibungslos). Auch der Innenraum ist übrigens vom Fahrer bis zum Kofferraum optimal mit Beleuchtungsmöglichkeiten versehen.
▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬ LADEVOLUMEN ───────────────────────────────────────── ● Hey honey - I'm packin' you in ● ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬ Ein ganz wesentliches Nutzenargument jedes Kombis sind natürlich seine Lademöglichkeiten - wie sieht es damit aus? Der Innenraum des Mercedes T-Modell ist recht variabel: die Rückenlehne der Fondbank ist komplett oder im Verhältnis ⅓-⅔ umklappbar. So kann man den Kofferraum grosszügig erweitern und dennoch 3 oder 4 Personen transportieren - für Familien mit Kindern optimal. Auf diese Weise lassen sich Ladevolumina zwischen 470l und 1.354l darstellen, zulässig sind bis zu 525kg an Zuladung. Mittels einfachem Aus- und Einrasten einer Entriegelung ist das Umklappen ganz einfach und ohne grösseren Kraftaufwand möglich.
Das ist aber noch nicht alles. Geschickt werden ansonsten brachliegende Räume genutzt, etwa die Mulden über den Radkästen: durch das simple Anbringen von zwei Gepäcknetzen wurde hier zusätzlicher Stauraum geschaffen, von der Grösse her ideal z.B. für Sprudelflaschen oder unsere Trinknäpfe für die Hunde. Da serienmäßig kein Reserverad, sondern ein Reifendichtmittel ausgeliefert wird, steht auch die Reserveradmulde zur Verfügung. Hier lassen sich auch grössere Gegenstände problemlos unterbringen - da die Mulde allerdings unter dem herausnehmbaren Kofferraumboden liegt, sollte man sich die Reihenfolge der Zuladung genau überlegen: was hier herein soll, muss zuerst gepackt und kann erst zuletzt wieder entladen werden.
Zum Befestigen der Ladung ist der Kofferraum mit 4 Verzurrösen ausgestattet. Als überaus nützlich hat sich auch die dort integrierte 12V-Steckdose erwiesen, die wir beispielsweise gerne zum Anschliessen einer Kühlbox verwenden. Hinsichtlich der Funktionalität wirkt sich allerdings das schnittige Design des Fahrzeugs nachteilig aus: die obere Ladekante im Heckbereich ist natürlich sehr schräg und abgerundet. Das überzeugt designmässig, ein eher eckiges Heck hätte aber klare Vorteile bei der Zuladung. Macht man den Kombi schöner und sportlicher, leidet natürlich die praktische Seite ein wenig. Allerdings: wem der Laderaum nicht reicht, der hat mittels der serienmässigen Dachreling auch noch Möglichkeiten, seine Zuladung zu erweitern. Bei mir ist die Thule-Dachbox inzwischen bei jedem längerem Urlaub Standard.
▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬ KOMFORT ───────────────────────────────────────── ● In the lap of luxury ● ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬
Für den Komfort sorgen u.a. elektrisch verstellbare Vordersitze und Aussenspiegel (letztere sind zudem heizbar), eine höhen- und längsverstellbare Lenksäule sowie elektrische Fensterheber, natürlich mit Komfortbetätigung (Tippschaltung) und Einklemmschutz: treffen die Fenster beim Hochfahren auf ein Hindernis, etwa einen herausgelehnten Arm, fahren sie automatisch einige Zentimeter zurück. Mit dem Multifunktionslenkrad können Radio, Telefon und Bordcomputer bedient werden, ohne die Hände vom Steuer zu nehmen, was nach einiger Gewöhnung eine höchst angenehme und im übrigen auch sichere Geschichte ist - insbesondere das ständige Fummeln am Radio gehört damit der Vergangenheit an. Der Bordcomputer selbst verfügt über nützliche Funktionen wie eine Aussentemperaturanzeige, eine Reichweitenanzeige des Tankes und eine Kraftstoffverbrauchsmessung. Bei der Reichweitenanzeige ist allerdings Vorsicht geboten, da hier ein Durchschnittswert der bisherigen Fahrt zugrundegelegt wird. In den ersten Minuten nach dem Start zeigt diese Funktion also nicht unbedingt zuverlässige Werte an.
Auch ein Tempomat, eine für Fahrer- und Beifahrer separat regelbare Klimaanlage mit Staubfilter sowie eine funkgesteuerte Zentralverriegelung mit Innenschaltung und automatischer Verriegelung gehören zum serienmässigen Equipment.
▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬ LACKE, POLSTER UND LINES ───────────────────────────────────────── ● Struttin her stuff on the street ● ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬ Wenden wir uns nun der rein optischen Gestaltung des 200 T zu. Zunächst zum Lack: wenn man sich schon so ein Gefährt zulegt, sollte man an den ca. 850 Euro für die Metallic-Lackierung nun wirklich nicht sparen. Die Unilackierungen weiss, rot und schwarz wirken bei diesem grossen Fahrzeug einfach nicht gut. Bei den Metallicfarben gibt es für den eher konservativen Look diverse Silbertöne, für eher sportliches Outfit verschiedene Schwarz- und Blauschattierungen. Obwohl die hellen Lacke pflegeleichter sind, tendiere ich selbst bei dem Fahrzeug immer zu dunklen Farben, in schwarz oder dem sehr dunklen Tansanitblau sieht das einfach spitze aus.
Bei den Sitzbezügen ist echtes Leder natürlich der Hit, schlägt aber mit 1.890 Euro richtig zu Buche. Eine interessante Alternative, die ich selbst gern nutze, ist die Nachbildung Leder Twin für 487 Euro. Macht vor allem in dunklen Tönen auch einen edlen Eindruck, ist sehr pflegeleicht und zeigt nicht die bekannten Nachteile minderwertiger Lederimitate - beispielsweise, bei grosser Hitze an der Haut zu kleben. Aufgrund der leichten Pflege vor allem Nutzern mit Kindern und/oder Hunden sehr zu empfehlen. Ansonsten steht natürlich auch ganz klassisch eine Stoffpolsterung zur Verfügung. Und schliesslich gibt es - neben der "Classic" genannten Standardausstattung - die sogenannten Lines "Avantgarde" (sportlich) und "Elegance" (edel), jede davon zum stolzen Aufpreis von knapp 1.850 Euro. Dies leiste ich mir inzwischen nicht mehr. Inhalte der Lines sind hauptsächlich andere Stoffe, Chromleisten und Zierblenden, diverse Teile in Wagenfarbe (die ansonsten schwarz sind), Leichtmetallfelgen sowie ein Lederlenkrad. Obwohl mir persönlich das Fahrzeug in "Avantgarde"-Optik am besten gefällt, ist mir der Preis für die reine Kosmetik dann doch zu hoch. Wer allerdings auf den Wiederverkaufswert seines Autos grossen Wert legt, der fährt erfahrungsgemäss mit "Elegance" am besten.
▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬ SONDERAUSSTATTUNGEN ───────────────────────────────────────── ● What to leave in, what to leave out ● ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬
Im Laufe der Zeit experimentiert man natürlich mit den zukaufbaren Sonderausstattungen herum. So haben sich für mich persönlich empfehlenswerte und weniger empfehlenswerte Features herauskristallisiert, die ich nachfolgend - bewusst ohne Anspruch auf Vollständigkeit - kurz charakterisieren werde. Automatikgetriebe: nach meiner bescheidenen Meinung beginnt der Fahrspass mit automatischem Getriebe erst bei wirklich grossvolumigen Motoren. Der Kompressor mit seinen 1,8 Litern läuft mir da einfach zu ruckelig und zu laut. Warum sollte ich dafür dann auch noch über 2.000 Euro bezahlen?
Komfort-Klimatisierung: der Kundennutzen dieses Upgrades gegenüber der Serienklimatisierung liegt hauptsächlich in der getrennten Luftverteilung für Fahrer- und Beifahrer und einem wichtig aussehendem Digital-Display. Das ist mir die 615 Euro Aufpreis wirklich nicht wert. Parameterlenkung: unbedingt mitbestellen! Diese Ausstattung regelt die Servolenkung in Abhängigkeit der Geschwindigkeit: damit wird die Lenkung bei hohem Tempo träger (um das Fahrzeug nicht ungewollt zu verreissen) und bei langsamer Fahrt extrem leichtgängig, was z.B. das Rangieren beim Einparken sehr erleichtert. Funktioniert einwandfrei, kostet 226 Euro und bringt was.
Lenkrad/Schalthebel Leder: für mein Empfinden verschandelt das grosse Kunststofflenkrad und der Serien-Schalthebel die Optik im Innenraum. Die 226 Euro liefern zwar nur schönes Ambiente, aber das Auge fährt ja schliesslich auch mit. Und wenn man schon auf Avantgarde und Elegance verzichtet, darf es wenigstens das Lederlenkrad sein. Parktronic: mittels Abstandssensoren vorne, seitlich und hinten wird die Entfernung zum nächsten Hindernis gemessen und mittels kleiner Displays in Abstandspunkten angezeigt. Bei sehr geringem Abstand wird zusätzlich durch einen Signalton gewarnt, die Sensibilität des Systems ist einstellbar. Vor allem für unsichere Fahrer und Leute, die mit den grossen Abmessungen eines Kombi nur schwer zurechtkommen, eine wirklich hilfreiche und auch gut funktionierende Sache. Für alte "Kettenfahrer" wie mich (immerhin F-Schein bei der Bundeswehr) eher verzichtbar (777 Euro).
Navigationssystem: hier stehen zwei Varianten zur Auswahl, jeweils vollintegriert mit Radio, CD-Player und Telefontastatur. Das Command-System für fast 3.200 Euro braucht man nicht wirklich, wenn man auf das grosse Farbdisplay verzichten kann. Für 2.150 Euro gibt es Funktionsgleiches mit schmalem Monodisplay. Navi ist natürlich purer Luxus und noch dazu extrem teuer, aber es ist meiner Ansicht nach auch sein Geld wert. Die Routenführung arbeitet sehr genau, Ziele sind meist bis zur Hausnummer (!) exakt ansteuerbar, zudem ist es möglich, zwischen der schnellsten, der kürzesten und einer dynamischen Route zu wählen, welche die aktuellen Staumeldungen berücksichtigt und selbständig umleitet. Letztere Funktion hat uns an einem katastrophalen Wochenende im Urlaubsverkehr schon vor dem finalen Nervenkollaps bewahrt. Grossartig sind die Zwischenstopp-Optionen: auf Wunsch erstellt das System beispielsweise Listen naheliegender Tankstellen, Hotels, Krankenhäuser oder Mercedes-Werkstätten, zu denen man sich dann führen lassen kann. Vor allem bei Ortsunkenntnis natürlich eine sehr beruhigende Hilfe im Notfall. Regensensor: sollte man für die 110 Euro Aufpreis mitbestellen. Der Regensensor steuert den Scheibenwischer automatisch anhand der Intensität des Niederschlages. Ist vor allem bei leichtem Regen sehr sinnvoll, wenn die ständige Intervallschaltung des Wischers nervt.
Schiebedach Glas elektrisch: a touch of cabrio. Muss bei mir einfach sein, um im Sommer die Sonne reinzulassen, aber auch aus praktischen Erwägungen (Luftzufuhr für unsere Hunde). Steht also bei mir nicht zur Disposition, wenn es auch mit 1.183 Euro einen stolzen Aufpreis hat. Integrierte Kindersitze: eine ganz hervorragende Einrichtung für alle Eltern. Die beiden äusseren Plätze der Rückbank lassen sich mit einem Handgriff hochklappen und erfüllen damit den gleichen Zweck wie eine Sitzerhöhung. Nicht für die ganz kleinen Zwerge, die noch ihren Sicherheitssitz brauchen, aber ansonsten eine sehr praktische und variable Angelegenheit. (284 Euro)
Sitzheizung Vordersitze: auch dieses Feature für 348 Euro wird wohl niemand, der es einmal im kalten Winter schätzen gelernt hat, jemals wieder abwählen. Die Sitzheizung ist dreistufig regulierbar und schaltet sich automatisch zurück, wenn die Sitzfläche zu warm werden sollte.
▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬ PANNEN UND QUALITÄT ───────────────────────────────────────── ● Relax when you wanna come ● ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬ Den Werbespot habe ich noch vor Augen: der Mann kommt nachts spät nach Hause und erzählt seiner Frau, er habe halt ein Panne gehabt. Worauf er sich eine schallende Ohrfeige einfängt, denn der Herr fährt Mercedes C-Klasse, und die haben so gut wie nie einen Ausfall.
Nun neigt Werbung immer zur Übertreibung, aber die Aussage dieses Filmchens kann ich nur unterschreiben. Bei den diversen Fahrzeugen dieses Modells und den sicherlich inzwischen über 100.000 Kilometern, die ich damit zurückgelegt habe, hatte ich bisher weder eine Fahrzeugpanne noch irgendeinen anderen Defekt. Der einzige ausserplanmässige Werkstattbesuch neben den normalen Kundendiensten war initiiert durch ein ausgefallenes Steuergerät, entpuppte sich vor Ort dann aber als Marderbiss. Die Zuverlässigkeit und auch die Verarbeitungsqualität dieses Modells bewegen sich wirklich auf höchstem Niveau.
▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬ GESAMTEINDRUCK ───────────────────────────────────────── ● Nothing compares 2 U ● ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬
Wer nun Lust auf mehr bekommen hat, für den lohnt ein Besuch auf www.mercedes-benz.de - dort findet man beispielsweise einen Konfigurator, mit dem man sich sein Wunschauto am Bildschirm erstellen und berechnen lassen kann, inklusiv einer 360°-Simulation des fertigen Produktes. Ausserdem gibt es dort noch zahlreiche sinnvolle Zubehör-Artikel für spezifische Nutzungen. Vergleicht man die Alternativen, welche sich im Kombi-Segment bieten, so gibt es ausser dem hohen Anschaffungspreis kaum ein Argument, welches gegen den C 200 TK spricht - und der Preis, das sollte man nicht vergessen, ist natürlich am Ende auch ein Spiegel der Leistungen, welche man erwirbt, und die sind wirklich mehr als überzeugend.
Für mich gibt es neben der ganz rationalen Vorteilsargumentation - umfangreiche Serienausstattung, hoher Sicherheitsstandard, klasse Motor, variabler Laderaum etc. - auch noch eine emotionale Komponente, die man ansonsten eher Sportcoupés oder Cabrios zugestehen würde. Ich liebe dieses Auto: ich mag seinen Look, innen wie aussen, ich fühle mich in meinem Mercedes zuhause und ich bin stolz, ihn zu fahren. Das Mercedes C-Klasse T-Modell ist und bleibt für mich der König unter den Kombis.
Fotos: © 2005 DaimlerChrysler AG
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09.03.2006 14:16
Booooh so ein großes Auto! Da bin ich mit meinem Opel ja viel bescheidener. Besonders gut haben mir die Untertitel der Kapitel gefallen. LG - Gaby
28.01.2006 22:04
Zwar gut geschrieben aber reicht nach meiner meinung nach nicht auf ein sh sorry Mehr erfahrung-- bewerte gerne um ---
27.01.2006 18:08
Sehr ausführlich beschrieben, leider vermisse ich so knallharte Dinge wie Wartung, Kfz Versicherung (Einstufung) und sonstige Unterhaltskosten....vielleicht habe ich es auch im umfangreichen Text nicht entdecken können.