FROSCHKÖNIG oder TRAUMAUTO?
30.05.2001
Pro:
Hoher Wiederverkaufswert
Kontra:
Siehe Mängelauflistung in der Meinung
Empfehlenswert:
Ja
 Morom
Über sich:
Mitglied seit:15.08.2000
Erfahrungsberichte:72
Vertrauende:38
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 186 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Nach einigem hin- und herüberlegen, worüber ich denn nun noch mal einen Bericht schreiben könnte (mein Mitleid gilt meinem armen Freund GoldWizard (nur bei dooyoo aktiv), dessen Vorschläge ich alle abgelehnt habe *g*), bin ich zu dem Schluss gekommen mal über den Wagen meiner Eltern zu schreiben, den ich ab und zu fahren darf. So auch gestern Abend (dabei kam mir die Idee :-)), als ich noch schnell zu unserem Steuerberater fahren „durfte“ ;-). Seit ich denken kann fahren meine Eltern Mercedes, und nicht nur das, es sind auch immer Diesel. Der aktuelle ist ein E 220 D Elegance.
Vor ein paar Jahren (fragt mich bitte nicht mehr wann genau...) machten unsere norwegischen Bekannten meinen Eltern ein super Angebot für deren silbernen 250 D und da sie schon eine Weile überlegten sich ein neues Auto zu kaufen, machten sie den Handel perfekt. Nun galt es Ersatz zu beschaffen, bevor der Alte abgeholt wurde. Einige Jahreswagen wurden Probegefahren, doch ein Diamantschwarzer hatte es uns allen besonders angetan, also wurde dieser, zu einem stolzen Preis von über 50.000 DM *schluck*, gekauft. Ja, wer solch ein Auto sein eigen nennen will, der muss schon ziemlich tief in seine Geldbörse greifen. Doch guckt einen der „Kleine“ mit seinen großen, runden Glubschscheinwerfern an, so vergisst man das schnell. So aber nun zum Auto:
Die Werksbezeichnung für den Wagen lautet W 210 D 22 und mit der Produktion wurde im Mai 1995 begonnen. Die Karosserie ist Geschmackssache, ich finde ihn schön anzuschauen (das machen wohl zum Teil auch die „Glubschaugen“ :-)), jedoch erscheint er ein wenig klobig. Eben wie ein Schlachtschiff *g. Mit seiner Länge von 4795 mm, einer Breite von 1799 mm und einer Höhe von 1436 mm, passte er so grade in unsere Garage, das Einparken erfordert jedoch immer ein wenig Konzentration, sonst ist einer der Außenspiegel ab oder die Garage geht nicht mehr zu ;-). Der Vorteil dabei ist natürlich, dass auch 5 Insassen ausrechend Platz haben und selbst große Menschen mit dem Kopf nicht an die Wagendecke kommen. Natürlich ist auch der Kofferraum entsprechend groß, vier Hartschalenkoffer passen bequem hinein. Der E 220 D hat 4 in der Reihe geschaltete Zylinder, einen Hubraum von 2155 ccm, mit einer Leistung von 70 kW, was umgerechnet 95 PS sind. Der Antrieb erfolgt über die Hinterräder, mit denen die 1460 kg erst einmal in Bewegung gesetzt werden müssen, denn der Wagen ist alles andere als ein Leichtgewicht und so kommt es auch, dass er trotz der 70 kW eher ein langsamer und gemütlicher Vertreter seiner Art ist. Grade in den unteren Gängen muss man ihn doch ordentlich „treten“, damit er unsere Eifelhügel zügig erklimmt. Auf der Autobahn jedoch und auf grader Strecke zieht er ganz flott und grade Innerorts muss man sehr aufpassen nicht zu schnell zu werden, denn man bemerkt die Geschwindigkeit nicht, da der Wagen sehr leise ist und das kann teuer werden.... Im Winter ist der Hinterradantrieb sehr von Nachteil, da wir bei der Ausfahrt aus unserer Garage eine starke Kurve bergauf rückwärts fahren müssen, um durch unsere Toreinfahrt auf die Strasse zu kommen. Dabei ist das Auto mehr als einmal weggerutscht und wir mussten es zu viert wieder auf den richtigen Weg schieben... da helfen selbst keine Winterreifen... Der Verbrauch ist natürlich abhängig davon wie man selber fährt, mein Vater fährt sehr ruhig und schaltet früh, dann liegt der Verbrauch bei ca. 6 Litern im Durchschnitt. Ich fahre zwar auch recht ruhig, schalte aber lieber etwas später und entsprechend ist der Verbrauch bei meiner Fahrweise 0,5 bis 1 Liter höher.
Leider ist dieser Mercedes der erste von 6en, der Mängel aufweist: - Selber die Birnen der Lampen vorne rechts zu wechseln ist unmöglich, es sei denn man verfügt über ein Spezialwerkzeug. Selbst in der Werksstatt waren die Mechaniker erst sprachlos, wie man etwas in der Art einbauen konnte. - Die Scheibenwischer sind, trotz neuer Wischblätter, einfach nur schlecht, sie schmieren stark und oft kann man nicht richtig sehen. - Möchte man jemanden anderen Starthilfe geben, so sucht man erst einmal verzweifelt nach der Batterie... sie befindet sich doch tatsächlich unter den Rücksitzen. Glücklicherweise gibt es aber im Motorraum Anschlüsse für diesen Fall, doch möchte man selber die Batterie austauschen, so kann ich mir nicht vorstellen wie... - Dieses Jahr begann der Wagen auch noch zu rosten... und zwar rund um das Kofferraumschloss. Ein Konstruktionsfehler, der von Mercedes jedoch auf Kulanz ausgebessert wurde. - Verwunderlich war es auch, dass im Abstand von wenigen Monaten 5 Glühkerzen kaputt gingen (der Wagen hat 4, also ist auch noch eine der ausgewechselten Kerzen kaputt gegangen!). Die ersten 4 wurden zwar noch brav von Mercedes auf Kulanz repariert, ein Herstellungsfehler wurde aber nicht zugegeben, obwohl es ja nun auf der Hand lag. Noch nie sind meinem Vater so schnell so viele Glühkerzen kaputt gegangen... Bei der fünften Kerze nun wolle Mercedes keine Kulanz walten lassen und mein Vater bezahlte vorerst die Rechnungen, nach einigem hin und her über das Mercedes Service Call Center in Maastricht, wurde der Betrag jedoch erstattet. - Tja und zu guter letzt die Krönung... ein halbes Jahr nach Kauf besuchten meine Eltern unsere norwegischen Freunde (die unseren Silbernen gekauft haben), dort machten sie einen Ausflug nach Bergen. Geplant waren 2 Tage. Als sie jedoch am 2.ten Tag die Tiefgarage des Hotels verlassen wollten sprang der Wagen nicht mehr an. Was nun? Eine Werkstatt war schnell gefunden, jedoch musste der Wagen dorthin abgeschleppt werden um den Fehler festzustellen. Das Ergebnis: Die Elektronik der Wegfahrsperre hatte aus unerklärlichen Gründen ihren Geist aufgegeben! In einem nicht mal 2 Jahre alten Auto! Dann der Schreck, da diese Elektronik für jeden Mercedes individuell programmiert ist, musste das Ersatzteil erst einmal in Deutschland programmiert werden, bevor es nach Norwegen geflogen werden konnte! Das ganze dauerte 6 Tage, bis der Wagen wieder lief. Der Einbau war innerhalb einer halben Stunde erledigt. Natürlich hat auch hier Mercedes alle Kosten für Hotel (2 Doppelzimmer mit Frühstück) und Telefon erstattet. Fazit:
Der Mercedes ist ein sehr sicheres, komfortabel zu fahrendes Auto. Unserer hat uns leider schon eine ganze Menge Ärger bereitet, trotzdem werden sich meine Eltern ganz sicher wieder einen Mercedes kaufen, denn im Punkte Wiederverkaufswert ist dieses Auto nicht zu übertreffen. Ebenfalls ist der Service sehr gut und auch die Kulanz wird von den Werkstätten anstandslos durchgeführt. Selber habe ich auch überlegt mir einen A Klasse Mercedes zuzulegen, doch ein sehr gutes Angebot von Fiat hat mich denn doch dazu gebracht mir einen neuen Punto zu kaufen. Ach ja, der Titel bezieht sich übrigends auf die Scheinwerfer, die mich immer an einen Frosch erinnern :-).
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15.08.2002 11:52
Informativ! Ich hätte den Bericht noch ein bisschen übersichtlicher gegliedert- so weiß man nicht, wo suchen, wenn man sich z.B. nur für Bestimmtes interessiert.
03.03.2002 22:01
Wirklich sehr schöner Bericht. Hat den Diamanten echt verdient. Fährst Du den mit Schaltgetriebe oder Automatik ? Hoffe ich habe das nichts überlesen. Ich finde, da sind beim Diesel sehr grosse Unterschiede spürbar. Hoffentlich geht jetzt nicht mehr so viel schief bei dem Wagen:). Normalerweise haben die wenig Pannen ! Grüsse aus Hamburg, Martin
24.10.2001 15:16
Um ehrlich zu sein,ich habe keine Ahnung warum ich deinen Bericht mit nicht hilfreich bewertet hatte!Jetzt ist er sehr hilfreich!