Mercedes-Benz E 230

Erfahrungsbericht über

Mercedes-Benz E 230

Gesamtbewertung (28): Gesamtbewertung Mercedes-Benz E 230

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395 TKm und kein bisschen müde

5  21.05.2001 (07.03.2003)

Pro:
Zuverlässigkeit, Rostvorsorge, Fahreigenschaften, Verbrauch, Unterhalt, Raumangebot vorn, Kofferraum

Kontra:
Scheibenwischer zieht Schlieren dass es einer Sau graust, teilweise luschige Detailverarbeitung, Kopffreiheit im Fond, Aufheizung des Innenraums bei Sonne

Empfehlenswert: Ja 

Zerni

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:38

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 17 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Seit Sommer 1995 fahre ich einen 230 E der Baureihe W 124, den ich mit ca. 180 TKm auf dem Tacho übernahm. Meine Erwartungshaltung war entsprechend hoch, da der Vorläufer, ein W 123er 230 E bis 280.000 Km ohne Macken durchhielt. Mittlerweile habe ich mit dem Wagen annähernd 400.000 Km heruntergespult und kann diesem Fahrzeug nur das Prädikat hervorragend verleihen. Die Zuverlässigkeit ist über jeden Zweifel erhaben, ebenso die Verarbeitung der Karosserie. Rost ist trotz Erstzulassung 5/1987 ein Fremdwort. Die laufenden Kosten bewegen sich in einem erfreulich niedrigen Rahmen. So sind bei moderater, aber keiensfalls langsamer Fahrweise Verbräuche im Bereich von 8,5 l/100 Km ohne weiteres zu realisieren. Über die 10 l Marke kommt man eigentlich nur bei sehr scharfer Fahrweise.

An größeren Reparaturen ist in erster Linie die Lichtmaschine zu nennen, die bei 260.000 Km den Löffel abgegeben hat. Ansonsten waren nur die üblichen Verschleißteile notwendig. Die Kupplung ist übrigens immer noch die erste, fängt jetzt aber langsam an zu rupfen und ist wohl bald fällig. Der Endtopf wurde vor 2 Jahren für 40 DM geschweisst und hält immer noch. Bei Kilometerstand 390.000 hat es dann allerdings das Wischergetriebe zerlegt. Ersatz inkl. Einbau bei Mercedes hätte 1.500,- DM gekostet. Via Internet konnte ich bei einem Autoteilhöker in Dresden das Ersatzteil für schlappe 300,- DM erstanden. Beim Einbau dann kurzes Haareraufen: Es gab für das Modelljahr 1987/88 nämlich drei Hersteller für das Teil, die allesamt unterschiedliche Anschlüsse hatten. Nun mein "Hofschmied" und KfZ-Meister hat´s unter FLuchen doch noch hinbekommen, aber das hat mich ´ne Kiste Bier extra gekostet ;-)

Begeistern kann immer noch das sehr sichere Fahrverhalten, die gut zu dosierenden Bremsen und der insgesamt gute Fahrkomfort, sieht man von der Laufgeräusch der Maschine oberhalb 4.000 Touren ab. Ein Wunder an Laufkultur ist da sicher nicht entstanden, aber die gute Durchzugskraft gepaart mit dem günstigen Verbrauch lässt einen die Sechszylindertreibsätze des 260er oder 300er kaum vermissen. Bei den heutigen Spritpreisen, die sicher nicht mehr zurückgehen werden, liegt der Gewinn hier durchaus im Verzicht.

Ebenfalls gefällt das Raumangebot auf den Vordersitzen. Aufgrund meiner Körpergröße von ca. 2 Metern bin ich über den großen Verstellbereich des Fahrersitzes jedenfalls sehr dankbar. Hinten siehts dafür für eine Limousine dieser Kategorie eher kärglich aus. Störend ist hier nicht so sehr die nur ausreichend bemessenen Beinfreiheit, vielmehr nervt großgewachsene Passagiere die nach unten gezogene Dachpartie, die die Kopffreiheit doch arg einschränkt. Jeder Golf ab Serie II hat da mehr zu bieten, eigentlich ein Armutszeugnis. Erst mit der neuen E-Klasse (W 210) hat Mercedes mit diesem Nachteil gründlich aufgeräumt.
Was nervt noch ? Erstens das viel zu große Schwungrad, das nach einem gefühlvollen Kupplungsfuß verlangt; andernfalls kommt es zu dem berüchtigten "Bonanzaeffekt", also das nervige Aufschaukeln beim Anfahren. Zweitens der Einarmwischer, der mit seiner Schlierenbildung nicht nur den Fahrer auf die Palme bringt, sondern auch ein echtes Sicherheitsrisiko darstellt. Was hat sich Mercedes mit dieser Konstruktion eigentlich gedacht ? Was nützen einem 86% Wischerfeld auf der Frontscheibe, wenn jede Dunkelheitsfahrt bei Regen auf einer Landstraße zu einem Va-banque-Spiel reinsten Wassers ausartet ? Und wieso braucht Mercedes 15 Jahre, um von diesem Schwachsinn wieder abzurücken (die neue C- und S-Klasse hat bekanntlich wieder 2 Wischer...)?.

Mittlerweile hat ein guter Freund zum Freundschaftspreis den Wagen übernommen. Das treue Gefährt nach Afrika oder in den Libanon für vielleicht etwas mehr Geld zu verschachern hätt´ich nicht übers Herz gebracht.

Wenn ein Kauf dieses Fahrzeugs in Erwägung gezogen wird, hier noch ein paar nach meinem Verständnis sehr wichtige Hinweise:
1. Nach Möglichkeit Fahrzeuge mit Automatikgetriebe nehmen; die Daimler-Schaltgetriebe sind zwar unverwüstlich, nerven aber mit langen Schaltwegen
2. Wenn irgendwie möglich nach Fahrzeugen mit Klimaanlage Ausschau halten (dank großer, schräg stehender Scheiben mutiert ein 124er bei Sonnenschein zum Glutofen), zumindest Colorglas sollte drin sein !
3. Auf tickernde Motorlaufgeräusche achten; meistens sind dann die Hydrostößel ausgelutscht, schlimmstenfalls ist die Nockenwelle hinüber; Ersatz ist für ca. 1.500 DM zu haben
4. Hohe Laufleistungen sind absolut kein Problem, entscheidend ist die Pflege, die der Daimler erfahren hat (schaut Euch also den Vorbesitzer gut an !!!) 1. Hand-Autos i.d.R. unbedenklich.
5. Achtung bei den Jahrgängen 1985-89, die an mercedesuntypischen Macken litten (besch...eidene Detailverarbeitung im Interieur, Bonanzaeffekt (s.o.) und wiederholt Nockenwellenschäden)

Zu guter letzt noch ein ein paar Tips für ein langes Autoleben:
Ölwechselintervalle peinlichst genau einhalten, bei viel Kurzstrecke lieber schon alle 8.000 Km Öl wechseln; es lohnt sich !!! Keine Billigplempe aus dem Baumarkt verwenden, sondern Markenöle 10/W 40 einfüllen. Filterwechsel bei jedem 2. Ölwechsel, besser bei jedem... (die 20 DM hat jeder). Vollgasorgien oberhalb 4.800 Touren vermeiden, die 230er Einspritzer reagieren erfahrungsgemäß empfindlich auf hohe Dauerdrehzahlen (Nockenwelle !!). Ich habe mit diesen Regeln auch schon bei meinem 123er die besten Erfahrungen gemacht. Der Wagen dankt es mir mit einem minimalen Ölverbrauch (0,1 l auf 1.000 km) und einem Motor, der immer noch gut bei Kräften ist.
Zum Schluß möchte ich noch kurz mit einem Märchen aufräumen: Sicher sind die Stundensätze in Daimler-Werkstätten gesalzen, die Ersatzteilpreise an sich bewegen sich in einem erfreulich preiswerten Rahmen. Mercedes bietet oft für ältere Baureihen Aktionspreise an, von denen Neuwagenbesitzer nur im Vollrausch zu träumen wagen.

Also, ran an den Daimler. Ein Fahrzeug mit einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis gibt es niergendwo sonst.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Farbschema

Farbschema

20.04.2005 18:56

Super Bericht. Über die Fahrleistungen und den Verbrauch in der Stadt hätte ich gerne noch etwas gewusst. Ist der etwas modernere 220E schöner zu fahren? Gruß Felix

youngtimer-portal.de

youngtimer-portal.de

11.04.2003 18:21

nicht nur die Nockenwelle - wer mal die fausgroßen Kolben gesehen hat, hat mit der Kurbelwelle Mitleid...

LittleScotchman

LittleScotchman

18.03.2003 23:39

Mit Deinem Scheibenwischer-Kritikpunkt sprichst Du mir aus der Seele. Auch wenn das Wischerblatt brandneu ist, es zieht Schlieren ohne Ende. Doch irgendeine Schwäche braucht ja schließlich selbst ein Daimler... LG, LittleScotchman

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  1. erynuir
  2. calvinh60
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