Erfahrungsbericht über

Mercedes-Benz SLK 200

Gesamtbewertung (99): Gesamtbewertung Mercedes-Benz SLK 200

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Gokartfahren ist nix dagegen AUSRUFEZEICHEN

5  09.11.2000

Pro:
Klasse - Design, sehr praktische Verdecklösung, halbwegs ordentliches Kofferraumvolumen

Kontra:
Platz im Kofferraum nur bei geschlossenem Verdeck ausreichend

Empfehlenswert: Ja 

ggraf

Über sich: Zu meiner Person: ich bin 46 Jahre alt, verheiratet mit 2 Kindern, als Versuchsingenieur tätig und p...

Mitglied seit:02.09.2000

Erfahrungsberichte:39

Vertrauende:9

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 31 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Meine liebe Freundin Die_Schwebende (verzeih, daß ich Dich hier nenne...) mag so gerne mal SLK fahren, so daß ich mich gezwungen sehe, über das Auto eine Meinung loszuwerden...

Vor ca. 2 ½ Jahren hatte ich erstmals das Vergnügen, mit dem SLK eines der offenen Mercedes-Modelle zu fahren. Ich gebe zu, seitdem läßt es mich nicht mehr kalt - ich muß fast jede Gelegenheit nutzen, ein Cabrio in die Finger oder unter den Hintern zu bekommen. Und wenn es nicht gerade regnet, wird natürlich das Dach geöffnet und möglichst nicht mehr geschlossen.

Schon immer haben mich die „Oben-Ohne-Autos“ fasziniert, doch mangels Gelegenheit war das ein rein hypothetisches Gefühl meinerseits. Das erste Exemplar offenen Fahrens erlebte ich mit einem Suzuki SJ eines Bekannten - eine ganz schön üble Schleuder, die von Bodenwelle zu Bodenwelle hüpft, besonders auf den Nebenstrecken im Schwarzwald - an dem wir uns wegen plötzlich auftretenden Regens bei der Verdeckmontage etliche Fingernägel abbrachen...

Wie angenehm beeindruckt war ich im Gegensatz dazu von dem damals gerade mal ein halbes Jahr auf dem Markt erhältlichen SLK: nichts klapperte, alles hatte die gewohnte Mercedesqualität und das Fahrverhalten bereitete ob dem gokartähnlichen Fahrgefühl außergewöhnlichen Fahrspaß. Das Auto lag auf der Straße wie ein Brett, wendig, spritzig und doch auch spurtreu bei schneller Autobahnfahrt. Es war ein 230er mit Kompressormotor, der mit seinen 193 PSsen spielerisch mit dem kleinen Autole umgeht. (Ich schreibe dennoch hier beim 200K; warum, siehe unten.)

Wow, es tat sich echt was beim Gasgeben - und der Sound, der aus dem Auspuff röhrte, der paßt so richtig zum Auto. Sprich: nicht zu sprotlich-aggressiv aber doch genügend Potenz verheißend! (Ich muß zugeben: beim der nächtlichen (natürlich offenen) Fahrt durch unser Tempo-30-begrenztes Wohngebiet, hatte ich leichte Skrupel - es ist in dieser Situation doch etwas laut, dieses Auspuffröhren...) Aber auf Landstraßen, sowohl auf den kleinen verwinkelten, als auch auf der schnellen, weitläufig geschwungenen Bundesstraße kommt der Klang und der Fahrcharakter des Wägelchens so richtig gut rüber - leider auch meine bislang letzten Flensburg-Punkte... Er ist einfach so verführerisch!!!

Und die geniale Dachlösung - einfach spitze, innerhalb kurzer Zeit ist es geschlossen - wind- und wasserdicht, und das ohne große Verrenkungen und Fingernagelschändung. Okay, das bieten andere Autos auch - aber wer sonst hat heut ein festes Dach überm Cabrio? Es sind keine aufplatzenden Nähte, Risse oder

Ja, es ist regelrechte Verführung in Form von gelungen verpackter Technik zum fairen Preis - wenn auch das vielleicht nicht jeder mangels Kleingeld so sehen kann... (Ich hab‘ dieses kleine Geld auch nicht, daher auch keinen SLK ;-)

Ja, wie war denn das damals: ich kam an das Auto im April dran. Hatte einen Geschäftstermin bei Frankfurt... Und das Wetter war schön - die einzigen beiden schönen Tage in diesem Monat übrigens... Also, ich rein in das Gefährt und erst mal gucken wie das Coupédach denn aufgeht: ah ja, total easy mit dem sogleich gefundenen Schalterchen auf der Mittelkonsole, das wie ein Autodach aussieht. (Die Schalterform gefällt mir übrigens ausgesprochen gut - es kann nur das Dach gemeint sein, da muß ich keine Symbole lernen... Von denen es ja sonst genügend auf den anderen Betätigungselementen gibt, und deren Sinn(bild) sich nicht unbedingt jedem sofort erschließt.)
Aber dieser eine Schalter ist ja auch der wichtigste in diesem Gerät...

O.K., es war schon noch frisch im April, doch Lederjacke, Handschuhe, Schal und Schiebermütze hatte ich dabei - und überdies kurz zuvor einen etwas ironischen, sarkastischen Artikel in „MotorKlassik“ über die verweichlichten „Scheiben-oben-Windschott-aufgespannt-Sitzheizung-AN“-Fahrer neumodischer, Cabrios - womöglich noch mit Henkel - und Roadster gelesen (im Gegensatz zu den wahren klassichen englischen Roadstern früherer Jahrzehnte)...
In diesen Topf wollte ich mich nun wahrlich nicht mit reinwerfen lassen! Also: Dach auf, Scheiben runter, Windschott verpackt lassen und ab die Post - und beweisen, daß man auch mit modernen Autos noch „richtig“ Offenfahren kann. Das habe ich dann auch die beiden Tage lang durchgehalten - und es war ein wahnsinnig gutes Gefühl! Ja, zunächst ging’s über die o.g. Land- und Bundesstraßen, dann auch über die Autobahn dem Ziel entgegen.
Hatte ich bis dahin gedacht, mit einem offenen Auto reichte eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 120 oder so (à la Cabrio-Käfer, mit dem ich auch schon geliebäugelt hatte), oder die Aussagen von Bekannten, die dem SLK heftigen Windlärm ab 140 nachsagten und mich warnten, so wurde ich nun eines Besseren belehrt! Denn jenseits der 200 wird das Fahren erst recht zum körperlichen Erlebnis! (Schade, daß man dieses Tempo nur so selten noch fahren kann!
Na ja, so ab 100 oder spätestens 130 Stundenkilometern war’s mit der Schiebermütze nichts mehr. Das ständige Gefühl, diese gleich weggeweht zu bekommen war nicht so der Hit. Also habe ich mir noch schnell eine Pudelmütze ausgeliehen: die saß dann wie angegossen auch bei Vmax.

Well, genug geschwärmt. Punkt.
Kommen wir also abschließend noch zu einer etwas nüchterneren Beurteilung dieses Mobils: als Familienvater habe ich keine so richtige Verwendung dafür - als Motorradersatz könnte der SLK noch taugen, oder als Fahrzeug, mit dem man zur Arbeit fahren kann. Aber dann stellt er die Anwesenheit meines Motorrades doch sehr in Frage.
Kleine Anekdote am Rande: am Ende der oben beschriebenen Dienstreise hatte ich meine beiden Kinder bei den Schwiegereltern abzuholen... Hm, nun hatte ich ein kleines Problem mit nur einem Beifahrersitz - und das dafür richtige Auto vor dem Büro stehen. Also hieß es: Kinder einzeln nach Hause fahren. Und die wiederum waren damals mit ihren 2 und 4 Jahren noch kein bißchen gewohnt, mal fünf oder zehn Minuten allein zu sein. (Ich kann Euch aber versichern: es hat ihnen nicht geschadet - das SLK-Fahren hat sie dafür entschädigt... Echt. Sie schwärmten noch wochenlang davon.)
Also trotzdem - für uns nicht so ganz geeignet.
Es stört mich, auch wenn ich allein unterwegs bin, daß ich nicht mal einen Aktenkoffer oder eine Laptoptasche hinter den Fahrersitz stellen kann. Das Öffnen des Kofferraums oder das Verpacken solcher Teile im Beifahrerfußraum sind mir einfach auf Dauer zu lästig.

Aber: das Karosseriedesign, die Verarbeitung, die Anordnung der Schalter, Hebel und sonstiger Bedienungselemente sind von gewohnt guter Mercedesqualtität. Auch die Türen liegen gut in der Hand und fallen satt ins Schloß, Karosseriespalte sind gleichmäßig breit, so wie sie sein sollen... Und die Überrollbügel stellen eine gute Synthese dar zwischen hoffentlich nie notwendiger Überschlag-Sicherheit und der Silhouette des offenen Fahrzeugs.
Ich finde, der Mercedes ist echt gelungen: der Z3 gefällt mir nicht und hat weniger Power, der Porsche ist viel zu teuer und über den TT und sein Design braucht man nicht zu streiten - mir gefällt er nicht, anderen aber schon.

Am Schluß noch eine Anmerkung zur Motorisierung:
Der erste SLK, den ich fuhr, war der erwähnte 230er Kompressor (193 PS), danach konnte ich einen 200er ohne Kompressor (136 PS) fahren, und als letzter der Reihe war noch ein 200er Kompressor mit 163 PS dran.
Ich halte alle Motoren für geeignet - auch der normale 200er reicht mir völlig aus. Der 230er mit Kompressor bietet natürlich noch etwas mehr Fahrspaß und „Sound“.
Setzte ich allerdings Preis und Leistung in Relation zueinander, so finde ich, daß der 200 Kompressor (für mich) der beste von den drei Vierzylindern ist. Er hat die Leistungscharakteristik wie der 230er, kostet etwas weniger und ist steuerlich günstiger.
Der 320er mit Sechszylindermotor fehlt mir leider noch in meiner Reihe - ich hoffe, ich kann den noch nachreichen. Mein Eindruck ist, da ich sowohl den Motor als auch das Fahrzeug kenne: irgendwie paßt der gediegene Motorlauf nicht zum sehr sportlichen Charakter des SLK. Aber das werden wir ja dann sehen.

Übrigens: die beiden Kompressormodelle hatten ein Automatikgetriebe, der 200er nicht: die Charakteristik der elektronisch gesteuerten Automaten ist so variabel, daß auch sehr sportlich ambitionierte Fahrer ihren Stil damit fahren können. Vom Schaltgetriebe rate ich daher ganz entschieden ab. Zumal es seit neuestem 6 (in Worten: sechs) Gänge zu rühren gilt. Ich will lieber fahren als andauernd zu schalten...
Viel wichtiger noch ist meiner Meinung nach: ein offenes Auto sollte unter allen Umständen Ledersitze und Sitzheizung haben... Die Klimaanlage kann man sich getrost sparen, wenn man bei sommerlichen Temperaturen das Dach aufmacht und für geeigneten Sonnenschutz in Form einer Mütze oder dergleichen sorgt.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
AMGaida

AMGaida

16.01.2004 11:47

Etwas sehr wenig Alltagserfahrungen in Deinem Bericht aber insgesamt gut geschrieben und einigermaßen informativ. Gruß, Andreas

00matze

00matze

03.06.2001 16:48

Gute Beschreibung des Fahrzeuges, hätte aber ggf. noch die Preise für Versicherung, Steuer und Anschaffung als Extrapunkt mit erwähnt. Aber Trotzdem sehr guter Bericht!

Die_Schwebende

Die_Schwebende

11.11.2000 14:44

Jaaaaaaaaaaaaaa.....DAS ist es....MEIN Traumauto<:-) Wunderschön und detalliert beschrieben!! Ich freue mich schon auf einen der ersten Frühlingstage im kommenden Jahr...vielleicht gibt es dann ja doch mal ne probefahrt mit offenem Verdeck und guter Musik...Wenn ich mich traue den nächsten Benzhändler aufzusuchen oder so<:-)

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