Mercedes-Benz SLK 230 Kompressor

Erfahrungsbericht über

Mercedes-Benz SLK 230 Kompressor

Gesamtbewertung (91): Gesamtbewertung Mercedes-Benz SLK 230 Kompressor

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Der Roadster mit Coupevorteil

5  25.06.2002 (08.07.2002)

Pro:
Genußfahren, sehr leise, gute Fahrdynamik

Kontra:
langsames Dach, offen sehr keiner Kofferraum

Empfehlenswert: Ja 

Dominik111

Über sich:

Mitglied seit:24.06.2002

Erfahrungsberichte:15

Vertrauende:5

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 47 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Was soll ich euch sagen, nachdem ich ja nun besser weiß wie man Berichte schreibt, habe ich gerade diesen, der von euch am schlechtesten bewertet wurde noch mal überarbeitet. Ich hoffe euch nun mit einigen Mehrinformationen helfen zu können.


Die Vorgeschichte
==============
Nach einem traumatischen Erlebnis mit einem japanischem Roadster (Totalschaden nach 5 Wochen) kaufte ich mir im September 2000 einen neuen SLK 230K.

Stolz wie Oskar holte ich meinen blauen Traum in Bremen ab. Die Selbstabholung kann ich nur jedem empfehlen. Die Überführung kostet über 400,- €. Ich habe mir einen Wagen bei Sixt geliehen und bin nach Bremen gefahren. Kosten für Benzin, Taxi zum Werk und Miete für den Leihwagen lagen unter 200,- €. Aber es ist nicht nur günstiger, sondern man bekommt auch einen interessanten Einblick in die Produktion des eigenen Autos. Dazu ist es auch ein tolles Gefühl sein eigenes Auto dort abzuholen.

Die ersten Kilometer
================
Aber auf der Rückfahrt folgte dann gleich ein kleiner Dämpfer. Die von Mercedes propagierte Qualität machte sich sofort im Aufleuchten der Wasserkontrollanzeige bemerkbar (nach 160 km Laufleistung).

Probleme:
Die Sonnenblende auf der Beifahrerseite konnte man nur mit viel Kraft und unter erheblicher Geräuschentwicklung bewegen.
Bei meinem ersten Stop an einer Ampel dachte ich erst hinter mir würde ein Diesel stehen. Um so größer war mein Erstaunen beim Blick in den Spiegel, als ich kein Auto hinter mir hatte. So war es wohl mein nagelneuer SLK der da solche Geräusche entwickelte.

Nach dem ersten Aufenthalt beim freundlichen Kundendienst und Fehlerbehebung (das Dieselgeräusch war ein Relais, welches zu nah an einem Holm montiert war und sein Schalten auf die Karosserie übertrug) war dann alles in bester Ordnung, so dachte ich.

Aber nach dem Sommer wollte ich die original Alufelgen, die ich mit Winterreifen bestellt hatte aufziehen. Dabei stellte ich fest, das alle vier Felgen unter der Schicht Klarlack Schäden aufwiesen, wie sie durch Wassereintritt verursacht werden (Laufleistung ca. 1500 km). Also bekam ich vier neue Felgen von Mercedes. Dabei wurden dann auch gleich die beiden Seitenfenster ausgebaut und die Dichtungen erneuert, da ich immer Schleifspuren auf dem Glas hatte. Soviel nun zu den negativen Dingen. Zwar alles ärgerliche Details, aber in der Summe sicher nur Kleinigkeiten. So, nun zu den Details:

Die Optik
========
Das Auto wirkt durch das hohe Heck etwas gedrungen, hat aber doch eine Länge von knapp über 4 Metern. Das Facelifting ab Modell 2000 hat der Optik gut getan. Er wirkt jetzt schnittiger und etwas sportlicher. Die hintere Stoßstange ist nun komplett lackiert, Das blöde Schoß in der Heckklappe ist nun unsichtbar über dem Nummernschild untergebracht. Die hinteren Leuchteneinheiten haben ebenfalls eine (wie ich finde) schönere Farbe bekommen. Sie sind dunkler geworden. An den Seiten sind kleine Schweller dazugekommen, die den Wagen etwas eleganter wirken lassen. Nun sind auch die seitlichen Blinker wie bei den anderen Modellen von DaimlerCrysler im Spiegel integriert. Genauso hat sich auch die Frontschürze etwas im Design geändert. Alles in Allem eine gelungene Aufwertung.

Der Motor
========
Es gibt den SLK in vier verschiedenen Motorisierungen. Als 200 (ab Bj. 2000 mit Kompressor) als 230 Kompressor, als 320 (V6) und von AMG als 320 V6 Kompressor.
Ich bin alle Varianten gefahren, daher meine Meinung ganz kurz:

SLK200
Ein schönes Auto, aber durch das hohe Gewicht und den schwachen Motor (knapp über 140 PS) kommt kaum Spaß auf. Überholen wird zur Planungssache. Wer denkt kleiner Motor kleiner Verbrauch liegt auch ein wenig daneben. Mein Probefahrzeug genehmigte sich doch knapp 10 Liter. Ich denke aus diesen Gründen hat Mecedes diese Modell auch aufgepeppt.

SLK200 Kompressor
Diese Auto ist mit seinem Vorgänger nicht zu vergleichen. Der Motor nimmt willig das Gas an, der Verbrauch ist gesunken um mehr als einen halben Liter auf 100 km. Deutlich spürbar hat dieser Motor an Agilität zugelegt (nun 168 PS).

SLK230 Kompressor
Diese Auto habe ich dann gekauft. Er hat zwar auf dem Papier nur 29 PS mehr als der 200er, aber das Mehr an Hubraum gibt ihm doch deutlich bessere Fahrleistungen. Hier hat man in allen Lebenslagen mehr als genug Kraft zur Verfügung. Der Verbrauch liegt hier um die 10 Liter. Wer also mit einem 4 Zylinder Motor leben kann hat hier sicher die beste Version gefunden. In der Ausstattung hat er ein Sechgang-Getriebe bekommen und verfügt serienmäßig über ESP, ABS, vier Airbags, Bremsassist, und Tempomat.

SLK320
Der 6 Zylinder macht dieses Auto noch deutlich ruhiger als seine kleinen Brüder, leider leidet darunter auch etwas die Dynamik. Man hat subjektiv den Eindruck eines etwas behäbigeren Fahrverhaltens. Natürlich stimmt das so nicht, denn aus den 3,2 Liter Hubraum werden 218 PS gezaubert, die schon für sehr gute Fahrleistungen sorgen. Unterschiede zum 230K 10 km/h mehr in der Endgeschwindigkeit also 250 km/h ca. 0,8 Sekunden schneller auf 100 km/h. Eine Klimaanlage serienmäßig und ca. 1,5 Liter mehr Verbrauch. Aus meiner Sicht ist dieses Auto zu teuer, für das was er an Mehr bietet. Wenn schon........denn doch den nächsten......

SLK320 Kompressor
Dieses Auto schlägt fast alles, was ich bisher an Roadstern gefahren bin. Eine so gleichmäßig ruhige und doch nicht endende Kraftentfaltung habe ich selten erlebt. Dieser Wagen hat deutlich über 300 PS und schiebt so vehement nach vorne, dass einem Angst und Bange wird. Dieses Vergnügen hat natürlcih auch seinen Preis. Ab 61.000,-€ ist dieses Kraftpaket zu haben. Zu erkennen ist er an der doppelten Auspuffanlage. Da ich aber auch noch einige Kleinigkeiten an Sonderaustattung haben wollte, wäre dieser Wagen für mich dann doch etwas teuer geworden.
Übrigens tendiere ich bei diesen Preisen dann doch zum Porsche als reinrassigen Sporter.

Das Fahrverhalten
===============
Mit dem serienmäßig sportlich abgestimmen Fahrwerk und einer nachträglichen Umrüstung auf 18“ Felgen mit Reifen vorn 225/40 ZR18 und hinten 255/35 ZR18 liegt der Wagen wie ein Brett und ist kaum aus der Ruhe zu bringen. Lediglich bei Spurrillen läuft er diesen recht flott nach, was aber an der Dimension meiner Reifen liegt. Bei der Serienbereifung ist dem nicht so. Das ESD verhindert allerdings eine zu sportliche Fahrweise und bremst den Fahrer ein. Wenn ich im normalen Straßenverkehr unterwegs bin, empfinde ich dieses Plus an Sicherheit durchaus als angenehm. Wenn ich allerdings auf Rennstrecken unterwegs bin, schalte ich das System in der Regel ab, da doch erheblich höhere Kurvengeschwindigkeiten ohne ESD möglich sind. Selbst bei hart gefahrenen Bodenwellen gibt es keinen Grund zum Klagen. Das Fahrwerk ist ausgereift und trotz der straffen Abstimmung ist noch genug Komfort für jeden Hintern vorhanden ;-)).

Die Verarbeitung
==============
Ich habe bis auf die Anfangsmängel keine Probleme gefunden. Die verwendeten Materialien sind allesamt hochwertig. Es klappert nichts und die Ledersitze (nicht Serie) sind gut und leicht zu reinigen. Es gibt eine Menge Ablagefächer und Taschen. Da der Platz begrenzt ist, sind diese auch angebracht. Das Dachsystem arbeitet leise und fehlerfrei. Wenn es auch etwas schneller schließen bzw. öffnen könnte. Was mir nicht so gut gefällt, ist der sehr empfindliche Lack. Ich habe ein Blau metallic gewählt. Leider sind schon an einigen Stellen Steinschäge zu beklagen. Der Lack ist sehr empfindlich gegen Kratzer. Man sollte nur Textilwaschanlagen benutzen, alles andere ruiniert den Lack in kürzester Zeit. Diese Entwicklung haben wir unserem Umweltschutz zu verdanken. Denn die Autohersteller dürfen nur noch Wasserlacke benutzen. Diese sind viel schneller kaputt, als die früheren Lacke auf Ölbasis.

Die Ausstattung
=============
Von Hause aus ist der SLK wie oben kurz angedeutet recht gut ausgestattet. Ich habe die Serienausstattung noch um folgende Komponenten erweitert

Metallic Lack (sollte unempfindlicher sein)
Größere Batterie (Strom kann man nie genug haben)
Vorbereitung für Dachträgersystem (brauche ich nicht, aber vielleicht der nächste Käufer)
Ledersitze (ein Muß bei Cabrios)
Sitzheizung (ein Muß bei Cabrios)
Radio MB30 mit Navigation
Bose Soundsystem
Xenon Scheinwerfer (ich gehe mit der Zeit)
Alarmanlage
Nachträglich auf 18“ BBS Räder umgerüstet

Laufende Kosten
=============
Steuer: befreit bis 2004
Vers.: bei 40% ca. 600,- € bis 750,- € pro Jahr (TK 300 DM VK 1000 DM)
Inspektion klein ca. 150,- €
groß ca. 200,-€ bis 350,-€


Der Gesamteindruck
================
Das Auto fährt sich sehr gut, kein Klappern und Rappel egal welcher Straßenbelag. Bei geschlossenem Dach fehlen die sonst typischen Cabriowindgeräusche fast völlig. Metalldach sei Dank!. Lediglich die Geschwindigkeit beim Öffnen bzw. Schließen des Daches könnte etwas besser sein (so wie beim neuen SL).
Bei geschlossenem Dach ist der Kofferraum ausreichend groß. Bei offenem Dach ist der Kofferraum kaum noch zugänglich. Beschädigungen des Daches sind, wenn mir auch noch nicht passiert, so doch fast vorprogrammiert. Hier ist Sorgfalt angesagt. Lediglich durch die Vertiefung unter der Klappe im Kofferraum kann man überhaupt noch etwas mitnehmen. Aber auch nur dann, wenn man sich beim Kauf des Autos für das Tirefit System und nicht für das Rad entscheidet.

Der Verbrauch für einen Wagen mit 2,3 Liter Hubraum und 197 PS ist mit um die 10 Liter durchaus angemessen (wenn auch nicht mehr zeitgemäß). Bei Volldampf nimmt er sich aber auch mal bis zu über 20 Liter. Reichweite des Tanks dann nur noch schlappe 260 km, aber eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 220 km/h. Vmax. liegt bei guten 250 km/h laut Tacho. Eingetragen sind 240 km/h.

Der Motor ist leise und sehr kraftvoll. Häufig hat man das Gefühl langsamer zu sein als man es in Wirklichkeit ist. Ich bin häufig in den Alpen unterwegs, und auf den Pässen ist es immer wieder eine Freude die Drehfreudigkeit zu erfahren.

Das Auto hat aber auch ein ganz erhebliches passives Sicherheitspotential. Er verleitet mich zum ruhigen entspannten Fahren. Im Gegensatz zu einigen meiner bisherigen Autos ist es mehr die Ruhe, Dynamik und das Fahrgefühl was zu dieser eher defensiven Fahrweise anhält. Was nicht bedeutet, das man sich zu einem Schnarchsack entwickelt. Vielleicht liegt es aber auch an der zunehmenden Ruhe des Alters ;-))).

Die Bequemlichkeit der Sitze ist gut (viel besser als beim Vorgängermodell). Durch den 6 Gang gewinnt der SLK noch mal deutlich an Laufruhe bei höheren Geschwindigkeiten und der serienmäßige Tempomat ist auch von Vorteil. Die Lenkung würde ich mir etwas direkter wünschen. Gerade bei zügiger Fahrweise auf kurvenreichen Landstraßen fehlt mir da etwas mehr Feingefühl.

Die Bremsen lassen sich sehr gut dosieren und durch das Bemsassist System ist man auch bei Notbremsungen gut drauf. Schlaue Techniker und Forscher haben festgestellt, dass 90% aller Verkehrsteilnehmer das Potential bei einer Vollbremsung nicht ausnutzen, also die Bremse nicht voll betätigen. Das System übrigens Serie bei allen Modellen erkennt im Bremsvorgang ob eine Notsituation vorliegt und ergänzt die Bremsleistung auf die vollen 100%. Ist natürlich nicht ganz so angenehm, wenn der Hintermann ein solches System nicht hat. Aus diesem Grund wäre mir auch schon mal fast einer hinten drauf gerauscht.

Das ESP System regelt aus meiner Sicht ein bißchen zu früh das Tempo. Es sind deutlich höhere Kurvengeschwindigkeiten möglich als das ESP zuläßt. Kann aber auch daran liegen, dass ich nicht mehr die Serienbereifung fahre sondern auf 18“ Felgen umgerüstet habe. Und für alle die es nicht immer mögen bei schnellen Kurvenfahrten bevormundet zu werden, lässt sich das System auch per Knopfdruck abschalten.

Alles in Allem ist der SLK 230K ein wunderbares Auto, wenn man erstens ein Genußfahrer und kein rein sportlich orientierter Fahrer ist und zweitens nicht viel zu transportieren hat. Der Service ist bisher perfekt und die Garantieleistungen erstrecken sich sogar auf 5 Liter Benzin im Falle des Liegenbleibens wegen Spritmangel. Einige Garantieleistungen gelten sogar bis zu 30 Jahren. Hier hat Mercedes doch deutliche Vorteile gegenüber der Konkurrenz.

Dafür spricht auch der sehr geringe Wertverlust des Autos, der nur von Porsche noch unterboten wird. Gegen den Porsche spricht der um über 10.000,-€ höhere Neupreis bei gleicher Ausstattung. Natürlich hätte der dann auch noch ein paar Pferdchen mehr.

Fazit
====
Ich bin mit diesem Auto sehr zufrieden. Er macht Spaß und hat in allen Bereichen ein großes Sichereitspotential und die Leistung ist mehr als ausreichend. Man sitzt gut, man fährt gut, die Unterhaltung kostet nicht zu viel und Platz für zwei Personen ist genug vorhanden. Ich kann dieses Auto nur jedem empfehlen.


© dominik for ciao 08.07.2002
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Rocco_25

Rocco_25

26.06.2006 17:29

Guter Bericht. Allerdings ist ESD ein Endschalldämpfer. ESP, wie es eigentlich heißen müsste, dient der "Stabilität".

Knuffie_X

Knuffie_X

03.09.2002 10:02

Hallo Dominik, ich fahr ihn auch und stimme in wesentlichen Punkten mit Dir überein. Was mich bei meinem ersten Mercedes stört sind die vielen "kleinen" Dinge wie rostende Radbolzen, sich verstellender Auspuffmitteltopf, mitschwingende Hitzeleitbleche der Auspuffanlage, um die Mercedes weiß, sie aber nicht dauerhaft beseitigen kann. So rosten die Radbolzen auch bei der A-Klasse und dem M-Modell. Mir ist es egal, ich bekomme jeweils 20 neue nach der jeweils dritten Autowäsche *wahnsinn*. Porsche (hatte ich vorher) lässt grüßen: Dort hat man seit den Modelljahren 1986 Radbolzen aus Magnesium und die rosten nun mal nicht :-) Ich hab den SLK gekauft wegen des Daches, denn das ist wegweisend und um Längen angenehmer, als dieser Stoffquatsch. Rundherum ein schönes, angenehmes Auto. Grüße

chwagner

chwagner

19.08.2002 15:49

Klasse Bericht, aber meiner Meinung nach, hättest du lieber den als den S2000 kaput fahren sollen... Grüße chwagner

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