Oh Quality where art thou Eine Hamburgodyssee
24.10.2000
Pro:
Lenkung, Partystimmung
Kontra:
Würde den Rahmen des Kästchens sprengen
Empfehlenswert:
Nein
 Pydracor
Über sich:
Architekturstudent, Metal-, Mittelalter- und Fantasyfreak, begeisterter US Car Fahrer, regelmässiger...
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Eins vorweg: Diese Meinung ist, wie soll ich sagen, nicht ganz objektiv, weil es sich bei dem von mir gefahrenen Vito um einen Leihwagen von Europcar handelte. Gut egal, also los geht´s. Letztes Wochenende startete ich mit 5 anderen Leuten die traditionelle, alljährliche Hamburgfahrt, so etwa 500km. Ich mit 5 anderen = 6, hmm dumme Sache, mit zwei Autos fahren ist ja bescheuert. Was lag am nächsten? Zu Europcar (lag wirklich am nächsten, rein entfernugstechnisch gesehen) und einen Van gemietet. Wir wollten einfach irgendwas, wo wir alle reinpassen und man sagte uns: "Sie bekommen einen Mercedes Vito". Jep, genehmigt, kann ja nix schlechtes sein, dachten wir, ungeahnt der schrecklichen Dinge, die da kommen sollten... Der grüne Vito war, das erkannten wir sogleich, das Basismodell ohne jeglichen Schnickschnack. Ok, wir wollten ja auch nicht so viel ausgeben, allerdings hatten alle erwartet daß selbst ein Basismodell von Mercedes ein, naja, gewisses Level nicht unterschreitet. Der Vito belehrte uns eines Besseren und das lag nicht alles nur daran, daß es sich um einen Mietvan handelte, derwahrscheinlich des öfteren "Drecksau"gefahren wird.
Fröhlicher Dinge (wie das halt so ist bei solchen Sinnlosspasstouren) stiegen wir also ein und das erste, was der Fahrer feststellte (ebenso wie alle anderen von uns, die sich hinters Steuer wagten inklusive mir): Die Kupplung ist Kacke! Lässt sich das Pedal bei jedem normalen Auto (zumindest die, welche ich kenne)gleichmäßig von durchgetreten bis losgelassen bewegen, scheint ein Mercedesmechaniker einen Clown gefrühstückt und infolgedessen einen kleinen Springteufel unter die Kupllung montiert zu haben. Das erste Stück ging ganz normal, ein kleines Stück weiter und man muss aufpassen, sich nicht das eigene Knie in die Fresse zu hauen. Dieses plötzliche Rucken nach hinten hatte zur Folge, daß jeder von uns, der das erste mal dieses "Auto" fuhr selbiges abwürgte. Besonders amüsant war das Pedal im Stau, wie ihr euch wahrscheinlich vorstellen könnt. Das Fahrgefühl verschlechtert hat ebenfalls der Motor, der aus mir eher schleierhaften Gründen erst so ab 3000 Umdrehungen richtig durchzog. Der nächste Mangel, der uns auch viel mehr störte: Das Radio war am Arsch. Die erste Kassette reingeschoben - kam nichts. Rausgeholt, Bandsalat. Shit, naja, lag wohl an der Kassette, also die nächste rein - kam nichts. Rausgeholt, Bandsalat. Da schwante uns schon, daß wir uns schleunigst was einfallen lassen mussten, sollte die lange Fahrt nicht Radiosenderchartmüll - verseucht werden. Um unserem Kassettefressenden Radio beizukommen, mussten wir schließlich eine Discman - Adapterkassette kaufen, weil diese kein Band hat, welches das Radio hätte fressen können, um über einen Walkman Kassette zu hören. Welch verfluchter Schwachsinn! Ist es eigentlich Standard beim Basismodell, daß sich neben der Rückbank zwar Boxenabdeckungen und Kabel, aber gar keine Boxen befinden? Ganz nebenbei haben wir auch noch festgestellt, daß wir nicht mal den Chartmüll hätten "genießen" können, weil bei der kleinsten Bodenwelle ein ohrenbetäubendes Knacksen aus dem Radio drang.
Apropos Bodenwelle: Über die Stabilität und die Straßenlage des Vitos, möchte ich nur soviel sagen: Nehmt Pillen gegen Seekrankheit mit, sonst kotzt ihr euch die Karre voll. Ungefähr so, wie das wahrscheinlich die Vormieter gemacht haben, wenn man sich den Boden des Wagens betrachtete. Zusätzlich zu jener seekrankheitfördernden Straßenlage saß ich ca. 2 Stunden auf dem Sitz hinter dem Fahrer. Die Position an sich hat zwar nichts zu bedeuten, jedoch war es just dieser Sitz, der auf Biegen und Brechen nicht richtig einrasten wollte und sich somit in jede Kurve mitlegte, daß man meinen konnte, man säße auf einem Motorrad. Der Platz im Fond war ok, allerdings war der Kofferraum geradezu lächerlich. Daß wir diese Fahrt überlebt haben, verdanken wir nur der geistigen Gegenwarts desjenigen, der die Lüftung bediente. Und ausschaltete. Diese kannte nämlich nur zwei Stufen, egal auf was sie stand: Hölle oder Nordpol. Ganz im blauen Bereich war Nordpol, ein bisschen im blauen Bereich war Hölle. Rot haben wir lieber nicht probiert aus Angst, es könnte Napalm aus den Lüftungsschlitzen quellen.
Bevor ich den absoluten Hammer auspacke, möchte ich noch kurz etwas positives erwähnen. Das mache ich lieber jetzt, denn bekanntlich bleibt immer der letzte Eindruck, und der soll hier ganz bestimmt nicht positiv ausfallen. Also ganz nett war, daß die mittleren Sitze gegenüber der Rückbank standen, zwei Fahrgäste also rückwärts fuhren. Das mag zwar auch nicht jeder, war aber für die Partysrtimmung sehr förderlich und im Notfall hätte man einen oder beide Sitze auch umdrehen können. Desweiteren war die Servolenkung sehr direkt, was sich vor allem bei dem verrückten Penner, der uns auf der Autobahn anscheinend ordentlich in die Seite bumsen (nein, nicht im sexuellen Sinne) wollte, als sehr hilfreich erwies. Ok jetzt also wie versprochen zum Hammer: Bei dieser verdammten DRECKSKARRE reißt nach 30000km der Keilriemen! Mitten auf der Autobahn: Kein Gas mehr, der Motor kocht, Servolenkung fällt aus. Wir also auf den nächsten Rastplatz und den ADAC angerufen, der wenigstens sehr schnell zur Stelle war. Konnte natürlich nichts machen (was auch), also: Abschleppen. Irgendwo in der Pampa zwischen Hamburg und Wasweißichwo mussten wir dann insgesamt etwa eineinhalb Stunden auf den Ersatzvan warten, einen obergeilen Chrysler Voyager mit normaler Kupplung, edlem Radio, super Ausstattung, bequemen, stabilen Sitzen, einem Turbodiesel, der nicht erst bei 3000 U/min seine Power entfaltete und schon geradezu flugzeugmäßigem Flair. DAS nenn ich einen Reisevan! Und auch, wenn selbiger in eine höhere und teurere Klasse einzuordnen ist: Ich bin schwer enttäuscht, wie tief das Niveau bei Basismodellen von Mercedes sitzt und habe mir fest vorgenommen, auf jeden Vito den ich sehe einen ordentlichen Haufen zu setzen!
PS: Ach mann, diese blöden Kästchen da unten passen teilweise mal wieder gar nicht
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04.11.2005 23:09
Ist ja traurig, wenn dir das so gegangen ist, aber aus einer Leihwagenodysee auf die ganze Marke bzw. Modell zu schliessen, kommt mir nicht besonders objektiv oder informativ vor. Nein, ich fahre keinen Vito. Grüße
29.10.2000 03:28
Als ich Deine sehr ausführliche und auch amüsante Meinung mit vollem Kopp (Biergarten,hehehehe) gelesen habe, ist mir direkt aufgefallen, daß ich was ganz ähnliches erlenbt habe.... hmmmm, wenn ich so drüber nachdenke, wars sogar ziemlich ähnlich. Aufgrund dessen certraue ich Dir jetzt, oder habe ich das bisher schon getan ? Ichweiß nicht mehr was ich schreiben oder sagen soll, deshalb mache ich jetzt Schluß. Außerdem habe ich für die paar Worte schon ´ne halbe Stunde gebraucht. Was geht morgen? Gruß Senator99
26.10.2000 18:45
Mir gefällt die Meinung, auch wenn sie: a) Zu ausführlich ist und b) man von einem Mietwagen nicht auf das Fabrikat schließen kann. Trotzdem lustig und bemitleidenswert, ich werde dir auch vertrauen. Habe nämlich von deiner Vorliebe für: a)Metal und b)US-Kisten gelesen und finde das hochsympathisch. Allerdings: Hammerfall ist nicht so meins und Napster auch nicht. Trotzdem: Welcome to the list.