Merlin / Lawhead, Stephen

Merlin / Lawhead, Stephen

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... Nun möchte ich mich dem zweiten Teil des Zyklus widmen, „Merlin“. Selbstverständlich wurde auch dieses Buch von Stephen Lawhead verfasst. Diesmal möchte ich jedoch darauf verzichten, zunächst über den Autor zu berichten, da ich mich nur wiederholen könnte. Informationen zu ihm findet ihr ... Bericht lesen





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Dieser Falke stellt GleißendeStirn in den Schatten
Erfahrungsbericht von Southgirl über Merlin / Lawhead, Stephen
3. September 2002


Produktbewertung des Autors:   

Niveau: anspruchsvoll 
Unterhaltungswert: sehr hoch 
Spannung: sehr spannend 
Humor: ziemlich humorvoll 
Aufmachung: sehr schön 

Pro: Eine geniale und schnelle Handlung, gepaart mit Spannung und einem ausgezeichneten Schreibstil .  Basis in den Erzählungen der Keltologie  -  doch Lawhead geht weit darüber hinaus !
Kontra: Wie auch "Taliesin" findet dieses Buch bereits zum Ende, bevor man auch nur daran denkt, sich von ihm zu trennen .

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Hallo ihr Lieben!

In meinem Bericht „Nicht nur Tolkien weiß, wie man Leser fesselt“ habe ich von dem Buch „Taliesin“ von Stephen Lawhead berichtet. Dieses Buch stellt den Auftakt zu einer vierteiligen Serie, dem Pendragon-Cycle, da. Nun möchte ich mich dem zweiten Teil des Zyklus widmen, „Merlin“.
Selbstverständlich wurde auch dieses Buch von Stephen Lawhead verfasst. Diesmal möchte ich jedoch darauf verzichten, zunächst über den Autor zu berichten, da ich mich nur wiederholen könnte. Informationen zu ihm findet ihr bei Interesse also in meinem oben genannten Bericht.

--°--°--°--°-- Auswahl des Buches --°--°--°--°--

Mich für dieses Buch zu entscheiden, fiel mir denkbar leicht. Schließlich hatte ich bereits den ersten und dritten Teil des Zyklus gelesen und war begeistert. Das Bucht zu kaufen war schon ein wenig schwerer. In dem kleinen Ort, in dem ich lebe, hatte keine der beiden Buchhandlungen „Merlin“ vorrätig und beiden waren sich einig, dass dieses Buch auch nicht mehr bestellbar sei. Im Voraus hatte ich jedoch bereits erfahren, dass nur das dritte Buch des Zyklus, „Pendragon“, vollständig vergriffen ist. So gab ich die Hoffnung nicht auf und versuchte es bei einem Aufenthalt in Dortmund, bei der Buchhandlung Mayersche, erneut. Hier konnte man das Buch nicht nur bestellen, es war sogar auch vorrätig. Für 9,90Euro wechselte es seinen Besitzer.
Auch bei ebay hat man, wie mir aufgefallen ist, manchmal das Glück, an dieses Buch zu kommen. Günstiger kann dies auf jeden Fall sein.

--°--°--°--°-- Zur Handlung --°--°--°--°--

Merlin ist ein Prinz von äußerst hoher Geburt. Seine Mutter ist Charis, eine der letzten Überlebenden aus Atlantis. Sein Vater war Taliesien, „gleißende Stirn“, dem sich das erste Buch des Pendragon-Cycle widmet. Taliesin war der erste unter den Menschen, dem die Gabe des Sehens zuzuschreiben ist. Merlin jedoch lernte seinen Vater nie richtig kennen. Kurz nach seiner Geburt wurde Taliesin von Morgian, der Halbschwester Charis´, hinterhältig gemeuchelt – doch galt der Todespfeil seiner Mutter.

Kein einfacher Mensch ist Merlin, denn selbst seine Geburt war nicht gewöhnlich. Merlin ist eine Todgeburt, die seiner Mutter fast das Leben geraubt hätte. Sie kann ihres retten, doch der langerwartete Sohn ist regungslos. Wie durch ein Wunder und in einem Zustand der Trance gelingt es Taliesin seinem Sohn Leben „einzusingen“, Gottes Gnade auf ihn zu lenken und ihm sein noch nicht begonnenes Leben zu schenken. Schnell verbreitet sich die Kunde des Wunders auf der Insel der Mächtigen, doch noch schneller wird sich bald der selbsterlangte Ruhm Merlins verbreiten...
Auch der Name „Merlin“ ist alles andere als gewöhnlich. Merlin bedeutet „Falke“. Bei seinem eigenen Volk meistens „Myrddin“ (selbe Bedeutung!) genannt, kennt man ihn im gemeinen Volk vor allem als den „Emrys“, den Unsterblichen. Wie somit schon klar ist, wird Merlin niemals dem Alter zum Opfer werden. Vielmehr bleibt er immer einem jungen Mann am Anfang der 20er gleich. Somit ist es auch nicht unglaubwürdig, wie viel Energie der unsterbliche „Krieger und Magier“ (Untertitel des Buches!) aufwendet, um die Vision seines Vaters wahr werden zu lassen. Taliesin hatte einst die Vision eines Sommerreiches. In diesem Sommerreich, so sah er die Zukunft, herrscht Frieden und es gibt zum ersten Mal Generationen, die aufwachsen ohne Krieg zu kennen. Eine Vision, die fast unerreichbar scheint, betrachtet man die Zwiespalte zwischen den einzelnen Königen der Insel der Mächtigen.
So schwer Merlin auch für dieses Ziel arbeitet, verliert er auch seine eigenen Pläne nicht aus dem Blick. Regent über eine Feste nicht unbeachtlicher Größe, bereitet er sich auf die Zukunft mit seiner Geliebten vor, widmet einen großen Teil seines Strebens allein ihr. Doch die glücklichen Pläne des jungen Paares werden durchkreuzt und Merlins Leben verliert für viele Jahre seinen Sinn, bevor er zu einem neuen, höheren Sinn findet...

Der junge Merlin verlässt seinen Weg und verbringt eine lange Zeit alleine mit Gott, ohne sich dessen gewiss zu sein. So ist er vorbereitet sich der wichtigsten Aufgabe seines Lebens zu stellen. Einer Aufgabe, die seine ganze Hingabe und viel Blut fordert. So muss Merlin nicht nur einmal seine Fähigkeiten als Magier und Krieger unter beweis stellen. Auf einem Weg, dessen Ende unerreichbar scheint, dessen Lauf gebogen und todeslüsternd ist...
Mehr Details möchte ich hier zur Handlung nicht wiedergeben, um dem Buch nichts an Spannung zu nehmen. Soviel kann ich allerdings jedem interessierten Leser versprechen:
„Merlin“ ist bis zum Anschlag gefüllt mit Spannung, Kurzweile, mythischen Handlungen und auch sonst allem, was von einem guten Buch zu erwarten ist.
Ich persönlich habe die 528 Seiten nahezu verschlungen und war schon fast enttäuscht, dass dieses Buch dann doch so kurz ist. Trösten konnte ich mich ja glücklicherweise noch mit den beiden weiteren Teilen der Pendragon-Reihe.
Die Handlung ist durchweg spannend, teilweise auch ein wenig verschachtelt, was aber der Verständlichkeit keinen Mangel schafft. Wie immer, schafft es Lawhead den Leser auf seine „Insel der Mächtigen“ mitzunehmen, ihn in seiner Fantasie versinken zu lassen...

--°--°--°--°-- Zum Schreibstil --°--°--°--°--

Wie auch bereits in „Taliesin“ zeigt Stephen Lawhead, dass ihn nicht die Sprache beherrscht, sonder er die Sprache. Unter seiner Feder biegen sich Worte und Sätze, verschachteln, verlangsamen sich, um dann doch wieder zu einer geraden Linie der schnell verlaufenden Handlung zurückzukehren. Lawhead beherrscht sein Werkzeug wie kein zweiter und vermag es, eine Sprache auf einem sehr hohen Niveau anzuwenden, ohne dabei den Leser zu langweilen oder den Mythos des berühmten Merlins verstauben zu lassen.
Anders als bei „Taliesin“ jedoch ist bei „Merlin“ die Stellung des Autors. Statt in Berichten eines allwissenden Autors, erlebt man die mystische Insel der Mächtigen nun aus den Augen Merlins selber. Ich persönlich finde diese Perspektive sehr viel angebrachter, nachvollziehbarer, außergewöhnlicher und angenehmer als die des allwissenden Autors.
Sicher ist anzumerken, dass Lawhead kein deutscher Autor ist und somit seine Werke übersetzt sind. Meiner Meinung nach kann jedoch kein Übersetzer aus einer schlechten Ausdrucksweise eine geniale machen und so kann man sicherlich den größten Teil des sprachlichen Könnens auch wirklich auf Lawhead zurückführen.

Solche Eindrücke können natürlich nur meine persönlichen Erfahrungen wiedergeben. Um euch einen besseren Eindruck von der Sprache Lawheads zu ermöglichen, habe ich einen kurzen Textauszug ausgesucht, der mir als Exempel geeignet erschien. Es soll nur ein Beispiel für die Sprache Lawheads sein, daher verzichte ich darauf, die Textpassage in den Kontext einzuordnen. Dafür müssten zu viele Elemente der Handlung enthüllt werden, die das Lesen des Buches weniger spannend gestallten könnten.
Hier nun das kurze Beispiel:

„Sie holten ein geflochtenes Lederseil heraus und fesselten mir fest die Hände. Sie nahmen mir den Mandel weg und hießen mich auf der Sonnenseite des Steins hinlegen. Sie hatten vor, mich ihren Göttern dazubringen; daran bestand kein Zweifel, und den Knochen nach zu urteilen, die auf dem Hügel verstreut lagen, war ich nicht ihr erstes Opfer.“

--°--°--°--°-- Fazit --°--°--°--°--

Die Begeisterung, die ich für „Taliesin“ empfand, war sehr hoch. Die Begeisterung, die ich für „Merlin“ empfand jedoch war um ein unsagbares höher. Ist man einmal in den Pendragon-Cirlce eingetaucht, so wird man merken, dass Lawhead sich von Buch zu Buch steigert – selbst dann, wenn man eine weitere Steigerung für ausgeschlossen hielt.
Handlung und Schreibstil ergänzen sich wie immer bei Stephen Lawhead zu einem genialen Gesamtwerk. Eine schnelle und kurzweilige Handlung ist dem Buch ebenso inne, wie die Anregung der Fantasie. Der Leser wird in eine ganz andere Zeit an einen ganz anderen Ort entführt und dies so geschickt, dass es leicht fällt, sich hier wohl zu fühlen.
Anzuraten ist es, vor dem Genuss dieses Buches zunächst „Taliesin“ zu lesen. Zwar kann jeder Teil der Pendragon-Serie für sich alleine stehen, doch ist er in sich geschlossen am spannendsten und empfehlenswertesten. So findet man in „Merlin“ nicht selten „alte Bekannte“ wieder, deren ganze Bedeutung nur im gesamten Kontext deutlich wird.

Insgesamt ist „Merlin“ ein Buch, dass auch bei mehrfachem Lesen immer und immer wieder begeistern kann. Die 9,90€, die dieses Buch kostet, sind somit vollkommen angebracht. Wem die allerdings dann doch zu viel sein sollte, dem bleibt ja immer noch ebay oder der Weg in die nächste Bücherei...

Ich hoffe mein Bericht konnte euch weiterhelfen!
Gruß, Karin

(c) by Southgirl, 03. September 2002

 
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06.07.2000

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