Erfahrungsbericht über

Merlin / James Mallory

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Brav: Lehrjahre eines guten Zauberers

4  06.07.2000

Pro:
einfallsreich, humorvoll, gut charakterisiert

Kontra:
für TV - Gucker vorhersehbar, brav

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Niveau

Unterhaltungswert

Spannung

Wie ergreifend ist die Story?

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mima17

Über sich: Mein jüngster Bericht: "Nussknacker & Mausekönig" (CD). +++ Mein "Kriegsfieber"-...

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 9 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Nett zu lesen für den, wer wissen will, was in der TV-Fassung geschnitten wurde: Dies ist der erste Teil des 3-teiligen Merlin-Zyklus, der als Vorlage für den aufwendigen TV-Mehrteiler diente, den RTL Ende 1998/Anfang 1999 zeigte. Sam Neill spielte den Zauberer Merlin, Rutger Hauer König Vortigern und Miranda Richardson die Feenkönigin Mab.

Handlung

Dieser Roman erzählt sozusagen die Vorvorgeschichte der Artus-Sage. Die Handlung beginnt noch vor der
Geburt des Zauberers Merlin. Im Grunde ist die Feenkönigin Mab die zentrale Gestalt des Bandes. Hier wird
sie als wichtigste Gestalt des alten Glaubens der Keltens gezeigt. Doch da der christliche Abkömmling der
Römer, König Constantin, alle Anhänger des alten Glaubens verfolgen und ihre Kultsstätten zerstören ließ,
verlor Mab an Macht und an Zauberkraft. Um ihre alte Macht und ihren Einfluß in Britannien
zurückzugewinnen, verleitet sie den sächsischen Piraten Vortigern dazu, mit den Dänen das von den Römern
verlassene Britannien zu erobern. Doch ihre Hoffnung, daß Vortigern den alten Glauben wiederaufleben
lassen würde, bewahrheitet sich nicht. Mab ist wütend und straft Vortigern damit, daß er weder Glück mit den
Frauen noch mit dem Land hat: Die Mauern seiner Festung stürzt dauernd ein.

Mab erschafft Merlin. Da dies aber, schwach wie sie ist, nicht ohne menschliches Zutun geht, schwängert sie
die christliche Prinzessin Elissa mit Geisterkraft. Die gebiert das Kind mitten im Wald bei der Einsiedlerin
Ambrosia, stirbt aber bei der Geburt. Mab, die sich geweigert hat, Elissa zu helfen, gibt dem Baby den Namen
Merlin und beauftragt Ambrosia mit seiner Aufzucht, bis der Knabe seine von Mab geerbten Zauberkräfte
zeigt.

Die zeigen sich erst mit 17, als Merlin eine schöne Prinzessin namens Nimue vor dem Ersticken in einem
Schlammloch am Wegesrand rettet: Er bringt einen toten Ast durch Willenskraft zum Wachsen, so daß dieser
für Nimue erreichbar wird. Natürlich verliebt sich Merlin in die Schönheit. Doch wenig später schon wartet ein
weißes Pferd, um Merlin zu Königin Mab zu bringen. Zwar wird er in den Höhlen der Feen lange in (fast) allen
Stufen der Zauberei vom Diener Mabs, dem Gnom Frik, unterrichtet, doch er erkennt, daß diese Art der
Zauberei des Sinns und vor allem der Güte und Gerechtigkeit entbehrt. Ein Besuch im Wald der Erinnerungen
wird zum traumatischen Erlebnis: Mab wurden nach dem alten Glauben Menschenopfer dargebracht.

Nach weiteren üblen Erlebnissen - unter anderem beim Herrn der Toten - schwört Merlin der Zauberei ab und
flieht mit Hilfe der Schwester Mabs aus dem Feenreich in die Welt der Menschen: rechtzeitig, um Ambrosias
Tod mitzuerleben. Er erfährt die Wahrheit über seine Herkunft und wird zum heilkundigen Einsiedler. Doch
Mab stellt ihm eine raffinierte Falle - sie schnappt im nächsten Roman zu (aber bereits im Film).

Fazit

Der Autor läßt allen Figuren seiner Erzählung Gerechtigkeit widerfahren, indem er ihre Beweggründe und
besonders ihre Charakterzüge sauber und detailliert herausarbeitet. So betont er immer wieder, warum Mab so
grausam sein kann beziehungsweise muß. Ihre "Herzlosigkeit" führt ja schließlich dazu, daß sich ihr Sohn und
Schüler von ihr abkehrt und ihren Künsten entsagt.

Anders als bei Stephen Lawhead ist Merlin kein Prinz aus römischen Hause, der von den alten Atlantern
abstammt, sondern ein unschuldiges Kind des Waldes, das durch sein Feenerbe dieser Unschuld beraubt
wird und sich infolgedessen in die Einsamkeit des Waldes zurückzieht. Leider ist dies auf Dauer keine
Haltung, um Mab und Vortigern Paroli bieten zu können. Mab hat den letzten britischen Drachen aus seinem
unterirdischen Schlummer geweckt, und Merlin wird ihn (im nächsten Band) töten müssen - um einen hohen
Preis.

Und von Artus' Linie ist in diesem Band nur vom Hörensagen durch Prinz Uther, Artus' Vater, die Rede. Als
Sohn Constantins wurde er von Vortigern mit seiner Mutter Lionors verjagt und floh in die Normandie. Doch
seine Rückkehr an der Spitze einer Flotte steht kurz bevor.

Info: Merlin - The Old Magic, 1998; Nr. 01/10191; 253 Seiten, keine Übersetzerangabe!, München, Heyne, 1998, ISBN 3-453-15578-5



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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Brandung

Brandung

18.12.2011 12:24

Sehr schön geschrieben. lg

GerhardReus

GerhardReus

21.09.2009 20:49

einfach toll geschrieben...

@Sparferkel

@Sparferkel

17.11.2000 22:55

tolle umfassende Meinung, war nett sie zu lesen. Bis zur nächsten Meinung, man kommentiert sich - @Sparferkel

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