Erfahrungsbericht über

Merlin. Wie alles begann / Thomas A Barron

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Ein neuer Herr der Ringe, oder was ist das?!

5  27.12.2002

Pro:
sehr realistisch, regt zum Nachdenken an

Kontra:
mir nicht bekannt

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Unterhaltungswert

Spannung

Wie ergreifend ist die Story?

Niveau

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maurenbrecher

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:33

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 53 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Endlich mal wieder ein Buch, das ich wie eine Leibspeise, die man jahrelang nicht bekommen hat, verschlungen habe. Ich rede hier von dem Buch ,Merlin - Wie alles begann' von T. A. Barron, welches zugleich auch das erste Buch der Merlin-Saga ist. Der Autor beschäftigt sich in seiner, nun fünf Bände umfassende Geschichte, mit der Jugend des so berühmten Magiers MERLIN.

Als ich das Buch geschenkt bekam (das war zu meiner Konfirmation im April 2002), dachte ich mir: "Oh nein, nicht schon wieder so ein Abrakadabra-Kram á la Harry Potter" (den hasse ich nämlich). Doch als ich dann das Buch Mitte Dezember 2002 angefangen hatte, weil ich kein anderes mehr hatte und ich bis Weihnachten auch nicht mehr warten wollte, war ich doch sehr überrascht, wie gut das geschrieben ist. Aber genug gelabert, kommen wir zur Geschichte selber:


Das Buch
**********

Ein sieben jähriger Junge wird an der keltischen Küste an Land gespült, findet eine Frau und rettet diese vor einem wilden Keiler in einen hohlen Baumstamm. Er kann sich an nichts erinnern, noch nicht einmal an seinen eigenen Namen!

Fünf Jahre danach erzählt der nun vierzehn jährige Junge sein Leben in einem kleinen Dorf nahe der Stadt Caer Myrddin, wo er von allen anderen nieder gemacht wird, nur weil er keinen Vater hat und seine vermeintliche Mutter (er will sie nicht als solche ansehen, genauso wenig, wie seinen Namen, die sie ihm gegeben hat: Emrys), die Frau die er gerettet hatte, der Heilkunst mächtig ist und als Hexe abgeschrieben wird. Sie erzählte ihm viele Sagen, sie wusste viel über die Römer, die Griechen und über Mythen.

Eines Tages entdeckt er seine übernatürlichen Kräfte: Dinatius, der stärkste Junge im Dorf will ihn mal wieder verprügeln. Emrys sieht einen Vogel am Himmel und sagt zu Dinatius "Schau, ein Geschenk des Himmels!" und genau in diesem Moment lässte der Vogel eine Ladung Reste seiner Speise herunter, genau in Dinatius Gesicht!

Ein paar Tage später wird Branwen, so nennt sich Emrys 'Mutter', von Dinatius & Co. Abgeschleppt und soll auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. Das Feuer wird unter dem großen, alten Baum in der Dorfmitte gemacht. Emrys, vor Wut innerlich kochend, denkt sich "Er soll brennen. In der Hölle brennen." Damit meinte er Dinatius, der unter dem Baum stand und den anderen Jungen Anweisungen gab. Der Baum fing nun Feuer und ein großer brennender Ast fiel auf ihn. Von den Hilfeschreien Dinatius bewegt, lief Emrys in die Flammen.

Als er aufwachte lag er in einem Kloster in Caer Myrddin. Sein Gesicht war total verbrannt! Nach einigen Monaten waren seine Wunden verheilt und er konnte wieder sehen! Aber nicht mit seinen Augen sondern mit seinen Kräften, mit seinem Inneren Auge. Selbst feine Holzmaserungen konnte er sehen! Und er schwor sich für immer, dass er seine Kräfte nie mehr benutzt.

Als er es im Kloster nicht mehr aushielt lief er zum Meer, baute sich ein Floss und fuhr davon, auf der Suche nach seiner Heimat, nach seiner Herkunft. Nach seinem Namen! Von Branwen bekommt er dessen Anhänger, den Galator, einem Stein, dem man übernatürliche Kräfte zusagt.

Er wurde erneut an eine Küste gespült und lernte dort ein seltsames Mädchen kennen: Riha, ihre Kleidung bestand aus Ranken. Er war in Fincayra, eine Insel, die nicht auf unserer Welt ist, jedoch auch nicht im Jenseits, sondern dazwischen. Branwen hatte viel von dieser Insel und seinen Bewohnern erzählt, doch hatte sie nie gesagt, dass es sie wirklich gibt.

Von ihr erfährt er, das Fincayra in Gefahr ist, von einem machtsüchtigen König, der von Rihta Gawr, einem bösen Gott, den man dem Teufel gleichsetzten kann, versklavt wird, vernichtet zu werden. Stangmar, so heißt der König will den Galator haben, der bekanntlich um Emrys Hals hängt!

Das ist der Beginn des eigentlichen Abenteuers. Emrys, sein neuer Freund Verdruss, ein Merlin (das sind Greifvögel) und Rhia machen sich auf den Weg Fincayra zu retten. Sie lernen seltsame Gestalten kennen, die sie bisher nur aus Erzählungen kannten. Dazu gehören die große Elusa, eine Spinne mit nie endendem Hunger, Shim, ein Riese, der gerade einen Meter groß ist und den dreien folgt, Domnum, eine Hexe und viele mehr. Alle tragen das ihre dazu bei, den ,Gefährten' (ja, sie erinnern mich irgendwie an Herr der Ringe) zu helfen.

Und wie immer gibt es ein Happy End, obwohl es machmal, wenn nicht die größte Zeit, so aussieht, als wäre das Ende nicht mehr weit (das Ende des Lebens der Gefährten). Stangmar wird (bzw. Rihta Gawr, der in Stangmars Person eingedrungen ist) in einem Kampf, indem Emrys auch wieder seine Kräfte benutzt, besiegt.

Nun kann er sich auch wieder an die Zeit vor seinem Leben im keltischen Dorf erinnern. Und Riha gibt ihm den Namen: MERLIN


Der Autor
**********

T. A. Barron wuchs in Massachusetts auf und studierte in Princeton und Oxford Philosophie, Politik und Wirtschaftswissenschaften. Danach machte er eine Karriere als Manager und selbstständiger Unternehmer, bevor er dann freier Autor wurde. Er lebt heute mit seiner Familie in Boulder, Colorado.


Fazit
**********

Ich finde das Buch einfach genial, gerade weil man nie weis, was als nächstes passiert, oder wen er als nächstes begegnet.

Obwohl es als Fantasy-Buch gilt, kann man sagen, dass alles was darin vorkommt extrem realistisch ist. Und ich finde, (ich habe meinen Gedanken mal wieder freien Lauf gelassen) dass es Fincayra wirklich geben könnte! Ja, sogar Merlin selbst könnte wirklich gelebt haben!

Ich wurde auch dazu angeregt, mehr über mich, mein Leben und meine Heimat nachzudenken. (OK, ich kenne meine Heimat, ich lebe hier, wo meine Heimat ist, aber trotzdem)

Das Buch ist einfach empfehlenswert und es regt zum nachdenken an, worüber man normalerweise, wenn man nicht gerade Philosoph ist, nicht nachdenkt.


So, ich hoffe ich habe nicht zu viel verraten und hoffe euch wird es auch gefallen. Zum Schluss noch ein altes Lied von den Ureinwohnern Fincayras:

Hy gododin catann hue
Hud a lledrith mal wyddan
Gaunce ae bellawn wen Cabri
Varigal don Fincayra
Dravia, dravia Fincayra.

Eine Übersetzung des Liedes habe ich nicht, ich weiß nur den letzten Vers:

Lang lebe, lang lebe Fincayra.


Schönes Restjahr und 'nen guten Rutsch ins neue Jahr.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Elminster

Elminster

20.03.2003 20:06

seeeeehr ausführlich...habe das Gefühl ,daß ich das Buch jetzt nicht mehr lesen muß. Aber trotzdem guter Bericht!

fishbrain

fishbrain

03.02.2003 16:43

ich lese das Buch auch gerade - bis jetzt bin ich davon begeistert. Mein Bericht wird sich demnächst hier finden. Grüße J.

antjemue

antjemue

30.01.2003 12:13

Ich habe kürzlich die 5 Bücher verschlungen und finde sie ebenso Spitze. Was ich nicht ganz nachvollziehen kann, ist dein "Hass" auf Harry Potter. Gut das ganze Medienblabla ist nervig. Das hätte mich fast um den Lesegenuss gebracht. Gott sei dank hat sich ein Freund von meinem Sohn damals das 1. HP-Buch zum Geburtstag gewünscht und ich hab mal reingelesen. Aber Hass? Nichts für ungut ;0) Antje

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