Erfahrungsbericht über

Merrick / Anne Rice

Gesamtbewertung (4): Gesamtbewertung Merrick / Anne Rice

 

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vielleicht ein Neuanfang

3  21.12.2001

Pro:
-

Kontra:
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Empfehlenswert: Ja 

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Vampire-Lady

Über sich: !!!MEIN CIS IST GERADE FRATZE!!! "Gar nichts zu tun, das ist die schwierigste Beschäftigung ...

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 85 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

„Merrick“ dürfte also nun das siebte Buch der Vampirchronik sein, die einst so schön mit dem später verfilmten Buch „Gespräch mit dem Vampir“ begann. Die amerikanische Ausgabe erschien im Jahre 2000 und ist bisher noch nicht ins Deutsche übersetzt worden. Meine Hardcover-Ausgabe ist mit einer ungemein kitschigen Schutzhülle versehen und kostete DM 56,-.

„Merrick“ ist ein Buch, daß dem gewogenen Leser der Chronik, dem eigentlich schon die Füße eingeschlafen waren, endlich mal wieder ein paar Überraschungen bietet, wobei die Geschichte allerdings keineswegs einen unvorhersehbaren Verlauf nimmt. Etwas geärgert habe ich mich schon.

Beginnen wir mit dem Positiven: vielen mag das Buch „Gespräch mit dem Vampir“ bzw. dessen Verfilmung „Interview mit einem Vampir“ bekannt sein. Gerade den Lesern des Buches dürfte aber immer etwas gefehlt haben, zumindest ich habe etwas vermisst. So war der gute Louis, Haupt“vampir“ des „Gesprächs“ bald gegen seinen Schöpfer, den charismatischen und abenteuerlustigen Lestat verblasst. In den folgenden Teilen der Chronik sollten auch die Erlebnisse des Lestat sehr ins Handlungszentrum gerückt werden, Louis erschien schemenhaft (wenn überhaupt am Rande). Wobei man zugeben muß, daß Louis mit seiner Melancholie und seiner Menschlichkeit ein recht uninteressantes Monster ist.

Nun Rice scheint vorübergehend Lestat auf Eis gelegt zu haben, im wahrsten Sinne des Wortes vegetiert er vampirisch-komatös vor sich hin, was manchen Leser oder Lestat-Fan in Rage getrieben hat. Einen wachsamen Blick haben auf ihn seine alten Gefährten Louis und David. Womit ich wieder bei Louis wäre und bei dem was ich vermisst habe, schließlich mag die Geschichte aus dem „Gespräch“ zwar für den Leser (vielleicht) für Louis als Figur aber noch nicht beendet sein, so daß man „Merrick“ fast schon als Fortsetzung des ersten Teils der Chronik bezeichnen kann. Louis hat in diesem Teil das Vampirkind Claudia verloren, wobei sein Verhältnis zu Claudia ziemlich schuldlastig für ihn war. Louis will nun zu dem Geist Claudias Kontakt aufnehmen, einerseits erhofft er Absolution, andererseits ist er selbst todessehnsüchtig und wünscht sich Erkenntnisse darüber, was ihn nach seinem Dahinscheiden im Jenseits erwarten mag.

Kommen wir zum zweiten Positivpunkt: Rice ist endlich wieder davon weggekommen, Figuren zu entwickeln und deren simple Lebensgeschichten in Biographieform herunterzuspulen – zwar nicht zu hundert Prozent, aber ausreichend um frischen Wind in ihre Geschichten zu bringen. So erweist sich auch die Titelfigur Merrick als eine der wenigen starken Frauenfiguren in den Vampirromanen, sie hat nämlich, wie sich erst gegen Ende herausstellt einiges auf dem Kerbholz.

Nun aber (endlich) zum Meckern: Rice hat in ihren Büchern (auch außerhalb der Vampirchronik) ziemlich früh eine uralte Gruppierung eingeführt, die „Talamasca“ heißt und nur damit beschäftigt ist, Übernatürliches zu beobachten und aufzuzeichnen. Zu dieser Gruppierung gehörte zu Lebzeiten der Vampir David, der nun für Louis Kontakt zu einem Mitglied der Talamasca aufnimmt. Persönlich finde ich die Idee mit den Talamasca ja ziemlich ausgenudelt und überflüssig, man sollte den Laden sprengen. (Schließlich gibt es in der heutigen medialen Welt in jeder Scifi/Fantasyklamotte so einen Verein.. wie öde!). genanntes Mitglied der Talamasca ist David „Freundin“, die Hexe und Voodootante Merrick. Diese ist (ach du Eigenwerbung) ein entferntes Mitglied des Mayfair-Clans, einem Hexenclan über den es zufällig auch eine Chronik mit mehreren Büchern gibt (hat Rice nicht einen netten Zaunpfahl geschwungen). Merrick nun hat die Gabe, den Geist Claudia für Louis zu rufen. Bis dies geschieht erfährt man – wie sollte es auch anders sein – Merricks Lebensgeschichte, nicht zu vergessen ihr Techtelmechtel mit David.

Was dem Buch nun wieder Aufschwung gibt und den werten Leser aus der Lethargie der Rice-schen Vampirchroniken reißt, passiert auf den letzten Seiten, rettet zwar das Buch „Merrick“ nicht mehr so ganz, lässt aber für folgende Romane hoffen:

Der lahmarschige Talamasca-Haufen wird endlich mal munter – als die gutste Merrick, vorhersehbarer Weise, zur Untoten wird – und erklärt der versammelten Vampirschaft doch tatsächlich den Krieg! Währenddessen erwacht Lestat angesichts von Louis Selbstmordplänen wieder zu neuem „Untod“ und hat sichtlich gute Laune, ob des Gedankens sich mit den Talamasca mal so richtig zu käbbeln.

Abschließend mag „Merrick“ wohl eher was für Fans oder Gewohnheits-Rice-Leser sein, einfach weil es Laune auf den möglichen Weitergang macht. Ein richtiger Hammer ist das Buch, aufgrund der genannten Ärgernisse allerdings nicht. Vielleicht mag aber ein unvoreingenommenerer Leser seinen Spaß an dem Buch finden – es dürfte kein großes Problem sein sich auch als Nichtkenner der Chronik in die Geschichte hineinzufinden.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
mirjana23

mirjana23

20.11.2005 16:10

muss ich wirklich echt mal lesen

meteohh

meteohh

26.05.2005 10:50

für den fan und gewohnheitsleser sh, für den unwissenden h. merrick ist das letzte rice-buch, das ich tatsächlich geschafft habe durchzulesen. was kam danach noch? blood and gold und ... farm? blood and gold liegt ein viertel gelesen bei mir rum. ... farm? noch nicht gekauft, was ich nie erwartet hätte, dass so was mal vorkommt.

mima17

mima17

20.01.2002 01:44

Genau: Wozu immer dankbar vor Tante Anne Rice auf die Knie fallen? Schrott kann schließlich jeder mal schreiben;-) CU, mima17

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