Super Ausbildung
12.02.2006
Pro:
Super Ausbildung, nette Kollegen, guter Verdienst ;), gute Übernahmechancen
Kontra:
Teilweise möchte man am Liebsten alles hinschmeissen
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verdienst (Ausbildung):
Qualität der Ausbildung:
Sozialleistungen:
Übernahmechancen:
mehr
 Baffy
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:184
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 107 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Wie so viele andere auch, war ich bis vor wenigen Monaten, nungut, mittlerweile schon über ein Jahr her ;), auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Fest stand für mich, dass es sich auf jeden Fall um einen kaufmännischen Beruf handeln sollte und ich nicht gerade in einem kleinen Betrieb arbeiten wollte. Gesagt getan und so schrieb ich eine Bewerbung nach der anderen. Bei einigen Firmen erhielt ich nach der Einladung zum Einstellungstest sogar einen Termin für ein Vorstellungsgespräch, aber mehr wurde es auch schon nicht. Dann kam der Tag an dem ich eine Antwort von der Metro erhielt und von da an änderte sich alles ;). Einstellungstest ******************* Bevor es zum eigentlichen Einstellungstest ging, erklärte uns der Ausbilder erst einmal was Arbeiten bei der Metro wirklich heißt und was auf uns zukommen könnte. Fand ich absolut klasse und hatte ich bis dato nie erlebt, dass jemand so ehrlich über den jeweiligen Beruf sprach und zeichnete die Metro auf jeden Fall schon aus. Verwunderlich war es so nicht, dass dann bereits eine junge Frau aufstand und gar nicht erst zum Test antrat, weil sie ehrlich zugab, dass sie sich die Ausbildung anders vorgestellt hatte. Auch bei den anderen Tests die stattfanden standen wohl ab und zu Leute auf und gingen! (später stellte sich heraus, dass es sich dabei um eine gefakte Situation handelte *lol* um zu testen ob noch jemand aufstehen würde) Nach dieser Ansprache wurde eine kurze Führung durch die Metro gemacht um gerade denjenigen, die die Metro nicht schon durch Einkäufe kannten, die Lokalitäten etwas genauer zu zeigen. Gerade große Firmen, aber auch viele kleinere, führen sogenannte Einstellungstests durch. Der Sinn der dahinter steckt ist eigentlich der, dass man einfach noch besser aussortieren kann ob der Bewerber zum Unternehmen passen könnte oder nicht. Wie aussagekräftig so ein Test ist sei mal dahingestellt, denn wie auch bei den Schulnoten kann so ein Test nur einen Anhaltspunkt liefern. Viele Unternehmen führen solch einen standartisierten Einstellungsgetest durch. Hat man von diesen schon ein oder zwei mal gemacht kann man ihn schon fast auswendig. Da finde ich es gut, dass die Metro einen eigenen Test hat. Natürlich werden auch hier nur Kenntnisse abgefragt, die eigentlich jeder haben sollte: Grundrechenarten sowie Prozentrechnung; Rechtschreibung und logisches, abstraktes Denken. Wer sich nicht ganz blöd anstellt und einigermaßen gut in der Schule ist, dürfte mit diesem Test überhaupt keine Probleme haben und nach etwa 2 Stunden konnte ich die Metro dann auch schon wieder verlassen.
Vorstellungsgespräch ************************* Nach etwa 1 Monat (soweit ich mich erinnere, wurde der Test im Dezember durchgeführt), erhielt ich eine Einladung zum Einstellungstest. Viel Hoffnung machte ich mir ehrlich gesagt nicht, denn Absagen hatte ich schon genug bekommen. Für das Gespräch stylte ich mich nicht besonders auf. Ich finde es auch nicht angebracht in einem Beruf, in dem man wirklich härter arbeiten muss und den Ganzen Tag auf den Beinen ist etc. total aufgebrezelt zum Gespräch zu gehen. Sicherlich sollte man nicht gerade in zerissenen Jeans erscheinen, aber bitte nicht Over-Dressed!! Bevor es zum eigentlich Gespräch kommt wird eine Art Gruppenarbeit durchgeführt oder wie ich es immer nannte - Gruppentherapie. Die jeweiligen Kandidaten zum Gespräch sitzen an einen Tisch und sollen eine Veranstaltung planen. Natürlich sind hier besonders eigene Ideen und Vorschläge sinnvoll, aber auch Kritik und Teamarbeit! Dieser Teil dauerte etwa 1 Stunde und im Anschluß wurden jeweils zwei Bewerber zu den verantwortlichen Leitern gerufen. Da ich erst als zweites dran kam, durfte ein anderer Bewerber und ich im Metro-Restaurant auf Firmenkosten etwas Essen und Trinken. Fand ich schon klasse, auch wenn ich nichts runter bekam. Dann wurde es auch schon Zeit und ich saß mittlerweile doch ziemlich aufgeregt vor dem Gesprächführenden. Das Gespräch war eigentlich ziemlich locker und Angst vor unangenehmen Fragen braucht man wirklich nicht zu haben. Man sollte natürlich ehrlich sein (Lügen merkt man einen doch ziemlich schnell an), offen und auch ruhig eigene Fragen stellen. Nach nur 30 Minuten war ich erlöst und konnte nach Hause gehen. Mein Gefühl sagte mir zu diesem Zeitpunkt, dass ich sicherlich bald eine Absage bekommen würde, doch zum Glück sollte ich mich täuschen.
Eine Woche später flatterte dann die Zusage ins Haus und wie ihr euch vorstellen konntet habe ich mich darüber wirklich sehr gefreut! Ausbildung ************* Schon im Vorfeld hatte ich, unter anderem hier bei Ciao, gelesen, dass die Ausbildung bei der Metro nicht schlecht sein soll. Von daher ging ich auch ziemlich optimistisch an die Sache ran. Gerade wenn man die Möglichkeit hat bei einem Unternehmen zu arbeiten, welches in der Ausbildung einen guten Ruf hat, hat man schon einmal einen guten Start für die weitere berufliche Zukunft gemacht. Die Ausbildung bei der Metro dauert je nach Schulabschluß zwischen 2 und 3 Jahren. Bei der Metro durchläuft man in der Ausbildung ziemlich viele Abteilungen. Im Großen und Ganzen gibt es zwei Beriche: Einmal den Non-Food Bereich zu dem die Konfektion, Haushalt, Spielwaren etc. gehört und den Food-Bereich wo man eben Gemüse, Fleisch, Süßwaren etc. findet. Ich persönlich muss sagen, dass mir der Non-Food-Bereich besser gefällt, aber im Food-Bereich kann man nach der Ausbildung mehr Geld verdienen ;). In regelmäßigen Abständen wechselt man die Abteilungen. Dadurch lernt man so viele Abteilungen wie mögich kennen, so dass man selbst auch lernt in welchen Abteilungen es einem besser gefällt oder nicht. Zur Auswahl stehen unter anderem Abteilungen wie Konfektion, Fisch, Waschmittel, Spielwaren etc. Es gibt natürlich Abteilungen, die von den Mitarbeitern oder dem Tätigkeitsfeld besser oder schlechter sind. Bisher habe ich es aber noch nicht erlebt, dass man als Auszubildender wirklich wie der letzte Dreck behandelt wurde. Natürlich darf man auch schon mal "Drecksarbeiten" erledigen, die einem von den anderen Mitarbeitern übertragen werden, aber so wirklich mies ist die Arbeit nicht. In den jeweiligen Abteilungen sind die Abteilungsleiter oder aber die Substituten (Vertreter der Abteilungsleiter) für den Auszubildenden verantwortlich. Leider haben manche Abteilungsleiter und Substitute nicht so richtig Zeit um den Auszubildenden alles zu zeigen, wobei in den meisten Fällen einfach einmal nachgefragt werden muss, ob einem dies oder jenes gezeigt werden kann, aber lernen tut man immer was!!! Nach einem Abteilungswechsel wird man vom jeweiligen Abteilungsleiter oder Substituten bewertet. Dazu gibt es einen Bewertungsbogen in dem das persönliche Verhalten gegenüber Mitarbeitern und Kunden beurteilt wird, das Lernverhalten, Ausbildungsinteresse und noch einiges mehr. Was natürlich intern über den jeweiligen Azubi erzählt wird, kann man nur vermuten. So hab ich auch schon öfters herausgehört, dass die Abteilungsleiter einen Azubi zwar gut beurteilen, aber im Gespräch untereinandern dann eher schlecht beurteilen. Warum man dann nicht ehrlich ist und auch die Beurteilung dementsprechend ausfallen lässt, kann ich aber nicht nachvollziehen, gerade da so eine Beurteilung auch für den Azubi eine Möglichkeit ist sich noch zu bessern.
Die Arbeitszeiten in der Metro sind eigentlich so das übliche was man im Moment antrifft. Noch arbeitet man in einer 38,5 Stunden Woche (nach der Ausbildung kann das aber schon mal mehr werden!). Aufgrund der Öffnungszeiten in der Metro herrscht dort eben "Schichtarbeit". Es gibt im Non-Food und Food Bereich Früh- und Spätschicht und im Food-Bereich kommt dann auch noch Nachtschicht hinzu. Dieses Schichtsystem gilt für die Azubis aber noch nicht. Sie arbeiten eigentlich nur in der Frühschicht und nur bei Sonderaufgaben, oder aber, wenn mal viele Mitarbeiter krank sind, auch in der Spätschicht. Nach der Übernahme sollte man sich aber bewußt sein, dass man dann auch im Schichtsystem arbeiten muss und auch Samstagsarbeit ansteht!!!! Wer also "geregelte" Arbeitszeiten haben möchte und täglich Mo-Fr von 8 Uhr bis 17 Uhr arbeiten möchte, sollte sich lieber woanders arbeiten. Klasse bei der Metro ist es (ob es in allen Metrofilialen so ist, kann ich nicht sagen), dass man auch noch speziellen Zusatzunterricht bekommt. Also neben dem Berufsschulunterricht, bekommt man auch noch weiteren Unterricht. Desweiteren kann man sich auch noch auf einige viele Schulungen und Seminare gefasst machen, die im Grunde natürlich interessant sind. Auch die zusätzliche Prüfungsvorbereitung, die man vor der Abschlußprüfung erhält, ist besonders hervorzuheben, da sie keinesfalls selbstverständlich ist!!!!
Berufsschule *************** An "meiner" Berufsschule gibt es zweimal pro Woche Unterricht. Da ich bereits kaufmännische Erfahrungen durch das Berufskolleg sammeln konnte, ist der Unterricht in der Berufsschule super langweilig!!! Liegt sicherlich auch an der Schule und daran, dass die Lehrer irgendwie keine Lust haben zu unterrichten. Ich bin auf jeden Fall froh, wenn ich die Berufsschule nicht mehr besuchen muss. Zu den Fächern, die man hat gehören: Handelsbetriebslehre, Allgemeine Wirtschaftslehre, Deutsch, Englisch, Rechnungswesen, Datenverarbeitung. Wer keine Erfahrungen mit kaufmännischen Dingen hat, wird dennoch keine großen Schwierigkeiten haben den Schulunterricht zu verstehen. Natürlich muss man auch hier ein bisschen was lernen, aber schwer ist es eigentlich nicht. Für verkürzer, also Azubis, die nur 2 Jahre Ausbildung machen, gibt es meistens spezielle Berufsschulklassen, die den Stoff von den normalen 3 Jahren in nur 2 Jahren durchsprechen. Leider gibt es mittlerweile aber auch immer mehr Berufsschulen, die aus Lehrermangel solche Klassen nicht mehr einführen und die verkürzer dürfen dann ein komplettes Jahr nachholen. Arm dran sind dann immer die, die keine Höhere Handelsschule oder ähnliches besucht haben!!!! Aufstiegschancen ******************** Nach einer erfolgreichen Ausbildung bei der Metro ist es aber noch lange nicht zuende. Normalerweise steigt man, hat man das Glück übernommen worden zu sein, erst einmal als normaler Mitarbeiter ein. Wenn man zudem noch Glück hat, kommt man dann auch noch in seine Lieblingsabeiltung hinein, vorausgesetzt dort ist eine Stelle frei! Als nächstes kann einem dann die Position des Substituten und später auch Abteilungsleiter winken. Dafür muss man sich natürlich auch noch einmal qualifizieren. Teilweise wird einem direkt ohne irgendwelche Schulungen die Substitutenstelle angeboten, oder aber, man besucht diverse Seminare und Kurse um später einmal solch eine Position zu besetzen. Wer es wesentlich schneller haben möchte hat auch die Möglichkeit bei entsprechenden Noten direkt nach der Ausbildung noch studieren zu gehen. Dabei stehen einem einmal die BA Berlin oder die FH Worms zur Auswahl. Dadurch hat man dann die Möglichkeit direkt die Position des Betriebsleiters oder Abteilungsleiters zu bekommen. Aber auch dann ist noch nicht Schluss mit den Aufstiegschancen! Wer also den Ehrgeiz hat beruflich Karriere zu machen, trifft mit der Metro keine schlechte Wahl, wobei man allerdings bedenken sollte, dass der Aufstieg nicht leicht ist und man sehr viel Zeit (auch Freizeit) investieren muss um eine hohe Position zu erreichen.
Gehalt ******* Schlecht bezahlt ist der Beruf des Groß- und Außenhandelkaufmanns bzw. -frau auf keinen Fall! Ich persönlich habe direkt am Anfang 700 € brutto bekommen, allerdings bin ich auch direkt im 2. Lehrjahr eingestiegen. Fazit ***** Gestehen muss ich, dass ich in den ersten 3 Wochen die Ausbildung am Liebsten geschmissen hätte. Es war einfach hart 8 Stunden am Tag ununterbrochen zu arbeiten. Das Schülerleben dagegen war eine richtige Erholung! Doch mittlerweile bin ich froh bei der Metro zu arbeiten. Man bekommt schon sehr viel geboten, muss aber auch einiges in seine eigene Ausbildung investieren und bereit sein unter Umständen auch einmal seine Freizeit zu opfern! Lässt man die schwierigen Phasen aber einmal ausser acht, bekommt man eine hervorragende Ausbildung und eine tolle Ausbildungsstätte. Die Mitarbeiter waren in der Regel wirklich immer freundlich gegenüber den Azubis und halfen auch immer weiter wenn es einmal Fragen und Probleme gab. Nun kann ich darauf hoffen, dass ich nächstes Jahr meine Abschlußprüfung erfolgreich bestehe und danach auch weiterhin bei der Metro bleiben kann!
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05.10.2007 23:29
Mir ging es genau so, ich habe es gehasst zu arbeiten, Schule war doch viel schöner, bei mir nante man das "Praxisschock", aber nach 4 Monaten war der dann vorbei, J.
26.03.2006 14:40
Interessant! Ich werde seit September '05 Kauffrau für Bürokommunikation - Berufsschle ist wirklich langweilig - bei mir auch! Aber die Schulzeit vermisse ich auf keinen Fall!!!
27.02.2006 21:35
Toller Bericht! Das *bh* hast du dir echt verdient :-) Mein Ex hat auch die Ausbildung bei der Metro gemacht und ist auch übernommen worden :-) LG Feline