Metropolis (Film 1927)

Metropolis (Film 1927)

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... Mein Gott, was red ich da wieder für ein Zeug, ganz einfach es geht um den Film Metropolis von Fritz Lang. Somit erstmal zur Inhaltsbeschreibung: Metropolis ist die Stadt der Zukunft, es gibt eine ganz klare Klassengesellschaft. Auf der einen Seite befinden sich die Herren, welche ... Bericht lesen





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Metropolis, aber nicht das von Superman
Erfahrungsbericht von bboeck über Metropolis (Film 1927)
04.02.2002


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Genial, umwerfend, ein Meisterwerk
Kontra: leider nicht in vollständiger Fassung erhalten

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Liebe Leserinnen, lieber Leser,

mal wieder geht es um einen Film (hat wohl auch niemand etwas anderes erwartet). Ich möchte euch nochmals in die Welt des sowohl schwarz-weiss als auch des Stummfilmes zurückführen. Mein Anliegen ist es einen Film zu präsentieren der wirklich noch die alte deutsche Filmkunst und einen grossen Geist seines Schöpfers darstellt.

Mein Gott, was red ich da wieder für ein Zeug, ganz einfach es geht um den Film Metropolis von Fritz Lang.

Somit erstmal zur Inhaltsbeschreibung:

Metropolis ist die Stadt der Zukunft, es gibt eine ganz klare Klassengesellschaft. Auf der einen Seite befinden sich die Herren, welche auf der "Oberwelt" ein luxuriöses dasein genießen. Auf der anderen Seite befinden sich die sog. Arbeiter. Diese leben in der Unterwelt und sind reine Arbeitssklaven.

Der mächtige Johann Fredersen (gespielt von Alfred Abel) hat allerdings einen Sohn dem diese ganze Szenerie nicht gefällt. Hat sich doch Freder (gespielt von Gustav Fröhlich) in eine Arbeiterin verliebt. Diese Arbeiterin trägt den Namen Maria (gespielt von Brigitte Helm). Diese Dame würde man in der heutigen Zeit wohl als Revoluzzerin bezeichnen. Sie predigt den Arbeitern von Liebe, Güte und Hilfsbereitschaft. Und sie wird von den Arbeitern verehrt.

Da dem alten Freder dieses natürlich überhaupt nicht gefällt lässt er durch einen Erfinder einen Maria-Nachbau, somit einen Roboter (ebenfalls dargestellt von Brigitte Helm) fertigen. Diese soll nun mit ganz anderen Parolen die Arbeitssklaven aufwiegeln. Somit hätte der Industrielle einen wirklichen Grund die Arbeiter durch Gewalt in die Knie zu zwingen und somit weiteren absoluten Gehorsam zu erreichen.

Glücklicherweise gelingt es der echten Maria und dem jungen Freder dieses abzuwenden und die Stadt Metropolis vor ihrem endgültigen Untergang zu bewahren. Letztendlich kommt es zu einer gütlichen Einigung zwischen den Arbeitern und den Industriellen.

Das soll als Inhaltsangabe mal wieder ausreichen.

Meine Meinung:

Bei diesem Film handelt es sich um ein sehr umstrittenes Meisterwerk. Gedreht in einer Zeit des sozialen Umbruches spiegelt er doch einige Ängste der damaligen Zeit wieder. Doch das ist meiner Meinung nach nicht die Intention von Fritz Lang (der Regisseur) gewesen. Er wollte einfach ein bis dato unvergleichliches Meisterwerk der Filmkunst für alle Zeiten schaffen. Und das ist ihm ohne weiteres gelungen.

Niemals vorher sah man in einem Film der damaligen Zeit solche gewaltigen Bauten, eine so unglaubliche Architektur und extrem merkwürdige Fahrzeuge. Selbst heute sind wir von manchen dieser Visionen noch entfernt. Somit hat der Film durchaus noch einen Realitätsbezug. Vergessen darf man bei der Betrachtung natürlich auch nicht die damalige Technikgläubigkeit. Leider ist dieser Film nicht mehr in der wirklichen Originalversion zu betrachten. Es gibt zwar eine restaurierte Fassungen, doch wirklich Original dürfte wohl kaum noch eine sein.

Somit möchte ich auch jedem (jeder) interessierten von der 1984'er Fassung abraten. Dort gab es zwar eine nachträglich colorierte und mit Musik von Queen unterlegte doch die ist einfach daneben. Der Soundtrack ist zwar nett die benutzte Filmfassung allerdings nicht.

Den Aspekt dieses Filmes bezüglich der sowohl sozialistischen und auch faschistischen Anwandlungen möchte ich nicht ausser acht lassen. Das Drehbuch wurde von Thea von Harbou verfasst. Diese ist insgesamt eine sehr umstrittene Frau, tendierte sie doch sowohl zum Sozialismus als auch zum Faschismus. Diese Tatsache möchte ich heutzutage aber kaum noch gewichten, schliesslich handelt es sich um ein absolutes Meisterwerk der Stummfilmzeit. Mit den damaligen politischen Verhältnissen hatte Fritz Lang wohl selber sehr wenig zu tun. Immerhin ist er kurz nach der Machtergreifung durch die Nazis emigriert.
Von daher würdige ich den Film einfach als solchen, nicht mehr und nicht weniger.

Mein Fazit:

Ein absoluter Klassiker der damaligen und auch noch in der heutigen Zeit. Viele bezeichnen es als das Meisterwerk von Fritz Lang. Da möchte ich mich einfach anschliessen.

Wer Stummfilme mag der sollte sich, sofern sich mal die Möglichkeit bietet, diesen Film einmal anschauen. Über Kaufmöglichkeiten (abgesehen von der schrecklicher 84'er Version) weiss ich leider nichts. Ansonsten läuft er in einer gut restaurierten Fassung ab und an mal auf Arte. Somit nochmals, wer es mag: unbedingt anschauen!

Ich spreche eine Empfehlung aus und vergebe alle 5 Sterne.

Die unteren Bewertungen, ach was solls, vergesst sie!

Vielen Dank für's Lesen.

Wer Tippfehler findet darf sie behalten.

Wenn euch der Bericht gefallen hat, empfehlt ihn weiter, ansonsten behaltet es für euch.

Respect all Colours (gem. Mr. Matze).   

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