Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
sehr gut auf Schnee, gut bei Nässe, bester geteste Reifen auf Eis |
| Kontra: |
der Preis liegt meist weit über dem Durchschnitt |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Wir merken es schon seit einigen Tagen – die Tage werden kürzer – es wird früher dunkler – und natürlich am wichtigsten, es regnet und es wird erheblich kälter - der Winter steht vor der Tür. Somit ist es wieder an der Zeit, die Winterreifen entweder im Reifenhandel oder der Werkstatt montieren zu lassen - oder Ihr macht etwas Kraftsport und wechselt sie selber. „g“
In meinem Falle hieß das gleichzeitig, daß ich mich nach einem neuen Satz „Socken“ umsehen mußte, da die alten Reifen auf mein „neues“ Auto nicht mehr paßten. Also nahm ich mir die ADAC Zeitschrift und die Stiftung Warentest zur Hand und innerhalb von wenigen Minuten stand mein Entschluß fest: Winterreifen von Michelin sollten es mal wieder sein. In den letzten Jahren, hatten die Pneus des französischen Herstellers bei Reifentests alles andere als Gut abgeschnitten. Anscheinend hat man aber in Frankreich nun seine Hausaufgaben endlich gemacht, denn das Resultat kann sich in diesem Winter wahrlich sehen lassen.
Ich fahre trotz allem seit nunmehr sieben Jahren diverse Winterreifenmodelle von Michelin und kann nach wie vor mit Fug und Recht sagen, daß ich damit vollauf zufrieden bin. Egal wieviel Schnee lag, die Reifen haben mich immer sicher zum Ziel gebracht. Auf Eis hat jeder Reifen so seine Probleme, nach Möglichkeit sollte der Wagen dann stehenbleiben. Wenn es regnet, solltet Ihr die Geschwindigkeit natürlich den gegebenen Verhältnissen anpassen.
Warum, weshalb und überhaupt Winterreifen?
Schon ab einer Außentemperatur von unter 7 Grad Celsius nimmt die Haftung eines Sommerreifens rapide ab. Außerdem bieten Winterreifen ein gewisses Maß an Sicherheit, denn bei Schnee und Nässe können sie den Bremsweg entscheidend verkürzen. Darüber hinaus bieten sie eine verbesserte Kurvenlage des Fahrzeugs. Grob fahrlässig handelt laut Gesetz derjenige, der trotzdem mit Sommerreifen fährt und evtl. damit rechnen muß, auch bei einem NICHT selbstverschuldeten Unfall eine Mitschuld zu bekommen. Das kann bis zu 20% der Schadenskosten bedeuten, bzw. zu Einbußen im Versicherungsschutz führen.
Außerdem müßt Ihr noch folgendes Bedenken: in der Zwischenzeit werden die Sommerreifen und die teuren Leichtmetallfelgen geschont. Ich selber fahre zwischen 8.000 - 10.000 km mit den Winterreifen im Jahr, d.h. die Lebensdauer der Sommerpneus verlängert sich natürlich dementsprechend. In punkto Laufruhe, Langlebigkeit und Kraftstoffverbrauch hat sich in den letzten Jahren ebenfalls sehr viel getan, der Unterschied ist bei weitem nicht mehr so groß wie früher.
Winterreifen weisen viel mehr Blöcke im Reifenprofil auf, zudem sind die Kanten viel schärfer als bei Sommerreifen. Durch die hohe Anzahl der Profilklötze an den Innenseiten, hat der Wagen viel mehr Halt, was wiederum dazu führt, das sich das Bremsverhalten wesentlich verbessert. Gleichzeitig setzt sich das gröbere Profil des Winterreifens nicht so schnell zu und man kann eher mal durch schlammigeres Terrain fahren, ohne direkt steckenzubleiben.
Geradezu lebenswichtig ist die Profiltiefe des Reifens. Bei weniger als 4 mm solltet Ihr schnellstmöglich Euren Reifenhändler oder Werkstatt aufsuchen. Hier gilt es nämlich zu handeln und Eurem Fahrzeug einen neuen Satz Wintersocken zu spendieren. Laut Gesetzgeber dürfen die Pneus zwar bis auf 1,6 mm runtergefahren werden, aber dies ist meines Erachtens absolut fahrlässig und leichtsinnig. Unter 4mm Profil kann der Winterreifen seine ihm zu kommenden Aufgaben kaum noch erfüllen.
Wer in Österreich seinen Winterurlaub verbringen möchte, sollte natürlich wissen, das es hier ebenfalls gewisse Vorgaben gibt. Hier kommen wieder die 4mm Profiltiefe zum tragen. Wer weniger Profil hat, braucht erst gar nicht zu versuchen, mit dem Wagen die diversen Pässe zu erklimmen - er kann gleich wieder umkehren.
Ganz wichtig ist natürlich das Alter der Reifen – nicht des Fahrers/Fahrerin. “g“ Auf dem Pneu selber findet Ihr die sogenannte „Dot Nr.“ Diese sagt aus wie alt der Reifen ist. Die ersten beiden Zahlen bedeuten die Kalenderwoche und die dritte Zahl bedeutet das Jahr in dem der Reifen produziert wurde. Die Zahl „051“ heißt z.b.: der Reifen wurde in der 05. Kalenderwoche 2001 produziert.
Ich persönlich würde mir keinen Reifen montieren lassen, der älter als vier Jahre ist und generell keinen der älter als sechs Jahre ist, d.h. vor 1996 produziert wurde. In diesem Falle sind die Pneus einfach zu alt, um ihre vollen Wintereigenschaften zur Entfaltung bringen zu können. Sie werden dann meist porös und glasig.
Es gibt allerdings Kunden, die am liebsten einen etwas abgelagerten Reifen fahren. Die fragen dann schon mal vorher an, ob sie Pneus haben können, die mindestens ein halbes Jahr auf Lager liegen und somit nicht mehr ganz „taufrisch“ sind. Ich habe mir sagen lassen, das sich in diesem Falle der Reifen nicht so schnell abnutzen würde. Keine Ahnung, ob dies wirklich stimmt, ich habe es noch nie so praktiziert.
Allgemeines:
Ich habe beruflich sehr viel mit Reifen zu tun und denke, daß ich mich damit einigermaßen auskenne. Ihr glaubt nicht, was ich da teilweise immer wieder für Bilder sehe (muß). Abgefahrene Reifen, die wirklich pure Slicks sind, Reifen aus denen schon die Drähte herausschauen (sorry, aber die gibt es wirklich) und noch vieles anderes mehr. Oder die Pneus sind so porös, das sich richtige Risse gebildet haben. Hier wird teilweise auf sehr leichtsinnige Art und Weise mit dem eigenen Leben und dem anderer umgegangen.
Michelin:
Studien zufolge ist Michelin unter den deutschen Autofahrern der beliebteste Reifenanbieter. Schon seit einigen Jahren haben allerdings die direkten Konkurrenten Continental, Dunlop und Goodyear den Platz an der Sonne im Winterreifengeschäft übernommen. Mit großen, finanziellen Anstrengungen hat der französische Reifenkonzern nun endlich den Anschluß geschafft – ja teilweise sogar die Konkurrenz überflügelt. In punkto Preis gehörte Michelin sowieso schon immer zur Spitzenklasse, jetzt haben sie endlich auch das passende Produkt dazu gebaut. Michelin baut Reifen für jeden Fahrzeugtyp. Egal ob PKW, LLKW, LKW, Zweiräder, Radlader oder sonstiges, jeder Typ kann bedient werden. Ich möchte mich hier nur auf den Bereich der Personenkraftwagen beschränken – sonst wird mein Bericht zu umfangreich.
Normalerweise werden Pkws im Winter mit Reifen der Geschwindigkeit Merkmale Q – V bestückt. Q ist bis 160 km/h zugelassen, T bis 190 km/h, H bis 210 km/h und schließlich V bis 240 km/h. Aus meiner Erfahrung reichen für die Ottonormalverbraucher wie uns Q bzw. T Decken vollkommen aus. H Reifen werden vor allem von Vertretern gerne benutzt, um auch mal im Winter auf der Autobahn schneller voran zu kommen. Ich persönlich sehe kaum einen Sinn darin, während der kalten Jahreszeit mit 240 km/h durch die Gegend zu rasen – na ja, jedem das Seine.
Mit ihrer patentierten Lamellentechnik, hat Michelin schon vor Jahren für Aufsehen gesorgt. Durch die Y – Lamellen wurde trotz abnehmender Profiltiefe, ein sehr guter Grip im Winter erzeugt. Dieses System wurde vor allem bei der ersten Michelin Alpingeneration erfolgreich umgesetzt. Vor cirka zwei Jahren wurde dann für den Hochgeschwindigkeitsbereich das sogenannte Z – Lamellensystem entwickelt. Für diesen Winter hat Michelin nun das BDS Lamellensystem eingeführt. Es ist noch ganz neu und daher noch einzigartig. Die Dichte der Lamellen wurden hierbei verringert und optimiert, dadurch sperren sich die Lamellen teilweise selber. Die Steifigkeit des Profils verbessert sich dadurch und es soll zu einer spürbaren Verbesserung des Trockenhandlings führen.
Michelin Pilot Alpin2 H + V Reifen:
Das ist der geeignete Markt für die Oberklasse. Hier kann der Pilot Alpin seine Stärken zeigen. Michelin Winterreifen haben eigentlich immer schon durch gute Haftung im Schnee überzeugt – der Pilot Alpin2 dagegen ist auf Eis ebenfalls recht passabel. Das wirkt sich natürlich auch auf das Reaktionsverhalten bei Schnee oder bei Nässe aus. Durch besagte Z - Lammellentechnik verfügt der Reifen, während seiner kompletten „Wirkungsdauer“ über genügend Grip, um dann auch mit abnehmender Profiltiefe noch tauglich zu sein. Die relativ geringen Abrollgeräusche sind wir von Michelin ja eigentlich gewohnt.
Michelin Alpin 2.Generation:
Der Alpin aus der 2.Generation verfügt über 1.000 sogenannte Mikrostollen, hierdurch soll der Reifen bei Regen, Schnee oder Eis wesentlich besser haften. Wir haben in unseren Breitengraden im Winter doch oft sehr viel mehr Regen als Schnee, also muß er vor allem hier überzeugen. Und das tut er auf jeden Fall. Davon konnte ich mich in den letzten Wochen, bei all dem wunderbaren Regen sehr wohl überzeugen.
Durch das neue BDS Lamellensystem wurden auch die Fahreigenschaften bei trockener Fahrbahn verbessert. Die Lebensdauer der Reifen soll durch eine neue Silicamischung ebenfalls noch weiter verbessert worden sein. Meine bisherigen Winterreifen von Michelin haben immer so cirka drei – vier Jahre gehalten – sprich cirka 25.000 – 30.000km. Darüber kann man meiner Ansicht nach nicht meckern.
Reifentests:
ADAC und Stiftung Warentest haben wie jedes Jahr aufwendige Tests durchgeführt. Dabei wurden die Größen 185/60 14 und 195/65 15 jeweils als T Decke getestet. Nach langen Jahren von hinteren Plazierungen konnte Michelin endlich mal wieder den Platz an der Sonne erreichen – sprich Testsieger in der kleinen und Zweiter in der größeren Klasse werden. In den einzelnen Prüfbereichen wie Nässe, Schnee, Eis, trockene Fahrbahn oder Komfort reichte es meist „nur“ zu zweiten Plätzen. Für die neue Alpin Generation spricht allerdings ihre Ausgeglichenheit, weil man in allen Bereichen recht gut ist. Gerade darauf legen sehr viele Kunden besonderen wert.
3 kleine Tips:
Normalerweise sollte man im Winter schon eine kleinere Reifengröße als im Sommer fahren. Auf Breitreifen durch den Winter zu rutschen, macht alles andere als Spaß. Vor ein paar Jahren hieß es immer noch, es wäre am besten die kleinst mögliche, eingetragene Reifengröße zu fahren. Andererseits hat sich die Qualität der breiteren Pneus ebenfalls stark verbessert.
Während der kalten Jahreszeit, sollte der Luftdruck der Reifen rundherum um 0,2 bar erhöht werden. Ich weiß, es ist jetzt draußen meist sehr ungemütlich, trotzdem solltet Ihr die Luft alle zwei Wochen prüfen, d.h. bei jedem tanken. Ganz wichtig ist dabei darauf zu achten, das dies an kalten Reifen geschieht.
Wenn im Fahrzeug z.b. die Reifengröße 195/65 15 91V eingetragen ist, dürft Ihr trotzdem einen Reifen fahren, der nur für den Q, T oder H Bereich ausgelegt ist. In diesem Falle müßt Ihr einen Aufkleber, mit der entsprechenden, zugelassenen Höchstgeschwindigkeit, im Sichtfeld des Fahrer anbringen. Darauf sollte Euch allerdings Euer Reifenhändler hinweisen und Euch den richtigen Aufkleber aushändigen.
Fazit:
Ich persönlich fahre nun schon seit einigen Jahren Michelin Winterreifen und ich bin bisher sehr zufrieden damit. Sie haben mich immer sicher von A nach B gebracht und das ist ja eigentlich schon das Wichtigste. In den meisten Gebieten unseres Landes beschränkt sich die reine Winterzeit eh auf Maximum drei oder vier Wochen im Jahr.
Ansonsten ist es meist eher kalt und naß – so wie gerade jetzt. „g“ Temperaturen rund um den Gefrierpunkt sind da eher schon an der Tagesordnung. Auch wenn dann vielleicht nicht unbedingt Schnee liegt, kann der Winterreifen hier schon seine Qualitäten zeigen, haftet er doch ab Temperaturen unter 7 Grad erheblich besser als ein Sommerreifen. Kommt dann aber wie im letzten Winter der große Schneefall, bin ich mit dem Michelin Alpin bestens gerüstet. Dann kann er seine Vorzüge voll zur Geltung bringen.
Der einzigste Nachteil der Michelinwinterreifen, ist der Preis. Der liegt normalerweise auf dem Niveau der Continental und gehört damit zur oberen Preisgrenze in jeder Reifendimension. In Anbetracht der Vorzüge gebe ich dann lieber ein paar Euro mehr aus und habe dafür einen Reifen, auf den ich mich einigermaßen verlassen kann.
Die neue Alpin Generation hat in den Tests vom ADAC und der Stiftung Warentest hervorragend abgeschnitten. Die Reifen überzeugten durch ihre Ausgeglichenheit, mit überragenden Ergebnissen im Schnee, der Bestnote im Eis und sehr guten Noten auf nasser Fahrbahn. Die hervorragende Laufleistung von Michelin Reifen ist hinreichend bekannt – je nach Fahrstil können so schon 20.000 – 30.000 km für einen Satz zusammen kommen.
Wie schon oben gesagt, fahre ich auch im Winter zwischen 8.000 – 10.000km, somit brauche ich einen Reifen, auf den ich mich in jeder Situation verlassen kann. Dies ist mit Winterreifen von Michelin gegeben.
Trotzdem rate ich Euch vor allem eins – laßt bei Schnee oder Eis nach Möglichkeit den Wagen einfach stehen.
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Für meine Sicherheit ist mir nichts zu teuer!
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merlin_mainz
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07.11.2006
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