...
"Also, das Buch heißt Middlesex,"beginne ich " und alles hat damit angefangen, dass ich den Klappentext las:
"In einem kleinasiatischen Bergdorf fängt alles an. Ein junger Mann und eine junge Frau, Bruder und Schwester, fliehen vor den Türken nach Smyrna und, als die Stadt brennt, nach ... Bericht lesen
Jeffrey Eugenides ein weiterer Amerikaner um einen Roman von epischer Wucht vor -- und gewinnt völlig zu Recht den Pulitzer-Preis. Ähnlich wie bei Franzen geht es um Familienbande, Generationenkonflikte, um amerikanische Träume und Albträume. Außerdem ist Middlesex ein Roman über ethnische Identität und kulturelle Prägungen, weil Callies "kriminell verknallte Großeltern" vor Jahrzehnten aus dem damals griechischen Izmir in die USA geflüchtet sind. Desdemona und Lefty nutzen die Auswanderung, "um sich neu zu erfinden". Das hat für Callie dramatische Konsequenzen, denn "was die Menschen vergessen, bewahren die Zellen". Zunächst jedoch deutet nichts darauf hin, dass es das Mädchen als "genetischer Kaspar Hauser" zu leidvoller Berühmtheit bringen wird. Nachdem die Familie sich im Detroit der Nachkriegszeit schlecht und recht durchgeschlagen hat, gerät sie ausgerechnet durch den "Krieg in meiner Heimatstadt" -- die blutigen Rassenunruhen Ende der 1960er-Jahre -- über Nacht auf die Sonnenseite. Das ist einer der eleganteren Kurzschlüsse zwischen globaler Geschichte und persönlichen Geschichten, während das Türkei-Kapitel zuweilen zum historischen Bilderbogen verkommt. Und manch hübsche Ironie wird dadurch getrübt, dass man uns wie begriffsstutzige Schüler mit der Nase darauf stößt. Aber dank dieser kleinen Schnitzer ahnen wir die genialische Kraftanstrengung, mit der Eugenides seine Saga komponiert hat. Alles in allem wirken die Odysseen vom bäuerlich-frommen Kleinasien ins hippie-hedonistische San Francisco, vom multikulturellen Handelsplatz Smyrna in die Industriemetropole Detroit wie Desdemonas Seidenfäden -- von zarter Hand gesponnen, schwerelos, doch reißfest. Das Spiel mit geschichtsmächtigen Mythen erinnert an Salman Rushdies Mitternachtskinder, die verschlungene, detailfreudige Familienchronik (mit teils hanebüchenen Zufällen) liest sich -- famos übersetzt -- ebenso glatt wie die eines John Irving. Gebannt begleitet man die "zutiefst historische Großmutter" auf ihren Abenteuern im modernen Amerika, verfolgt Callies Romanze ("Sandkastensex") mit einer Schulkameradin. Das Buch stimuliert Herz und Hirn gleichermaßen: eine Zeitreise aus der mythischen Landschaft Homers in die schöne neue Welt der Genetik; eine anrührende Schilderung pubertärer Irrungen und Wirrungen; eine Studie über Menschen zwischen den Kulturen und eine zwischen den Geschlechtern. Sagenhaft! --Patrick Fischer
Jeffrey Eugenides ein weiterer Amerikaner um einen Roman von epischer Wucht vor -- und gewinnt völlig zu Recht den Pulitzer-Preis. Ähnlich wie bei Franzen geht es um Familienbande, Generationenkonflikte, um amerikanische Träume und Albträume. Außerdem ist Middlesex ein Roman über ethnische Identität und kulturelle Prägungen, weil Callies "kriminell verknallte Großeltern" vor Jahrzehnten aus dem damals griechischen Izmir in die USA geflüchtet sind. Desdemona und Lefty nutzen die Auswanderung, "um sich neu zu erfinden". Das hat für Callie dramatische Konsequenzen, denn "was die Menschen vergessen, bewahren die Zellen". Zunächst jedoch deutet nichts darauf hin, dass es das Mädchen als "genetischer Kaspar Hauser" zu leidvoller Berühmtheit bringen wird. Nachdem die Familie sich im Detroit der Nachkriegszeit schlecht und recht durchgeschlagen hat, gerät sie ausgerechnet durch den "Krieg in meiner Heimatstadt" -- die blutigen Rassenunruhen Ende der 1960er-Jahre -- über Nacht auf die Sonnenseite. Das ist einer der eleganteren Kurzschlüsse zwischen globaler Geschichte und persönlichen Geschichten, während das Türkei-Kapitel zuweilen zum historischen Bilderbogen verkommt. Und manch hübsche Ironie wird dadurch getrübt, dass man uns wie begriffsstutzige Schüler mit der Nase darauf stößt. Aber dank dieser kleinen Schnitzer ahnen wir die genialische Kraftanstrengung, mit der Eugenides seine Saga komponiert hat. Alles in allem wirken die Odysseen vom bäuerlich-frommen Kleinasien ins hippie-hedonistische San Francisco, vom multikulturellen Handelsplatz Smyrna in die Industriemetropole Detroit wie Desdemonas Seidenfäden -- von zarter Hand gesponnen, schwerelos, doch reißfest. Das Spiel mit geschichtsmächtigen Mythen erinnert an Salman Rushdies Mitternachtskinder, die verschlungene, detailfreudige Familienchronik (mit teils hanebüchenen Zufällen) liest sich -- famos übersetzt -- ebenso glatt wie die eines John Irving. Gebannt begleitet man die "zutiefst historische Großmutter" auf ihren Abenteuern im modernen Amerika, verfolgt Callies Romanze ("Sandkastensex") mit einer Schulkameradin. Das Buch stimuliert Herz und Hirn gleichermaßen: eine Zeitreise aus der mythischen Landschaft Homers in die schöne neue Welt der Genetik; eine anrührende Schilderung pubertärer Irrungen und Wirrungen; eine Studie über Menschen zwischen den Kulturen und eine zwischen den Geschlechtern. Sagenhaft! --Patrick Fischer
Jeffrey Eugenides ein weiterer Amerikaner um einen Roman von epischer Wucht vor -- und gewinnt völlig zu Recht den Pulitzer-Preis. Ähnlich wie bei Franzen geht es um Familienbande, Generationenkonflikte, um amerikanische Träume und Albträume. Außerdem ist Middlesex ein Roman über ethnische Identität und kulturelle Prägungen, weil Callies "kriminell verknallte Großeltern" vor Jahrzehnten aus dem damals griechischen Izmir in die USA geflüchtet sind. Desdemona und Lefty nutzen die Auswanderung, "um sich neu zu erfinden". Das hat für Callie dramatische Konsequenzen, denn "was die Menschen vergessen, bewahren die Zellen". Zunächst jedoch deutet nichts darauf hin, dass es das Mädchen als "genetischer Kaspar Hauser" zu leidvoller Berühmtheit bringen wird. Nachdem die Familie sich im Detroit der Nachkriegszeit schlecht und recht durchgeschlagen hat, gerät sie ausgerechnet durch den "Krieg in meiner Heimatstadt" -- die blutigen Rassenunruhen Ende der 1960er-Jahre -- über Nacht auf die Sonnenseite. Das ist einer der eleganteren Kurzschlüsse zwischen globaler Geschichte und persönlichen Geschichten, während das Türkei-Kapitel zuweilen zum historischen Bilderbogen verkommt. Und manch hübsche Ironie wird dadurch getrübt, dass man uns wie begriffsstutzige Schüler mit der Nase darauf stößt. Aber dank dieser kleinen Schnitzer ahnen wir die genialische Kraftanstrengung, mit der Eugenides seine Saga komponiert hat. Alles in allem wirken die Odysseen vom bäuerlich-frommen Kleinasien ins hippie-hedonistische San Francisco, vom multikulturellen Handelsplatz Smyrna in die Industriemetropole Detroit wie Desdemonas Seidenfäden -- von zarter Hand gesponnen, schwerelos, doch reißfest. Das Spiel mit geschichtsmächtigen Mythen erinnert an Salman Rushdies Mitternachtskinder, die verschlungene, detailfreudige Familienchronik (mit teils hanebüchenen Zufällen) liest sich -- famos übersetzt -- ebenso glatt wie die eines John Irving. Gebannt begleitet man die "zutiefst historische Großmutter" auf ihren Abenteuern im modernen Amerika, verfolgt Callies Romanze ("Sandkastensex") mit einer Schulkameradin. Das Buch stimuliert Herz und Hirn gleichermaßen: eine Zeitreise aus der mythischen Landschaft Homers in die schöne neue Welt der Genetik; eine anrührende Schilderung pubertärer Irrungen und Wirrungen; eine Studie über Menschen zwischen den Kulturen und eine zwischen den Geschlechtern. Sagenhaft! --Patrick Fischer
resonant debut, The Virgin Suicides (on DVD), which was a bittersweet paean to adolescent love. This is a sprawling family saga, bursting with life, which spans three generations and crosses several continents. At its core, however, is another unorthodox but exquisite coming-of-age story. The book's wily narrator and central character, Calliope Stephanides (named after the muse of epic poetry) is a hermaphrodite raised as a girl who comes to realise she is happier as a boy and is now living as a man in contemporary Berlin. Cal's tale begins, appropriately enough, in Greece (or more precisely Asia Minor)--an Aegean Strasbourg whose sovereignty is claimed by Greece and Turkey. In 1922 brother and sister Lefty and Desdemona Stephanides escaped their war-torn homeland and arrived, as man and wife, in Detroit, America. It is this coupling that ultimately begets their grandchild Calliope and her ambiguous sexuality, as she, or rather by then he, sanguinely notes: Some people inherit houses; others painting or highly insured violin bows. Still others get Japanese tansu or a famous name. I got a recessive gene on fifth chromosome and some very rare family jewels indeed. As Cal recounts the experiences of the Stephanides clan in their new land--from the Depression to Nixon--he unfurls his own symbiotic odyssey to a new sex. Cal's narrative voice is arch, humorous and self aware, continually drawing attention to its authorial sleights of hand, but never exasperating. This is big, brainy novel--The Oracle of Delphi puts in an unlikely appearance in the middle of a teenage tryst--but one full of compassion. Eugenides' astonishingly rich story persistently engages the heart as well as the mind. --Travis Elborough
Jeffrey Eugenides ein weiterer Amerikaner um einen Roman von epischer Wucht vor -- und gewinnt völlig zu Recht den Pulitzer-Preis. Ähnlich wie bei Franzen geht es um Familienbande, Generationenkonflikte, um amerikanische Träume und Albträume. Außerdem ist Middlesex ein Roman über ethnische Identität und kulturelle Prägungen, weil Callies "kriminell verknallte Großeltern" vor Jahrzehnten aus dem damals griechischen Izmir in die USA geflüchtet sind. Desdemona und Lefty nutzen die Auswanderung, "um sich neu zu erfinden". Das hat für Callie dramatische Konsequenzen, denn "was die Menschen vergessen, bewahren die Zellen". Zunächst jedoch deutet nichts darauf hin, dass es das Mädchen als "genetischer Kaspar Hauser" zu leidvoller Berühmtheit bringen wird. Nachdem die Familie sich im Detroit der Nachkriegszeit schlecht und recht durchgeschlagen hat, gerät sie ausgerechnet durch den "Krieg in meiner Heimatstadt" -- die blutigen Rassenunruhen Ende der 1960er-Jahre -- über Nacht auf die Sonnenseite. Das ist einer der eleganteren Kurzschlüsse zwischen globaler Geschichte und persönlichen Geschichten, während das Türkei-Kapitel zuweilen zum historischen Bilderbogen verkommt. Und manch hübsche Ironie wird dadurch getrübt, dass man uns wie begriffsstutzige Schüler mit der Nase darauf stößt. Aber dank dieser kleinen Schnitzer ahnen wir die genialische Kraftanstrengung, mit der Eugenides seine Saga komponiert hat. Alles in allem wirken die Odysseen vom bäuerlich-frommen Kleinasien ins hippie-hedonistische San Francisco, vom multikulturellen Handelsplatz Smyrna in die Industriemetropole Detroit wie Desdemonas Seidenfäden -- von zarter Hand gesponnen, schwerelos, doch reißfest. Das Spiel mit geschichtsmächtigen Mythen erinnert an Salman Rushdies Mitternachtskinder, die verschlungene, detailfreudige Familienchronik (mit teils hanebüchenen Zufällen) liest sich -- famos übersetzt -- ebenso glatt wie die eines John Irving. Gebannt begleitet man die "zutiefst historische Großmutter" auf ihren Abenteuern im modernen Amerika, verfolgt Callies Romanze ("Sandkastensex") mit einer Schulkameradin. Das Buch stimuliert Herz und Hirn gleichermaßen: eine Zeitreise aus der mythischen Landschaft Homers in die schöne neue Welt der Genetik; eine anrührende Schilderung pubertärer Irrungen und Wirrungen; eine Studie über Menschen zwischen den Kulturen und eine zwischen den Geschlechtern. Sagenhaft! --Patrick Fischer
Jeffrey Eugenides ein weiterer Amerikaner um einen Roman von epischer Wucht vor -- und gewinnt völlig zu Recht den Pulitzer-Preis. Ähnlich wie bei Franzen geht es um Familienbande, Generationenkonflikte, um amerikanische Träume und Albträume. Außerdem ist Middlesex ein Roman über ethnische Identität und kulturelle Prägungen, weil Callies "kriminell verknallte Großeltern" vor Jahrzehnten aus dem damals griechischen Izmir in die USA geflüchtet sind. Desdemona und Lefty nutzen die Auswanderung, "um sich neu zu erfinden". Das hat für Callie dramatische Konsequenzen, denn "was die Menschen vergessen, bewahren die Zellen". Zunächst jedoch deutet nichts darauf hin, dass es das Mädchen als "genetischer Kaspar Hauser" zu leidvoller Berühmtheit bringen wird. Nachdem die Familie sich im Detroit der Nachkriegszeit schlecht und recht durchgeschlagen hat, gerät sie ausgerechnet durch den "Krieg in meiner Heimatstadt" -- die blutigen Rassenunruhen Ende der 1960er-Jahre -- über Nacht auf die Sonnenseite. Das ist einer der eleganteren Kurzschlüsse zwischen globaler Geschichte und persönlichen Geschichten, während das Türkei-Kapitel zuweilen zum historischen Bilderbogen verkommt. Und manch hübsche Ironie wird dadurch getrübt, dass man uns wie begriffsstutzige Schüler mit der Nase darauf stößt. Aber dank dieser kleinen Schnitzer ahnen wir die genialische Kraftanstrengung, mit der Eugenides seine Saga komponiert hat. Alles in allem wirken die Odysseen vom bäuerlich-frommen Kleinasien ins hippie-hedonistische San Francisco, vom multikulturellen Handelsplatz Smyrna in die Industriemetropole Detroit wie Desdemonas Seidenfäden -- von zarter Hand gesponnen, schwerelos, doch reißfest. Das Spiel mit geschichtsmächtigen Mythen erinnert an Salman Rushdies Mitternachtskinder, die verschlungene, detailfreudige Familienchronik (mit teils hanebüchenen Zufällen) liest sich -- famos übersetzt -- ebenso glatt wie die eines John Irving. Gebannt begleitet man die "zutiefst historische Großmutter" auf ihren Abenteuern im modernen Amerika, verfolgt Callies Romanze ("Sandkastensex") mit einer Schulkameradin. Das Buch stimuliert Herz und Hirn gleichermaßen: eine Zeitreise aus der mythischen Landschaft Homers in die schöne neue Welt der Genetik; eine anrührende Schilderung pubertärer Irrungen und Wirrungen; eine Studie über Menschen zwischen den Kulturen und eine zwischen den Geschlechtern. Sagenhaft! --Patrick Fischer
resonant debut, The Virgin Suicides (on DVD), which was a bittersweet paean to adolescent love. This is a sprawling family saga, bursting with life, which spans three generations and crosses several continents. At its core, however, is another unorthodox but exquisite coming-of-age story. The book's wily narrator and central character, Calliope Stephanides (named after the muse of epic poetry) is a hermaphrodite raised as a girl who comes to realise she is happier as a boy and is now living as a man in contemporary Berlin. Cal's tale begins, appropriately enough, in Greece (or more precisely Asia Minor)--an Aegean Strasbourg whose sovereignty is claimed by Greece and Turkey. In 1922 brother and sister Lefty and Desdemona Stephanides escaped their war-torn homeland and arrived, as man and wife, in Detroit, America. It is this coupling that ultimately begets their grandchild Calliope and her ambiguous sexuality, as she, or rather by then he, sanguinely notes: Some people inherit houses; others painting or highly insured violin bows. Still others get Japanese tansu or a famous name. I got a recessive gene on fifth chromosome and some very rare family jewels indeed. As Cal recounts the experiences of the Stephanides clan in their new land--from the Depression to Nixon--he unfurls his own symbiotic odyssey to a new sex. Cal's narrative voice is arch, humorous and self aware, continually drawing attention to its authorial sleights of hand, but never exasperating. This is big, brainy novel--The Oracle of Delphi puts in an unlikely appearance in the middle of a teenage tryst--but one full of compassion. Eugenides' astonishingly rich story persistently engages the heart as well as the mind. --Travis Elborough
Jeffrey Eugenides ein weiterer Amerikaner um einen Roman von epischer Wucht vor -- und gewinnt völlig zu Recht den Pulitzer-Preis. Ähnlich wie bei Franzen geht es um Familienbande, Generationenkonflikte, um amerikanische Träume und Albträume. Außerdem ist Middlesex ein Roman über ethnische Identität und kulturelle Prägungen, weil Callies "kriminell verknallte Großeltern" vor Jahrzehnten aus dem damals griechischen Izmir in die USA geflüchtet sind. Desdemona und Lefty nutzen die Auswanderung, "um sich neu zu erfinden". Das hat für Callie dramatische Konsequenzen, denn "was die Menschen vergessen, bewahren die Zellen". Zunächst jedoch deutet nichts darauf hin, dass es das Mädchen als "genetischer Kaspar Hauser" zu leidvoller Berühmtheit bringen wird. Nachdem die Familie sich im Detroit der Nachkriegszeit schlecht und recht durchgeschlagen hat, gerät sie ausgerechnet durch den "Krieg in meiner Heimatstadt" -- die blutigen Rassenunruhen Ende der 1960er-Jahre -- über Nacht auf die Sonnenseite. Das ist einer der eleganteren Kurzschlüsse zwischen globaler Geschichte und persönlichen Geschichten, während das Türkei-Kapitel zuweilen zum historischen Bilderbogen verkommt. Und manch hübsche Ironie wird dadurch getrübt, dass man uns wie begriffsstutzige Schüler mit der Nase darauf stößt. Aber dank dieser kleinen Schnitzer ahnen wir die genialische Kraftanstrengung, mit der Eugenides seine Saga komponiert hat. Alles in allem wirken die Odysseen vom bäuerlich-frommen Kleinasien ins hippie-hedonistische San Francisco, vom multikulturellen Handelsplatz Smyrna in die Industriemetropole Detroit wie Desdemonas Seidenfäden -- von zarter Hand gesponnen, schwerelos, doch reißfest. Das Spiel mit geschichtsmächtigen Mythen erinnert an Salman Rushdies Mitternachtskinder, die verschlungene, detailfreudige Familienchronik (mit teils hanebüchenen Zufällen) liest sich -- famos übersetzt -- ebenso glatt wie die eines John Irving. Gebannt begleitet man die "zutiefst historische Großmutter" auf ihren Abenteuern im modernen Amerika, verfolgt Callies Romanze ("Sandkastensex") mit einer Schulkameradin. Das Buch stimuliert Herz und Hirn gleichermaßen: eine Zeitreise aus der mythischen Landschaft Homers in die schöne neue Welt der Genetik; eine anrührende Schilderung pubertärer Irrungen und Wirrungen; eine Studie über Menschen zwischen den Kulturen und eine zwischen den Geschlechtern. Sagenhaft! --Patrick Fischer
Jeffrey Eugenides ein weiterer Amerikaner um einen Roman von epischer Wucht vor -- und gewinnt völlig zu Recht den Pulitzer-Preis. Ähnlich wie bei Franzen geht es um Familienbande, Generationenkonflikte, um amerikanische Träume und Albträume. Außerdem ist Middlesex ein Roman über ethnische Identität und kulturelle Prägungen, weil Callies "kriminell verknallte Großeltern" vor Jahrzehnten aus dem damals griechischen Izmir in die USA geflüchtet sind. Desdemona und Lefty nutzen die Auswanderung, "um sich neu zu erfinden". Das hat für Callie dramatische Konsequenzen, denn "was die Menschen vergessen, bewahren die Zellen". Zunächst jedoch deutet nichts darauf hin, dass es das Mädchen als "genetischer Kaspar Hauser" zu leidvoller Berühmtheit bringen wird. Nachdem die Familie sich im Detroit der Nachkriegszeit schlecht und recht durchgeschlagen hat, gerät sie ausgerechnet durch den "Krieg in meiner Heimatstadt" -- die blutigen Rassenunruhen Ende der 1960er-Jahre -- über Nacht auf die Sonnenseite. Das ist einer der eleganteren Kurzschlüsse zwischen globaler Geschichte und persönlichen Geschichten, während das Türkei-Kapitel zuweilen zum historischen Bilderbogen verkommt. Und manch hübsche Ironie wird dadurch getrübt, dass man uns wie begriffsstutzige Schüler mit der Nase darauf stößt. Aber dank dieser kleinen Schnitzer ahnen wir die genialische Kraftanstrengung, mit der Eugenides seine Saga komponiert hat. Alles in allem wirken die Odysseen vom bäuerlich-frommen Kleinasien ins hippie-hedonistische San Francisco, vom multikulturellen Handelsplatz Smyrna in die Industriemetropole Detroit wie Desdemonas Seidenfäden -- von zarter Hand gesponnen, schwerelos, doch reißfest. Das Spiel mit geschichtsmächtigen Mythen erinnert an Salman Rushdies Mitternachtskinder, die verschlungene, detailfreudige Familienchronik (mit teils hanebüchenen Zufällen) liest sich -- famos übersetzt -- ebenso glatt wie die eines John Irving. Gebannt begleitet man die "zutiefst historische Großmutter" auf ihren Abenteuern im modernen Amerika, verfolgt Callies Romanze ("Sandkastensex") mit einer Schulkameradin. Das Buch stimuliert Herz und Hirn gleichermaßen: eine Zeitreise aus der mythischen Landschaft Homers in die schöne neue Welt der Genetik; eine anrührende Schilderung pubertärer Irrungen und Wirrungen; eine Studie über Menschen zwischen den Kulturen und eine zwischen den Geschlechtern. Sagenhaft! --Patrick Fischer
Jeffrey Eugenides ein weiterer Amerikaner um einen Roman von epischer Wucht vor -- und gewinnt völlig zu Recht den Pulitzer-Preis. Ähnlich wie bei Franzen geht es um Familienbande, Generationenkonflikte, um amerikanische Träume und Albträume. Außerdem ist Middlesex ein Roman über ethnische Identität und kulturelle Prägungen, weil Callies "kriminell verknallte Großeltern" vor Jahrzehnten aus dem damals griechischen Izmir in die USA geflüchtet sind. Desdemona und Lefty nutzen die Auswanderung, "um sich neu zu erfinden". Das hat für Callie dramatische Konsequenzen, denn "was die Menschen vergessen, bewahren die Zellen". Zunächst jedoch deutet nichts darauf hin, dass es das Mädchen als "genetischer Kaspar Hauser" zu leidvoller Berühmtheit bringen wird. Nachdem die Familie sich im Detroit der Nachkriegszeit schlecht und recht durchgeschlagen hat, gerät sie ausgerechnet durch den "Krieg in meiner Heimatstadt" -- die blutigen Rassenunruhen Ende der 1960er-Jahre -- über Nacht auf die Sonnenseite. Das ist einer der eleganteren Kurzschlüsse zwischen globaler Geschichte und persönlichen Geschichten, während das Türkei-Kapitel zuweilen zum historischen Bilderbogen verkommt. Und manch hübsche Ironie wird dadurch getrübt, dass man uns wie begriffsstutzige Schüler mit der Nase darauf stößt. Aber dank dieser kleinen Schnitzer ahnen wir die genialische Kraftanstrengung, mit der Eugenides seine Saga komponiert hat. Alles in allem wirken die Odysseen vom bäuerlich-frommen Kleinasien ins hippie-hedonistische San Francisco, vom multikulturellen Handelsplatz Smyrna in die Industriemetropole Detroit wie Desdemonas Seidenfäden -- von zarter Hand gesponnen, schwerelos, doch reißfest. Das Spiel mit geschichtsmächtigen Mythen erinnert an Salman Rushdies Mitternachtskinder, die verschlungene, detailfreudige Familienchronik (mit teils hanebüchenen Zufällen) liest sich -- famos übersetzt -- ebenso glatt wie die eines John Irving. Gebannt begleitet man die "zutiefst historische Großmutter" auf ihren Abenteuern im modernen Amerika, verfolgt Callies Romanze ("Sandkastensex") mit einer Schulkameradin. Das Buch stimuliert Herz und Hirn gleichermaßen: eine Zeitreise aus der mythischen Landschaft Homers in die schöne neue Welt der Genetik; eine anrührende Schilderung pubertärer Irrungen und Wirrungen; eine Studie über Menschen zwischen den Kulturen und eine zwischen den Geschlechtern. Sagenhaft! --Patrick Fischer
* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten; Preise und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein. Alle Angaben ohne Gewähr.
Verwandte Angebote für Middlesex / Eugenides, Jeffrey
Verwandte Angebote für Middlesex / Eugenides, Jeffrey
CreditPlus Bank - der Spezialist für die Finanzierung von Wünschen. CreditPlus Bank SofortKredit: Variable Beträge von 500 - 50.000 Euro, ab 3,59% effekt. Jahreszins
Erfahrungsbericht von cpietropaoli über Middlesex / Eugenides, Jeffrey 2. März 2006
Produktbewertung des Autors:
Niveau:
anspruchsvoll
Unterhaltungswert:
sehr hoch
Spannung:
ziemlich spannend
Humor:
ziemlich humorvoll
Aufmachung:
sehr schön
Pro:
hibition included
Kontra:
dictions not
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
<<<Was die Menschen vergessen, bewahren die Zellen>>>
Es klingelt an der Tür und ich bin unfähig, meinen müden Körper aus dem Bett zu bewegen, deshalb versuche ich wenigstens meiner verschlafenen Stimme einen leichten, beschwingten Ton zu verleihen, was mir nie gelingt. Sie hört sich morgens eher nach Joe Cocker im Stimmbruch an, und so whyskiere ich den 3 Meter langen Flur entlang:"Komm rein, es ist ohohffen!"
Normalerweise bin ich nicht so vertrauensselig. Bruno (gespr. Brüno) hat 2 volle Einkaufstaschen dabei, die er geräuschvoll auf den Küchentisch knallt:" Mon dieu, chérie, was für ein, wie sagt ihr noch gleisch(?), Muff ier drin! Zeit zum lüften." Ich denke: JA, JA. "Draußen scheint die Sonne, ma Belle!" Immer noch : JA, JA. "Oni (er meint natürlich "honey") , isch mach uns eine Café und dazu gibt es frische Croissants, was sagst du dazu?" Plötzlich denke ich: JA, JA!!! Und gerne würde ich jetzt in die Küche laufen und ihm um den Hals fallen vor Dankbarkeit, aber ich kann meine Beine nur schwerlich bewegen und Bruno weiß darum, deshalb macht er sich schon einmal in der Küche zu schaffen.
Ich höre wohltuendes Geschirrgeklapper und rieche einen Hauch frischer Luft gepaart mit einer Wucht von 100% igem Arabica. Wundervoll, wenn man Freunde wie Bruno hat. Keine Viertelstunde später stapft er, mit einem Tablett beladen, in mein Schlafzimmer.
" Pipi, (eigentlich Pipinella- das bin ich und ich glaube, man hätte meinen Eltern schon beim Auswählen meines Vornamens das Sorgerecht entziehen müssen, denn der Mensch neigt manchmal in übertriebenem Maße zu Abkürzungen, und was kann man aus Pipinella schon weiteres machen? Sie sind waschechte Italiener, meine Eltern, und haben so ihren Stolz. Ich glaube, sie ahnen nicht im mindesten, wie sehr ich unter meinem Vornamen leide. Meine engsten Freunde dürfen mich Pipi nennen, ansonsten ist das bloße in Erwägung ziehen dieser Abkürzung für mich schon ein Grund, mein neu bekanntes Gegenüber zu verabscheuen, fast, jedenfalls. Bruno darf. Er darf fast alles.) du musst mal raus ier!"
Von der vertrauten Stimme geweckt, schreckt <du-schon-wieder> aus seinem komatösen Tiefschlaf auf und hinterlässt beim Aufspringen warme, große Katzenspuren auf der Bettdecke. Bislang hat er ein dickes Buch mit blauem Einband verdeckt, das Bruno jetzt zur Seite legt, um Platz für das Frühstück zu machen.
"Isch nehme an, du hast die ganze Nacht gelesen, nischt wahr?" Ich ertappe mich dabei, schon wieder: JA, JA zu denken, damit werde ich Bruno dieses eine Mal aber nicht gerecht.
"Ja, habe ich. 734 Seiten in einer Nacht." " Das muss ein gutes Buch sein?!" " Eines der Besten der letzten Jahre sogar." Bruno bestreicht einen Zipfel des Croissants mit Butter und hält es mir vor den Mund. Ich beiße ab.
"Ah, und willst du mir davon erzählen?"
" Na klar, aber erst nach dem ersten Croissant" übernehme ich das Teigteilchen. Dreiundzwanzig Krümel später springt <du-schon-wieder> auf meine Beine, vielleicht fällt etwas für ihn ab. Bruno isst mit der langsamen Bedächtigkeit eines Genießers und es ist mir ein Vergnügen, ihm dabei zuzusehen.
"Also, das Buch heißt Middlesex,"beginne ich " und alles hat damit angefangen, dass ich den Klappentext las:
"In einem kleinasiatischen Bergdorf fängt alles an. Ein junger Mann und eine junge Frau, Bruder und Schwester, fliehen vor den Türken nach Smyrna und, als die Stadt brennt, nach Amerika. Es ist das Jahr 1922. Auf dem Schiff heiraten sie und lassen sich später in der Autostadt Detroit nieder. Niemand ahnt das Geheimnis dieses Paares, doch nach Jahrzehnten hat der Tabubruch der beiden ungeahnte Folgen."
Bruno zwinkert mir zu." Tabubruch mit ungeahnten Folgen, hä? Isch kann mir vorstellen, dass disch das interessiert."
" Ja, aber es geht um viel mehr. Hör einfach zu während du dein Frühstück genießt, ja? Jeffrey Eugenides hat immerhin den Pulitzer-Preis dafür gewonnen." "Jeffrey wer?" fragt Bruno nach.
"Jeffrey Eugenides", beginne ich zu erzählen,"1960 in Detroit als Sohn griechischer Eltern geboren, beschloss im Alter von 15 Jahren, Schriftsteller zu werden. Zunächst studierte er in New York, ging dann nach San Francisco, schrieb für eine Segel-Zeitschrift, um in Stanford Kreatives Schreiben studieren zu können. Doch erst 13 Jahre später veröffentlichte er sein erstes Buch "Gettysburg Review". Mit seinem ersten Roman "The Virgin Suicides - Die Selbstmord-Schwestern" wurde er auch in Deutschland bekannt. Mit einem Stipendium des DAAD, dem eines der "American Academy" folgte, kam Eugenides nach Berlin. (www.daserste.de).
Die Geschichte, die Eugenides erzählt, könnte skuriler nicht sein. Calliope (1), die Hauptfigur, kommt als Hermaphrodit (2) zur Welt (genauer gesagt als 5-alpha-Reduktase-Pseudohermaphrodit).
Die Urheber des Debakels sind Cals Großeltern, die sich 1922 ineinander verlieben, obwohl sie Bruder und Schwester sind, und Inzucht betreiben. Nun beginnt eine (griechische) Odyssee , die die beiden in das Detroit der zwanziger Jahre führt. Die Geschichte nimmt ihren Lauf und die Gene, die durch inzestuöses Verhalten in mehreren Generationen, vollkommen mutieren, auch. Neben jeder Menge Tragik fehlen die komischen Elemente nie und lockern so die manchmal melancholischen Charaktere immer wieder auf. Wenn man wollte, könnte man die Geschichte als Familiensaga bezeichnen, aber eigentlich will ich keine Schubladen aufmachen, in die dieser famose Roman sowieso nicht passt.
Eugenides wählt den Ich-Erzähler. Eine wunderbare Wahl, wie ich meine, denn niemand kann diese Geschichte besser erzählen, als Cal (Calliope) selbst. Dazu muss er natürlich hin und wieder ganz außergewöhnliche Formen annehmen, so kann er zum Beispiel in die Gehirne einiger Figuren im Roman kriechen und Gedanken lesen, oder teleportiert sich ins Jahr 1922, um die Geschichte seiner Großeltern von den Anfängen an zu erzählen.
Eugenides gelingt dies mit einer großen Leichtigkeit und es macht Spaß dem Ganzen zu folgen. Er erfindet komische und urkomische Figuren, wie die lesbische Tante, die mit einem Alkoholschmuggler (in den Zeiten der Prohibition) verheiratet ist, den Bruder Cals, den er, aus sich mir nicht erschlossenen Gründen, Pleitegeier (jiddisch: Pleitegeher) nennt, oder Cals ersten Schwarm, ganz distanziert "das Objekt".
Das Verrückte und Unfassbare liegen in diesem Roman offen dar. Das ist das Eine oder der Nebenstrang: bunt, plastisch, belebt, fulminant, tragisch und komisch, und dann gibt es da noch das Andere oder den Hauptstrang.
Die Biographie des Ich-Erzählers. Und sie ist es, die die nötige Spannung aufbaut, damit man sich in Windeseile durch mehr als 700 Seiten lesen kann. Cal wird als Mädchen geboren und auch so erzogen, denn niemand erkennt wie durch mehrere Wunder, dass bei Cal etwas fehlt oder nur reduziert vorhanden ist (der Krokus, lt. Cal), und so macht er/sie im Laufe des Romans einen Wandel durch. Diese Umwandlung beherrscht den Roman von Anfang an, auch in den Nebensträngen, aber zu viel will ich an dieser Stelle gar nicht verraten, sonst liest du das Buch am Ende gar nicht mehr selbst. Vererbung und Biologie vs. Erziehung und soziale Umwelt.
Die ganz persönliche Odyssee von Cal, der/die sich an einem Scheidepunkt entscheiden muss, was oder wer er/sie ist. Ein sehr sensibles und heikles Thema, die Suche nach der geschlechtlichen Identität eines Heranwachsenden, die Eugenides trotz der skurilen Nebengeschichten meisterhaft und ohne Umschweife erzählt und so den Leser auch für dieses Thema sensibilisiert. Und was mit Middlesex gemeint ist? Nun, lass dich überraschen.
<<<Mein Nervensystem stimmt den Hummelflug an>>>
" Das klingt wirklich fantastique..." räumt Bruno ein.
" Ja, und genauso liest es sich auch...zuerst dachte ich: 734 Seiten? Niemals! Und nach 100 Seiten kam mir der leise Verdacht, dass mir auch 1000 Seiten nicht genug wären. Und genauso war es.
Ich habe Eugenides Phantasie und Hingabe ans Detail genossen und konnte mir jeden einzelnen Charakter lebensecht vorstellen, mit ihm mitfühlen und verstehen, aber am meisten beeindruckte mich Cal, der/die seinen/ihren Weg ging, fast gänzlich unbeirrt und mit einer logischen Konsequenz und doch magischer Intuition, wie es wahrscheinlich nur Hermaphroditen vermögen. Davor ziehe ich den Hut, und um nicht zu vergessen: natürlich auch vor Eike Schönfeld, denn ohne eine gekonnte Übersetzung wäre dieses Werk im Deutschen nur halb so viel wert."
Bruno nimmt den letzten Bissen Croissant und seufzt...<Du-schon-wieder> rollt sich in eine neue der eintausenzweiundachtzig Stellungen, die Katzen anzunehmen vermögen, und ich nehme zufrieden meine Brille, um Bruno eine Stelle aus dem Buch vorzulesen:
"...Unterdessen wartete ich in meiner Garderobe auf meinen Auftritt in der Welt. Im Auge meines Vaters noch nicht einmal ein Funkeln (er starrte düster auf das Thermometerkästchen auf seinem Schoß). Meine Mutter steht jetzt von dem Zweiersofa auf. Sie geht zur Treppe, eine Hand an der Stirn, und die Wahrscheinlichkeit, dass es je etwas mit mir wird, rückt in immer weitere Ferne. Dann steht mein Vater auf und macht sich auf seine Runde, schaltet Lampen aus, sperrt Türen ab. Als er die Treppe hinaufgeht, ist wieder Hoffnung für mich. Das Timing musste ganz präzise sein, damit ich zu der Person werden konnte, die ich bin. Auch nur eine Stunde Verzögerung, und die Zusammensetzung der gene ist eine andere. Bis zu meiner Empfängnis war es noch Wochen hin, aber meine Eltern hatten mit ihrer langsamen Kollision bereits begonnen....."
"Formidable", ruft Bruno und klatscht in seine zartgliedrigen Hände. Und <du-schon-wieder> schnurrt glücklich und zufrieden seinem faulen Nachmittag entgegen, den er mit mir im Bett verbringen darf.
Griechische Tragödien
(1)Calliope (Bed.: wunderschöne Stimme) ist eine der neun Musen, genau gesagt, die der Beredsamkeit, Lyrik und Poesie und ihre Attribute sind die Schriftrolle, die Tafel und die Feder.
(2) Hermaphroditen sind Menschen, die sowohl weibliche als auch männliche Geschlechtsorgane besitzen. Hermaphroditos, der schönste Mann der Welt (verzeihen Sie, meine Herren, das kommt nicht von mir) wird von Salmakis, einer Quellnymphe, umgarnt, erhört sie aber nicht. Als er zu einem späteren Zeitpunkt einmal aus Versehen in ihrer Quelle badet, umarmt sie ihn und zieht ihn mit sich in die Tiefe, bis auf den Grund. Hier bittet sie die Götter, sie beide für immer zu vereinen. Sie wird erhört, und die beiden Körper verschmelzen zu einem Zwitterwesen mit weiblichen Formen und Brüsten, aber männlichen Genitalien. Dieses neue Wesen, ebenfalls Hermaphroditos genannt, betet nun, dass alle Menschen, die in dieser Quelle baden, dasselbe Schicksal ereilen möge wie ihn. Hermaphroditos' Eltern, Hermes und Aphrodite erhören diese Bitte, und die Quelle verwandelt von nun an Menschen in Hermaphroditen.
Quellen: http://home.arcor.de/danae/g-callio.htm
http://www.ken.ch/fach/gesch/pgs/kunst/herma.htm
734 Seiten - Rowohlt, Reinbek Erscheinungsdatum: Mai 2003
ISBN: 3498016709
Bei Amazon gebraucht ab ca. 3 Euro zu bekommen, Neupreis: TB, 9,90 Euro
Pro: Großartige Schreibweise und hoher Unterhaltungswert Kontra: -
Vorwort
Neben zahlreichen anderen Büchern, hatte ich mir auch dieses zu meinem vierzigsten Geburtstag gewünscht, weil mich die Geschichte irgendwie ansprach. Dennoch lag es nun ein paar Monate auf meinem SUB, (wie gesagt, es waren viele Bücher) als ich auf einmal, einer Eingebung folgend, das Buch aus dem Stapel zog. So geht es mir übrigens immer, wenn es Bücher sind, die nicht meinem bevorzugtem Genre´ entsprechen.
Nun schreibe ich den Bericht, ... ...so laufe ich nicht in Gefahr zuviel zu verraten. Obwohl das eigentlich nicht nötig ist, denn im Grunde geht es um das „Wie“ der Geschichte und nicht um ein Finale oder darum den Mörder zu entlarven.
Worum es geht, erfährt der Leser schließlich schon im Klappentext:
„In einem kleinasiatischen Bergdorf fängt alles an. Ein junger Mann, Lefty, eine junge Frau, Desdemona, Bruder und Schwester, fliehen vor den Türken nach Smyrna und ...
Bericht lesen
Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
Pro: man könnte immer noch weiter lesen Kontra: nur Kleinigkeiten
...die dritte Generation.
Wenn ich Middlesex einen Familienroman nannte, so ist das ganz richtig, aber es genügt nicht: neben den ganz wunderbar erzählten vielen Geschichten, wie sich wer kennen lernte, wie sich die Liebesgeschichten entwickelten (wie verführt man jemanden mit einer Trompete?), welche verzwickten Berufschancen ergriffen wurden (was das „Zebra-room“ ist und welche Bedeutung es in der Familienhistorie bekommen hat, werdet ihr selbst ... ...des Lesens nahe gekommen sind.
Middlesex – so hieß übrigens das Haus, in dem Milton und Tessie ihre Familie gründeten, aber ganz sicher ist der Titel des Buches auch eine Anspielung auf „mitten bzw. zwischen den Geschlechtern sein“ - ist aber noch mehr: für mich ist es vor allen Dingen ein sehr gelungener Entwicklungsroman, in dem das Heranreifen von Cal, unter wirklich sehr verschärften Bedingungen, mit all ihrer/seiner Zerrissenheit ob ihrer sexuellen ...
Bericht lesen
Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
Pro: Einfühlsam, spannend, geschichtlich sehr interessant, aufklärend und vieles mehr Kontra: --
Was tut man, wenn man in einer S-bahn sitzt, die ständig Verspätung hat und das auf absehbar lange Zeit? Man könnte schlafen, doch meistens ist der Sitznachbar so laut oder hört so laute Musik, dass dies unmöglich ist. Man könnte aber auch an seinem eigenen Buch weiterschreiben, doch (auch hier) leider sind die Waggons auf meiner Strecke so marode, dass sie wie Espenlaub wackeln und so ein gerade und später wieder lesbares schreiben unmöglich machen. ... ...habe ich mir die Empfehlung einer Arbeitskollegin zu Herzen genommen und mir das Buch "Middelsex von Jeffrey Eugenides gekauft. Ich bin ehrlich gesagt mit wenig Erwartungen an das Buch herangetreten, entspricht es ja nicht unbedingt dem Genre, dass ich normalerweise lese. Doch es hat mich von Anfang an gefangen genommen. Das Buch ist in der rororo-Taschebuchreihe erschienen und über die ISBN 3-499-23810-1 erhältlich.
Der Autor:
Jeffrey Eugenides ...
Bericht lesen
Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
Pro: Läßt sich gut lesen, humorvolle Schreibweise, Kontra: Literarisch nicht besonders innovativ und anspruchsvoll
...warum auch immer, las ich Middlesex von Jeffrey Eugenides, einem Freund von Franzen
Sowohl Titel als auch Cover haben mich allerdings zunächst zögern lassen.Der Titel klingt so nach einem Sexbuch.
Inzwischen weiß ich aber, dass der Titel sich zunächst auf die Straße Middlesex Boulevard in Grosse Pointe, einem Vorort Detroits bezieht, wo die Familie im Buch sich schließlich niederläßt.
Als weitere Bedeutung ist aber sicher auch die Situation des ... ...auch Hodengewebe vorhanden ist“
Middlesex ist in vier Bücher gegliedert.
Der Erwachsene Cal schildert rückwirkend die Ereignisse, die zu der Auswanderung der Großeltern führten (dabei wird die Hermaphroditenproblematik direkt zu Beginn eingeführt) (Buch 1), wie sie in Detroit Fuß faßten (Buch 2), wie sich langsam die Erkenntnis bei dem Enkelkind Cal manifestiert, dass die Entwicklung nicht wie bei einem normalen Mädchen verläuft (Buch 3) und die ...
Bericht lesen
Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
Pro: Tolle Story, phantastischer Stil, wird nie langweilig. Kontra: Der Preis der deutschen Ausgabe.
Hermaphroditen?!
Hermaphroditos, so erzählt uns Ovid, badete einst in einem See, der der Nymphe Samacis geweiht war. Diese Samacis, als sie den unbedarften Jüngling im Wasser baden sah, verliebte sich sofort unsterblich in denselben und es trachtete sie danach, mit ihm vereint zu sein. So schlich sie sich an ihn heran, umfing ihn mit den Armen und berührte ihn mal hier mal dort. Doch Hermaphroditos wehrte sich, in der Liebe noch unerfahren, gegen ... ...zu befreien. Samacis jedoch, die seinen Widerstand spürte, rief die Götter an, auf dass Hermaphroditos nie mehr von ihr getrennt sei. Und so geschah es, dass beide Körper nun in einer Gestalt miteinander verbunden waren. Als ein Doppelgeschöpf steigt Hermaphroditos nun aus dem See, weder Mann noch Frau und fortan soll er Namensgeber für alle Zwitterwesen auf dieser Erde sein.
In Jeffrey Eugenides' mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnetem Roman „Middlesex“ ...
Bericht lesen
Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
Pro: hervorragend geschrieben: spannend und poetisch; fesselnde Geschichte(n); interessanter politischer und historischer Hintergrund; value for money Kontra: Irgendwann hat man leider schon die letzte Seite erreicht.
...In ?Middlesex? erzählt JeffreyEugenides die Familiengeschichte von Cal Stephanides, dem jüngsten Spross einer griechischstämmigen Familie in den USA. Nein, eigentlich erzählt Cal selbst die Ereignisse, die zu seiner Geburt geführt und sein weiteres Leben geprägt haben.
Dabei versetzt er sich und den Leser zunächst zurück in die Jugend seiner eigenen Großeltern. Aus deren Perspektive erzählt er, wie sie 1922 als Kriegsflüchtlinge in die Vereinigten Staaten kamen.
Er schreibt diese Erzählung jedoch von seinem heutigen Standpunkt aus.
Durchsetzt von zahlreichen Abschweifungen, Vorausdeutungen und Querbezügen fügt Cal im weiteren Verlauf der Geschichte Erinnerungen und Erzählungen der Familienmitglieder aus 80 Jahren zusammen, greift durch flüssiges Assoziieren bereits lange zuvor begonnene Themen und Handlungsfäden wieder...
Bericht lesen
Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich
Pro: Hier wird wirklich was geboten Kontra: Vielleicht noch ein wenig teuer
...Achtung: Dieser Beitrag ist weitgehend unverändert nach vorne geholt . Bitte also die Entstehungszeit im Hinterkopf halten...
?Oh, das habe ich auch gekauft ? aber, hm, nö, noch nicht gelesen.? So oder so ähnlich klangen gleich mehrere Bekannte, denen ich vor einigen Wochen nach einem sehr intensiven und erfüllenden Lesewochenende begeistert von ?Middlesex? erzählte. Wohl kein Zufall, aber doch durchgängig auch hier: Da ist dieses Buch seit Wochen in den Bestseller-Listen, und bei ciao findet sich kein einziger ?Bericht? dazu.
Das mag daran liegen, dass JeffreyEugenides zweiter Roman recht umfangreich ist (529 Seiten im Original, wahrscheinlich noch etliche mehr in der deutschen Übersetzung). Aber das sollte doch die eifrigen Leser langer Schmöker, von denen es hier durchaus einige gibt, nicht abhalten. Es mag auch am vordergründig...
Bericht lesen
Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich