„Bist Du ein Freund?“
17.03.2004 (19.03.2004)
Pro:
wunderschöne Tier - und Naturaufnahmen, liebevoll gemachter Film, ideal für Kinder und Tierfreunde, lustige und traurige Teile
Kontra:
-
Empfehlenswert:
Ja
 Weihnachtsengelchen
Über sich:
Hunde sind nicht unser ganzes Leben, aber sie machen unser Leben ganz. (Roger Caras)
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„Die Nebel sind die Kinder der Nacht. Die Schatten sind die Kinder des Lichts. Die Wunder sind die Kinder der Welt. Die Welt der Kinder ist von Wundern voll. Die Welt der Kinder ist abenteuerlich. Ein Abenteuer ist das ganze Leben für sie. Jeder Tag bringt ihnen neue Abenteuer. Das Abenteuer beginnt mit dem Tag der Geburt. Der Tag bricht an...“
Mit diesen Worten, meine lieben Ciao-Leserinnen und Leser, beginnt einer der wundervollsten Filme, die ich je gesehen habe. Es war der erste Film, den ich im Kino gesehen habe, ich war so um die 4 Jahre alt und sehr begeistert von der liebevoll gemachten Tiergeschichte um die Freundschaft eines kleinen Hundes – Mops, und des kleinen Katers – Miez. Vielleicht trägt auch dieser Film die „Schuld“ daran, dass ich heute so bin wie ich nun einmal bin: Hoffnungslos tierlieb. Wir waren damals in Urlaub, als ich meinen ersten Kinofilm schauen durfte und diesen Film sah ich sogar 2 Mal im Kino, es ist überhaupt der erste und letzte Film, den ich ein zweites mal im Kino angeschaut habe. Viele Jahre später lief „Miez und Mops“ auch im TV, wir nahmen ihn auf, doch die Kassette ist hoffnungslos verschollen, wahrscheinlich wurde der Film aus Versehen gelöscht. Umso mehr freute es mich da, als ich entdeckte, dass es dieses „Meisterwerk“ auch auf DVD und Video zu kaufen gibt, und so entschloss ich mich natürlich gleich zum Kauf und um Geld zu sparen für den Kauf des Videos bei ebay. Gestern erst sah ich ihn mir wieder an – zum erst vierten Mal in meinem Leben, und nun will ich auch euch teilhaben lassen an meinen Erfahrungen mit diesem Film (und natürlich erst einmal an der Handlung ;o) ) Die Handlung ~~~~~~~~~~ Der Film beginnt sehr ruhig mit Bildern eines dunklen Waldes, geht dann aber über zu einem alten Bauernhof, in welchem neugeborene Möpse und ebenso neugeborene Kätzchen zu sehen sind. Ein männlicher Sprecher führt durch die Geschichte, eine weibliche Stimme läutet jedes neue „Kapitel“ mit Sprichwörtern ein, wie das von mir zu Anfang zitierte. Menschen treten also nur in Form von Erzählern auf, man sieht nicht einmal ansatzweise ein menschliches Wesen und das den gesamten Film über. Zunächst sucht sich der Sprecher ein Möpschen aus und nennt es Mops, dann ein Kätzchen, das er Miez nennt. Anfänglich sieht man die kleinen jeweils getrennt voneinander nach Freunden suchen, bis sich Hund und Katze näherkommen und die besten Freunde werden. Sie spielen verstecken, teilen ihr Essen miteinander und das wichtigste für beide: Sie haben jemanden, dem sie von ihren Abenteuern erzählen können. Aber versteht mich bitte in diesem Punkt nicht falsch: Man hat den Tieren keine Stimmen gegeben, es ist allein der Erzähler, der uns über diese Dinge aufklärt. Eines Tages macht Miez mit ihrer Familie einen Ausflug an den Steg am Fluss, rutscht aus und plumpst ins Wasser. Ihre Mutter springt sofort hinterher und rettet ihr Junges. Nach diesem „Abenteuer“ erzählt Miez sofort Mops davon, der am Tag darauf zum Steg läuft, um das ganze noch einmal zu rekapitulieren. Neben diesem Steg schwimmt eine angebundene Kiste im Wasser, in der sich Miez versteckt, da sie ja sonst auch immer verstecken gespielt haben, doch alles kommt anders: Die Reißleine löst sich und Miez treibt ab. Mops bemerkt natürlich sofort die miauende, um Hilfe rufende Miez und springt ins Wasser, um sie zu retten, doch die Kiste treibt immer weiter ab und eine abenteurerliche Suche beginnt mit Mops, für den es nur ein Ziel gibt: Miez und Miez, für die es nur ein Ziel gibt: Mops!
Da ich finde, bei diesem Film spielt die eigentliche Handlung eine eher nebensächliche Rolle vor der „schauspielerischen Leistung“ der ganzen Tiere und den herrlichen Natureindrücken (zugegeben, die Handlung ist vielleicht für Kinder aufregend, aber für Erwachsene eigentlich nur schön anzusehn), werde ich auch auf Teile der weiteren Handlung, so wie auf das Ende des Film eingehen, wer es trotzdem nicht erfahren will, wie der Film weitergeht, der überspringe bitte den nächsten Absatz! Miez treibt immer weiter flussabwärts und begegnet schon ihrem ersten Feind, von dessen Gattung ihr später noch einige begegnen werden: Ein Bär! Mops rennt inzwischen am Ufer entlang, sieht die Gefahr und greift den Bär an und lässt sich somit auf einen gefährlichen Kampf ein – und gewinnt. Miez treibt weiter und weiter, bis hin zu einem Wasserfall, den sie zwar hinunterstürzt, aber zum Glück unbeschadet überlebt. Als Mops schließlich die Kiste findet, ist sie leer, Miez verschwunden. Doch ihr geht es gut, mittlerweile hat sie sogar schon einen neuen Freund gefunden, ein Reh, bei dem sie sogar schläft. Als Miez jedoch mitten in der Nacht erwacht ist ihr neuer Freund verschwunden, Miez hat Angst, Ob es auch in der nacht Freunde gibt? Da kommt ein kleines Ferkel zu ihr gequiekt, das sie zu ihren Geschwistern und ihrer Mutter bringt. Miez bleibt die restliche Nacht dort und darf sogar morgens das Frühstück mit den Ferkeln teilen, also an der Muttersau Milch trinken. Im weiteren Verlauf treffen Miez und Mops vielerlei Tiere: Streifenhörnchen, Füchse, Waschbären, ein Pferd, Kühe, Schlangen, Krebse, Vögel usw. Miez hat solchen Hunger, dass sie sich sogar mit ihrem Schwanz einen Fisch angelt, doch der wird ihr gleich wieder von einem Waschbären weggenommen. Mops verwechselt einen Fuchs mit Miez und tollt mit ihm über eine Wiese. Gegen Ende fällt Miez von einem Baum in ein Erdloch, aus dem sie nicht selbst herauskommt, doch plötzlich ist Mops da, er hat seinen Freund gefunden und hilft Miez mit einem Seil aus dem Loch heraus. Jetzt haben sie sich wieder und sind glücklich vereint. Doch im Herbst trifft Miez seine große Liebe, die weiße Katzendame Schneeflocke und Mops kommt sich vor wie das dritte Rad am Wagen und geht.
„Für eine Freundschaft braucht man mindestens zwei, für eine Liebe höchstens zwei“ Es wird Winter und Miez´ Freundin ist schwanger. Sie bringt ihre Jungen in einer Höhle zur Welt und im Frühling tollen die Kleinen schon auf der Wiese herum. Man sieht übrigens kurze Ausschnitte der tatsächlichen Katzengeburt! Doch was hat Mops solange getan? Er hat ebenfalls eine Mopsdame kennen gelernt, Molly, und mit ihr eine Familie gegründet. Und natürlich sehen sich Katzen- und Hundefamilie wieder und ziehen zusammen los. So endet die Geschichte wie sie begann: Mit kleinen Hunden und kleinen Katzen, doch Miez und Mops bleiben, was sie immer schon waren: Freunde!
Filmfakten ~~~~~~~~ Titel: Miez und Mops – Zwei tierische Freunde Farbfilm Erstausstrahlung im Kino: 1985 (also muss ich wohl knapp 4 Jahre gewesen sein) Veröffentlichung Video: 1996 „Ein Film der Millionen im Kino begeisterte“ Bezugsquelle Video: Best.Nr. 4227, VPS Fim-Entertainment GmbH, Waldmeisterstr. 72, 80935 München FSK: ab 0 Jahren Laufzeit: 76 Minuten Präsentiert von: Fuji Film Ein Film von: Masanori Hata Deutsche Fassung: Bernd Eilert Das Video und die DVD sind unter der angegebenen Adresse sowie bei ebay und amazon.de erhältlich.
Preise ~~~~ Die DVD habe ich bei ebay ab 8€ Startpreis, das Video ab 1€ Startpreis bei ebay gesehen. Ich selbst habe für das Video etwa 5€ plus 2€ Versandkosten gezahlt, bei Amazon habe ich es ab 7€ gebraucht und die DVD (neu) für stolze 24,95€ gesehen. Es gibt ebenso ein Begleit(bilder)buch, das heutzutage aber schwer erhältlich sein dürfte, ich habe es nämlich seit meiner Kindheit und das liegt ja auch schon ein paar Jährchen zurück. Für alle, die den Film vielleicht kennen und womöglich nach diesem Buch suchen: Die ISBN lautet: 3-505-09830-2 (im Verlag Schneider).
Eigene Meinung ~~~~~~~~~~~~ Wie schon gesagt, kommt es bei diesem Film nicht so sehr auf die Handlung selbst, wie auf alles andere an. Die Handlung ist ja recht banal: 2 Tierkinder schließen Freundschaft, verlieren sich und erleben auf der Suche nacheinander Abenteuer. Ganz schlicht und ergreifend. Doch das ist es nicht, was diesen Film zu etwas besonderem werden lässt. Zunächst einmal ist das wirklich entscheidende daran, dass es sich um den ersten Abenteuer-Film handelt, der ausschließlich nur mit Tieren gedreht wurde. Und hierbei wurden sie nicht etwa vermenschlicht mit Stimmen von Menschen und mit für Tiere vollkommen unglaubwürdige Aktionen - hier benimmt sich jedes Tier, wie es ihm gerecht wird. Der Hund bellt und wedelt mit dem Schwanz, die Katze schleckt ihre Freunde ab und das alles wird mit einer solchen Ruhe und Natürlichkeit dargestellt, dass man gar keine andere Wahl hat, als diesen Film großartig zu finden.
Bei Miez und Mops handelt es sich um eine japanische Produktion und spielt rein in der unberührten Natur. Nur ab und an sieht man Merkmale, die auf die Existenz von Menschen hinweisen, wie beispielsweise eine Eisenbahn oder eine kleine Hütte am Strand. Das Umfeld sieht jedoch grundsätzlich aus, als wäre dort noch nie irgend eine Menschenseele gewesen, die Tiere haben quasi ihr eigenes Lebensreich, wie man es heutzutage kaum noch findet, da sich überall Menschen einmischen müssen. Durch den Erzähler, der im Übrigen eine sehr angenehme Stimme besitzt, und durch die zusätzlichen Sprüche, die sowohl als Schrift eingeblendet als auch vorgelesen werden, erhält dieser Tierfilm einen ganz besonderen Charme und wirkt auf seine ganz eigene Art wie ein Bilderbuch mit bewegten Bildern. Aus diesem Grund war es wahrscheinlich auch ein leichtes, als Filmsouvenir ein Bilderbuch für Kinder zu vermarkten, da ja schon der Film allein an ein Bilderbuch erinnert.
Es wird auch Musik gespielt, aber nie mit Text, es sind reine Melodien, die auch die jeweils passenden Stimmungen wiedergeben. Sei es eine aufwühlendere Melodie, wenn zum beispiel Miez mit einem Bären kämpft oder eine traurigere zum Beispiel, als sich beide vergebens suchen. Meiner Meinung nach unterstreichen diese Melodien auch noch den poetischen Charakter des Films, der durch die Sprüche entsteht. Obwohl man ja nicht abstreiten kann, dass der Film keine außergewöhnliche Handlung hat, regt dieses Tierabenteuer auch zum Nachdenken an. Viele oder eigentlich alle der Sprüche oder auch das, was der Erzähler uns preisgibt, bezieht sich ja nicht nur auf Tiere, sondern auch auf uns. Dazu zählt zum Beispiel auch, dass ein Abenteuer nicht halb so toll ist, wenn man niemanden hat, dem man darüber erzählen kann, also Freunde hat. Es gibt lustige, aber auch traurige Szenen. Zu den lustigen zählt zum Beispiel, dass Mops auf der Suche nach Freunden mit einem Hirschkäfer wirklich richtig süß spielt – und er spielt ja wirklich mit ihm oder habt ihr schon einmal einen Hund gesehen, der nur so tut, als würde er spielen? Zu den traurigen gehört ja schon alleine, dass sich Miez und Mops aus den Augen verlieren, aber auch, dass Mops sich am Ende überflüssig fühlt und geht, was mit einem ebenso traurigen Spruch ja noch unterstützt wird. Dadurch, dass Tiere ja nicht schauspielern können, wirkt der gesamte Film umso authentischer. Miez und Mops haben sich wirklich lieb, sie müssen nicht so tun, als hätten sie sich gerne, denn das würden Tiere niemals tun. Ein großes Plus erhält dieses Abenteuer von mir schon deswegen, weil wirklich alle Tiere, in erster Linie ja die „Hauptdarsteller“, so goldig und süß sind, richtig zum knuddeln. Miez spielt jedoch viel öfter ihre Rolle als Mops, ist also öfter zu sehen, woran das liegt kann ich euch leider auch nicht sagen.
Fazit: Ich finde, dieser Film ist einer der großartigsten, die ich je gesehen habe, Mir gefallen vor allem dieser Bilderbuch-Charakter und die Natürlichkeit der Tiere und der Umgebung. Für Kinder ist er wirklich der ideale Film. Man bekommt einen Eindruck der Natur und er ist prägend. Jedenfalls hat er mich in meiner Kindheit geprägt wie kein anderer. Das wird wohl auch mitunter ein Grund sein, warum ich Tiere so gerne habe und warum ich mir später einmal, wenn ich eine Familie gegründet habe, einen kleinen Mops anschaffen will, denn schon dieser Film zeigte mir, wie liebenswert Tiere sind und dass man alles tun muss, damit sie glücklich sind. Vielen Dank für das Lesen, Bewerten und Kommentieren meines Berichts!
© Weihnachtsengelchen
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25.03.2004 16:36
Nicht nur für Kinder ideal :-) Ich liiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiebe Tierfilme :-) JL
22.03.2004 18:37
Oh, das war der erste Film, den ich im Kino gesehen habe... soo schön. LG, aiyana
21.03.2004 12:31
Ich kenne den Film auch und find denn so zuckersüß aber auch manchmal zum heulen schön.. toll das es auchnoch Leute gibt, die sich solche Filme anschauen! VG Vivien