Mikrowelle - Tipps & Tricks

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Und Gott schuf die Mikrowelle!

5  29.07.2002 (20.09.2003)

Pro:
Schnell, bequem, sauber

Kontra:
Einige Regel sind immer zu beachten

Empfehlenswert: Ja 

xaundra

Über sich: ROT ist schön.

Mitglied seit:27.12.2000

Erfahrungsberichte:41

Vertrauende:11

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 138 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet


...oder war das der Teufel, wie eine Tante von mir vor Jahren noch behauptete? Egal wer es war, die Mikrowelle hat die Küche während der letzen 15 Jahre revolutioniert. Und die Labors ebenfalls, was viele gar nicht wissen...

Geschichte der Mikrowelleentwicklung (anhand der Küche meiner Mutter!)

Fangen wir aber lieber mit dem traditionellen Ort, wo eine Mikrowelle sich zu befinden hat. Dieser Ort ist die Küche. Ich denke, es war bereits Ende des Jahres 1989 als unsere Küche sich mit ihrer ersten Mikrowelle Bekanntschaft gemacht hat. Die Modelle damals waren noch groß, dunkel, kantig, ohne drehenden Teller und mit auffällig unästhetischen Bedienungselementen. Die Leistung lag bei mickrigen 400Watt. Dieses Exemplar mochte ich nie; das war mir einfach zu grob. 1992 kam der Ersatz in der Form eines Modells Panasonic, und der war mal was richtig schönes. Kleiner als die damals noch herkömmlichen Geräte, weiß, abgerundet, mit einem schönen Glasteller, der sich während des Betriebs drehte -sehr wichtig besonders wenn man mit der Mikrowelle kochen wollte, mit einer sehr nützlichen Digitaluhr und dazu mit einigen schicken elektronischen Tasten, um die 600Watt Leistung besser zu steuern. Diese Tasten erlaubten die exakte Auswahl des Programms (vom Auftauen über Erwärmen und Erhitzen von Flüssigkeiten, Suppen, Tellergerichten bis zum Kochen und eine ganz genaue Vorgabe der Betriebszeit bis zu der Sekunde hin). Herrliches Modell, das immer noch funktionstüchtig im Keller weilt, für den Fall dass ich keine Lust habe, die Küche aufzusuchen. Mittelweile weist die Küche selbst ein ganz modernes Exemplar von Panasonic in Chrom auf, absolut rostunempfindlich, mit Infrarotgrill, Heißluftbetrieb, Gewichtsautomatik, viele Tasten, Stand-By und 1000 Watt. Ich warte noch auf die Mikrowelle, die die Zubereitung auch übernimmt.

Vorteile der Mikrowelle

Viele sind die Vorteile der Mikrowelle. Kurzfassen kann man alles in einem Satz: schnelles, billiges und gesundes Aufwärmen und Kochen. "Schnell" weil der Hauptexistenzgrund einer Mikrowelle, die Gerichte schnell zu erwärmen und zu kochen, ist, "billig" weil durch die verkürzte Betriebszeit bei Leistungen zwischen 400 und 1000Watt, die elektrischen Werte von allen anderen Küchengeräten unterboten werden, und "gesund" weil die verkürzte Garzeit vitaminschonend wirkt.

Nachteile der Mikrowelle

Man sollte sich immer an ein paar Grundregel halten. Auch wenn die meisten Mikrowellen kinderleicht zu bedienen sind, es gibt zwei drei Regel, die man trotzdem beachten sollte. Kein Metall hat in der Mikrowelle was zu suchen, es heißt denn, es handelt sich um das berühmte Löffelchen im Wasser. Die oberen Lüftungsschlitze dürfen von keinen Gegenständen verdeckt sein, sonst kondensiert Flüssigkeit in der Mikrowelle. Die Mikrowelle öffnet man nur wenn sie außer Betrieb ist. Auch wenn die heutigen Geräte einen hohen Sicherheitsstandard anbieten, man kann nie 100% sicher sein, dass im Moment des Öffnens beim Betrieb keine Strahlung austritt.

So, das wichtigste habe ich schon erwähnt, jetzt gehe ich analytischer dran.

Ziel der Mikrowellenbenutzung

Eine Mikrowelle hat die Funktion, Gerichte aufzuwärmen, zu erhitzen, zu garen oder zu grillen. Die Socken schnell mal darin zu trocken, überlässt man lieber dem Wäschetrockner- auch wenn es teurer kostet. Den Alkohol in der Mikrowelle zu erwähren, ist auch nicht empfehlenswert; nach 10 Sekunden hat man ein kleines Feuer und ein zerstörtes Gerät. Die Mikrowelle zu missbrauchen, um Eier festzukochen, ist ebenfalls eine Schnapsidee; das Ganze endet mit einer Riesensauerei.

Geschirr

In der Mikrowelle sollte man eigentlich nur dafür geeignetes Geschirr verwenden. Das heißt, Glas und Porzellan ohne Glasuren, denn diese sind metallisch und sie reflektieren die aufkreuzende Strahlung. Das gleiche gilt für gutes Kristallglas (Kids: Finger weg von den Baccarat-Gläsern der Mutti, sonst gibt es kein Taschengeld für das ganze Jahr!!!) und alles was allgemein mit Metall zu tun hat. Mikrowellen können durch das Metall nicht durchdringen, und die Strahlung wird laut abgewendet. Ausnahme: Der Löffel in der Tasse. Möchte man eine Tasse oder meinetwegen ein Teller mit einer Flüssigkeit erwärmen, dann kann mit der kleinen Hilfe von einem Löffelchen die Erwärmungszeit deutlich verkürzt und die Wärmeverteilung aufgebessert werden. In diesem Fall reflektiert der Löffel die Strahlung nicht weg, sondern es bewirkt eine bessere Energieverteilung.

Seit Jahren gibt es extra Behälter von Tupperware und anderen weniger bekannten Plastikbehälterherstellern zum Aufwärmen von Speisen, die sich bei der Hitze nicht verformen. Diese Behälter sind meist auch für die Spülmaschine geeignet. Man sollte auf die gute Qualität der Produkte bestehen, denn manche billigen Varianten sind schnell zerstört. Besonders wenn man wie ich sehr oft mit der Mikrowelle kocht, die gute Qualität ist unabdingbar, denn die Behälter sollen über einen längeren Zeitraum hohen Temperaturen aushalten können (oder kriegt jemand von euch in 2 Minuten ungekochten Reis halbwegs fertig?).

Hat man ein Kombigerät mit Grill, dann ist unbedingt Vorsicht geboten. Die Behälter für den regulären Mikrowellenbetrieb sind zu 80% ungeeignet für den Grillbetrieb. Ausnahme: Die alten, guten und bewährten Pyrex Produkte oder ähnliches (hitzebeständiges Glas oder Porzellan). Damit kann man ohne Unterbrechung Auftauen, Kochen und Grillen. Sonst muss man den Behälter wechseln, was Zeit und sauberes Geschirr verschleißt. Nicht empfehlenswert.

Auftauen

Um in der Mikrowelle Gerichte vernünftig aufzutauen, sollten man den Betrieb ab und zu unterbrechen, die Speise umrühren und das Gerät erst dann weiterlaufen lassen. Nur so läßt sich garantieren, dass die Speisen dann auch an alle Stellen von den Mikrowellen gut getroffen werden. Die meisten Mikrowellen können leider immer noch keine 100% gleichmäßige Mikrowellenverteilung garantieren. Das Problem ist zwar durch den drehenden Teller weitgehend behoben, es gibt aber immer wieder Stellen, die blöderweise von den Wellen nicht getroffen werden.

Erhitzen

Der Tellerrad ist kein Erhitzungsmaß. Die Wellen erhitzen eigentlich nur das organische Teil des Tellerinhalts und nicht den Teller. Da aber der Inhalt warm wird, erwärmt sich auch der Gefäß; logischerweise weniger als der Inhalt. Deswegen wenn man nicht gewohnheitsabhängig ganz genau weiß, wie lange ein bestimmtes Tellergericht braucht, um ausreichend erhitzt zu werden, sollte man vorschriftgemäß den Mikrowellenbetrieb unterbrechen, das Gericht etwas umrühren und dabei den Erwärmungsgrad kontrollieren. Benutzt man allerdings oft die Mikrowelle, werden solche Sachen schnell zur Routine und man weiß ganz genau die verschiedenen Werte für die verschiedensten Gerichte.

Kochen

Fürs Kochen ist immer Eigenerfahrung und Eigengeschmack angesagt. Meine wichtigsten persönlichen Regeln heißen: Reis oder Fertiggerichten (die meisten sind mikrowellentauglich) mit kochendem Wasser übergießen und dann mit voller Leistung weiter kochen. Der Reis bzw. das Gericht ist viel schneller als im Topf fertig, und man hat nebenbei Strom und Geschirr gespart. Um Gemüse, Kartoffeln und Fisch nur mit der Mikrowellenfunktion zu kochen, sollte man diese vorher klein schneiden. Damit verkürzt man die Garzeit um ein vielfaches, denn die gleiche Menge in größeren Teilen braucht deutlich mehr Zeit (Quadratgesetz des Radiums).

Programm/Zeitauswahl

Fast das Wichtigste, damit eine Mikrowelle ihre Funktion zufrieden stellend erledigt. Hier ist auch Eigenerfahrung angesagt. Egal was im Handbuch steht, man muss selbst einige Mal dran, um die beste Auswahl zwischen "warm", "wärmer", "am wärmsten", "heiß", "überhitzt" zu finden, die für einen Gericht X geeignet ist, und die natürlich mit dem Gericht Y nicht identisch ist. Wichtig ist immer das Verhältnis Betriebsleistung zu Betriebszeit. Für manche Gerichte ist es sinnvoll eine kleinere Leistung zu wählen, und dafür einige Minuten länger zu warten. Richtlinien sind hier kaum möglich. Der eigene Geschmack hat nämlich seine eigenen.

Inhalt mit "Schalen"

Unter "Schalen" gehören harte und weiche Schalen. Einerseits die bekannten harten Eierschalen und anderseits die relativ weichere aber immerhin "stabile" glatte äußere Haut von Tomaten oder Auberginen benötigen eine spezielle Behandlung. Eierschalen haben auch gelöchert sicherheitshalber in der Mikrowelle nicht zu suchen. Wenn man bereits festgekochte Eier erwärmen will, sollte diese zuvor lieber abschälen, fürs Gemüse sind aber meistens einige Löcher ausreihend, um unangenehmes Platzen zu vermeiden.

Gummigefahr

Brot, Brezeln und manche Kuchenvarianten sind durchaus mikrowellegeeignet, das aber unter strengen Zeit- und Leistungslimits. Sonst ist der Übergang zwischen "frisch" zu "gummiartig" innerhalb von 2 oder 3 Sekunden überschritten, und der Inhalt der Mikrowelle ungenießbar.

Sauberkeit

Die speziellen Mikrowellenbehälter haben meistens eine eigene Abdeckhaube, um unangenehme Spritzer an den inneren Mikrowellewänden zu vermeiden, einer Austrocknung der Speise zuvorzukommen und dazu eine Beschleunigung der Erhitzung zu bewirken. Vorsicht beim Herausnehmen ist angesagt, denn die Dinger können ganz schön heiß werden. Benutzt man einen ganz gewöhnlichen Teller für das Erwärmen, gibt es spezielle gelöcherten Folien für die Abdeckung (z.B. von Toppits), es geht aber auch billiger durch die Abdeckung mit einem Teller. Egal was man benutzt, eine ausreichende Luftzirkulation zwischen Behälter und Umgebung soll gewährleistet sein

Reinigung

Der Drehteller gehört in der Spülmaschine, die Mikrowellenwände sollen am liebsten mit einem weichen Tuch und etwas warmem Wasser abgewischt werden. Nur wenn Speisereste hartnäckig drauf haften, sollte weiches Spülmittel benutzt werden.

Benutzerhandbuch

Auch wenn prinzipiell alle Mikrowellen mit der bis zu 90% gleichen Bedienungsbasis auskommen, man sollte das Benutzerhandbuch unbedingt einmal studieren. Es ist zwar langweilig, man kann aber trotzdem noch was lernen und auf Besonderheiten aufmerksam gemacht werden. Die heutigen Geräte bieten außerdem viele verschiedenen Kombinationsmöglichleiten, die man durch die Tastatur auswählen kann, und die sich sogar im Voraus bestimmen lassen. So kommt man zu Hause und das Ragout ist gerade verzehrfertig!

Reparatur

An die Reparatur einer Mikrowelle gehört nur der Fachmann, der dafür ausgebildet ist. Die Mikrowelle ist kein gewöhnliches Elektrogerät sondern ein "Strahlengerät" und da braucht die Reparatur nicht nur spezielle Kenntnisse, sondern auch spezielles Werkzeug.

LABOR

Wozu hat jedes gut organisiertes medizinisches, pharmazeutisches, hämatologisches oder was auch immer für ein Labor eine Mikrowelle? Die einfache Antwort lautet, damit Ärzte, MTAs, PTAs, Pharmazeuten und die weiteren üblichen Verdächtigen keinen Hunger bekommen. Guter Versuch, aber in Labors zu essen, ist seit langem nicht mehr "in". Manche speziellen Färbemethoden von Präparaten, Lösungszubereitungen, das Trocknen von Materialien und weitere solchen Vorgänge kann man mit der sekundengenauen Programmierung einer modernen Mikrowelle besser als mit anderen Geräten steuern. Nicht dass die Mikrowelle Excikatoren, Inkubatoren oder spezielle Laborkästen ersetzen kann, diese Geräte brauchen aber für gewöhnlich längere Zeiten um zu wirken.

Auswahl

Mikrowellen gibt es viele. Die Mikrowelle kriegt als Gerät bestimmt das Prädikat "sehr wertvoll". Für eine gut ausgestattete Küche, bedeutet sie ein Stück mehr Schnelligkeit und Bequemlichkeit. Für eine spärlich ausgestattete Küche oder sonst was für einen Einsatzort, kann man mit einer Mikrowelle einen Wasserkocher, einen Herd und einen Backofen (Kombigerät) ersetzen, was Platz und Geld spart. Man sollte sich vor dem Einkauf des Geräts überlegen, ob ein Kombigerät sinnvoll sei. Kombigeräte sind teurer als "reine" Mikrowellen, und wenn man sowieso in der Küche einen guten Backofen hat, braucht den Grill- oder den Heißluftbetrieb nicht unbedingt. Mikrowellen mit elektronischen Tastaturen kosten auch eine Kleinigkeit mehr, dafür lassen sich aber Programme, Leistung und Betriebszeit 100% genau steuern. Man sollte sich vor dem Einkauf vergewissern, dass der Hersteller Ersatzteile bietet. Damit meine ich nicht die traditionelle "kaputte" Lampe; das Gerät kann man genauso gut auch ohne Lampe benutzen. Der Drehteller und die Tür sollen aber unbedingt als Ersatzteile erhältlich sein- am besten mit Zeitraumgarantie, denn es ist wirklich dumm, eine neue Mikrowelle zu haben, aber keine Tür -nachdem die Kinder schon wieder die Küche als Fußballplatz missbraucht haben, damit diese auch funktionieren kann.

Fazit

Mikrowellen finde ich einfach gut!
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
katze370

katze370

10.10.2006 21:54

Klasse Bericht! Ich hab eine seit 1992, meine Kinder haben sich damals im ersten Moment über "den Fernseher für die Küche" gefreut. LG Katze

jeff2006

jeff2006

17.07.2006 14:39

Klasse Bericht!

farnbauk

farnbauk

22.08.2005 17:37

Eine umfangreiche, tiefgreifende Beschreibung, die über das normale hinaus geht! Sehr empfehlenswert! LG Konrad

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