Wenn die Heidi mit dem Pfarrer...
12.12.2002
Pro:
schöne Alpenlandschaft, nette Ziegen, liebguckende Milka - Kuh
Kontra:
wirkt auf Dauer doch etwas langweilig
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Originalität:
Story:
Darsteller:
mehr
 Beavi
Über sich:
Ich schau hier wieder öfter rein :-) Liebe Grüße an alle meine Vertrauten und CIS-LeserInnen!
Mitglied seit:19.05.2002
Erfahrungsberichte:248
Vertrauende:92
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 121 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
... Milka-Schokolade isst, dann wird die Alpenwelt doch wohl nicht zum Sündenpfuhl! Oder? Durch Zufall bin ich auf den Werbespot „Der Pfarrer“ von Milka gestoßen. Im Fernsehen habe ich den schon länger nicht mehr gesehen – ich glaube, er wird auch gar nicht mehr ausgestrahlt. Aber trotzdem will ich Euch mal mit meinen Gedanken zu dem Spot nerven und quälen…*Der Spot: Zuerst sieht man von weitem eine kleine Kirche, mitten auf einer Hochalm gelegen, davor sitzt eine Person auf einer Bank, eine weibliche Person, die einen Korb in der Hand hält, setzt sich dazu. Nun werden die beiden Personen von nah gezeigt: man erkennt einen älteren Pfarrer, hochgeschlossen in seiner schwarzen Kleidung, er liest in einem Buch (wahrscheinlich ist es die Bibel…) Die weibliche Person entpuppt sich als blonde Heidi, sie sitzt neben dem Pfarrer, stellt den Korb auf den Boden und holt eine Tafel Milka Alpenmilch daraus hervor. Sie öffnet die Verpackung und bricht sich ein Stückchen Schokolade ab.Dann isst sie das Stück Schokolade, der Pfarrer schaut ihr dabei zu; mit einem Gesichtsausdruck, als ob er auch ein Stück Milka haben möchte. Die Heidi bemerkt den sehnsüchtigen Blick und bietet dem Geistlichen etwas von der Schokolade an, was der Pfarrer dankend annimmt. Er bricht sich eine große Ecke ab und steckt sie sich schnell in den Mund. Plötzlich scheint das Handy von Heidi zu klingeln, sie nimmt es an die Hand und hält es an ihr Ohr, entschuldigt sich kurz beim Pfarrer, steht auf und geht ein paar Schritte von der Bank weg, um in Ruhe telefonieren zu können. Dabei dreht sie dem Pfarrer den Rücken zu.Die Tafel Schokolade lässt sie auf der Bank liegen… der Pfarrer schaut die Tafel an… nimmt sich noch ein kleines Stückchen, blickt gen Himmel… nimmt sich wieder ein Stück Schokolade…, während Heidi – nichts Böses ahnend – weiter telefoniert. Der Pfarrer isst unterdessen die ganze Tafel auf… gierig schlingt er ein Stück nach dem anderen herunter. Plötzlich ist die Schokolade alle, er hat nur noch die leere Verpackung in der Hand. Wohin nun damit? Da kommt der Peter mit seiner Ziegenherde des Weges entlang, direkt an der Bank vorbei. Der Pfarrer entledigt sich des Schokoladenpapiers schnell, in dem er es einfach einem Ziegenbock vor die Nase hält – und der schnappt sich das im Vorbeilaufen.Heidi ist fertig mit Telefonieren und kommt zur Bank zurück – und entdeckt, dass die Tafel Milka nicht mehr da ist. Der Pfarrer spielt das Unschuldslamm und deutet auf die Ziegenherde… da sieht man den Ziegenbock, wie er die leere Verpackung im Maul halt. Das findet Heidi ganz lustig, sie lacht und sagt: „Der Herr gibt, der Herr nimmt.“ Der Pfarrer lächelt dazu gequält und blickt dann schuldbewusst der Ziegenherde hinterher. Zum Schluß wird die bekannte lila Milka-Kuh auf der Alpenwiese stehend gezeigt, und man sieht den Satz „Die zarteste Versuchung, seit es Schokolade gibt.“ Die Kuh wendet den Kopf Richtung Kamera und guckt mich schwanzwedelnd freundlich an.*Ambiente/Atmosphäre/Darsteller: Der Spot spielt in der wunderschönen Welt des mitteleuropäischen Hochgebirges: den Alpen. Man sieht die typischen grünen Wiesen, im Hintergrund hohe, schneebedeckte Berge, Bäuerinnen, die Milchkannen auffüllen…, es gibt lilafarbene Kühe, lesende Pfarrer und eine Heidi, die mit ihrem Handy telefoniert. Der Peter mit der Ziegenherde darf selbstverständlich auch nicht fehlen, er huscht kurz durchs Bild, und seine glockenschwingende Herde Ziegen gleich mit. Der Spot zeigt für mich die typische Alpenlandschaft, wie man sie aus den sogenannten Heimatfilmen oder aus der bekannten Zeichentrickserie „Heidi“ her kennt. Fehlt eigentlich nur noch der Alm-Oehi. Ja, so stell ich mir die Alpen vor: saftige, grüne Wiesen im Sonnenschein. Schneebedeckte Berggipfel, um die die Wolken schweben, blökende Ziegenherden, deren Glocken schon von weiten läuten… Hohe Tannen, die sich leicht im Wind hin und herwiegen…Die Darsteller, die holde, junge, blonde Heidi (gespielt von einer jungen Frau, ich schätze sie auf Anfang zwanzig), der Pfarrer (dargestellt von einem grauhaarigen, älteren Mann), der Peter, eine Bäuerin und – natürlich – die Milka-Kuh, spulen ihre Rollen eigentlich nicht weiter groß erwähnenswert ab. Außer der Heidi hat niemand eine Sprechrolle – wobei ich mir auch nicht sicher bin, ob das Blondchen auch tatsächlich spricht, das sieht man nämlich nicht. Der Pfarrer und Heidi sehen aber sympathisch aus, und der Geistliche hat auch ein gutes Mienenspiel. Er bringt die verschiedenen Gesichtsausdrücke wie z. B. „auf etwas stieren“ (er möchte ja soooo gerne ein Stück Schokolade abhaben) oder auch das schlechte Gewissen. Heidi ist nett und wohlerzogen, sie bemerkt des Pfarrers gierigen Blick – und gibt ihm etwas Milka ab. Der Peter und die Bäuerin sind nur Statisten, die einmal kurz durchs Bild huschen bzw. stehen dürfen. Und die Milka-Kuh am Ende meistert ihre Rolle gewohnt souverän, man merkt, dass sie der Profi unter den Darstellern ist. Alleine, wie sie einen anguckt – einfach umwerfend ;-) *Mein Fazit: Im Großen und Ganzen ist der Spot ganz nett – mehr auch nicht. Die Idee ist schon witzig: ein Pfarrer, der ja sonst sein Leben in Maßen leben soll – ohne weltliche Güter, kann der Milka Schokolade nicht widerstehen und futtert fast die ganze Tafel in einer sagenhaften Geschwindigkeit auf.Und da wird der Spot, der nur knapp 30 Sekunden lang ist, etwas unglaubwürdig: entweder telefoniert Heidi minutenlang – und die Szene wurde zusammengefasst, oder der Pfarrer kann wirklich essen wie ein Scheunendrescher, denn er hat die Schokoladentafel in Nullkommanichts weg. Ich brauche für eine Tafel mehr als eine halbe Stunde – mindestens, da ich soviel Schokolade gar nicht auf einmal essen kann. Musikalisch und tonlich wird der Spot von der bekannten Milka-Melodie unterstrichen, man hört auch das Bimmeln bzw. Läuten der Ziegenglöckchen. Die Gefräßigkeit des Pfarrers wird mit stakkatomäßigem „Düdüdüt“ mit der Milka-Melodie etwas hervorgehoben, da sie auch schneller wird, je schneller und gieriger der Geistliche die Schokolade isst.Ein Werbespot, der sich aber nicht großartig in meinem Gedächtnis festgesetzt hat, und den ich auch nicht vermisse, denn auf Dauer fehlt es doch etwas an Esprit, und der Spot wird etwas langweilig. Man kann ihn sich aber schon zwei-, dreimal angucken (gerade auch wegen der schönen Bergwelt), und die Message (Milka ist die zarteste Versuchung, der auch ein Geistlicher nicht widerstehen kann) kommt gut rüber. Übrigens: zum Sündenpfuhl werden die Berge nicht, denn wie heißt es doch so schön: Auf der Alm, da gibt's koa Sünd' *ggg*Schöne Schoko-Grüße :-) Beavi Bremen, 12.12.02
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
Mehr über dieses Produkt lesen
Verwandte Tags für Milka - Der Pfarrer
|
|
23.12.2002 02:12
Ich fand es einfach super, wie du über die Rolle der Kuh berichtet hast. Sie ist also der Profi. Lach, echt witzig.
18.12.2002 16:50
Diesen Spot habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Klasse Bericht! LG Karin
13.12.2002 13:01
Das einzig tolle an der Werbung ist die Landschaft... :o) Gruß jegiehman