Reine Schikane mit absolut unmenschlichen Methoden der Kontrolle

1  24.08.2009

Pro:
guter Verdienst, Umgang mit Kunden erhöht Selbstbewusstsein

Kontra:
Testkäufer, Schikane .  .  . eigentlich alles was sonst noch übrig bleibt

Empfehlenswert: Nein 

CappuccinoBraut

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Mitglied seit:24.08.2009

Erfahrungsberichte:22

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Bis vor etwa einem Jahr habe ich im Kaufland Neustadt a. d. Aisch an der Kasse gearbeitet, als Minijob. Eigentlich wollte ich mich nur zur Inventur anmelden, weil ich als Schülerin dringend Geld brauchte. Als ich dann das entsprechende Formular an der Info ausfüllte, fragte mich die Dame dort ganz direkt "Brauchen Sie vielleicht einen Job?" lang habe ich nicht überlegt und wurde dann gleich zum Kassen-Führerschein-Termin eingeteilt.
Damals habe ich mich darüber gewundert und mich gefreut, dass mich so plötzlich jemand so direkt fragt, ob ich einen Job möchte. Heute weiß ich dass das daher kommt, weil Kaufland - zumindest war das in unserer Filiale so, wobei ich mir bei der Behandlung der Mitarbeiter nicht vorstellen kann dass es in irgendeiner Kaufland-Filiale anders laufen sollte - regelmäßig die Kassierer davonlaufen, weil sie den Umgang einfach nicht mehr ertragen oder dass die Mitarbeiter aussortiert werden, sobald z.B. die stressige Weihnachtszeit vorbei ist. Das Ganze wird dann auf die Leistung geschoben - aber immer der Reihe nach:

Kassen-Führerschein:

Wie schon in einem anderen Bericht erwähnt, macht man einen Kassen-Führerschein, damit einem der richtige Umgang mit dem Kunden, der richtige Kassiervorgang und die Kundenfreundlichkeit beigebracht wird. Und: Was an erster Stelle dabei steht: die richtige Einkaufswagenkontrolle!!! Diese wird immer, wirklich immer in den Mittelpunkt des ganzen Kassiervorgangs gestellt (daher auch die Wagen-Nr.). Obwohl überall groß damit herumgetönt wird: "Wir handeln nach dem Motto - Der Kunde ist ehrlich -"... schon irgendwie interessant oder? Denn solch eine übertriebene Kontrolle wie bei Kaufland habe ich noch nie in einem Supermarkt mitbekommen.
Getarnt wird die Kontrolle durch die Wagen-Nr.. Fragt ein Kunde nach für was diese ist, muss man sich als Kassiererin etwas einfallen lassen, denn wie wurde uns so schön beigebracht: "Ihr sagt natürlich nicht dass ihr nur wissen wollt ob noch etwas im Wagen liegt, sondern ihr denkt euch eine Ausrede aus, z.B. das ist wegen der Getränke und damit wir die untere Ablage nicht vergessen..." *kein Kommentar* aber das sollte jedem zu denken geben! Ich sage nur: "Der Kunde ist ehrlich"...


Der erste Arbeitstag:

Als ich ganz aufgeregt gefragt habe, wie der dann ablaufen wird, beruhigte mich die Chefin der Info und meinte, da solle ich am Samstag für vier Stunden vorbeikommen und dann würde mir alles in Ruhe gezeigt, da könnte ich am Ende vielleicht für eine halbe Stunde an der Kasse arbeiten, aber natürlich würde immer jemand neben mir sitzen.
Wie es dann wirklich abgelaufen ist: Ich kam am Samstag an, groß gekümmert hat sich niemand um mich, wenn nicht diese nette, junge Mitarbeiterin da gewesen wäre. Die haben sie dann angewiesen mir beizubringen wie das geht. Ganz nebenbei bemerkt: Sie war für das Regal einräumen zuständig und saß praktisch nie an der Kasse. Und lange habe ich diese Mitarbeiterin auch nicht mehr bei Kaufland gesehen.

Jedenfalls setzte ich mich dann mit dieser Mitarbeiterin an eine der hintern Kassen, sodass zwischen den Hauptkassen und mir drei freie waren. Damit es nicht gleich zu viel Stress gibt...meinte sie. Sie hat mir dann erstmal ganz ganz kurz die wichtigsten Tasten erklärt und dann die Kasse geöffnet. Auf meine panische Frage ich hätte mir das noch nicht gemerkt meinte sie nur "Das schaffst du schon". Und als erster Kunde kam ein Mitarbeiter, der immer die Regale einräumt, gleich mit Karte gezahlt und ich war peinlich berührt, weil ich vor ihm die ganze Nummer mit Nachnamen vorlesen, "Hat alles gepasst?"-Nachfrage und "Sie" abziehen musste, obwohl ich ihn von früher kannte. Nach dem nächsten Kunden, der auch nur drei Teile kaufte, stand sie dann auf, meinte sie lässt mich jetzt mal eine halbe Stunde allein und ich würde das schon schaffen, sie käme ja wieder...
Fakt war, dass sie nach einer ganzen Stunde immernoch nicht da war und ich allein mit der Kasse kämpfte. Wäre da nicht eine andere Schülerin gewesen, die erst 1x vor mir gearbeitet hatte, wäre ich komplett verloren gewesen. (Sie hörte übrigens eine Woche später auf, weil ihr das neben der Schule her zu stressig wurde...) Mit ihr kämpfte ich mich durch die Einkäufe der Kunden die wenigstens geduldig waren und ein paar nette Worte für mich als Anfängerin übrig hatten - sonst hätte es wahrscheinlich bei Beschwerden schon gleich geheißen ich brauche überhaupt nicht wieder zu kommen.

Als sie dann endlich wieder kam, war es auch schon Zeit die Kasse zu räumen und ganz ehrlich: Ich fühlte mich schon wie ein halber Profi, da ich mich mit der Kollegin zusammen durch alles durchgekämpft hatte, ohne weitere Hilfestellung. Ich war nach diesen vier Stunden vollkommen fertig, hatte wahnsinnige Kopfschmerzen und hatte mir eigentlich geschworen ich würde da nie wieder hingehen. Es hatte eine Menge an "peinlichen Vorfällen" gegeben, aber wie gesagt: Gott sei Dank geduldige Kunden!
Leider brauchte ich aber wie gesagt das Geld und so nahm ich an der Info gleich meinen ersten, auf drei Monate befristeten Vertrag mit nach Hause - da waren sie schnell...


Befristete Verträge/Probezeit:

Bekommt man den ersten 3-Monats-Vertrag in die Hand gedrückt und es wird von Probezeit gesprochen, denkt man sich noch nicht viel dabei. Allerdings wurde mein Vertrag 2x verlängert, immer wieder nur um 3 Monate und ich freute mich schon, da ich gelesen hatte, dass ein befristeter Vertrag bei oder nach dem dritten befristeten in einen normalen Vertrag umgewandelt werden müsse. Die Überraschung erwartete mich allerdings am Dienstplan, als es mal wieder so weit gewesen wäre, den Vertrag zu unterschreiben. Ich stand also neben der Chefin der Info am Dienstplan, sah mich eingetragen und sie meinte wörtlich zu mir "Soll ich Sie nochmal eintragen oder möchten Sie gleich zu Hause bleiben?" Im ersten Moment verstand ich nicht mal von was sie gesprochen hatte. Sah sie erstmal an, wartete auf eine Erklärung, aber da kam nichts. Dann stand ich da wie ein Häufchen Elend und fragte sie nur "Also Sie meinen jetzt...mein Vertrag...also wird er nicht verlängert oder wie?" dann meinte sie in einem unfreundlichen, arroganten Ton "Ihre Arbeitsweise ist für uns nicht länger tragbar. Ihre Fehler können nicht länger geduldet werden. Also soll ich Sie nochmal eintragen für den Rest des Monats? Weil dann läuft ja der Vertrag aus." Das wars. Als hätte sie mir ein Stück Kuchen angeboten und alles wäre reine Nebensache. War es wohl auch, denn um ihren Arbeitsplatz ging es schließlich nicht. Ihre Arroganz musste ich während der gesamten Arbeitszeit bei Kaufland ertragen, da sie schließlich die Chefin an der Info war und somit meine direkte Vorgesetzte. Da sie mich nicht leiden konnte, ließ sie sowieso immer alles an mir aus, das merkte ich recht schnell. Von professioneller Arbeitshaltung keine Spur!


Es gab aber noch eine ganze Reihe anderer Schikanen:

PLU-Test (monatlich), Kassentest (monatlich), Testkäufe (andere Mitarbeiter und Leute von außerhalb)...

Die PLU-Tests wurden monatlich durchgeführt. Hierzu musste man eine DIN A4-Seite von zufällig aus den Seitenlangen Nummern-Kolonnen ausgewählten Produkten auswendig aufschreiben können. Das heißt: zu Arbeitsbeginn wurde einem ein "Buch" mit vielen, vielen Nummern (3- oer 4-stellig) für Obst, Gemüse, Getränke und schwere Produkte ausgehändigt. Man hätte die wichtigsten zu können. Mehr wurde einem dazu nicht gesagt. Für mich vielen darunter Produkte die in der jeweiligen Woche im Angebot waren oder die eben häufig gekauft wurden - mit der Zeit hatte man ein Gefühl dafür, vorher musste man sich eben durch die PLU-Listen die an der Kasse lagen kämpfen, während die Kundenschlange immer länger wurde und sich irgendeiner der Kunden dann freute, weil er durch "zu langes Warten" an der Info Geld einsammeln durfte - so nämlich die Werbung die Kaufland betreibt. 0,50 Cent für Kunden die länger als 5 Minuten warten müssen. Klar dass das viele ausnützten und einem davor noch freundlich ins Gesicht redeten vonwegen "nicht so schlimm, jeder hat mal angefangen". 5 Minuten mögen sich viel anhören, allerdings prüfte 1. niemand nach, ob der Kunde wirklich so lange gewartet hatte (denn: Der Kunde ist ehrlich...) und 2. als Anfängerin am Samstag "volle Pulle" zu geben, wenn alle 8 Kassen besetzt waren und die Schlangen immernoch bis zur Kühltruhe standen...naja dazu brauche ich einem Menschen mit Verstand wirklich nichts zu sagen! In der Abfrage kamen dann aber Nummern von orientalischem Obst dran, von dem ich in meinem ganzen Leben noch nie etwas gehört hatte und das natürlich auch noch nie jemand gekauft hatte während ich an der Kasse gesessen hatte.

Kassentest:

Dazu stellte sich jeden Monat eine Dame von der Info neben einen und bewachte für 15-30 Minuten (angeblich sollen es ja nur 10 gewesen sein) alle Vorgänge (Kassieren, Freundlichkeit, Wagenkontrolle, Frage ob die Tasche/Jacke/...dem Kunden gehören würde (der Kunde ist ehrlich...schon klar), Namensnennung bei Zahlen mit Karte, ob das Band immer weiter lief (allerdings wurde einem dazu das eine Mal gesagt das Band solle immer laufen, während beim nächsten Mal gesagt wurde das Band solle nur wenn nötig laufen, wegen des Strom sparens...) usw...einfach tausende Kleinigkeiten). Es war jedes Mal eine bange Zeit, da man sich sehr unnatürlich verhielt und einem in der Zeit der Bewachung natürlich vor Nervosität jede Menge kleiner Fehler unterliefen. Aber wie kann man sich schon fühlen, wenn einem bei jeder Bewegung auf die Finger geschaut wird und man sich vor dem Kunden für alles rechtfertigen muss, was man getan oder nicht getan hat. Und wehe man vergaß bei einem einzigen Kunden den Satz "Hat alles gepasst bei Ihrem Einkauf?", dann wurde man vor diesem und der ganzen Schlange hinter ihm unfreundlich darauf hingewiesen und hatte dies dann schön gestellt noch nachzuholen, während sich alle in der Schlange das Grinsen verkneifen mussten und man sich selbst eher dem Heulkrampf nahe gefühlt hat.


Testeinkäufe

Die waren wirklich der Abschuss! Glimpflich kam man ja immernoch davon, wenn eine Mitarbeiterin allein oder mit der Familie zu einem an die Kasse kam. Da war einfach von Anfang an klar: Testkauf. Und man zog die ganze Reihe der Vorschriften einfach ab. Kein Problem. Es wurde eine Karte oder ein Kamm in einer Zeitschrift versteckt (die man immer durchschütteln musste, worauf jeder Kunde immer nachfragte wozu man das tat und man sich dann wieder eine Lüge überlegen musste, zu der man angestiftet wurde) oder in einer Verpackung eines Toasters von der das Siegel entfernt war ein Lippenstift (Kartons wurden auch durchsucht, ausgeräumt und alles - aber der Kunde ist ehrlich...), den man finden musste.
Dann gab es aber noch die Variante, dass eine Mitarbeiterin ihren Mann einen vollen Wagen einkaufen ließ (es war der Mann von der Info-Chefin, nur mal so nebenbei bemerkt, der natürlich nur bei mir den Testeinkauf machte) und ihn mit Karte zahlen ließ, auf dem ein vollkommen anderer Name stand, obwohl die beiden verheiratet waren. Jeder würde denken, dass er mit falscher Karte bezahlt hätte, denn als ich später den Bericht über den Testeinkauf unterschreiben musste, stand bei Testeinkäufer sein richtiger Name, er hatte aber mit einem anderen unterschrieben - mir wurde aber mitgeteilt der Testeinkauf sei "in Ordnung" gewesen. Was sind das für seltsame Methoden? Dieser Vorfall wurde nie aufgeklärt.
Und die "allerbeste" Methode zum Schluss. Ich möchte vorher drauf hinweisen, dass nichts übertrieben ist!
Ich war also noch nicht lange dabei, da kam dieser Testeinkauf. Natürlich nicht vorher angekündigt. Ich wunderte mich über diesen etwas seltsam angezogenen, sich seltsam benehmenden Mann, der der Frau vor sich ständig mit dem Wagen in die Füße fuhr, wonach diese sich empört umdrehte und er sich jedes Mal entschuldigte. Irgendwie verstand ich nicht so recht was sich da vor meinen Augen abspielte, leider klingelten meine Alarmglocken dieses eine Mal nicht! Und das sollte ich bitter bereuen. Er hatte ungefähr 12x Kaffee gekauft, ich kann es heute nicht mehr beschwören. Sowie einen Haartrockner im Karton und eine Zeitschrift.

Da ich wie gesagt erst gerade angefangen hatte, war ich noch total darauf bedacht alles richtig zu machen beim Kassiervorgang und war noch echt nervös. Ständig hatte ich Angst dass mit der Kasse nach einer falschen Eingabe etwas passierte, denn die Telefone, von denen jeweils eins an einer 2er-Kasse stand, schienen nur zur Zierde da zu sein. Aber dazu später noch...
Er stellte also eines der Kaffee-Päckchen aufs Band, legte auch den Rest der Waren dazu, ich stand auf, sah nach der Wagen-Nr. und machte alles nach Vorschrift. Er hatte auch eine Jacke über dem Lenker, bei der ich mir nichts dachte - eigentlich hätte ich fragen müssen, ob diese ihm gehören würde, was ich aber vor Nervosität nicht getan hatte. Ich war fertig, nannte ihm den Betrag und schon zog er seinen Testkäufer-Ausweis heraus, ich wickelte alles ab, er lächelte nochmal und ich dachte ok, passt alles und er ging.
Als ich später an die Info gerufen wurde, dachte ich mir nicht viel. Der Testkauf musste ja besprochen werden.
Was mich dann allerdings erwartete, werde ich in meinem ganzen Leben nie wieder vergessen:
Ich betrat das Büro der Info, in dem schon der Einkaufswagen von vorhin stand. Versammelt waren eine Kassiererin, der Testkäufer und die Chefin der Info sowie deren Stellvertretung. Hinter mir wurde die Tür geschlossen, was mir erste Sorgen bereitete. Und dann ging es los. Der Testkäufer, kaum älter als ich, sprach mit mir. Sehr arrogant, sehr unfreundlich und er machte mich im Laufe des Gesprächs so lange fertig, bis mir die Tränen kamen. Ich hielt es irgendwann einfach nicht mehr aus, die Tränen liefen runter aber ihn kratzte das nicht, er machte immer weiter. Ich sagte nur noch ja und ja und hoffte dass ich endlich gehen können würde. Ob mir dieser Wagen bekannt vorkommen würde. Ja. Ob mir etwas auffallen würde. Ich sah in den Wagen und konnte erstmal nichts auffälliges bemerken. Dann sah ich eine Schachtel Zigaretten darin liegen. Meine Augen wurden groß. Ich sagte "Die waren aber vorhin nicht drin!" Er meinte nur er hätte sie vor meinen Augen durch die Kasse geschmuggelt und ich hätte nicht mal kontrolliert. Er zeigte mir dann sogar noch wie er das geschafft hatte: Er trug einen Pullover und in dessen lockeren Ärmel hatte er die Zigarettenschachtel versteckt und sie dadurch festgehalten, dass seine Hände am Lenker waren. Man konnte wirklich nichts sehen! Und das soll eine normale, erlaubte Testmethode sein? Schon das hat mich sprachlos gemacht und er verlangte dafür allen Ernstes eine Erklärung von mir! Dann ging es weiter, die Zeitschrift hätte ich durchgeschüttelt, allerdings hätte ich das falsch gemacht...etwas versteckt war darin nicht. Dann meinte er ich hätte den Karton nicht geöffnet - zu diesem Zeitpunkt wusste ich allerdings noch gar nicht dass man dies zu tun hatte, das hatte mir bisher niemand gesagt - und hielt über jeden einzelnen Punkt einen minutenlangen Vortrag der mich immer weiter runter zog. Zu jedem Punkt hackte er auf mir herum und wollte eine Erklärung. Aber was sollte ich jedes Mal sagen? Er ließ sowieso nichts gelten von dem was ich zu sagen hatte und irgendwann gab ich dann auf.

Dann ging es weiter: Er hatte unter den 12x Kaffee zwei Packungen einer anderen Sorte, die allerdings genauso aussah, von der Verpackung her, nur wenn man sie heraushob, hätte man es sehen können. Diese Sorte war aber teurer als die andere. Und dafür musste ich mich wieder fertigmachen lassen - wobei ich hier sogar noch zugeben würde, dass es mein Fehler war, ihn nicht gebeten zu haben alle Packungen aufs Band zu legen, denn das war ein Punkt, auf den ich vorher schon aufmerksam gemacht wurde. Allerdings war es immer sehr peinlich die darauf wütend reagierenden Kunden zu bitten alle der gleichen Zuckerpäckchen aufs Band zu legen. Hätte ich es doch mal lieber getan...

Die Jacke über dem Lenker, war auch nicht seine. Bisher hatte ich nicht mal eine Ahnung gehabt, dass Kaufland - wir sind eine verhältnismäßig kleine Filiale - auch Jacken führt! Er hatte sie, wie man das normal eben macht beim hinlegen, einmal in der Hälfte gefaltet und sie über den Lenker gehängt. Das Etikett hatte er in die Schlaufe zum Aufhängen gesteckt, sodass wenn ich ihn gefragt hätte ob das seine Jacke wäre und er sie hochgehoben hätte, dieses nicht mal zu sehen gewesen wäre. Also eindeutig keine rechtmäßige Art der Kontrolle! Und so ging das immer weiter. Als er dann nach einer Ewigkeit endlich fertig war und ich tränenüberströmt im Büro stand, alle Anderen außenrum, meinte er halb brüllend zu mir "Sie wollen doch hier arbeiten oder?" ich konnte nur noch nicken "Dann würde ich an Ihrer Stelle schnellstens etwas dafür tun mich zu verbessern, sonst können Sie Ihre Sachen packen!" Damit wäre eigentlich alles gesagt gewesen, aber selbst das verlängerte er nochmal um einige Minuten, indem er immer und immer wieder fragte, Antworten verlangte obwohl ich längst keinen Ton mehr herausbrachte ohne dass die Tränen wieder liefen und keiner sagte was dagegen! Dann gingen alle, während ich von der Stellvertretung der Chefin nochmal abfällig von oben bis unten gemustert wurde und die Chefin meinte zu mir "So jetzt gehen Sie an die Kasse, los, es hat schon lang genug gedauert!" und war vollkommen unfreundlich. Als ich meinte ich würde mir wenigstens schnell die verwischte Schminke und die Tränen abwaschen, meinte sie nur laut und pampig "Aber ganz schnell". Und dann konnte ich mich mit verheulten Augen und nach dieser Art der Zurechtweisung für die letzten Stunden wieder vor allen Leuten an die Kasse setzen...
So viel mal dazu. Jeder kann sich darüber jetzt seine eigene Meinung bilden!

Als letzten Punkt möchte ich noch auf die vorhin schon erwähnten Telefone an jeder 2er-Kasse kommen. Wobei ich nebenbei noch sagen möchte, dass ich interessanter Weise immer allein in einer 2er-Kasse saß, während die anderen Mitarbeiter sich eine teilten - obwohl ich erst angefangen hatte. Die Mitarbeiter selbst konnten dafür allerdings nichts, denn die Einteilung wurde von der Chefin vorgenommen. Sehr oft wurde ich an die vorderste Kasse gesetzt, schon ab dem zweiten Mal. Obwohl das die meistgenutzte Kasse ist und ich vollkommen überfordert war. Das hatte sie aber nicht gekratzt.
Nun also zu den Telefonen. Rief man nämlich bei einer Preisabfrage, einer Wechselgeld-Anforderung oder einfach einem Problem an der Info an, hob meistens niemand ab oder es wurde einem gesagt es würde gleich jemand vorbeikommen. Dann wartete man, wartete, der Kunde auch und wurde - verständlicher Weise - immer wütender, worauf man ihn irgendwie besänftigen musste. Rief man dann nochmal an der Info an, erfuhr man, dass die Dame das vergessen hätte, aber jetzt gleich kommen würde.
Was mir auch mal passiert ist: Ein Kunde hatte sich eine Hose gekauft, an der hing aber kein Etikett mehr und so musste ich nach Vorschrift an der Info anrufen, die mich dann an die zuständige Verkäuferin innerhalb des Marktes verwies und mir die ISBN mitteilte, die ich einzugeben hatte und somit abrechnen konnte. Im Vergleich zu den Malen davor erreichte ich recht schnell jemanden an der Info. Natürlich genau meine Chefin. Ich erzählte was sie brauchte und sie meinte sie würde sich persönlich darum kümmern. Es dauerte, dauerte, dauerte...und nichts rüherte sich, obwohl sie meinte sie würde gleich zurückrufen. Inzwischen hatte ich schon gelernt, dass man derweil die anderen Artikel abrechnete und dann die nächsten Kunden, bis man die Antwort erhielt, um nicht den gesamten Verkehr aufzuhalten. Der Kunde stand dann also neben der Kasse und wartete. Es vergingen Minuten und nichts passierte. Ich rief nochmal bei der Info an, weil es mir langsam echt peinlich wurde, obwohl der Kunde freundlich blieb. Keiner ging ran. So auch bei den nächsten zwei Versuchen. Nach exakt 12 Minuten - ich saß direkt vor der Uhr - meinte der Kunde dann es wäre nicht so wichtig und er könne jetzt nicht mehr warten. Ich entschuldigte mich bei ihm, weil es mir WIRKLICH peinlich war, obwohl ich streng genommen nichts dafür konnte. Er ging und von der lieben Chefin kam kein Anruf mehr! Natürlich habe ich nicht mehr nachgerufen, da er ohnehin schon gegangen war. Und als ich Stunden später Dienstschluss hatte, fragte ich nach. Da meinte meine Chefin doch wirklich "Naja wir haben keinen Preis gefunden." Angerufen hatte mich aber keiner mehr, das heißt der Kunde hätte vielleicht noch eine halbe Stunde dort gestanden...


So viel also zu mir und meinen Erfahrungen mit Kaufland. Der Verdienst mit 8,56€ die Stunde plus Weihnachtsgeld und zwei bezahlter Stunden pro Tag Urlaub, war wirklich gut. Aber die Schikane ist wirklich nicht auszuhalten und ich würde es niemandem, wirklich niemandem empfehlen dort zu arbeiten!

Ich war dort 3 x pro Woche wenn keine Ferien waren (unter der Woche 3-4 Stunden und jeden, wirklich jeden Samstag 5 Stunden, wobei sie nur bissige Bemerkungen für mich übrig hatte, wenn ich mal einen einzigen Samstag frei haben wollte - und das obwohl ich eine anstrengende Schule besuchte und noch zusätzlich lange Fahrtzeiten dorthin in Kauf nehmen musste (Schule) von dem Stress und dem Weg zum Kaufland ganz zu schweigen.)
Wenn ich mich mal krank meldete, wurde ich von ihr am Telefon dumm angeredet und sie ließ ihre Wut darüber dass sie jetzt jemand anderen finden musste an mir aus, meinte einmal morgens, als ich anrief dass es mir so schlecht ging, warum ich nicht früher aufgestanden wäre und angerufen hätte, um zu sehen ob es mir schlecht gehen würde...
Sie wusste dass ich Schülerin war und die reine Schulzeit eine lange Woche war, sie kannte die Zeiten. Aber darauf hatte sie nie Rücksicht genommen und mich immer nur aggressiv zurechtgewiesen, wenn ich erwähnte dass es da nicht ging. Aus Angst habe ich sogar mal zwei Stunden Englisch geschwänzt, weil ich mich wirklich nichts mehr habe sagen trauen...
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
CappuccinoBraut

CappuccinoBraut

10.02.2012 20:26

Hallo Michael (Queen500) - vielen Dank für dein Lob! =)

Queen500

Queen500

20.12.2011 18:42

echt ein toller Bericht! LG Michael

CappuccinoBraut

CappuccinoBraut

08.07.2011 02:21

Hallo Komiker, Betriebsrat...wenn ich danach gefragt hätte, hätten die nur laut gelacht. Da drinnen waren wir so hoch gestellt wie anderswo die Putzfrau... Und ich durfte mich dann zu dem Stress in der FOS damals noch von denen dumm anmachen lassen - deswegen habe ich damals meine Schule schleifen lassen, weil die einen reingestresst und einem Angst gemacht haben...das bereue ich sehr, denn das Jahr habe ich nicht bestanden - kurz darauf wurde mir auch von Kaufland gekündigt...

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