Geringfügig beschäftigt bei Kaufland

4  21.02.2011

Pro:
Gutes Gehalt, nette Kollegen, faire Vorgesetzte, Urlaubs - / Weihnachtsgeld, flexible Zeiten

Kontra:
nervige Kunden

Empfehlenswert: Ja 

Charming_Holly

Über sich:

Mitglied seit:04.06.2008

Erfahrungsberichte:1

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 18 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Sooo, nachdem ich jetzt eigentlich überwiegend negative Berichte gelesen habe, möchte ich jetzt etwas positives über Kaufland als Arbeitgeber schreiben :)

Bereits als Abiturientin habe ich bei der Rewe Group in einem Penny-Markt in Leipzig gearbeitet, damals 10h die Woche für 8,23€/ h. Ich musste öfter mal länger bleiben, natürlich unbezahlt, es gab ein kleines Urlaubsgeld und ich war mit Abstand die jüngste Mitarbeiterin in dieser Filiale :( In den 6 Monaten, die ich dort gearbeitet habe, hatte ich einen Testkauf (die minderjährige Tochter des Gebietsleiters), ein oder zwei Schulungen und eine 7h- Marathon-Einarbeitung. Alles in allem nicht schlecht, war für mich als Schüler ein guter Job, den ich auch nur gekündigt hatte, um mich auf's Abi zu konzentrieren.

Nun ging es zum Studium nach Berlin, mein Studium war recht locker und eine Freundin erzählte mir von ihrem Kauflandjob. Flugs hab ich ihr eine Bewerbung in die Hand gedrückt, wurde zwei Wochen später angerufen und zum Gespräch eingeladen. Die Chemie zwischen mir und dem damaligen Hausleiter hat gestimmt: gleicher Geburtsort, gleiche Liebe für Eishockey und er kam aus dem gleichen Stadtteil von Leipzig wie ich. Ich wurd noch kurz gefragt, was ich mit Kaufland verbinde, als was ich denn gerne arbeiten würde und schon wurd ich runter ins Kassenbüro geschickt, um mir meine Termine zum Einarbeiten geben zu lassen.

Einarbeiten
Man wird quasi dreifach eingearbeitet: das erste Mal sollte ich mich hinter einen netten jungen Mann stellen, der mir alles erklärte. Wie man die Kasse bedient, worauf man achten muss, was man nicht vergessen sollte, welches Obst/ Gemüse welche PLU-Nummer hat, usw. Hin und wieder durfte ich auch mal selbst kassieren, wenn es leer war und nach gut drei Stunden wurde ich entlassen. Beim zweiten Mal durfte ich den Kassenführerschein machen bei dem man die Kauflandphilosophie, Kundenfreundlichkeit, Service, Garantien, Müllentsorgung u.v.m. kennengelernt hat und am Ende einen Multiple Choice-Test machen (und natürlich auch bestehen) musste. Dann beim letzten Termin sollte ich eigentlich selbst kassieren und dabei von einer Mitarbeiterin beaufsichtigt werden, welche aber an dem Tag krank war. Also hat sich der diensthabende Mitarbeiter aus dem Kassenbüro hinter mich gestellt, 3 Minuten geguckt und meinte dann, das sähe gut aus, wenn was ist, soll ich anrufen ^^ Zum Glück musste ich das Telefon nicht benutzen und alles ging gut.

Finanzielles
Erstmal fand ich es super, dass man mir die 13€ für mein polizeiliches Führungszeugnis erstattet hat. Einstiegsgehalt lag bei mir damals bei 8,7x €/h zuzüglich Zuschläge. Nach zwei Jahren bekomme ich 10,5x€/h (Tarif), ab 18 Uhr 20% mehr und ab 20 Uhr 50% mehr, sonntags sogar 120%. Das Gehalt ist bisher aller 6 Monate angestiegen. Ab einem Jahr Zugehörigkeit kamen auch noch mal über 200 € Weihnachtsgeld und nochmal so viel Urlaubsgeld hinzu, letztes Jahr gab es auch erstmalig ein kleines Fresspaket :) Außerdem gibt es eine Mitarbeiterrabattkarte, die aber leider nur für Non-Food gilt.

Testkäufe und ähnliches
Als ich damals angefangen habe, gab es bei uns noch PLU-Tests, welche aber absolut zu schaffen waren. Da wir mittlerweile neue Kassen haben, sind diese entfallen. Testkäufe haben wir aber nach wie vor, die Frequenz ist dabei ganz unterschiedlich. Es kommen hauptsächlich externe Leute, Mitarbeiter machen eigentlich nur in Ausnahmefällen Testkäufe, wenn z. Bsp. jemand nie da war, wenn Testkäufer unterwegs waren. Ich selbst hab auch schon einige Testkäufe durchgeführt, auch schon einmal einen solchen Wagen zusammengestellt und kann von mir behaupten, seit einem Jahr nicht mehr bei einem TK durchgefallen zu sein. Schema ist immer gleich, man muss nur wissen, aus welchen Komponenten ein solcher Testkauf besteht, gut gucken und darf nichts vergessen, dann ist das auch machbar.
Des weiteren gibt es ein paar Mal im Monat einen Kassensturz, wo man einfach mitten in der Schicht ins Büro geholt wird und die Kasse einmal durchgezählt wird.
Es gibt für jeden Monat eine Liste, auf welcher die Bedienernummern stehen und wie viele TK die Kassierer bestanden haben und wie viele verbockt, die Kassendifferenz und noch was drittes, wo ich bis heute nicht weiß, was es ist ^^Das ganze wird dann noch rot und grün unterstrichen, was ich persönlich nicht schlimm finde und bei gut 80 Kassierern weiß ich auch nicht, wer welche Nummer hat.
Ab 2,50 Kassendifferenz, egal ob positiv oder negativ, gibt es ein Protokoll, welches man unterschreiben muss und eine kleine Anmahnung, dass man doch sorgfältiger arbeiten soll. Hat man 10 € Differenz, muss man das Protokoll vom Hausleiter gegenzeichnen lassen, alles jedoch halb so wild, es sollte nur nicht zur Gewohnheit werden und aufgrund der Tatsache, dass bei uns öfter mal Trickbetrüger umgehen, passiert das halt schon einmal.

Arbeit ansich
Dass Kunden öfter mal dumm und nervig sind, kann sicherlich jeder bestätigen, der im Einzelhandel arbeitet ;) Zum Glück hat man für Rückfragen, Probleme und bei Kleingeldmangel ein Telefon, selbst bei kleinen Schnittverletzungen wird man rührend versorgt. Die Wagenkontrollen find ich gerechtfertigt, denn oftmals rollen oder rutschen Sachen unter Taschen und Beutel drunter. Klar, andere Supermärkte machen das nicht, aber die haben dann Spiegel oder Kameras im Kassentisch und ich find nichts schlimm dran, wenn man jemanden bittet, mal eben die Tasche anzuheben. Die Leute wissen es und verstehen das auch zum Großteil.
Arbeitszeiten gibt man im Kassenbüro bei uns an, da wir ja fast nur Studenten sind, ändern die sich auch nur aller halbe Jahre. Bisher wurde sich bei mir auch stets dran gehalten, hin und wieder bekommt man mal einen Anruf, wenn jemand ausfällt, ob man nicht einspringen kann. Man wird auch immer halbwegs pünktlich rausgelöst, meistens liegt es aber daran, dass die Ablöse zu spät kommt, ganz selten wird man mal übersehen, dann ruft man eben an, aber meistens klingelt das Telefon kurz vor Schluss und man wird vorgewarnt bzw. gefragt, ob man nicht noch eine halbe Stunde bleiben kann. Grundsätzlich gehen die Schichten bei uns 4- 4,5h. Bei Planabweichungen gibt es einen Ordner, in den man sich 3 Wochen vorher eintragen kann, wenn man an einem Tag oder zu einer bestimmten Zeit nicht kann. Sollte kurzfristig was dazwischenkommen, findet man so gut wie immer jemanden, der tauscht.
Sollte mal etwas Luft sein, so darf einer raus und Ware verräumen, die die Kunden an der Kasse gelassen haben, die Pappkartons entsorgen, die überall rumstehen und den Pappwagen wegbringen. Ich persönlich mag es nicht, aber ich bin auch eher selten die "Glückliche".
Aller 6 Monate gibt es eine Kassenschulung und hin und wieder noch sogenannte LIN-Kurse, die man im Markt an einem Computer absolviert.

Mein Fazit
Aufgrund der Tatsache, dass unser Markt inmitten eines sozialen Brennpunkts liegt und man viele Ausländer, Obdachlose und Suffies als Kunden hat, sieht man es bei uns relativ locker, da man das einfach nicht mit dem Durchschnitt vergleichen kann. Mir macht der Job sehr viel Spaß, die Kollegen sind super nett, wir sind zu gut 80% Schüler und Studenten, die Vorgesetzten haben jederzeit ein offenes Ohr für Probleme und sind absolut fair. Ich würde es jederzeit wieder machen, mittlerweile arbeite ich sogar freiwillig als Gleitzone, also fast doppelt so viel wie vorher. Klar schränkt einen der Job irgendwo auch ein, aber durch die Öffnungszeiten ist man superflexibel.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
joanbaez

joanbaez

22.02.2011 16:47

Herzlich willkommen. Das hört sich ja recht gut an. LG

Luna1960

Luna1960

22.02.2011 12:34

Willkommen bei Ciao! LG Anna

Queen500

Queen500

22.02.2011 09:56

guter Einstand! LG Michael

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Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 4549 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

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