Immer gern dabei..
17.03.2002 (07.04.2002)
Pro:
Ausstattung, (Bild - )Qualität
Kontra:
AF - Geschwindigkeit, Software
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
mehr
 ingobohn
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:21
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 48 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Ich fotografiere seit fast 20 Jahren mit Spiegelreflexkameras. Angefangen hat alles mit einer Praktica MTL 5 B. Die Vollmechanikerin liebe ich heute noch. :) Derzeit benutze ich als analoge Kamera eine Minolta 9000. Etwas betagt, aber immer noch gut und zuverlässig. Erst letzens im Urlaub - Mauritius :) - hab ich sie wieder jeden Tag am Wickel gehabt und einige Filme durchgezogen.
Vor gut einem Jahr erwachte in mir der Gedanke, doch mal auf digitale Fotografie umzusteigen oder zumindest ein zweites digitales "Standbein" aufzumachen. Weihnachtsgeld sei Dank, habe ich mich Ende 2000 zum ersten Mal so richtig mit dem Thema beschäftigt und auch einige Kameras auf Herz und Nieren getestet. Schon bald war klar, dass für mich nur eine (mind.) 3 Mio Pixel Kamera in Frage kommt, die als Speichermedium ein Micro-Drive von IBM verwenden kann. Damals war das eigentlich fast nur die Casio QV 3000. Die war aber viel zu klobig und sah für den damaligen Preis von 2.500 DM einfach nur billig und schäbig aus.
So habe ich immer wieder nach meiner Idealkamera Ausschau gehalten. Aber leider nie eine gefunden. Es kam, wie es kommen musste: das nächste Weihnachtsgeld. :) Und der feste Vorsatz, jetzt aber endlich zuzuschlagen (Ende 2001). Wieder rumgeschaut und diverse Kameras getestet. Vom Design und den Features stach mir die Canon Powershot S30 (oder S40) ins Auge. Nachteil: kein Micro-Drive verwendbar. Die Casio QV 4000 sah noch genauso billig aus, wie die kleine Schwester von damals. Aber die Minolta Dimage 5... S-A-G-E-N-H-A-F-T! Einziger "kleiner" Nachteil: der happige Preis.
Aber unverhofft kommt oft. Als ich so durch Freiburg schlenderte, hatte "mein" Fotohändler "DigiCam- Aktionstage" und "meine" Dimage 5 für nur 1.400,- DM im Schaufenster. Nach ersten Herzattacken gleich rein in den Laden und vorsichtig nachgefragt, ob der Preis auch stimme. Jawoll, war die Antwort. Leicht hektisch (15 min vor Ladenschluss) mir die Kamer nochmals genau angeschaut und ausprobiert. Herzklopfen... Noch nach dem Preis für ein 1 GB Micro-Drive nachgefragt: 800,- mit Zubehör. 2. Herzattacke... Noch nach einem Ladegerät und zwei Sätzen 1.800 mAh Akkus nachgefragt. Alles eingepackt. An der Kasse gezahlt (knapp 2.300 DM) und heimgerannt. Daheim: Ungläubiges Staunen und platt vor Glück, so ein Schnäppchen gemacht zu haben.
Zeitnahme "Betreten des Ladens": 18:15 h. Zeitnahme "Verlassen des Ladens": 18:25 h. Mit Dimage 5 in der Tasche. :) Seit gut 3 Monaten habe ich die Dimage 5 nun in jeder freien Stunde in Gebrauch. Und ich habe keinen Pfennig des Kaufpreises bereut!!!
Warum? Ganz einfach: 1) Design/Verarbeitung ====================== Sieht aus wie eine Spiegelreflex, auch wenns keine ist. Das Metall liegt kühl und passend in der Hand. Die Verarbeitung ist wirklich erstklassig. Die Kamera wirkt solide und zuverlässig. Das einzig Unschöne ist die billig wirkende Plastikeblende fürs Zoomobjektiv.
2) Bedienung ============ Die Kameras gibt keine Rätsel auf. Vor allem Benutzer von Minolta-SLR´s werden einige bekannte Bedienphilosophien wiederfinden. Auch die Paniktaste ist vorhanden. :) Die Kamera liegt gut in der Hand. Alle wichtigen Bedienelemente sind sofort zugreifbar und sitzen am richtigen Platz. 3) Ausstattung ============== Die Kamera hat so viele Features, dass ich gar nicht weiss, wo ich anfangen soll. Generell orientiert sich nicht nur das Design, sondern auch die Ausstattung an üblichen Spiegelreflexgepflogenheiten. Das Zoomobjektiv hat einen sehr grossen Brennweitenbereich von 35-250 mm. Desweiteren bietet es auch eine Macro-Funktion. Ein "richtiger" Blitzanschluss (mit typischem Minolta Schnellverschluss" ist auch dran. Genial ist die Möglichkeit, dei Schärfe manuell einzustellen. Welche DigiCam bietet das noch? Für mich als Brillenträger ist der von -5 bis +5 einstellbare Dioptirenausgleich am Okular genial! Kameraseitig kann man gleich Grundeinstellungen von Kontrast, (Blitz-)Belichtungskorrektur, Farbsättigung, ISO-Code und Weissabgleich VOR der Aufnahme einstellen. Schaut man durchs Okular, schaltet sich der LCD-Screen automatisch ab (wenn man´s so konfiguriert hat). Eine prima Idee - vor allem zum Stromsparen. Der runde Navi-Key an der Rückseite ist gut gelungen, auch wenn er etwas weich und mit etwas zu schwachem Druckpunkt daher kommt. Prima sind auch die Anschlüsse für ein Stativ und ein externes Blitzkabel. Auch das findet man nicht an jeder DigiCam. Neben einigen vorgefertigten Programmen (Porträt, Sport, Gegenlicht, Nacht, Textdokumente), die vor allem am Anfang sehr hilfreich sind, bietet die Dimage 5 natürlich auch hier alle Features einer normalen SLR: Vollprogramm, Zeit-/Blendenautomatik und Manueller Modus. Ein (wie üblich etwas schwächlicher Blitz) ist auch mit bei. Schade nur, dass man ihn manuell hochklappen muss. Andere Kameras fahren den Blitz automatisch aus, wenn eine Blitzbelichtung nötig ist.
4) Der tägliche Gebrauch ======================== Ich habe die Kamer immer und überall hin mitgenommen, sofern die Zeit und Umstände es zuliessen. Durch die ergonomische Anordnung der Bedienelemente bin ich mit der Kamera immer "schnell in Schussposition". Lediglich der Autofocus ist unter bestimmten Bedingungen etwas langsam und unsicher. Vor allem dann, wenn die Umgebungshelligkeit nachlässt. Das Zoomobjektiv hat mir bisher noch kein Mal im Stich gelassen, will heissen: der Brennweitenbereich ist so gross, dass mir bisher noch nie passiert ist, dass ich nicht die passenden Brennweite gefunden hätte. Nach der Aufnahme ist die Kamera relativ schnell wieder aufnahmebereit. Aber das genialste ist das mauelle Steuern des Focusschwerpunktes via Navi-Key auf der Kamerarückseite. Hier kann wirklich der Schärfepunkt exakt dahin gelegt werden, wo ich ihn haben will! Als alter Diaknipser schätze ich auch die Spotmessung (statt der Matrixmessung) bei der Belichtungssteuerung sehr. Habe sie fast immer aktiviert. Die Blitzbelichtung habe ich im Setup dauerhaft auf -0.3 eingestellt, weil mir bei den ersten Bildern mit Blitzbelichtung eine leichte Überbelichtung bzw. ein leichtes Überblitzen aufgefallen ist. Um den Rotaugeneffekt zu verhindern, verwende ich beim Blitzen immer einen kleinen Vorblitz. Leider sieht man doch bei manchen Bildern leichte "Draculaaugen". Mein Tipp: Entweder nicht frontal von vorne fotografiern, sondern leicht schräg von der Seite. Oder es später bei der Bildbearbeitung korrigieren. Ich hatte anfangs auch die Schärfe im Setup auf "scharf" statt "mittel" eingestellt. Davon bin ich aber mittlerweile wieder abgekommen, da mir manche Bilder dann zu verrauscht waren. Den AF habe ich auf "statisch" eingestellt, der Nachführ-AF taugt meines Erachtens nicht, da dafür der Autofokus zu lahm ist. 5) Bildqualität =============== Schon bei der Demo im Laden zeigte mir der Händler einen 20x30 cm Print, der angeblich mit mittlerer Auflösung und in mittlerer Qualität aufgenommen worden sei. So ganz glaubte ich ihm das aber nicht. Seit ich die ersten Abzüge meiner ersten Bilder habe machen lassen, glaub ich´s wirklich! Ich selbst nehme meine Bilder mit der 1600er Auflösung in der Qualitätsstufe "fine" auf und bin heute immer noch restlos begeistert von der Bildqualität. Von meiner Nichte habe ich ein Porträt auf 20x30 abziehen lassen. Das Ding war so spitze, dass sämtliche Verwandte auch einen Abzug haben wollten. Mittlerweile habe ich 8 Kopien davon gemacht. Das spricht für sich! Kein Korn, hohe Farbtreue (auch bei Hauttönen), kein Rauschen. Und das bis hoch zu DIN a 4. G-E-N-I-A-L. Nach den ersten Abzügen habe ich beschlossen, dass ich die DigiCam nicht mehr als Ergänzung zu meiner analogen SLR verwenden werde, sondern als ERSATZ. Die Belichtungssicherheit ist gut, bis auf Aufnahmesituationen mit extremem Gegenlicht (Person vor Fenster). Hier sollte schon bei der Aufnahme manuell korrigiert werden. Generell habe ich den Eindruck gewonnen, dass Korrekturen an der Kamera vor der Aufnahme besser sind, als später bei der Bildretusche am PC was nachzudrehen. Die Qualität des Objektives ist beispielhaft. Es hat wohl doch gut getan, dass Minolta GT-Objektiv verbaut hat. Zum Schutz der Linse, aber auch zur Kontraststeigerung habe ich einen UV-Filter draufgeschraubt.
6) Printservice =============== Ein kurzes Wort zum Internet-Printservice. Ich verwende da immer www.agfanet.de. Man muss sich als erstes einen kleinen Client downloaden, mit dem man dann die Bilder katalogisiert und hochlädt. Ich schicke sie immer zu Fotolabo in Breisach. Ein 10x15 kostet 0.30 Euro. Ein 20x30 3.50 Euro. Heute bis mittag hochgeladen, und Die Bilder liegen am übernächsten tag im Briefkasten. Spitze. Die Bilder komprimiere ich unter JPEG immer mit Faktor 20. Sie haben dann im allgemeinen eine Grösse von 300 kB. 7) Mitgelieferte Software ========================= Das dunkelste Kapitel bei der Dimage 5. Es wird nur eine "Dimage Viewer Utility" Software mitgeliefert. Die verwende ich lediglich zum Runterladen der Bilder von der Kamera auf den PC - wenn überhaupt. Ich habe allerdings festgestellt, dass es qualitativ besser ist, die Bilder wirklich mit dieser Software runterzuladen und dabei die Farbkorrektur einzuschalten. Anschliessend bearbeite ich die Bilder mit "GIMP" unter Linux oder "Picture Publisher" unter Windows. Meistens korriegiere ich aber nur Helligkeit, Kontrast, Schärfe, Farbtreue und JPEG-Komprimierungsfaktor.
8) Handbuch =========== Sowohl das Handbuch zur Kamera als auch zur Software sind sehr gut gelungen und wirklich ausreichend. Manchmal zu weitschweifend. :) 9) Batterie =========== Der Händler gab mir beim Kauf gleich den Tipp, bloss nie normale Batterien zu verwenden, sondern am besten gleich Akkus mit 1.800 mAh Leistung. Wie recht er hatte: die mitgelieferten Batterien hielten gerade mal 20 Bilder. In Worten: "zwanzig"! Meine Varta Akkus halten ca. 5-10 "Filme", je nach Verwendung von Blitz und LCD-Monitor (also so ca. 150-300 Bilder). Ich habe immer eine zweiten Satz mit bei. Aufgeladen sind die Dinger innerhalb von 6-7 Stunden. Sehr zu empfehlen!
10) IBM Micro-Drive =================== Hier kann ich nur 2 Dinge sagen: G-E-N-I-A-L + K-A-U-F-E-N! Auf das Speichermedium passen in meiner gewählten Auflösung und Qualitätsstufe etwas über 1.000 Bilder. da macht auch der längste Urlaub mit... Und via PCMCIA-Adapter lässt es sich in meinem Laptop ganz normal wie ein weitere Festplatte ansprechen. 11) Canon BJC 7000 ================== Probeweise habe ich auch die Bilder mal auf meinem Tintenkleckser zuhause ausgedruckt. ich verwendete dazu das Canon Glossy Paper und die spezielle Foto-Tintenpatrone. Und siehe da: gar nicht so schlecht! Echte Abzüge sind natürtlich besser, aber für den Heimgebrauch durchaus verwendbar.
12) Externer Blitz ================== Da der eingebaute doch etwas schwach auf der Brust ist, überlege ich mir derzeit die Anschaffung eines externen Blitzes. Erst sollte es der "Metz mecablitz 34 CS-2 digital"´werden, aber der ist nur ein "dummer" slave-Blitz ohne jede kameraspezifische Funktion. 13) Kameratasche ================ Kleiner Tipp: Tamrac Digital Series 6 für ca. 45 Euro. Passt prima. Leider sind nur schwer Händler zu finden, die sie führen. Am besten mal bei Tamrac auf der Website nachschauen.
14) Offene Wünsche / Verbesserungsvorschläge ============================================ An erster Stelle: Gebt dem Autofokus ein paar PS mehr unter die Haube. Der sollte schneller werden! Am 19.03.2002 konnte ich auf der CeBIT die neue Dimage 7i ausprobieren. So sollte ein Autofocus sein! Nach Berühren des Auslöseknopfes springt das Objektiv geradezu in die Schärfe! Und: Spendiert endlich mal eine echte Bildbearbeitungssoftware! 15) Änderungshistorie ===================== o 17.03.2002: Produktbezeichnung des Blitzgerätes in Kapitel 12 korrigiert o 21.03.2002: Absatz über Autofocusgeschwindigkeit der Dimage 7i in Kapitel 14 hinzugefügt o 07.04.2002: Blitzberschreibung in Kapitel 12 erweitert
-ibo
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11.10.2002 23:13
Solche Berichte wünscht man sich öfter... Ausführlich, gut strukturiert, so daß man Absätze überspringen kann, die aktuell nicht von Interesse sind. Klasse. -> sh
07.07.2002 11:15
ich hab die standardakkus von sanyo und mir zur reserve noch 2! zusätzliche sätze gekauft. je nach blitzeinsatz und dem was ich so vor hab wechsel ich die akkus alle 100 bis 150 bilder. mein bruder hat ein ladegerät welches immer erst komplett entläd bevor es dann wieder aufläd. somit hab ich mit kapazitätsverlusten keine schwierigkeiten
20.05.2002 15:02
Vielen Dank für diesen Bericht! Du hast mir, so denke ich, einiges an Recherche-Arbeit erspart, und mich ziemlich heiß auf diese Kamera gemacht... Lieben Gruß, Georg