Ich bin eingefleischter Spiegelreflex-Fan gewesen und ging lange mit dem Wechsel zur Digitalfotografie schwanger. Anfang Mai dieses Jahres war meine Entscheidung gefallen. Ich bestellte mir die Minolta Dimage 7i zum Preis von 799,- Euro.
Ich will in diesem Bericht nicht eine Bedienungsanleitung abliefern, sondern vielmehr auf die Stärken und Schwächen der 7i eingehen. Dabei ist für mich letztlich auch das Fazit entscheidend, ob nun der Schritt weg von der Spiegelreflex zur Digitalfotografie gelungen ist oder nicht.
Ausstattung
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Hier liegen viele Stärken der 7i. Besonders zu erwähnen ist der Brennweitenbereich. Er reicht (übertragen auf Spiegelreflex Kleinbild) von 28 bis 200mm. Dies war ein ganz entscheidender Punkt für mich, zumal ich gerade im Bereich 28 mm sehr viel fotografiere. Mir ist keine weitere Digitalkamera in dieser Preisklasse bekannt, die bis 28 mm herunter geht – die meisten gehen bei 32 mm an den Start und dies reicht bei vielen Motiven einfach nicht aus.
Genauso wichtig ist die manuelle Brennweitenverstellung über einen Drehring. Diese Verstellmöglichkeit ist rasant schnell und extrem zuverlässig. Für Sportaufnahmen ist das unerlässlich. Jede Brennweitenverstellung über Stellmotor ist klar unterlegen.
Die sonstige Ausstattung bietet alles, was auch eine Spiegelreflex auszeichnet. Es gibt unterschiedliche Belichtungsprogramme, der Autofocus kann an jede Situation angepasst werden und ist zum Glück auch abschaltbar. Als Sucher kann sowohl ein LCD-Monitor als auch ein Mini-Sucher-LCD dienen, je nach Vorliebe. Den guten alten optischen Sucher der Spiegelreflex, mit dem man direkt durch das Objektiv auf das Motiv schaut, gibt es leider nicht. Dieser Verlust ist zu verschmerzen, denn der Sucher-LCD kann im beliebigen Winkel vertikal verstellt werden.
Die Kamera liefert bei Bedarf Fotos mit maximal 4,95 Mio Pixel ab. Damit wird die mitgelieferte 16 MB Flash Card natürlich zum Witz und ist somit auch die erste echte und einzige Ausstattungsschwäche, denn in dieser Auflösung passt ein einziges Foto auf die Karte. Ich habe von vornherein zwei 256 MB Compact Flash Ultra Karten mit geordert. Das schafft ausreichend Platz für ein paar Fotos mehr.
Neben Fotos kann die 7i auch Filmsequenzen von 60s Länge aufzeichnen und bietet außerdem die Möglichkeit, zu jedem Foto bis zu 15 Sekunden Ton aufzuzeichnen. Die Qualität der Filmsequenzen ist dabei erwartungsgemäß niedrig.
Eingebauter Blitz, Dioptrinausgleich im Sucher LCD und umfangreiche Möglichkeiten zur Farbbeeinflussung der Aufnahmen runden die Ausstattung ab.
Bedienung
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Nimmt man die 7i zum ersten Mal in die Hand fallen drei Dinge besonders auf:
1. Die optische Verwandtschaft zur Spiegelreflex
2. das relativ hohe Gewicht
3. Eine Fülle von Bedienelementen
Die Verwandtschaft zur Spiegelreflex macht den Umstieg leicht. Man fühlt sich unmittelbar wohl, weil die Hände automatisch dort landen wo sie hingehören. Das Gewicht stellt sich erst nach vielen Fotos als Vorteil heraus. Die Kamera liegt dadurch gut in der Hand; ein Verwackeln von Fotos ist unwahrscheinlich.
Die Fülle der Bedienelemente braucht eine Eingewöhnungsphase von etwa einer Woche; dann kommt die Erkenntnis, dass man es kaum besser hätte machen können. Wirklich alle Bedienelemente sind am richtigen Platz und können – einmal erlernt – blind bedient werden, ohne dass man sich vom Motiv lösen muß.
Bei der Bedienung der 7i passieren nach kurzer Zeit keine Überraschungen mehr. Schnell kann Brennweite und Programm gewechselt und damit der jeweiligen Situation angepasst werden. Zwischen Bedienung des Auslöseknopfes und dem eigentlichen Foto vergeht maximal eine halbe Sekunde. Serienaufnahmen (auch mit unterschiedlichen Blenden) sind problemlos möglich und werden in Geschwindigkeit nur vom zur Verfügung stehenden Speicher bestimmt (Ultra Karten daher empfehlenswert).
Im Sucher der Kamera werden alle vorgenommen Einstellungen angezeigt. Die Anzeige bleibt trotz der Fülle der gelieferten Informationen übersichtlich und nimmt nicht die Sicht für das Motiv.
Besonders begeistert hat mich die Tatsache, dass man sich als alter Spiegelreflex-Fan zwei unterschiedliche Auslösgeräusche an der Kamera einstellen kann. Man kann dann endlich wieder den nicht vorhandenen Spiegel hochklappen hören. Dies hat zwar wirklich keinerlei praktischen Nährwert, erleichtert aber enorm meine Akzeptanz :-)))
In der Bedienung der Kamera hat sich bisher für mich nur ein einziges Ärgernis ergeben: Ich nutze gerne die Farbverstärkung der Kamera. Diese Farbverstärkung kann über das Benutzermenü aktiviert werden. Das Problem ist, dass sie sich beim Wechsel des Belichtungsprogrammes wieder abschaltet und dann erneut aktiviert werden muß.
Qualität
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Natürlich gehört zur Qualität zunächst mal die Qualität der Fotos. Diese ist ohne Zweifel beeindruckend. Nicht die Auflösung macht hier die Musik – die liefern ja mittlerweile auch viele preiswertere Kameras – entscheidend ist die optische Konstruktion. Das Ergbnis dieser Konstruktion sind gestochen scharfe, sehr detailreiche Fotos, die auch im großformatigen Ausdruck (DIN A3) absolut sehenswert sind.
Die Gehäusequalität ist nicht ohne Schwächen. Kleine Rempler mit der Kamera hinterlassen schon die eine oder andere Spur. Zwar beeinträchtigt dies in keiner Weise die Funktion der 7i, senkt aber Optik und damit Wiederverkaufswert.
Unter bestimmten Lichtverhältnissen (häufig bei diffusem Licht) oder auch bei bestimmten Motiven versagt manchmal der Autofokus. Ich habe noch keine wirkliche Regel feststellen können, nach der dieser Effekt auftritt. Wenn er auftritt, verweigert der Autofokus auch bei mehreren Versuchen beharrlich den Dienst. Dann hilft nur: Kamera weg vom Motiv und anschließend erneuter Versuch – das klappt meistens. Da der Effekt sehr selten auftritt, ist er nicht wirklich hinderlich, könnte aber bei unwiederbringlichen Motiven zum echten Ärger werden.
Lieferumfang
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Neben Kamera sind Umhängegurt, Blitzschuhdeckel, Videokabel, USB-Kabel, Gegenlichtblende, 4 Mignonakkus nebst Ladegerät und Software auf CD im Lieferumfang enthalten.
Die Akkus und das Ladegerät sind brauchbar; ein zweiter Satz aber unerlässlich.
Die mitgelieferte Software ist nicht berauschend und für den Betrieb der Kamera auch nicht erforderlich; der Markt liefert bessere Software zum Handling und Bearbeiten der Fotos.
Fazit
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Ich habe den Umstieg auf die Digitalfotografie nicht bereut. Die 7i ist eine Kamera mit hervorragendem Preis-Leistungsverhältnis. Dabei lässt sie mit ihren Ausstattungsmerkmalen keine Wünsche offen. Die kleinen Schwächen bei der Gehäusequalität und die seltenen Aussetzer beim Autofocus sind im Alltagsgebrauch nicht wirklich störend. Ich würde die Kamera wieder kaufen. Meine Spiegelreflex (Minolta X500) fristet nun in der Vitrine ihr Dasein und wartet auf die Wertsteigerung, die ihr als Oldie widerfahren dürfte.
Für einen „Knipser“ ist die Kamera ungeeignet. Sie hat zu viele Funktionen und ist daher ohne tiefere Kenntnis der allgemeinen Fotografie zwar zu bedienen, aber man kann sich ihre Stärken nur schwer nutzbar machen.
Der ambitionierte Hobbyfotograf wird durch die 7i absolut angesprochen. Die Features verleiten zu vielen Versuchen, die man sich als Spiegelreflexer wegen der Kosten für Filme einfach gespart hat.
Die mitgelieferte Speicherkarte sollte als Witz von Minolta verstanden werden. Im Kaufpreis müssen daher ein weiterer Akkusatz und mindestens eine große und schnelle Compact Flash Karte eingerechnet werden.
08.02.2004 12:58
Bin bis jetzt mit meiner Spiegelreflexkamera von Minolta (Dynax 404si) noch hochzufrieden, so dass ich im Moment noch keinen Anlass sehe, mir eine neue zu kaufen. Wenn aber, dann wird es eine ähnliche sein wie du sie beschrieben hast. Gruß Minas_Tirit
05.11.2003 11:06
Für meinen schmalen Geldbeutel leider zu teuer! :( lg
25.10.2003 13:43
Ops....Kamera nur mit einem "m"....*sorry*