Gute Kamera mit kleinen Nachteilen
14.11.2003
Pro:
gutes Objektiv; gute Bilder; viele, viele Funktionen
Kontra:
objektiv nicht wechselbar, Stromverbrauch, nicht das beste Display
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
mehr
 Bean
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:23
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 11 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Nach jahrelangem Analog-Spiegelreflex-Fotografieren kann ich nun seit einem halben Jahr die Minolta Dimage 7i benutzen - und bin sehr zufrieden. Meine Entscheidung für die Kamera kam folgendermaßen zustande: Ich wollte einen wirklichen Ersatz für die Spiegelreflex-Kamera - also einen Apparat, der genau so gute oder bessere Bilder macht, die ich genau so einsetzen kann. Damit waren schon mal zwei Kriterien klar:
1. Die Kamera braucht ein gutes Objektiv, so daß die meisten "Mini"-Digicams für mich schon nicht mehr in Frag kamen, denn wie soll durch diese kleinen Öffnungen genug Licht für ein scharfes Foto fallen? 2. Sie muß eine große Zahl von Pixeln abbilden, damit die Fotos auch mal größer als in 10 x 15 cm abgezogen werden können.
Da ich aber auch nur eine bestimmten Betrag zur Verfügung hatte, kamen nur noch die SLR-typischen Kameras in Frage - echte digitale Spiegelreflexkameras sind immer noch viel zu teuer. Und von denen, die mir angeboten wurden, war die Dimage 7i diejenige, mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis (nämlich zu der Zeit die einzige unter € 1000). Nun aber zur Kamera selbst: 1. Grundsätzliches Die 7i ist das Nachfolgemodell der Dimage 7, welche angeblich die erste 5 MP-Kamera ihrer Art war. Eine Menge Probleme, welche die D7 hatte, wurden mit der 7i behoben (z.B. verbrauchte die D7 noch mehr Strom). Inzwischen gibt es als Nachfolger die D7Hi sowie die A1. Beide Kameras kenne ich nicht, sollen aber nur relativ wenige Neuerungen zur D7i enthalten, so daß selbst ein Vertreter von Minolta meinte, man könne auch die D7i kaufen, da sei das Preis-Leistungs-Verhältnis besser.
2. Lieferumfang -1 Akkusatz, 1850 maH -1 Ladegerät -1 CF - Karte, 16 MB -Windows - Software "DViewer" und Treiber -1 Kurzanleitung gedruckt -Bedienungsanleitung als pdf-Datei auf der CD 3. Bedienung der Kamera Gegenüber den kleinen Kameras hat die Dimage - wie wohl jede größere Kamera einen Nachteil: Die Bedienung ist nicht sofort zu lernen.Zwar bekommt man es sehr schnell hin, die Kamera einzuschalten und etwas zu fotografieren, aber um dann herauszufinden, wie man die Möglichkeiten der Kamera ausreizt, braucht man Monate. Für die Einstellungen benutzt man ein Steuerrad in der Nähe des Auslöseknopfes und verschiedene Steuerknöpfe, die man teils gedrückt halten muß. Das erscheint einem erst kompliziert, aber mit der Übung läuft es ganz gut. Vieles kann man auch der "Automatik" überlassen, nur wird man ab und zu Situationen finden, in denen die Automatik nicht das gewünschte Ergebnis liefert. Einige "Freaks" würden sowieso nie einer Automatik überlassen, die wichtigen Einstellungen vorzunehmen und müssen dann eben die Bedeutung der Knöpfe lernen. Und das lohnt sich auch, man hat so einfach mehr Möglichkeiten. Durch diese Komplexität wird es zwar schwerer, "Schnappschüsse" zu schießen, aber es wird erstens nicht unmöglich und zweitens kauft man sich dafür selten so komplexe Geräte wie die D7i.
4. Auslöseverzögerung Die technische Auslöseverzögerung beträgt laut Angaben des Herstellers 0,1 Sekunden (vom Auslösen bis zur Aufnahme des Fotos. Das geht jedenfalls sehr schnell, ich kann's bestätigen. Hinzu kommt aber oft noch der Autofokus: Auch wenn er angeblich (habe keinen Vergleich, meine alte Spiegelreflex hatte noch manuellen Fokus) relativ schnell ist, braucht er u.U. (selten, aber bis zu) eine Sekunde, um scharf zu stellen. Damit kann es bis zu einer Sekunde dauern, um vom ersten Druck auf den Auslöser bis zum Bild zu gelangen. Das ist aber soweit ich weiß bei Digitalkameras nichts besonderes - es hängt halt vom Autofokus ab. 5. Autofokus Zum Autofokus ist zu sagen, daß er max. 1 Sekunde braucht, um scharf zu stellen. Was ihm fehlt, ist ein Infrarot, bzw. Hilfs-Licht zur Hilfe bei Dunkelheit - irgendwann ist einfach Schluß und man muß von Hand scharf stellen. Minolta hat es zwar geschafft, den Autofokus sehr lichtempfindlich zu konstruieren, also man kann schon bei sehr weit geschrittener Dämmerung noch scharf stellen, aber mit Hilfslicht ginge es besser. So kann es bei entgegengesetzten Situationen Probleme geben: Manchmal wollte meine Kamera bei strahlendem Sonnenschein nicht scharfstellen, wenn ich ein sehr hellen Punkt anvisierte. Da kam dann einfach zu viel Licht und der Autofokus konnte keine Kontraste mehr erkennen - wohl, weil er zu lichtempfindlich ist. Aber das sind Ausnahmen, ansonsten funktioniert er sehr gut und macht sehr scharfe Bilder.
6. die Bilder Mit der Qualität der Bilder bin ich sehr zufrieden, sie sind sehr scharf und geben auch viele Details wieder. Ebenso kommen die Farben gut rüber. Ich bin rundherum zufrieden. 7. Speicherverbrauch Bei 5 MP braucht ein Bild zwischen 14 MB und 0,9 MB, je nach gewählter Komprimierung. Ich selbst mache JPGs, die ca. 2 MB brauchen, das ist die JPG-Version mit der geringsten Komprimierung. Gespeichert wird übrigens nur auf CF-Karten oder Microdrives.
8. Stromverbrauch Ein Nachteil ist immer noch der Stromverbrauch, insbesondere mit eingeschaltetem LCD-Display. Mit einem vollen Akku-Satz kann ich bis ca. 200 Fotos machen, wenn ich das Display und den Blitz nicht oder wenig benutze. Ist es ständig an, sind es vielleicht halb so viele. 9. der Blitz ist für einen eingebauten Blitz in Ordnung. Er wird durch Aufklappen zugeschaltet und reicht mehrere Meter weit. Ein großer Blitz zum Aufstecken leistet natürlich viel mehr.
10. Das Objektiv Das Objektiv bietet eine 7x optischen Zoom (umgerechnet auf KB: 28 - 200 mm Brennweite) - es reicht also vom starken Weitwinkel (andere Kameras beginnen meist bei 35mm) bis zum Teleobjektiv. Einen Qualitätsverlust durch das Objektiv konnte ich nicht feststellen. Zwar gibt es bei Weitwinkelfotos eine Verzerrung an den Bildrändern - aber die halte ich für normal bei dieser Brennweite. Meine alte Spiegelreflex wies diese Verzerrung jedenfalls auch auf (ich habe Bilder verglichen, die jeweils mit 35mm Weitwinkel aufgenommen wurden). Fazit Die Kamera ist eine komplexe und technisch hochentwickelte Kamera. Sie macht wunderschöne Bilder und kann durchaus meine alte Spiegelreflex-Kamera ersetzen. Dadurch wird es auch gerechtfertigt, daß die Kamera relativ viel kostet (ein Tipp: Versandhändler im Internet sind bis zu € 100 günstiger als der empfohlene Verkaufspreis). Durch die umfangreiche Bedienung und die vielen technischen Möglichkeiten ist die Kamera nichts für zwischendurch, sondern man muß sich lange mit ihr beschäftigen, was mir jedenfalls sehr schöne Ergebnisse beschert hat. Wie bei jeder Digicam, von der ich weiß, ist die Ausstattung nicht toll. Gut ist, daß inzwischen ein Ladegerät mit Akkus dabei ist. Allerdings ist das Ladegerät relativ einfach. Und die 16 MB CF-Karte ist ein Witz. Auf jeden Fall sollte man sich eine größere zulegen. Einige Punkte sind immer noch verbesserungsfähig. Aber trotzdem erscheint mir die D7i auf ihrem Gebiet als die beste in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis. Daher kann ich sie jedem empfehlen, der hochwertige Digitalfotos machen will, ohne sich gleich eine professionelle Ausrüstung zuzulegen.
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14.11.2003 21:24
Die 16-MB-Karte fand ich auch sehr lustig. Ich habe sie gleich ins Regal gelegt und bin eine 128er kaufen gegangen. Übrigens ist das fest eingebaute Objektiv nicht nur ein Nachteil. Von einigen Profis, die mit Digitalkameras und Wechselobjektiven arbeiten, habe ich mir sagen lassen, daß je nach Umgebung bei einem Digitalsystem sehr schnell Staub-Probleme autreten können, die man in dem Ausmaß bei Analogkameras nicht kennt.