Erfahrungsbericht über

Minolta DiMAGE 7i

Gesamtbewertung (26): Gesamtbewertung Minolta DiMAGE 7i

 

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Nichts für Nur-Knipser

4  23.11.2003

Pro:
Bildqualität, robust

Kontra:
AF bei Dunkelheit, Bildrauschen

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Verarbeitung

Ausstattung

Bildqualität

Akkulaufzeit

Bedienung

mehr


bluepicture

Über sich: Meine Devise heißt, immer mit der Zeit gehen. Ich bin offen für alles Neue, ob gefunden oder auch er...

Mitglied seit:14.10.2000

Erfahrungsberichte:13

Vertrauende:1

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 18 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Nachdem ich meine Minolta Dimage 7i nun 4 Monate testen konnte, denke ich dass es an der Zeit ist hier meinen Erfahrungsbericht abzugeben.
Über die zahlreichen technischen Details möchte ich mich nun nicht auslassen, die sind in den anderen Berichten bereits gut nachzulesen.
Zunächst der Hintergrund, warum ausgerechnet diese Kamera: Wichtige Punkte für die Anschaffung waren zunächst die Auflösung, die Eingriffsmöglichkeiten auf Blende und Verschlusszeit sowie der manuelle Zoom und letztendlich die Möglichkeit, Filter aufzuschrauben.

Im Fotoladen konnte ich erste Testbilder und mich mit dem groben Handling der Kamera vertraut machen. Der erste Eindruck: Die Kamera liegt durch ihr Gewicht gut in der Hand, der schwarze Kunststoffgriff ist griffig, die Bedienelemente – wenn auch zu dem Zeitpunkt noch unbekannt – ohne Verrenkungen erreichbar. Ich nahm das gute Stück also mit und konnte gleich unterwegs (dank mitgeführten, geladenen Akkus) erste Bilder machen. Ohne in die Tiefen des Systems einzudringen gelangen mir diese ersten Fotos ohne Probleme. Aber 8 Bilder auf die mitgelieferte Speicherkarte – Minolta kann sie im Prinzip ganz weglassen, dann müsste man sich nicht ärgern.
Zweite Erkenntnis nach kurzer Zeit: Mit (meinen alten) 1800 mAh Akkus kommt man mit der 7i nicht sonderlich weit. Zum Glück wusste ich um den Stromhunger und habe mir damals gleich zwei Sätze 2300 Akkus mitgenommen. Das sollte man bei der Anschaffung dieser Kamera berücksichtigen, denn trotz allem zieht sie ordentlich am Saft. Ebenfalls über den Ladentisch ging auch eine 256er Compactflash – Karte, das mindeste was man braucht.

Zu Hause angekommen: auspacken was noch drin ist in dem Eierkarton.
4 Sanyo NiMH Mignonakkus mit 1850 mAh, Umhängegurt, Batterieladegerät, Gegenlichtblende, ein USB-Kabel, ein A/V-Kabel, eine Schnellanleitung, eine CD mit Treiber und Minolta-Viewer Software.
Dann kam als nächstes die Betriebsanleitung dran. Leider Fehlanzeige, immer wieder wird dort auf Seiten verwiesen die es in dem Büchlein gar nicht gibt. Erkenntnis: Aha, es gibt noch eine CD ROM mit dem kompletten Handbuch im PDF – Format. 164 DIN A4 Seiten. Zähneknirschend hab ich es im Entwurfsmodus gedruckt, um Tinte zu sparen. Aber ich glaube man kommt da nicht drum herum, es ist zuviel einzustellen an der Kamera.
Danach endlich auf den sommerheißen Balkon, lesen – und einstellen.

Absolut verwirrend zunächst die vielen Rädchen und Knöpfe, die man praktisch überall an der Kamera findet. Aber mit jedem Versuch kommt man zu der Erkenntnis, dass die Anordnung der Bedienelemente durchaus nicht kompliziert, am Ende sogar logisch sind. Ich habe mich als Umsteiger von Olympus sicher schwerer getan als ein Einsteiger, aber täglich lernte ich dazu – und das ging ohne Übertreibung über eine Woche lang – jeden Tag meines Urlaubs! Die Feinheiten dauerten noch länger und wer dafür keine Geduld hat, der sollte sich die 7i nicht kaufen.
Für den Otto Normalknipser, so habe ich also festgestellt, ist diese Kamera eigentlich nichts. Man kann zwar im sog. P – Modus einfach auf den Auslöser drücken und damit schon die schönsten Fotos machen, aber das wär ein Porschefahrer der mit 30 Km/h über die Autobahn krabbelt.

Hervorheben will ich nun die Dinge, weshalb ich mich in die 7i richtig verliebt habe. Da ich sehr viel Makro fotografiere, war mir die Möglichkeit mit Nahlinsen arbeiten zu können, sehr wichtig. Das 49mm Gewinde gibt dazu die Gelegenheit.
Besonders in der Naturfotografie ist die Nähe zum Objekt wichtig, auch wenn sich dieses in Bodennähe befindet. Unverzichtbar ist deshalb der um 90° nach oben schwenkbare Videosucher. So kann man meistens einen Kriechgang am Boden vermeiden. Der Kontrast und die Farbwiedergabe des Suchers ist optimal, zudem werden sämtliche Kameraeinstellungen dort eingeblendet. Seit den knapp 4000 Aufnahmen bisher habe ich den TFT – Monitor während der Aufnahmen noch nie benutzt. Der Videosucher ist zudem ein ausgesprochener Energiesparer. Erst wenn man sich mit dem Auge um einen Zentimeter dem Sucher nähert, schaltet er sich ein. (Einstellung vorher vornehmen). Übrigens lasse ich die Kamera nach bereits einer Minute in den Standby – Modus schalten, ein kurzer Druck auf den Auslöser schaltet sie wieder ein. Von daher komme ich auf etwa 160 Fotos pro Akkusatz im Schnitt.

Von Vorteil ist auch die Vergrößerungstaste. Sie erlaubt besonders auch im Makrobetrieb die Vergrößerung des Bildausschnitts und damit die Beurteilung der Schärfe. Zu 80 % verzichte ich auf den Autofokus und fokussiere manuell. Das griffige Einstellrad liegt am Kameragehäuse um das Objektiv und ist sehr präzise einzustellen.
Wer dennoch gerne mit dem Autofokus arbeitet, der hat auch bei der 7i noch ein Schmankerl: Ist das Objekt einmal fokussiert, kann der Fotograf dennoch Einfluss auf die Schärfe nehmen, in dem er bei halb gedrücktem Auslöser den Scharfeinstellring dreht.

Der Autofokus selbst meldet seine Bereitschaft durch kurzes Einblenden eines roten Rechtecks im Sucher (und durch einen Piepton). Man muss schon aufpassen dass das auch der Bereich ist den man scharf gestellt haben möchte. Ab und zu liegt der Bereich aber außerhalb, dann kann man durch Druck auf die Steuertaste ein Fadenkreuz einschalten. Dieses lässt sich durch die Cursortasten im Bildausschnitt bewegen und damit kann man auch auf Bereiche scharfstellen, die außerhalb des Bildzentrums liegen. Hervorheben will ich hier auch die Reaktionszeit des AF. Schon zwei Sekunden nach dem Einschalten ist die Kamera Einsatzbereit.

Ist das Umgebungslicht zu dunkel, warnt die Kamera durch ein Handsymbol vor einer möglichen Verwacklung. Abhilfe verschafft dann entweder der eingebaute Blitz, die Änderung von Verschlusszeit, der Blende oder letztlich ein Stativ. Auf Verschluss und Blende gleichzeitig Einfluss nehmen kann man im manuellen Modus. Womit ich sagen möchte: Jede erdenkliche Einstellung der Kamera kann manuell durchgeführt werden, ein unschätzbarer Vorteil gegenüber jenen Kameras, die einen durch Automatismen einschränken.

Dem Fotografen stehen drei Speichermodi zur Verfügung, aus denen er seine am häufigsten benutzen Aufnahmeeinstellungen blitzschnell aufrufen kann. Zuerst dachte ich das ist sehr wenig, in der Praxis jedoch hat es sich als ausreichend erwiesen. Mit einem Druck auf die P – Taste kehrt man in die Grundeinstellung der Kamera zurück und kann damit Fotos ohne Voreinstellung schießen.

Es besteht die Möglichkeit, der Kamera Geräusche zu entlocken, so z.B. imitiert sie das zurückklappen des Spiegels einer echten SRL – Kamera. Laien würden den Unterschied wahrscheinlich gar nicht bemerken..

Ein fetter Minuspunkt allerdings ist der Autofocus bei schwachen Lichtverhältnissen. Er ist ab einer bestimmten Dämmerungsstufe nicht mehr in der Lage scharf zu stellen und ein roter Punkt im Display macht das unmissverständlich klar. Ein AF – Hilfslicht fehlt absolut, zudem man dann auch mit der manuellen Scharfstellung kaum mehr klar kommt. Die Kamera schaltet in so einem Moment zwar in den S/W Modus um (nur um Details besser zu erkennen, die Fotos sind dann dennoch in Farbe), aber das nützt nicht sonderlich viel. Was hilft ist ein Testbild, das man zum Glück ohne hangeln durch die Menüs gleich beurteilen kann, aber Schnappschüsse gehen dabei regelrecht baden.
Dann ist zu bemängeln, dass man nur über das Setup ältere Ordner aufrufen kann. Fotos von gestern muss man mühselig über eine umständliche Aktion im Setup aufrufen. Und – last but not least – das Rauschverhalten. Allein im Bulb – Modus, wobei man bis 30 Sekunden den Auslöser drücken kann um Langzeitaufnahmen zu machen, wird das Rauschen durch die Kamerasoftware beseitigt. Schöne Sonnenuntergänge oder Vollmondaufnahmen sind in der Regel Störungsfrei – aber natürlich nicht ohne Stativ.
Störend wirkt sich auch das Scharfstellen während der Videoaufnahme aus - das drehen am Scharfeinstellring ist auf dem Video nicht zu überhören. Zudem stören im Video auch extreme Artefakte eines grauen Hintergrunds. Verzichten sollte man auch auf ISO – Werte über 200, das Rauschen wird sonst zu stark.

Damit bin ich bei der Bildqualität. Die Fotos sind sowohl im Weitwinkel wie auch im Vollzoombereich rundum scharf, die Farben stimmig und ich konnte bislang keine Blooming – Effekte feststellen. Wer es sich von der Speicherseite her leisten kann, sollte mit 2560 x 1920 im Fine - Modus fotografieren. Bei schwierigen Lichtverhältnissen habe ich damit die besseren Erfahrungen gemacht.

Bemerken will ich noch die Standhaftigkeit der Kamera in diesem heißen Sommer. Temperaturen um 40° haben ihr nicht das geringste ausgemacht, der kommende Winter wird zeigen wie sie Minustemperaturen beherrscht.
Übrigens: Zum Schutz des Objektivs habe ich immer einen Skylight – Filter aufgeschraubt.

Summa Summarum ist die 7i eine Kamera, mit der man sich unbedingt anfreunden muss um in den Genuss aller Möglichkeiten, die sie bietet, zu kommen. Sie hat Schwächen, über die man sich im klaren sein muss, aber für mich überwiegen die Vorteile. Wenn die Schwachpunkte jedoch – wie bei mir – nicht ins Hauptgewicht fallen, dann kann ich die 7i getrost weiterempfehlen.
Bezahlt habe ich bei Oehling in Worms für die Kamera 799.- €, wobei die Kosten für Akkus und Speicher von ca. 100.- € dazukamen.

Für meine Reise nach Südafrika im nächsten Frühjahr habe ich mir ein X-Drive II gekauft, da ich nicht absehen kann wie viel Speicher man braucht. Ein Bericht über das Lesegerät mit Festplatte gibt es dann an anderer Stelle.

Gruß
Axel

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
bidone

bidone

23.11.2003 20:40

Kann Deine Erfahrungen nur unterstreichen, habe seit reichlich einem halben Jahr die gleiche Kamera, vielleicht hast Du ja meinen Bericht darüber gelesen. Eine wirklich gute Kamera, die die SLR bei mir zum Staubfänger hat verkommen lassen. Viele schöne Aufnahmen wünscht der bidone!

freestyler987

freestyler987

23.11.2003 20:35

Wow, das Ding ist ja der Hammer...:) Liebe Grüße und einen schönen Abend noch wünscht ***Free***

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