Erfahrungsbericht über

Minolta Dimâge 2300

Gesamtbewertung (25): Gesamtbewertung Minolta Dimâge 2300

 

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Der Teufel sitzt im Detail ... und in Windows XP

3 22. Aug 2002

Pro:
Gute Leistungsdaten, Preis

Kontra:
Bedienung, Details

Empfehlenswert: Nein 

Details:

Verarbeitung:

Ausstattung:

Bildqualität:

Akkulaufzeit:

Zuverlässigkeit:

Bedienung:

mehr


Test-O-Steron

Über sich:

Mitglied seit:12.08.2002

Erfahrungsberichte:4

Vertrauende:2

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 41 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Da glaube ich zunächst, ein echtes Gebrauchtschnäppchen gemacht zu haben, als ich Ende letzten Jahres eine neuwertige Minolta Dimage 2300 erwerbe. Mit dabei : die Light-Version 5.0 des Adobe Photo-Shop, sowie Minolta-Software zur Bildübertragung und ein Übertragungskabel zum Anschluß an eine USB-Schnittstelle.
Meine Wahl war in erster Linie wegen des damals sehr guten Preis-/Leistungsverhältnisses auf die Kamera gefallen. Dieses hatte ich allerdings nach Papierlage beurteilt und da sieht die kleine Dimage wirklich toll aus.
Die hier in der Rubrik bei Ciao abrufbaren technischen Daten sprechen da Bände und ich erlaube mir, diese hier nicht nochmals abzutippen ...

Ich weiß nicht, ob Sie das Gefühl kennen : mit manchen Personen und Dingen freundet man sich auf Anhieb an und mit anderen wird’s einfach nix. Daß mein Zusammenleben mit der Dimage 2300 ein Erlebnis der zweiten Kategorie wird, dämmerte mir bereits nach wenigen Minuten des ersten Herumspielens - und ich darf anmerken, daß ich sonst all meine technischen Spielereien gut im Griff habe. Selbst den Videorecorder - und das soll ja bekanntlich was heißen :- )
Ich bin mir dessen bewußt, daß eine Reihe von Nutzern mit der Dimage sicher gut zurechtkommen und beim Lesen dieser Zeilen heftig mit dem Kopf schütteln - lassen Sie sich also durch meinen Kommentar nicht zu früh von einem Kauf abschrecken. Viel von meiner Kritik an dieser Kamera kommt einfach aus dem Bauch - und das nach 9-monatiger intensiver Nutzung.

Genug des einleitenden Blabla - Kommen wir zur Sache :
Da habe ich also meine neue Errungenschaft in der Hand und möchte die Batterien einlegen. Bei diesem Vorgang sticht einem sofort die billige Kunststoffklappe ins Auge, die das Batteriefach geschlossen hält. Mein Stoßgebet, diese mit meinen klobigen Fingern nicht zu häufig öffnen zu müssen, wird in Zukunft aus zwei Gründen nicht erhört werden :
1. Im gleichen Fach ist die Speicherkarte untergebracht. Wer unterwegs mehrere Speicher dabei hat, um diese nach und nach mit Bildern zu füllen, kommt an dieser widerlichen Klappe nicht vorbei.
2. Das gute Stück schluckt Strom wie eine Friteuse. Dazu später mehr.

Kaum habe ich eine „Erstbefüllung“ mit Speicherkarte und Batterien getätigt und die beiliegende Kurzbedienungsanleitung verinnerlicht , will ich die Kamera ausprobieren. Zu diesem Zwecke öffne ich die Objektivklappe im Aufnahmemodus und werde zunächst von einer merklichen Gedenkpause überrascht - nichts passiert ! Diese Phase wird abgeschlossen von einem mechanischem „Gerumpel“, das offensichtlich irgendwo in dem Gerät Betriebsbereitschaft herstellt. Ein unschöner Umstand, den ich von anderen Kameras vergleichbarer Preisklasse nicht gewohnt bin - da ist das Einschalten von einem kurzen „Klack“ begleitet und schon kann man loslegen.

Im nächsten Schritt muß ich feststellen, daß die Bedienung der Kamera sicherlich auf dem Papier geboren wurde. Die Tatsache, daß sich Minolta auf wenige Knöpfe beschränkt hat, ist lobenswert zu erwähnen. Allerdings sind die Knöpfe je nach Betriebsmodus und Stellung des Objektivdeckels jeweils anders belegt. Die simpelsten Funktionen wie z.B. das direkte Löschen einzelner Bilder erfordern hier, insbesondere nach einer Nutzungspause, immer wieder neues Ausprobieren. Die gesamte Bedienung und das Springen zwischen Bildaufnahme und Bildverwaltung scheint schlicht träge und wenig komfortabel.

Mit den ersten Bildern in der Kiste gehe ich nun an meinen Computer und spiele die Adobe- sowie die Minoltasoftware auf. Als meine Festplatte alles gefressen hat, pople ich am nächsten abstoßenden Kleinteil der Kamera herum : ein labbriger Gummipfropfen versperrt nämlich den Weg zum Anschluß für das USB-Kabel. Dieser Anschluß ist das nächste mechanisch gefährdete Teil. Ich weiß nicht, ob es sich um eine genormte Verbindung handelt, aber andere Hersteller halten es für ebenso unnötig wie ich, daß ich einen feinen Stecker über ein winziges, wackliges Platinchen schieben muß ... jederzeit darauf wartend, daß etwas bricht.
Zu meiner Überraschung geht alles glatt und die Verbindung zum Computer ist hergestellt. Nun die Minoltasoftware als TWAIN-Quelle gewählt und es geht alles problemlos, bis die ersten Bildchen auf dem Schirm sind und .... nächste Überraschung : Alle Bilder sehen gleich aus ! Jedes einzelne zeigt ein großes rotes Kreuz in einem grauen Feld.
Panik steigt in mir auf und ich überprüfe Kabel, Kamera, Steckverbindung und, und, und ...
Nachdem alle überprüft ist bleibt mir nur eines übrig : Ich gehe zu einem Bekannten und wiederhole den Vorgang auf dessen Computer. Das Ergebnis sind klare Fotos auf dessen Schirm und die Erkenntnis, daß sein Windows 98 besser mit der Minoltasoftware zurechtkommt als mein Windows XP.

Kein Problem, denke ich mir, und nutze den Kompatibilitätsmodus um der Software eine Windows 98 Grundlage zu schaffen ... wieder rote Kreuze.
Also beginne ich mit der Suche nach einer Lösung im Internet. Ein Besuch auf der Homepage von Minolta hilft mir nicht weiter, da hier keine Updates für XP vorhanden sind. Auch der Vermerk, daß das Produkt nicht weiter unterstützt wird hilft mir da nicht weiter ...
Nach mehreren Stunden des Surfens stoße ich dann in einer virtuellen Diskussionsrunde auf den rettenden Kommentar eines portugiesischen Dimage 2300 Nutzers :
Unter „Systemsteuerung“ bekomme man Zugriff auf die Dienste unter XP. Dort ist per Standard die Windows Bilderfassung aktiviert. Diese ist manuell zu deaktivieren.
Gesagt - getan und siehe da : Meine Bilder werden geladen !!
(Vorsicht, wenn z.B. noch ein Scanner angeschlossen ist - da kann es weiterhin zu Konflikten kommen !)

Da diese Hürde überwunden ist, sehe ich mir meine Testbilder etwas genauer an. Es scheint nicht möglich zu sein, mit dem kleinen Sucher der Kamera den Bildausschnitt vernünftig einzufangen.
Dieses Ergebnis deckt sich auch mit meinen späteren Erfahrungen. Ich erwarte natürlich keine Wunder von diesem Fensterchen, allerdings komme ich mit dem gleichen System bei anderen Digitalkameras besser zurecht - ebenso wie bei meiner alten Knipskiste deren Bilder noch zur Entwicklung gehen.

Somit ist der Sucher nur für Landschaftsaufnahmen geeignet, wo es auf den Bildausschnitt nicht ganz so ankommt - für alles andere wird der LCD Schirm zugeschaltet. Dieser ist bei Tageslicht im Freien praktisch nicht nutzbar. Sicherlich ein Problem, daß nicht nur bei der Dimage auftritt. Macht nichts, sage ich mir, ich fotografiere ja hauptsächlich in der Wohnung ...
Leider sind auch kleinere Gegenstände dabei und dazu wähle ich die Makroeinstellung. Der Autofokus der Kamera treibt mich dabei regelmäßig in den Wahnsinn. Auf dem LCD-Schirm ist dessen Arbeit zu beobachten : zunächst wird das Bild unter leisem Summen gestochen scharf gezogen um im letzten Moment unscharf zu werden. Der Vorgang ist in der Regel ein Dutzend mal zu wiederholen, bis der Fokus im richtigen Moment „packt“, so daß sich eine Aufnahme lohnt.

Für den Hausgebrauch ist die hohe Auflösung der Kamera allemal ausreichend und die Bildqualität sicher zufriedenstellend. Allerdings sollten Sie sich nicht zuviel von den Einstellmöglichkeiten bezüglich der vorhandenen Lichtquelle, der Helligkeit u.s.w. versprechen : Für wirklich ansprechende Fotos muß grundsätzlich am Computer nachgearbeitet werden - und sei es, daß man nur die Helligkeit und den Kontrast angleicht.

Auch bei anderen Kameras ist es nichts neues, daß LCD-Schirm und Blitzlicht Strom saugen. Da ein Arbeiten mit dem Sucher nicht so gut funktioniert, wird man bei der Minolta aber im Regelfall auf den Schirm zurückgreifen. Wenn man die Dimage 2300 aktiviert, läuft sie per Standard im Blitzlichtmodus - der nächste Stromfresser. Schnappschüsse in Räumen, die man ohne Blitzlicht machen möchte (gibt oft die besseren Ergebnisse) sind so, ohne jedesmal nach dem anschalten die Einstellung zu ändern, nicht möglich.
Wenn man nun mit etwas schwachen Batterien ein Foto schießen will und den LCD-Schirm aktiviert, dann wird nicht etwa nur diese Aktion als unmöglich angezeigt, nein, die Kamera schaltet sich komplett ab. Das ist aus zwei Gründen ärgerlich :
1. Eigentlich ist genug Energie vorhanden, um munter weiter zu knipsen (halt ohne LCD)
2. Die Ladeanzeige, die „freie Fahrt“ verspricht, bricht erst im Moment der Zuschaltung zusammen und da ist es leider schon zu spät um sich gegen den LCD-Schirm zu entscheiden, weil die Kamera ja im nächsten Moment aus ist. Also muß man die ganze Prozedur von vorne durchführen: Obektivdeckel zu, Objektivdeckel auf, Rattern abwarten, Blitz wegschalten, (nun LCD NICHT anschalten) und jetzt kommt das Vögelchen ... also bitte.

Das Ganze wäre kein Problem, wenn es jeweils zum Jubiläum der 100. Aufnahme mit einem Satz Batterien passieren würde. Mein Negativ-Rekord mit einem Satz alkalischer Powerheimer allerdings war : 8 Aufnahmen mit Blitz und LCD - dann waren die vier Lebensspender alle.
Da hilft es auch nichts, die kleinen Freunde bei Aldi zu kaufen - es bleibt ein teurer Spaß. Die wiederaufladbare Lösung ist Geschmacksache ... ich habe mich aus mehreren Gründen dagegen entschieden :
1. Unterwegs braucht man meist sowieso Batterien
2. Akkus haben oft noch weniger Leistung als Batterien und altern zudem. Wenn man das weitgehend vermeiden möchte muß man für hochwertige Zellen richtig tief in die Tasche greifen.
3. Ein Netzteil hat diese Probleme nicht.

Also kaufte ich mir ein Netzteil. Es muß nicht gleich das über 50 EURO teure Original von Minolta sein, aber dieses - Lob über Lob - bringt ein angenehm langes Kabel mit. Und damit läßt sich dann in der Wohnung richtig arbeiten.

Nochmals sei gesagt : Der negative Grundtenor meiner Erfahrungen ist eigentlich hauptsächlich darauf zurückzuführen, daß ich die Kamera immer noch ungern in der Hand habe ... und das ist wohl ein persönliches Problem zwischen mir und der Dimage ...
Nichtsdestotrotz muß ich sagen, daß sie seit nunmehr 9 Monaten mein Arbeitstier ist. Sie hat mich Lügen gestraft, indem weder Batteriedeckel abgebrochen, noch Gummipfropf abgerissen noch Steckbuchsen gebrochen sind - dennoch erwarte ich so etwas jedesmal wenn ich Sie in die Hand nehme.
Im Nachhinein habe ich für mich die falsche Entscheidung getroffen. Aus heutiger Sicht würde ich eine Kamera mit etwas weniger Leistung, aber höherer Robustheit und einfacherer Bedienerführung vorziehen. Auch die andere Lösung wäre fein : etwas mehr Geld anlegen, aber dann richtig Power mit tageslicht-tauglichem LCD-Schirm und optischem Zoom. Dann wäre wohl auch der Stromverbrauch und die kompliziertere Bedienung zu schlucken.
Wer den Kompromiß für sich selbst genau andersherum auslegt muß deswegen nicht falsch liegen und wer weiß: vielleicht wird Ihre nächste große Liebe eine Dimage 2300 ...

 
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Prof.Tester

Prof.Tester

23.09.2002 23:19

Schöner Bericht! Greetings Prof.Tester =)

denali

denali

22.08.2002 22:05

hat mir gut gefallen. Gruß, denali

Jussie

Jussie

22.08.2002 21:53

echt guter Bericht!!!

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