Guck mal, wer da blitzt!
01.04.2002
Pro:
funktionell, klein
Kontra:
etwas zu teuer
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Bildqualität
Ausstattung
Bedienung
Verarbeitung
Akkulaufzeit
Zuverlässigkeit
mehr
 QueenSissy
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:25
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 40 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Vor einem Jahr wollte ich meinem Vater ein besonderes Geburtstagsgeschenk machen. Wie es auch immer so ist, hat er alles, will nichts, aber freut sich, wenn er beschenkt wird. Es soll einer noch behaupten, dass es sonst nicht zutrifft, denn so was ist vererbbar. Ich bin nämlich genauso wie er. Meiner Überlegungen nach fehlte ihm eine schöne Kleinbildkamera. Mit Zoom sollte sie sein. Und die bekam er schließlich auch in silber/bronze zu einem Preis von - aufgerundet - DM 500,00. Etwas teuer, aber für Minolta habe ich das Geld ohne Murren hingelegt. Man zahlt ja heutzutage schließlich den Namen mit. Mein Vater hielt aber dieses Fotoapparat lediglich ein paar Mal in den Händen, denn - wie es schon immer bei mir war - krallte ich mir diese rechtzeitig. Immer unter dem Vorwand, ich bräuchte sie, weil ich in Urlaub flöge und meine Kamera, die elf Jahre auf den Buckel hat, total veraltet sei.
Die ersten Versuche, ein Foto zu schießen, waren bescheiden. Soll nicht heißen, dass ich unfähig bin, ein Foto zu schießen! Nur, man sollte vorher mal wieder die Gebrauchsanweisung (die im übrigen auch in französisch und in spanisch vorhanden ist) lesen. Dort ist sogar ein Hinweis gedruckt, vor der ersten Nutzung des Gerätes diese zu lesen. Mit dem Know-how, eine Kamera zu bedienen (mit Hilfe der Gebrauchsanweisung wurde ich schlauer, aber hauptsächlich durch den Nachhilfeunterricht meines Freundes), kann man sehr schöne Bilder schießen und ich meine hier nicht die 0-8-15-vor-der-Torte-sitzend-und-die-Kerzen-auspustend-Geburtstagsbild, sondern Fotos mit oder ohne Blitz, mit der richtigen Entfernung zum Objekt und je nach Belichtung bei Tag oder bei Nacht.
Die Sache mit dem Fotografieren bei Dunkelheit sitzt bei mir nicht 100%ig, aber ich arbeite noch daran. Mit den aspherischen Linsen, die beim Betätigen der ON/OFF-Taste mit einem kleinen Ruck in Erscheinung treten, kann man durch die Schärfespeicherung zwei Objekte auf einmal scharf aufnehmen. Auf der Rückseite befindet sich die Zoomeinstellung (Objektiv 37,5 – 150mm), die ermöglicht, die Schärfe bzw. die Nähe/Ferne einzustellen.
Ferner gibt es den Blitz, den ich persönlich meistens ausschalte. Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten, diesen zu nutzen: a) Beim Einschalten der Kamera ist der Blitz in automatischer Position gestellt, d. h. sei es draußen hell oder dunkel, entscheidet das Gerät selbst, wann und ob es blitzen will/soll. Was nicht immer vorteilhaft ist. Wenn man z. B. nachts die Lichtwelt einer Stadt fotografieren möchte, ist es besser, wenn man zum Aufnehmen kein Blitz benutzt. Dies kann man manuell einstellen mit Hilfe der auf der Rückwand befindlichen Blitzeinstelltaste.
b) Einmal aufgedrückt, erscheint auf dem Display das Autoblitz mit Vorblitz gegen rote Augen (hier bekommt man als Fotoobjekt den Eindruck, als ob eine Fotografenschar einen gerade ablichtet). c) Beim nochmaligen Betätigen der Taste erscheint dann der manuelle Aufhellblitz. Dies ist sinnvoll bei Gegenlicht (bei starker Sonne) oder beim Aufhellen von Gesichtsschatten.
d) Klick - der dritte: Blitzabschaltung. Zu benützen bei Nachtfotos. e) Die nächste Betätigung der Taste zeigt ein Autoblitz mit Vorblitz, der verwendbar bei Nachtportraits mit illumminierter Stadt als Hintergrund.
d) Die manuelle Belichtungskorrektur ist bei Fotos in Schnee verwendbar, da das Gerät innerhalb der 1,5m-Grenze nicht blitzt. Was diese Kamera aber auch besonders ausmacht, ist eine weitere Taste auf der Rückwand. Diese Taste ermöglicht
- die Selbstauslöserfunktion: So habe ich z. B. die Epcot-Kugel in Orlando bei Nacht aufgenommen. Die Kamera auf einem mannshohen, flachen Stein gestellt, die Kugel ins Visier genommen, die Selbstauslöserfunktion eingestellt und gewartet bis die Aufnahme im Kasten war. Während diesen Vorgangs blinkt ein Lämpchen auf, das auch das Ende der Aufnahme anzeigt. Ein Stativ wäre für diese Aufnahme auch genial gewesen, aber als ich die Kamera gekauft habe, habe ich nicht im Traum daran gedacht, mal solche Bilder zu machen.
- die Dauerlauffunktion: Diese Funktion ist einzusetzen, wenn man ein bewegliches Objekt fotografieren möchte, solange man den Auslöser gedrückt hält.
- die Fernbedienungsfunktion: Leider war die Fernbedienung im Lieferumfang des Apparats nicht dabei, weswegen man sich diese separat kaufen muss. Für diese Funktion kann man z. B. ein Selbstportrait oder ein Familienfoto machen bei einer Entfernung vom Fotoapparat von bis zu fünf Metern. Muss ich noch ausprobieren.
Bei einer weiteren Taste auf der Rückwand heißt es haben oder nicht haben. Es geht um die Daten-Einstelltaste. Die war bei mir nicht eingebaut, so dass ich meine Bilder datenmäßig lediglich aus der Gehirnspeicherung katalogisieren kann. Bei dieser Taste kann man das Datum folgendermaßen einstellen: Jahr, Monat, Tag und wenn man es möchte sogar mit Stunde und Minute zugleich. Dass auch der richtige Film entscheidend für eine gute Bildqualität ist, habe ich bei meinem letzten Urlaub bemerkt. Von Minolta wird die Benutzung eines 400 ISO-Films empfohlen. Bislang habe ich den 200er ISO verwendet. Bei den Delfin- und Shamu-Aufnahmen habe ich jedoch den 400er probiert, das sich als gute Entscheidung bewiesen hat. Beim nächsten Mal werde ich den 800er in Visier nehmen, um die optimale Bildqualität zu erreichen.
Schmunzelswert war die Tatsache, dass die japanische Firma Minolta seine Fotoapparate in China herstellen ließ und die Schlaufe, die zum Tragekomfort beitragen soll, in Korea. Nun ja, wenn die Geräte so billiger produziert werden, warum nicht. Im Großen und Ganzen stellt mich diese Kamera sehr zufrieden, allerdings hätte bei dem Preis wenigstens die Datum-Einstelltaste und die Fernbedienung dabei sein müssen, weswegen ich auch keine 5 Sterne verteile.
©QueenSissy P. S.: Den Service habe ich noch nicht ausprobiert, da es bislang nicht nötig war.
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14.08.2002 01:48
Echt guter Bericht!! Mich hätte noch interessiert wieviele Batterien benötigt werden, denn manche Kameras brauchen zwei, manche nur eine!! Einige Worte über die Größe wäre auch interessant gewesen. ´ Ansonsten tadellos!! Darum ein SEHR hilfreich!!! mfg PHIL!!
27.05.2002 10:49
Leider ist mir am Wochenende das Vorgängermodell geklaut worden. Jetzt werde ich mir wohl die aktuelle Ausführung kaufen - Dank Dir für den ausführlichen Bericht. JT
24.04.2002 03:12
Vielleicht etwas ueberteuert, aber macht sonst klasse Bilder. Ein kleines Taschenstativ fuer etwa EUR 10 wirkt schon mal Wunder, gerade bei Nachtaufnahmen.